Wings of Return

von Celia1695
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
28.12.2018
18.01.2019
8
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Dieses Kapitel
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So und weiter geht's.

In diesem Kapitel kommt es zum ersten Wendepunkt der Geschichte und endlich kommt mal ein wenig Spannung in die Handlung. Ich hoffe, es gefällt euch.

Viel Spaß beim Lesen! :)
LG Celia


Kapitel 5: "Das Dunkle Mal"



Ginny trat aus den "Drei Besen". Sie war nicht mehr ganz nüchtern, aber weit davon entfernt betrunken zu sein. Harry trat neben sie. Während Ron und Alice sowie auch Neville und Luna sich schon vor etwa einer halben Stunde auf den Rückweg zum Schloss gemacht hatten, hatten Ginny und Harry den Abend in trauter Zweisamkeit ausklingen lassen.

Die Hauptstraße von Hogsmead war leer, als sie sie entlang gingen, um das Dorf zu verlassen. Nur in etwa einhundert Meter Entfernung liefen vor Harry und Ginny zwei Schülerinnen. Ginny erkannte zum Einen Melinda Bobbin, die in ihre Jahrgangsstufe ging und dem Haus Ravenclaw angehörte und zudem die weibliche Schulsprecherin in diesem Jahr war, sowie ihre kleine Schwester Anna Bobbin, die zwei Jahre jünger war als Ginny und zu ihrem eigenen Haus gehörte.

An anderen Tagen hätte Ginny Harry vorgeschlagen schneller zu gehen und zu den beiden aufzuschließen, denn Ginny mochte die Schwestern sehr gerne, doch nicht heute. Heute genoss Ginny es mit ihrer Hand in Harrys an der kühlen Nachtluft die Straße in kompletter Stille entlang zu schlendern.
So ließen sie das Dorf hinter sich und liefen, einem schmalen Weg über eine Wiese folgend, auf die Ländereien von Hogwarts zu. Über der Wiese hing ein wabernder Morgennebel, der irgendwie für eine geheimnissvolle Atmosphäre sorgte.

Ginny war in Gedanken versunken, als Harry sie plötzlich mit einem heftigen Ruck zur Seite riss. Erschrocken hätte sie beinahe aufgeschrien, doch ihr Freund hatte eine Hand über ihren Mund gelegt und sah sie mit einem Blick an, der eindeutig besagte "Bitte bleib ruhig und sei ganz leise". Ginny nickte zum Zeichen, dass sie verstanden hatte und Harry nahm die Hand von ihrem Mund.
Er hatte sie in ein Gebüsch gezerrt, aus dem er nun vorsichtig hinaus spähte. Ginny wusste, dass er gute Gründe für sein Handeln hatte, also flüsterte sie so leise sie konnte: " Was ist los, Harry?" Harry antwortete nicht, sondern schob sie stattdessen ein wenig aus dem Gebüsch und wies auf den Weg vor ihnen. Ginny kniff die Augen zusammen, da sie durch den Nebel nicht viel sehen konnte und was sie dann sah, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren.
Melinda und Anna waren stehen geblieben und sprachen mit einer in einen dunklen Umhang gewickelten Gestalt, als diese auf einmal einen Zauberstab zog und ehe jemand etwas unternehmen konnte, zischte ein grünes Licht aus dem Zauberstab und Melinda fiel zu Boden.
Anna schrie laut auf und Ginny löste sich aus ihrer Starre. "Ginny, nicht!", hörte sie Harry rufen, aber sie ließ sich nicht aufhalten. Die Gestalt blickte bei Harrys Schrei auf und entdeckte die beiden Gryffindors. Sofort richtete er seinen Zauberstab auf Ginny. "Stupor!", rief er donnernd, doch Ginny reagierte rechtzeitig mit einem "Protego" und der Fluch prallte wirkungslos ab. "Impedimenta", hörte sie nun auch Harrys Stimme hinter sich und sein Fluch zischte an Ginny vorbei auf den Angreifer zu, der jedoch gekonnt auswich und dann, ehe Ginny es verhindern konnte, richtete er seinen Stab auf die am Boden kniende Anna, die ihre Schwester anflehte, bitte aufzuwachen.
"Avada Kedabra!", rief er und ein zweiter grüner Lichtblitz erhellte die Nacht. Anna erschlaffte und fiel zu Boden. "Nein!", kreischte Ginny und rannte weiter, den Zauberstob drohend auf den Feind gerichtet und Harry dicht hinter sich. Doch noch ehe sie erneut zu einem Fluch ausholen konnte, ertönte ein leises "Plop" und mit ihm war der Fremde verschwunden.

