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Süße Rache

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Alicia Lindbergh Boris Saalfeld Tobias Ehrlinger / Saalfeld Viktor Saalfeld
26.12.2018
28.05.2020
57
104.260
37
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Dieses Kapitel
13 Reviews
 
 
26.12.2018 1.535
 
Hi Ihr Lieben. Diese kleine Idee geistert mir schon ein Weilchen im Kopf rum. Hier nun das Ergebnis – ein bisschen Feiertags-Toris-Fluff :-). Ursprünglich war nur ein Oneshot geplant. Aber wie das so ist mit den Jungs… jetzt werdens doch ein paar Kapitel :-). I hope you enjoy!

Fast 10 Monate waren Tobias und Boris nun ein Paar – ein sehr glückliches. Nur drei Wochen nach ihrer Kündigung am Fürstenhof hatten sie beide neue Jobs und tatsächlich auch eine gemütliche Wohnung in München gefunden – klein, aber fein. „Gemütliches Liebesnest“ war Pauls Kommentar, als Romy und er sie das erste Mal besucht hatten. Tobias machte seine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr und war sprichwörtlich Feuer und Flamme dafür. Auch Boris fühlte sich in seinem neuen Job sehr wohl. Was ihr Schwulsein betraf, hatten beide von Anfang an mit offenen Karten gespielt – keine halben Sachen mehr, kein Versteckspiel, war ihre Devise und fühlte sich richtig gut an. Und diese Offenheit und Mut waren belohnt worden. Es hatte keinerlei Probleme, schiefe Blicke oder blöde Kommentare gegeben – München war eben auch nicht Bichlheim. „Wenn Sie ein Problem mit einem schwulen Geschäftsführer haben, dann können wir jetzt gleich das Gespräch beenden“, hatte Boris beim Vorstellungsgespräch gesagt. „Warum sollten wir? Es sei denn, Sie haben ein Problem mit einer Vorgesetzten, die auf Frauen steht?“, war die Antwort seiner Chefin gewesen. Beide hatten gelacht und das Gespräch verlief danach sehr locker. Nur drei Tage später war die Zusage gekommen. Boris hatte immer noch den Verdacht, dass seine Homosexualität in diesem Fall nicht Nachteil, sondern Vorteil gewesen war. Irgendwann würde er Bianca fragen, ob er richtig lag. Die vier hatten sich auch schon mal privat getroffen und sehr gut verstanden. Auch die meisten von Tobias Feuerwehr-Kumpel hatte Boris inzwischen kennengelernt. Und er war heilfroh, dass kein wirklich gutaussehender dabei war. Höchstens Max, der war echt passabel. Ok, er war attraktiv. Sehr. Aber Boris aufkeimende Eifersucht hatte sich zerstreut, als er ihn und seine super nette Frau und entzückende Töchter beim Familienfest der Feuerwehr getroffen hatte.

Tobis Eltern hatten sie natürlich auch schon einige Male besucht, manchmal auch übers Wochenende. Sie fühlten sich sehr wohl dort, verbanden sie doch so manch schöne Erinnerung mit dem Hof der Ehrlingers, wo sie die erste Zeit nach dem Fürstenhof verbracht hatten. Die bodenständige, herzliche Art von Rubi und Burgel war immer wieder eine Wohltat für Boris. Und mittlerweile wurde er auch nicht mehr rot, wenn Burgel mit einem Augenzwinkern sagte: „Ich hab euch wieder das hintere Gästezimmer hergerichtet.“ Auch Tobias Oma Maria war innerhalb eines Treffens zu einem Boris-Fan geworden. Sie war genauso eine quirlige und offene Person wie ihre Tochter Burgel. „Tobias, den guten Geschmack hast du offensichtlich von mir. Dein  Opa war auch so ein fescher Kerl mit Herz am rechten Fleck“, hatte sie zu ihrem Enkel gesagt und dann Boris zugezwinkert, der weniger als einen halben Meter daneben stand. „Und, wie geht’s meinen Jungs?“, pflegte sie seither zu sagen, wenn sie sich trafen oder telefonierten.

