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Unter Pilzköpfen

von No Cookie
Kurzbeschreibung
OneshotFamilie, Freundschaft / P6 / Gen
Luigi Mario OC (Own Character) Peach
24.12.2018
17.07.2022
48
64.318
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24.12.2018 2.870
 
Festtage

Endlich, nach drei Tagen voll scharfer Winde und nächtlicher Stürme, hatte sich das Wetter im Pilzkönigreich wieder beruhigt. Gerade pünktlich vor den Feiertagen zum Sternenlichterfest. Mario und Luigi nutzten diese Ruhe, um im Schloss und der kleinen Stadt nach dem Rechten zu sehen. Da ihr Häuschen doch ein wenig abseits lag, hatten sie weder von den Toads, noch von ihren Freunden in den vergangenen Tagen etwas gehört. Der Sorge um deren Befinden wollten sie nun ein Ende setzen.
Die Hände in die Taschen ihrer dicken Wintermäntel vergraben und den Kopf tief in die wolligen Krägen gezogen, stapften die Helden durch den Schnee, der mit dem Sturm gekommen war. In dicken Polstern, wattig weich und wunderschön im Sonnenlicht glitzernd, bedeckte der scheinbar jeden Flecken Erde. Die kahlen Äste der Bäume waren damit gepolstert und die grünen Tannen trugen einen weißen, weichen Mantel. Prachtvoll, doch leider hatte auch der Sturm seine Spuren hinterlassen. Überall lagen heruntergerissene Äste oder ausgerissene Büsche. Hier und da sogar Wäschestücke, ein Schirm, ein Hut oder sonstige Dinge, die der Wind schnell entreißen konnte. Ein Gartenzaun war einfach umgefallen und auf die Wiese dahinter gekippt. Mario und Luigi sammelten  die Fundstücke ein, um sie ins Schoss zu bringen. Vielleicht fanden die Dinge dort zu ihrem Besitzer zurück.
In Toadtown selbst sah es zum Glück nicht so schlimm aus, wie die Brüder es befürchtet hatten. Es gab zwar einige heruntergefallene Blumentöpfe, schiefe Ladenschilder und die ein oder andere zebrochene Fensterscheibe, doch offenbar war niemand verletzt worden. Die Stadt wirkte so friedlich wie immer.
Längst hatten die kleinen Pilzköpfe sich daran gemacht aufzuräumen und noch mehr. Überall wuselten sie herum, hängen Lichterketten in die Fenster ihrer Häuser und grüne Girlanden aus Tannenzweigen über ihre Türen. In den kleinen Gärten funkelten weiße und gelbe Lichter in den sonst kahlen Pflanzen, was sich warm im Schnee wiederspiegelte. Rote Beeren malten farbige Tupfen in den Schmuck und überall brannten Kerzen in Windlichtern aus Glas oder Keramik, die Lichtmuster in Sternform auf die Wege malten. An jeder einzelnen Straßenlaternen waren Kränze gehängt worden, aus Mistelzweigen oder den schönen, roten Blumen, die nur um diese Zeit auf den Wiesen sprossen.
Aus der kleinen Bäckerei duftete es verführerisch nach gebackenen Plätzchen und auf dem Marktplatz neben dem Brunnen stand eine alte Toad mit ihrem Handkarren. Dort konnten die durchgefrorenen Pilzköpfe heiße Schokolade für kleines Geld kaufen und sich aufwärmen. Viele standen schon dort, nippten an ihren Tassen und plauderten. Die kleinen Händchen in dicken Handschuhen geborgen.
Mario und Luigi schritten unwillkürlich langsamer aus, ließen verzückt den Blick schweifen und sogen die vielfältigen guten Gerüche ein. Plötzlich hatten sie es gar nicht mehr so eilig. Es sah doch alles so friedlich aus, da mussten sie sich wohl keine Sorgen machen. Mario ertappte Luigi dabei, wie der mit glänzenden Augen zusah, wie ein kleiner Toad besonders viele Marshmallows in seine Schokolade bekam, und musste lächeln.
„Ich denke so eine bekommst du sicher auch im Schloss, kleiner Bruder“, versprach Mario und legte dem einen Arm um die Schultern. Niemand konnte so wunderbar kindlich-glücklich Lächeln wie Luigi.