Ginny stürzte zu den beiden Schwestern, obwohl sie genau wusste, dass es zu spät für sie war. "Harry, schnell. Wir müssen sie zum Schloss bringen. Wir müssen sie zu Madame Pomfrey bringen! Vielleicht... Madame Pomfrey weiß immer, was zu tun ist!" Ginny waren Tränen in die Augen getreten und sie versuchte Anna auf die Füße zu hiefen. "Ginny", sagte Harry mit ruhiger Stimme. "Harry, bitte. Du musst mir helfen!" Doch Harry nahm ihr Handgelenk und Anna glitt wieder auf den Boden. "Ginny, schau nach oben!", forderte Harry sie auf. Die Gryffindor hob den Kopf und blickte gen Himmel und was sie dort sah, ließ ihr zum zweiten Mal an diesem Abend das Blut in den Adern gefrieren.
Vor dem wolkenverhangenem Himmel leuchtete klar und deutlich ein aus grünen Smaragden zu bestehen scheinender Totenkopf aus dessen Mund sich eine Zunge in Form einer Schlange wand.
"Das dunkle Mal", wisperte Harry.


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Helles Morgenlicht drang durch ein Fenster und fiel direkt auf Hermines Gesicht, wovon sie schließlich aufwachte. Einen Moment hielt sie die Augen noch geschlossen und genoss die Wärme, die sie umgab. Ein weiches Bett, eine warme Decke und Krummbein, der auf dem Boden vor ihrem Bett darauf wartete, dass sie aufwachte. Verschlafen kraulte Hermine sein Fell.
Seltsam... sie konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, wie sie hierher gekommen war. Hatte Ginny sie in den Schlafsaal begleitet? Nein, sie war alleine gewesen, als sie die "Drei Besen" verlassen hatte und vor allem unheimlich betrunken. Also wie nur hatte sie es alleine in ihren Schlafsaal geschafft...?

Und dann dämmerte es ihr. Malfoy hatte sie gefunden und... Oh, Merlin... sie hatte sich vor ihm übergeben. Und noch schlimmer, er hatte ihr die Haare dabei aus dem Gesicht gehalten. Aber wie war es ihm gelungen, sie hierher zu bringen? In den Mädchen-Schlafsaal im Gryffindorturm?
Verwirrt schlug Hermine ihre Augen auf und erschrak. Das hier war nicht ihr Schlafsaal. Wo war sie hier? Und was war das Haarige, dass sie noch immer mit einer Hand kraulte und für Krummbein gehalten hatte? Hermine blickte vom Bett hinab und ihr Herz blieb für einen Moment stehen. Ihre Hand war in den Haaren Malfoys vergraben, der noch schlafend auf dem Boden vor dem Bett auf einem Teppich lag, ein Kissen unter seinem Kopf und mit einer Fließdecke bedeckt.
Rasch zog Hermine ihre Hand aus seinen Haaren, als hätte sie sich verbrannt. Doch dabei verhedderte einer ihrer Finger sich in einer Sträne des Haares und so zog sie versehentlich heftig an den Haaren, bevor sich ihr Finger schließlich befreite.

Ruckartig setzte Malfoy sich auf, wirkte einen Moment verwirrt doch blickte dann zu der nicht weniger erschrockenen Hermine hinauf. "Granger", sagte er kühl. "Ging das nicht auch netter?" Immer noch durcheinander verstand Hermine nicht gleich, was er meinte. "Was?" "Das Wecken. Du hättest mir nicht gleich an den Haaren ziehen müssen", erklärte Malfoy. Hermine wurde rot. "War keine Absicht", murmelte sie.
Malfoy ging gar nicht darauf ein, sondern stand auf und streckte seinen Rücken. "Ehrlich Granger. Du bist mir etwas schuldig! Mein Rücken schmerzt wirklich nach dieser Nacht auf dem Boden."
Hermines Gedanken flogen zu dem Weg hier hinauf. Sie schuldete Malfoy noch für viel mehr etwas, als nur für seine Rückenschmerzen. Er hatte sie den ganzen Weg durch die Schule getragen und sie war einfach in seinen Armen eingeschlafen. Sie konnte nur hoffen, dass niemand sie gestern gesehen hatten, wie er sie hier hinein geschleppt hatte. Das würde sonst die Gerüchteküche nur so zum Brodeln bringen.