Mit Boris Vater war es anfangs recht holprig und die ersten Treffen für sie alle schwierig gewesen. Doch dann hatte Christoph Boris erzählt, woher seine Homophobie rührte und ihm auch erlaubt, es Tobias zu sagen. Jetzt verstanden sie ihn besser und diese ungewohnte Offenheit hatte ihrem Verhältnis untereinander gut getan. Letzte Woche bei einem gemeinsamen Essen in München hatte Christoph tatsächlich einmal herzlich und laut über einen von Tobias Scherzen gelacht. Sie waren auf einem guten Weg und das freute Boris sehr. Was zu einem großen Teil an Dr. Klinger lag. Und das, wie Boris vermutete, nicht nur wegen der Therapie, die ihr Vater bei ihr gemacht hatte. Wenn er sich da an das Gespräch beim letzten Treffen erinnerte…
***
(In einem schicken Restaurant in München. Boris, Tobias, Christoph sitzen an einem Tisch – zufälligerweise alle drei im schwarzen Hemd, was bei der Begrüßung schon für eine lockere Stimmung gesorgt hatte)

„Du hast sie zum Essen eingeladen? Ist das denn erlaubt zwischen Klient und Therapeut? Und hat sie keinen Partner?“, fragte Boris seinen Vater. „Na, ja, eigentlich ist das ein No-Go . Aber da ich vorgestern den letzten Termin bei ihr hatte und ich kein ‚schwerer Fall‘ sei (Boris schaute ihn mit hochgezogenen Brauen amüsiert an, was Christoph ignorierte), hat sie zugesagt. Partner hat sie keinen. Ihr Mann hat sich von ihr getrennt“, erwiderte Christoph. „Muss ein Idiot gewesen sein“, fügte er leise und mehr zu sich selber hinzu, als er zu seinem Weinglas griff. Tobias und Boris tauschten ein unterdrücktes Grinsen aus. Offensichtlich dachten sie dasselbe – wie so oft.

Später beim Auto zog Boris Tobias an sich heran „Du bist mein Held und verdienst einen Orden“, verkündete er und gab Tobi einen Kuss. „Das hoff ich doch, dass ich dein Held bin! Aber Orden? Wofür?“. „Na, du hast meinem Vater ein ziemlich lautes Lachen entlockt!“. Beide lachten. Tobi grinste ihn an „Aber statt eines Ordens wär mir schon was anderes lieber…“. „Tatsächlich? Ich überleg mir was bis wir zu Hause sind“, grinste Boris zurück und drückte ihm einen langen Kuss auf während er ihn mit der Hand am Hintern ziemlich nah an sich heranschob. „Ich glaub die Richtung in die du denkst, gefällt mir“, entgegnete Tobi nachdem sich Boris viel zu schnell für seinen Geschmack wieder von ihm gelöst hatte. „Woher willst du denn wissen, was ich denke?“, fragte Boris süffisant. „Na, ich kann Gedanken lesen! Hab ich das etwa noch nicht erzählt?“. „Immer wieder für eine Überraschung gut, der Herr Ehrlinger!“ und nach einem Klaps auf Tobis Hintern stieg Boris lachend ins Auto. Tobias grinste und folgte seinem Beispiel. Den ganzen Heimweg bekam Tobi sein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Ach, was liebte er dieses lockere Geplänkel zwischen ihnen. Und natürlich freute er sich, dass das Verhältnis zu Boris Vater immer besser wurde. Noch mehr freute er sich aber auf zu Hause. Genauer gesagt auf ihr Bett - und einen nackten Boris darin.
***
So, looooosreißen vom Bett….;-) auch wenn‘s schwer fällt ;-) Rückblick zu dieser Szene beendet, aber ihr habt ja alle ein Kopfkino...;-)
***