Auch um den Palast auf dem Hügel herum sah man die Spuren der vergangenen Stürme. Der Burggraben war wohl immer wieder über die Ufer geschwappt und hatte die Wege aufgeweicht und den Schnee fortgeschwemmt. Die Blumenbeete, die im Sommer so herrlich blühten, sahen zerwühlt und unordentlich aus. Doch auch dort würde eine gebüte Hand bald wieder für Ordnung sorgen.
Dafür war das Schloss wunderschön. Überall, in den vielen Fenstern und auf den hohen Zinnen, brannten Fackeln und Lichter, kunstvoll als Sternen- oder Pilzmuster hergerichtet. Statt der üblichen Fahne zierte nun ein großer, beleuchteter Stern den höchsten Turm und auch hier waren Girlanden und Kränze aus grünen Tannenzweigen unter Fenstern und, besonders prachtvoll, über dem großen Tor der Zugbrücke, aufgehängt worden.
Der Wachtoad auf der Zugbrücke nickte Mario und Luigi nur freundlich zu und sah selbst ganz pachtvoll aus. Eine Uniform aus schwarz und rot, mit glänzenden Stiefeln und hohem Hut, was ihn aussehen ließ wie einen stolzen Nussknacker. Peach liebte einfach solche Details. Auf dem Schlosshof selbst liefen noch mehr der Pilzköpfe herum, die ebenso festlich gekleidet waren. In schicke Uniformen aus rotem Samt, mit grünen Ziernähten, die verschlungene Muster malten. Entweder waren es schlichte Kleider mit Stumpfhosen, oder schicke Blusen mit Schlaghosen, je nachdem was dem entsprechenden Toad lieber war. Die Pilzköpfe trugen Dekorationen, Packen an Geschenkpapier und Schleifen oder abgedeckte Platten mit sich. Letztere verbreiteten einen herrlichen Duft und ließ den Brüdern das Wasser im Munde zusammenlaufen. Zufriedenheit und Vorfreude schlug ihnen von allen Seiten entgegen und vertrieb ihre Sorgen ganz und gar. Der Sturm war offenbar schon wieder vergessen. Nun konnten sich Mario und Luigi ganz darauf freuen ihre Feunde wieder zu treffen, auf die sie so lange Tage hatten verzichten müssen.
Freudig betraten sie den Thronsaal und standen erst einen Moment schweigend und staunend unter der Tür.
Überall zwischen den geschmückten Säulen funkelten Kerzen und Lichter. Auch hier gab es Kränze aus Blumen, Zweigen und Beeren und selbst der rote Läufer war ausgetauscht worden. Das Schönste aber war die prachtvoll gewachsene Tanne, die mitten im Raum stand und den Geruch nach Wald verteilte. Ihre dunkelgrünen Nadeln schimmerten saftig und waren gleichmäßig und dicht. Wunderschön, doch bald würde der Baum noch schöner werden, denn fleißige, kleine Hände waren gerade dabei die Tanne  zu schmücken. Mit Kugeln aus Glas in Rot und Gold. Glitzernd, mit kunstvoller Bemalung oder ganz schlicht einfarbig. Kisten mit Lichtern, Glocken, Sternen und funkelnden Bändern stapelten sich noch am Fuß der Tanne und einige Leitern halfen den kleinen Pilzköpfen auch an die oberen Zweige heranzukommen.
Luigi hielt die Fäuste aneinandergedrückt und sah mit glänzenden Augen zum Baum auf, Mario schüttelte ungläubig den Kopf. Hier konnte man wunderbar Gäste zum Fest empfangen. Und schon jetzt freute er sich auf das Essen, das die Prinzessin in diesen Hallen immer gab, bevor man sich nach Hause zurückzog. Sein Magen knurrte freudig.
„Mario, Luigi, wie schön euch zu sehen. Ich habe mir Sorgen gemacht, der Sturm hätte euch eingeschneit. Ich hätte später noch jemanden losgeschickt, um nach euch zu sehen“, rief eine sanfte Stimme und bekannte Schritte kamen auf. Die Prinzessin eilte auf die Brüder zu und schloss jeden von ihnen in eine kurze Umarmung.