"Willst du den ganzen Tag in meinem Bett sitzen bleiben, Granger?", riss Malfoy sie auf einmal aus den Gedanken. "Äh, natürlich nicht!", erwiderte sie. "Dann würde ich sagen, du verschwindest jetzt schnell in deinen eigenen Schlafsaal. Es ist schon spät. Eigentlich müssten alle beim Frühstück sein. Dich sollte keiner sehen." Hermine nickte und schlug die Bettdecke zurück. Sie trug noch immer ihre Kleidung, die sie in den "Drei Besen" getragen hatte und nur ihre Sneakers standen vor dem Bett.
"Ich hätte dir ja Schlafsachen geliehen, aber als wir hier waren, warst du quasi nicht mehr ansprechbar und irgendetwas hat mir gesagt du wärst nicht sehr begeistert gewesen, wenn ich dich umgezogen hätte." Malfoy hatte sich das T-Shirt, dass er zum Schlafen anhatte über den Kopf gezogen und stand nun mit freiem Oberkörper vor seinem Schrank, um sich frische Kleidung herauszusuchen. Bei seinen letzten Worten drehte er sich zu Hermine um und grinste sie dreckig an. "Oder irre ich mich da?" Hermine, die gerade auf dem Boden kniete, um sich die Schuhe zu schnüren, blickte auf und sah in Malfoys Augen, der etwas spöttisch auf sie hinab blickte. Hermine kam nicht umhin auch seinen nackten Oberkörper zu bemerken und ihr Blick blieb auf seinem leichten Sixpack hängen und an der dünnen, hellen Haarlinie, die sich vom Bauchnabel abwärts zog...

Sie wurde aus ihrer Betrachtung gerissen, als Malfoy sich laut räusperte. Erschrocken blickte Hermine ihm wieder ins Gesicht und anhand von Malfoys Blick wurde ihr klar, dass er genau gesehen hatte, wie sie ihn angesehen hatte. Erneut wurde sie rot.
"Äh... nein... Das... das war schon alles richtig so!", sagte Hermine schnell und schnürte ihren zweiten Schuh. Das Band rutschte ihr mehrmals durch die Finger, doch dann wurde es ihr aus der Hand gerissen und band sich von Zauberhand selbst. Hermine blickte wieder auf und sah noch wie Malfoy mit einem überheblichen Blick seinen Zauberstab wegsteckte. Als Hermine aufstand, machte er einen Schritt auf sie zu, sodass sie einen Schritt zurück machte und gegen die Wand stieß. "Granger, Granger...", sagte Malfoy mit leicht rauchiger Stimme und blickte ihr genau in die Augen. "Kannst nicht einmal deine Schnürsenkel selbst binden..."
Einen Moment war Hermine gefangen in seinem Blick aus sturmgrauen Augen. Seltsam... ihr war nie aufgefallen wie dunkel seine Augen waren... Waren sie nicht sonst immer von einem hellen silbergrau gewesen...? Hermines Körper prickelte unter seinem intensiven Blick und ihr Herz pochte so laut, dass sie sich sicher war, dass er es nicht überhören konnte.

Doch dann unterbach Malfoy den Blickkontakt und trat spöttisch schnaubend einen Schritt zurück. So schnell sie konnte, floh Hermine aus Malfoys Zimmer.



Hermine eilte die leeren Gänge entlang auf dem Weg in Richtung Gryffindorturm. Ein Glück wohnte Malfoy nicht mehr im Slytherin-Kerker seit er in diesem Schuljahr zum Schulsprecher ernannt worden war. Deshalb lebte er nun zusammen mit der Schulsprecherin Melinda Bobbin in den dafür vorgesehenen Räumen. Diese bestanden aus zwei Schlafzimmern, einem Bad, dass die Schulsprecher sich teilten und einem großzügigen Gemeinschaftsraum, durch den man die Räume der Schulsprecher betrat (zumindest wenn man das Passwort kannte). Dort fanden auch die wöchentlichen Besprechungen der Vertrauensschüler statt, an denen Hermine im vorletzten Jahr noch immer Teil genommen hatte. Aber letztes Jahr hatten die Siebtklässler zu denen ja auch Hermine gehört hätte ihren Job an die damaligen Fünftklässler abgegeben, wie es üblich war und Hermine war nur gestern ausnahmsweise von Colin Creevey dazu eingeladen worden an der Besprechung teilzunehmen, um die anderen Teilnehmenden von B.ELFE.R zu überzeugen wie es ihr schon bei dem Gryffindor gelungen war. Natürlich war Colin nicht während Voldemorts Vorherrschaft zum Vertrauensschüler ernannt worden, denn da er muggelstämmig war, hatte er die Schule im letzten Jahr gar nicht besucht und war erst in diesem Schuljahr zur Wiederholung seines sechsten Schuljahres zurückgekehrt, aber unter der Leitung von Professor McGonagal waren in diesem Jahr zum ersten Mal die Vertrauensschüler von der Schülerschaft selbst gewählt worden und so war Colin für das Haus Gryffindor ausgewählt worden.