Seit vorgestern war Boris beruflich in Köln. Es war das erste Mal, dass Tobias und er so lange getrennt waren.  Boris vermisste Tobi sehr. Es war so normal, so natürlich, neben ihm einzuschlafen und aufzuwachen und ihn jeden Tag zu sehen, dass ihm diese drei Tage wie eine halbe Ewigkeit vorkamen. Das Abendessen vorhin mit den Kollegen aus dem Headquarter war total angenehm gewesen. Aber immer wieder hatte er daran gedacht, wie sehr er sich freute, danach endlich Tobi anrufen und seine Stimme hören zu können. Jetzt war er im Hotel. Sie hatten über eine Stunde telefoniert. Er war verliebt und diesem Kerl verfallen wie am ersten Tag. Ach was, es war viel schlimmer! Aber ‚in a good way‘, wie Tobi zu sagen pflegte. Und schon wieder grinste Boris happy vor sich hin, als er daran dachte, wie SEIN Tobi das sagte und welch verschiedene Gesichtsausdrücke diese Aussage begleiten konnten. Boris lächelte und schüttelte über sich selbst den Kopf. Er könnte schon wieder zum Handy greifen und anrufen…. Stattdessen schrieb er eine WhatsApp-Nachricht:

"Wenn du morgen nicht sowieso frei hättest und wir uns sehen würden, müsste ich dich von der Feuerwache entführen. Freu mich auf unser Wochenende am See. Hoffentlich gibt’s dort einen Steg… ;-) Kuss und süße Träume. Ich werde sie haben."

Tobi antwortete innerhalb von drei Sekunden:

"Und wie bitte soll ich jetzt schlafen??? Außerdem, schon mal raus geschaut? Es ist Vollmond ;-) Kuss."

Boris: „Du weißt, dass ich dich liebe?“

Tobias: „Ja. Du auch?“

Boris. „Ja.“

Boris lächelte und war unendlich dankbar für dieses Glück. Für Tobias. Und er freute sich wahnsinnig, seinen Tobi morgen endlich wieder bei sich zu haben. Er hatte auch früher glückliche Zeiten erlebt. Aber erst seit Tobias an seiner Seite war, fühlte sich das Leben nach 100% an – und manchmal auch nach mehr, nach viel mehr.

Nach den Meetings morgen Vormittag würde er nach Salzburg fliegen, dort Tobi treffen und dann gemeinsam mit dem Auto weiter  in die Wachau fahren. Dieser Kurztrip war schon lange geplant. Sie wollten Boris Bruder Viktor und dessen Frau Alicia wieder einmal treffen und endlich deren neues Zuhause anschauen. Außerdem gab es Neuigkeiten, die Viktor ihm gerne persönlich erzählen wollte. Boris hatte da schon einen sehr süßen Verdacht. Eigentlich wären er und Tobi heute gemeinsam von München aus losgefahren. Die geschäftlichen Termine waren kurzfristig dazwischen gekommen. Und so hatte er Bianca den Gefallen getan und seinen Urlaubstag verschoben. Dafür würden sie den Montag noch dranhängen. Für diese unerwartete Trennung von Tobi war das gemeinsame Wochenende am See genau die richtige Entschädigung. Außerdem hatte er ja mit Herrn Ehrlinger immer noch eine kleine Rechnung offen. Von damals, als sie noch ganz frisch zusammen waren und so gut wie keiner davon wusste. Da hatte ihn Tobi bei einer kleinen WG-Feier mit Blicken und Gesten so aus dem Konzept gebracht, dass er schließlich ins Badezimmer geflüchtet war. Tja, und diese Rechnung würde er bald begleichen. Mit einem vorfreudigen Lächeln schlief er ein.

Nachträglich euch allen schöne Weihnachten! Hoffe Ihre hattet ein schönes Fest. Mit dem spannenden Winter-Trailer gabs ja für alle Fans ein kleines Geschenk :-) Ich freu mich mega auf die kommenden Folgen! :-)
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