Als Mario abwinkte und Luigi den Kopf schüttelte, drehte sie sich um und deutete nicht ohne Stolz auf ihren Baum. „Ist er nicht wunderschön? Es hat lange gedauert ihn hierher zu bringen und beinahe hätte der Sturm ihn umgerissen.“
Gemeinsam traten sie näher, um die Tanne zu umrunden und zu bewundern. Die Zweige raschelten sanft in einem Lufthauch und die Hoheit hatte sogar daran gedacht, die Tanne in einen große Wanne Erde zu stellen. „Später kommt sie in den Schlossgarten, dann haben wir nächtes Jahr wieder etwas davon.“
Mario nickte und konnte die Augen nicht von Peach lassen, die es seiner Meinung nach geschafft hatte in den letzten drei Tagen noch schöner zu werden. Luigi dagegen stand schon nicht mehr bei ihnen. Mit kindlicher Freude kletterte er auf Leitern herum, wühlte in Kartons und hängte glänzende Kugeln an grüne Zweige. Doch als er einen Glaspilz in der Hand hielt, runzelte er die Stirn und wurde dann leicht rot. Sie hatten ja noch mehr Freunde hier.
„Wo ist denn Cookie*?“, fragte er ganz kleinlaut darüber die einfach vergessen zu haben.
Auch der große Bruder fuhr schuldbewusst zusammen. Aber Cookie gehörte mittlerweile so natürlich zum Schloss, dass sie gar nirgends anders sein konnte als hier. Nun ja, es sein denn sie war über die Feiertage....
Doch Peach kicherte und deutet weit über die Köpfe der Brüder. „Da oben“, schmunzelte sie. Die Helden folgten ihrer deutenden Hand und entdeckten eine kleine, weiße Wolke, die direkt über der Krone des Sternenlichterfestbaumes schwebte. Eine Gestalt mit rotem Schopf setzte gerade behutsam einen großen Stern auf die Tannenspitze. Kritisch wurde das Werk betrachtet. Schon im nächsten Moment rief wieder einer der Toads Cookies Namen und nach einem kurzen Blick über die Schulter waren sie und Pfütze auch schon zu ihm gewirbelt. Die Rothaarige nahm vom dem Pilzkopf einen großen Karton Schmuck entgegen und hängte die Sterne und Kugeln darin geschickt an die Zweige, während Pfütze um den Baum wehte.
Peach schüttelte den Kopf und lachte sanft. „Cookie und Pfütze sind wirklich eine große Hilfe. Fleißig und immer gut gelaunt. Wir sind sehr froh, sie hier bei uns zu haben und ich glaube die Toads hängen alle sehr an ihr“, schmunzelte sie.
Mario und Luigi nickten. Das erstaunte keinen von beiden.
„Hallo ihr Beiden, wie schön, dass ihr uns besuchen kommt“, meldete sich da eine bekannte Stimme in den Rücken der Brüder und als sie sich danach umdrehten, stand dort Toadette. Zu den Feiertagen trug sie ihn ihren rosa Zöpfen hübsche Schleifen. In ihren kleinen Händen hielt sie zwei große Tassen, die vor sich hin dampften. Zu Luigis Freude waren sie gut gefüllt mit heißer Schokolade, in der ordentlich Marshmallows schwammen. „Ich dachte ihr braucht etwas  zum aufwärmen. Die Prinzessin muss ich euch leider einen Moment entführen, es gibt ein Problem mit der Sitzordnung“. Lächlend drückte die Toad den Helden die Tassen in die Hände und knickste dann vor Peach.
Die nickte ihren Gästen entschuldigend zu und folgte Toadette dann zu den Büchern und Plänen, die auf einem Tisch verstreut lagen. Toadsworth war auch schon dort und strich sich nachdenklich durch den Schnurrbart.
Mario und Luigi blieben wo sie waren, genossen die gute Schokolade und sahen den Toads müßig dabei zu, wie sie dem Sternenlichterbaum zu Glanz und Pracht verhalfen. Ihr eigener Zuhause war deutlich bescheidener, aber es würde sich trotzdem gut darunter feiern lassen.
„Die arme Hoheit, sie hat in den letzten Tagen so viel zu tun. Ich hoffe sie kann wenigstens Morgen ein wenig Ruhe finden.“ Cookie wiegte kauend den Kopf und schob sich einen weiteren Happen zwischen die Zähne. Die Brüder hatten gar nicht bemerkt, wie sie herangekommen war. Vermutlich war Pfütze daran Schuld, die dicht an Cookies Seite schwebte.
Auch die Rothaarige trug die Festtagsuniform der Dienerschaft des Palastes, die sie als Mitglied dieser auszeichnete. Allerdings war Cookies grün und nicht rot, wie bei den Toads, was sich aber auch nicht gut mit ihrer Haarfarbe vertragen hätte. Zusammen mit den frisch gemachten Haaren und dem schimmernden Band sah auch sie hübsch darin aus, wie Mario zugeben musste.
