Targets

von Cobra666
GeschichteRomanze / P12
28.12.2018
26.03.2020
37
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12
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Diesmal was Neues, was ich so noch nie gemacht habe – das Ganze ist ein Co-Projekt mit LoveJu, sie liefert mir die Ideen und ich mache nach ggf. Rücksprache und Diskussion was draus.
Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, wird es keine allzu offensichtlichen Parallelen zu „Snowflakes“ geben, das hier läuft schon anders ab!
Da ich mich mit den Österreichern bisher nicht groß beschäftigt habe, habe ich der Einfachheit halber mal den aktuellen Kader aus 2018 bereits auch schon hier teilweise übernommen, so genau kommt das ja generell nicht und mir die Trainer irgendwie zusammengesucht, ist auf der ÖSV-Homepage ein bisschen unübersichtlich.
Bis auf die meisten Weltcup-Resultate ist natürlich alles wieder frei erfunden. Eda gehört uns, ansonsten kennen wir niemanden der real existierenden Leute persönlich und wir verdienen auch kein Geld mit dieser Geschichte.
Mal sehen, wie wir das Ganze hinbekommen. Wir hoffen jedenfalls, es gefällt euch und freuen uns über Reviews!

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„Perfekt!“ Eda stand vor dem großen Standspiegel in ihrem Schlafzimmer und strich über das Team-T-Shirt, das sie trug, ehe sie jetzt noch einen der entsprechenden Pullover überzog. Alles weitere, bis auf Mütze und Jacke, hatte sie gleich eingepackt, nachdem sie die Sachen nach der Einkleidung erstmal in die Waschmaschine gesteckt hatte.
„Nächste Hürde genommen!“
Sie hatte sich riesig gefreut, dass sie als Siegerin des IBU-Cups für das erste Trimester des Weltcups in den A-Kader berufen worden war. Wie sie dort mithalten konnte, würde man sehen aber langfristig dabei zu sein, das war ihr nächstes erklärtes Ziel.
Sie zog den Reißverschluss ihrer Reisetasche zu, hievte diese vom Bett und packte dann noch den Kulturbeutel aus dem Bad in ihren Rucksack, ehe sie alles in den Flur schleppte.
„Karlheinz!“ rief sie, dann fiel ihr ein, dass ihre Eltern ihn sicher wieder mitgenommen hatten. „Ach, der ist wohl wieder mit im Hotel … naja. Dann nicht!“
Nachdem sie ihr Gepäck ins Auto geladen und die Tür ihrer Einliegerwohnung abgeschlossen hatte, schrieb sie ihrer Teamkollegin Lisa, die auch ihre beste Freundin war, eine WhatsApp-Nachricht, dass sie jetzt losfahren würde. Ungefähr eine Dreiviertelstunde, das sollte wohl reichen, dass Lisa dann auch fertig war. Dann noch gut eineinhalb Stunden zum Münchner Flughafen … wenn sie gut durchkamen. Aber das einkalkulierte Zeitpolster würde schon groß genug sein.
Nur nicht nervös werden.
Sie fuhr am Hotel ihrer Eltern vorbei, hielt jedoch nicht nochmal an. Sie hatten sich am Vorabend bereits verabschiedet und Franz war sicher froh, dass seine kleine Schwester jetzt erstmal wieder eine Weile nicht nervte.
Schweden. Östersund. Gleich das volle Programm.
„Das wird sowas von super!“ Bester Laune schaltete Eda das Autoradio ein, fand einen Sender mit Rockmusik und sang fast die ganze Fahrt bis Reit lauthals und meistens falsch mit.


„Eddi, du bist ja schon da!“ tat Lisa überrascht, als sie Eda öffnete.
„Ja, was?“ konterte diese fröhlich. „Vierzig Minuten. Bist du fertig?“
„Ja, ich will nur noch gucken, ob alles ausgeschaltet ist. Du kannst den Rucksack schonmal mit zum Auto nehmen.“
„Bin ich dein Packesel?“
Lisa grinste. „Als Küken im Team wirst du sicher so einiges ertragen müssen, also gewöhn dich dran!“
„Ich habs befürchtet“, murmelte Eda, als Lisa nochmal in der Wohnung verschwand und griff nach dem Rucksack. „Als wäre mein Vorname nicht schon schlimm genug!“


Die Anreise verlief problemlos, auch das Einchecken im Hotel und Eda ließ sich, nachdem sie alles ausgepackt hatte, erstmal aufs Bett fallen.
„Machs dir nicht zu bequem, wir müssen gleich zum ersten Training!“ meinte Lisa.

„Welche Teams sind eigentlich noch hier untergebracht, wisst ihr das?“ fragte Eda, als sie mit ihren drei Teamkolleginnen unterwegs zum Fitnessraum waren. Auf den Fluren war sonst niemand zu sehen.
„Die Deutschen und die Schweizer glaub ich“, antwortete Katharina und Fabienne nickte.
„Und die Franzosen.“
„Mit dem großen Martin Fourcade!“ Katharina grinste. „Mal sehen, ob unsere Eddi da in Ehrfurcht erstarrt!“
„Ich denke nicht“, meinte diese nur. „Der ist auch nur ein Mensch!“
Das, was er leistete, war ja enorm und sie war durchaus neugierig auf ihn, sie konnte sich sicher so einige Tipps von ihm holen.