Hermine erreichte nun endlich den Eingang zum Gryffindorgemeinschaftsraum und als sie das Passwort gesagt hatte ("Grindeloh"), schwang auch schon das Portrait der Fetten Dame zur Seite und Hermine stieg durch das Portraitloch. Sie stürmte die Treppe zu den Mädchenschlafsälen hinauf und betrat den der Siebtklässler.
Ihre Mitschülerinnen waren wie Malfoy vermutet hatte, alle schon beim Frühstück. Hermine schnappte sich frische Kleidung aus ihrem Schrank und entschied dann, noch schnell duschen zu gehen, bevor sie zum Frühstück ging. So viel Zeit musste sein.


Hermine betrat die große Halle und kaum hatte sie auch nur einen Schritt hinein gemacht, wurde ihr klar, dass irgendetwas nicht stimmte. Die Stimmung in der Halle war gedrückt und es war so still wie Hermine es noch nie erlebt hatte. Statt ausgelassener Gespräche hörte sie nur das Besteckgeklapper und hier und da tuschelten die Schüler miteinander. Verwirrt lief Hermine zu ihrem Platz am Gryffindortisch, wo sie sich zu Ginny, Harry, Neville und Ron setzte.
Auch sie schwiegen und Hermine erschrak als sie ihre beste Freundin ansah. Ginny sah furchtbar aus. Sie hatte dunkle Schatten unter den Augen und ihre Augen waren gerötet, so als hätte sie vor nicht all zu langer Zeit geweint. Und bei einem genaueren Blick auf Harry bemerkte man, dass auch mit ihm etwas nicht stimmte.

"Ginny, Harry", begrüßte Hermine ihre beiden besten Freunde. "Was ist denn hier los? Und was ist mit euch?" Kaum hatte Hermine das gesagt, brach Ginny in Tränen aus. Harry nahm die tröstend in den Arm und Ginny schluchzte in sein T-Shirt. "Hermine, bitte... nicht jetzt", bat Harry sie mit einem bedeutsamen Blick auf Ginny. "Sie ist völlig durch den Wind." Hermine nickte verstehend. Offenbar wollte Ginny nicht darüber reden.
Also beugte Hermine sich über den Tisch zu Neville. "Weißt du, was hier los ist?", zischte sie. Neville nickte unbehaglich. "McGonagall hat es uns gerade gesagt..." "Gesagt? Was denn?" Neville schluckte und warf einen kurzen Blick auf Harry und Ginny, die sich wieder etwas beruhigt zu haben schien und sich gerade die Tränen vom Gesicht wischte. "Es... naja... Ginny und Harry haben gestern... oder eher heute..." Neville schnaufte.
"Komm schon, Neville. Spuck's aus!", mischte sich nun Ron ein, der neben Neville saß. "Es nicht zu sagen, macht es nicht ungeschehen!" Neville schluckte und lehnte sich noch weiter zu Hermine. "Also. Heute Nacht, da ist das Dunkle Mal am Himmel erschienen..." "Das Dunkle Mal?!", wiederholte Hermine fassungslos. "Aber... wie denn das?! Die Todesser sind doch..." Ron unterbach sie ungeduldig. "Offenbar gibt es noch welche. Und sie haben gemordet!" Hermine riss die Augen auf. "Was?! Wann?! Wo? Und wen?!"

"Heute Nacht. Sie waren auf dem Weg von Hogsmead zum Schloss und Harry und Ginny haben alles gesehen. Sie haben gesehen, wie Anna und Melinda Bobbin eiskalt ermordet wurden!"




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Und? Wie hat euch der Wendepunkt gefallen? Gut gelungen? Oder eher unrealistisch? Lasst es mich gerne wissen :)
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