Luigi allerdings hatte eher Augen für die Papiertüte, die Cookie in der Hand hielt. Darin dampften nämlich noch reichlich Plätzchen vor sich hin. Es roch nach warmen Teig, gerösteten Nüssen und viel Schokolade. Mit großen Augen legte der kleine Bruder der Freundin die Hände auf die Schultern und schob seinen Kopf darüber, um von dort in die Tüte starren zu können. „Oh, Cookie, das ist ja...“, murmelte er und leckte sich über die Lippen.
Der große Bruder streckte seine Nase von vorne über Cookies Arme und sah aus großen Augen zu ihr auf.
Die kaute in aller Ruhe weiter und seufzte wohlig. „Bei allen Sternen, Toaddäus ist der beste Zuckerbäcker im ganzen Königreich. Deswegen arbeitet er ja im Palast“, schwärmte sie, noch immer ohne die Blicke der Brüder zu beachten. „Und ich darf immer die Reste seiner missglückten Plätzchen haben.“ Genüsslich schob sie sich ein Weiteres in den Mund.
Mario und Luigi wartete noch einen Augenblick, konnten aber nicht glauben, dass Cookie einfach nicht begriff, das war doch sonst nie so.
Doch da lachte die Rothaarige auch schon und der Schalk blitzte in ihren Augen. „Ihr glaubt mir wohl nicht, wie?“, fragte sie und schob jedem der Heldenbrüder ein Plätzchen in den Mund. „Überzeugt euch selbst.“
Gemeinsam plünderten sie die Tüte, die unmöglich die schlechtesten Kekse des Zuckerbäckers enthalten konnte. Sie waren ein Gedicht.
Nach dieser kurzen Pause packten sie zu dritt mit an und halfen dabei Saal und Tanne für das Festessen und Besucher herzurichten. Tische decken, Stühle schleppen, Besteck polieren, Schmuck aufhängen, hier und da noch Böden wischen und Fenster wienern. Es gab eine Menge zu tun.
Als es dann über dem Pilzkönigreich dunkelte, war aber endlich alles geschafft. Der große Saal erstrahlte in hoheitlicher Pracht. Aber er wirkte auch warm und gemütlich und die Tanne war schön. Ein paar der Musiker des Palastes trugen schon jetzt einige Stücke vor und untermalten alles feierlich. Auch Peach hatte sich wieder zu Mario und Luigi gesellen können. Sie lächelte glücklich und ließ den Blick schweifen. „Das wird morgen ein schönes Sternenlichterfest werden und ich freue mich darauf es mit meinen Freunden verbringen zu dürfen.“
Mario und Luigi konnten nur zustimmend nicken. Doch irgendetwas fehlte und erst jetzt bemerkte Mario, dass Cookie nicht mehr bei ihnen stand. War sie schon wieder in der Küche oder im Keller, um noch bei letzten Handgriffen zu helfen? Dabei war doch alle Arbeit erledigt. Nachdenklich strich der große Bruder sich durch den Schnauzer und irgendetwas sagte ihm, dass sie mal nach ihr sehen sollten. „Komm Luigi, wir sehen mal nach wo Cookie steckt. Sie übernimmt sich nur wieder, wenn wir nicht aufpassen.“ Der kleine Bruder nickte natürlich sofort.
Lange mussten die Beiden nach der Freundin nicht suchen. Schon nach ein paar Schritten auf dem Flur, fanden Mario und Luigi eine offene Tür, die nach draußen auf einen der kleine Balkone des Palastes führte. Dort hockte Cookie auf dem Geländer, mitten in der Winterkälte. Sie hatte ein Bein angezogen und das Kinn auf ihr Knie gestütz. Mit einer Hand kraulte sie ihre Pfütze die stumm neben ihr schwebte. Es wirkte schwermütig und bedrückt und passte so gar nicht zu der glücklich, feierlichen Stimmung im Palast. Das besorgte Mario und Luigi sofort.
Vorsichtig traten die Beide zu der Freundin und der große Bruder legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Cookie, ist alles in Ordnung?“, fragte er sanft.