In dem großen und bestens ausgestatteten Fitnessraum fanden sie dann jedoch nur einen Teil der Schweizer vor. Man begrüßte sich und Eda machte sich kurz bekannt, ehe sie sich aufwärmten und anfingen. Die Trainer hatten schon einen Kraft-Ausdauer-Zirkel für die Mädels vorbereitet und Eda rieb sich freudig die Hände. Diese Kraft-Ausdauer-Sachen machte sie am liebsten.
Nach fünf Runden mit sieben Stationen, unter anderem Battle-Rope, Box-Jumps und Burpees, ließen sich erstmal alle erschöpft keuchend zu Boden fallen.
Eda war dann als erste wieder auf den Beinen, zog die Koordinationsleiter auf dem Fußboden nochmal gerade und stellte sich an einem Ende auf. Sie sah sich kurz im Raum um, mittlerweile war ein wenig mehr los, die restlichen Schweizer waren da und ein Teil der deutschen Mannschaft, wie sie an den Klamotten erkennen konnte. Sie trainierten alle ziemlich am anderen Ende des Raums an den Cardio-Geräten.
„Was hast du denn jetzt noch vor?“ wollte Dominik, der zusammen mit den anderen Jungs im Freihantelbereich gearbeitet hatte, wissen. Sie waren mittlerweile alle soweit fertig, die Trainer waren bereits gegangen, um die Teambesprechung, die nach dem Abendessen stattfinden sollte, vorzubereiten.
„Das!“ Eda ging in den Handstand und lief auf den Händen die Hälfte der Koordinationsleiter ab, immer eine Hand in ein Feld. Dann ein paar zurück, wieder vor, dann zwei nach links aus der Leiter raus, wieder zurück, fast wie Tanzschritte auf den Händen.
„Die spinnt ja!“ meinte Julian und Lisa zuckte nur grinsend die Achseln. „Wer kann, der kann!“
„Schaffst du es auch auf den Fäusten?“ fragte  Fabienne und Eda war froh, dass sie noch ihre Fitnesshandschuhe trug, die polsterten zumindest ein bisschen ab.
Dominik schüttelte den Kopf. „Mädel, du bist echt verrückt!“
Erneut ging die Tür auf.
„… und ich sag dann zu ihm, Junge du hast sie nicht alle, du kannst nicht …“ Erik, der zusammen mit Arnd und Simon hereinkam, brach jetzt mitten in der Erzählung ab, als er diese Handstandübung sah.
Auch die anderen beiden staunten. Wie konnte man sowas durchhalten?
„Was zur Hölle … wer ist das?“
Eda trug über ihrem Sportbustier noch ein halblanges T-Shirt, das ihr jetzt vor dem Gesicht hing, aber selbst wenn nicht, hätten sie ja auch nicht gewusst, wer sie war.
„Jemand von den Österreichern“, stellte Arnd trocken fest und wandte sich dann mit Simon zum Gehen. „Kommst du?“
„Ja, gleich …“ Erik war jetzt doch neugierig geworden und trat näher.

„Hey Leute!“ grüßte er in die Runde und wies auf Eda, die jetzt wieder auf die Handflächen umgestiegen war und allmählich an ihre Grenze kam. „Frischfleisch?“
Frischfleisch! Was war denn das für ein …?
Eda nahm die Füße herunter und stand, anstatt eine Weile in der Hocke zu bleiben, dass das Blut aus dem Kopf erstmal abfließen konnte, sofort auf, um zu sehen, wer da …
Weiter kam sie gedanklich nicht, ihr wurde schwindlig und kurz schwarz vor Augen, sie sank jedoch wider Erwarten nicht zu Boden sondern landete in den Armen von … wer weiß wem!
„Oh, oh …“, murmelte sie nur, die Augen noch immer geschlossen, während ihre Teamkollegen das Ganze mehr oder weniger schmunzelnd verfolgten.
„Alles gut. Schön atmen!“ Die Stimme von vorhin. Eine durchaus angenehme Stimme und jetzt auch nicht in so einem anzüglichen Tonfall. Kein großartiger Dialekt. Hochdeutsch. Also kein Schweizer und auch keiner von uns. Musste einer von den Deutschen sein.
All das ging Eda in den wenigen Sekunden durch den Kopf, ehe sie wieder richtig festen Stand hatte und die Augen aufschlug.
„Geht’s wieder?“
Strahlend blaue Augen. Attraktives Gesicht. Verdammt gutaussehend! Wer ist der Kerl?!
„Ja.“ Sie räusperte sich. „Danke!“
„Keine Ursache! Mir ist lange keine schöne Frau in die Arme gesunken!“ Er zwinkerte ihr grinsend zu, ehe er zu seinen Teamkollegen hinüberging und Eda sah ihm fassungslos nach.
Erst jetzt merkte sie, wie ihre Handgelenke schmerzten, schüttelte sie aus und massierte sie abwechselnd.
„Hey, das war ja filmreif!“ grinste Lisa.
„Was?“ Eda bewegte die Finger und lockerte dann ihre Schultern. Unklug, diese Übung so lange zu machen, hoffentlich merkte sie da morgen nichts!
„Na, so wie du ihm in die Arme gesunken bist und ihn angestarrt hast …“
„Ich hab ihn doch nicht angestarrt!“ protestierte Eda und war froh, dass ihr Kopf wohl sowieso noch ein wenig rot war, so fiel es nicht weiter auf. „Was redest du denn da?!“
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