Die hob ein wenig überrascht den Kopf und sah ihn an, nickte dann aber beschwichtigend. „Oh, ja, ja, keine Sorge. Ich musste nur gerade an meine Familie denken. Es wird ein wenig seltsam sein das erste Sternenlichterfest ohne sie zu verbringen. Aber der Sturm hat es mir unmöglich gemacht zum Winzwald zu reisen“, gab sie dann zu und seufzte verhalten. Doch sie lächelte diesen heimlichen Kummer schnell wieder weg, damit die Brüder sich nicht zu viele Sorgen machten. „Naja, aber ich habe morgen ja immerhin das gemeinsame Festessen der Prinzessin. Und Pfütze ist ja auch noch da, ich bin also nicht ganz allein.“ Liebevoll nahm Cookie die kleine Wolke in die Arme und rieb ihre Nase an deren Gesicht.
„Alleine?“, fragte Mario völlig erstaunt und zog die Augenbrauen nach oben. Er verstand einfach nicht, was Cookie meinte. Sein Herz klopfte, als ihm ein Verdacht kam, an den er eigentlich nicht glaubte. „Willst du etwa nicht kommen?“ Wie leise er klang.
Cookie blinzelte und die Ratlosigkeit stand ihr ins Gesicht geschrieben, als sie sich zum große Bruder umwandte. „Kommen, wohin denn?“, wollte sie wissen.
Mario hörte Luigi bitter schlucken. „Oh Oh“, brummte der, zog sich die Mütze tiefer übers Gesicht und versuchte heimlich sich davon zu stehlen. Immer Richtung Tür.
Mario packte zu und erwischte den grünen Ärmel. „Zu uns nach Hause natürlich, um gemeinsam das Sternenlichterfest zu feiern. Luigi hat dich doch schon vor Tagen eingeladen!“, rief Mario mit gerunzelter Stirn und zog seinen kleinen Bruder dann entschlossen am Ärmel wieder näher heran. „Das hast du doch?“ Wie lauernd er klang.
Leider jammerte der kleine Bruder auf und tippte verlegen die Spitzen seiner Zeigefinger aneinander. Ein Fuß scharrte beschämt auf dem Boden. „Das habe ich ganz vergessen, wegen der Tanne und den Plätzchen und den Glaskugeln und der Schokolade“, gab er schwach zu, das Gesicht ganz rot. „Entschuldige.“
Der große Bruder seufzte auf und schüttelte fassungslos den Kopf. „Mama mia.“
Womöglich wäre ein Streit darüber ausgebrochen, hätte sich Cookie nicht zu Wort gemeldet. „Ihr wolltet mich zum Fest zu euch nach Hause einladen?“, fragte sie vorsichtig und blickte zwischen den Brüdern hin und her.
Luigi zog den Kopf noch beschämter zwischen die Schultern und nickte, Mario hob die Hände. „Natürlich. Wir würden uns sehr freuen, aber wenn du nicht willst...“, meinte er leise, kam aber nicht weiter.
Denn schon hatte ihm Cookie die Arme um den Hals geschlungen und drückte den großen Bruder an sich, ihr Gesicht an seiner Schulter versteckt. Mario spürte, wie sie schluckte und damit rang etwas zu unterdrücken. Sein Herz wurde ganz warm aber auch schwer. „Ach Cookie“, meinte er sanft und nahm sie ebenfalls in den Arm. „Wir lassen dich doch nicht einfach alleine.“ Beruhigend strich Mario ihr über den Kopf.
Luigi schniefte bei diesem Anblick voller Schuld auf und zog einfach beide, Bruder und Cookie, in eine innige Umarmung. „Ich wollte dich nicht vergessen, Cookie, ehrlich“, schnüffelte er mit zittriger Stimme und fühlte dann, wie sie ihm vertraut über die Nase strich.
„Schon gut, das weiß ich doch“, murmelte sie zu seiner Erleichterung.
Als sie diesmal in den großen Saal zurückkehrten, erschien dieser noch viel schöner und wärmer, vor allem, als sich auch noch die Hoheit zur Gruppe gesellte. Gemeinsam ließen sie sich unter der Sternenlichterfesttanne nieder, plaudernd, glücklich und so schmeckte sogar die heiße Schokolade nochmal besonders gut.

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* Cookie ist ein OC, der nicht offiziell zum Pilzkönigreich gehört. Ihr müsst sie nicht kennen, um diese Geschichte zu lesen, so wichtig ist sie nun wirklich nicht. Doch, wenn ihr neugierig geworden seid, schaut doch mal in meinen Roman, da erfährt man mehr.
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