Geschichte: Fanfiction / Prominente / Musik / K-Pop / B.A.P. / Skydive

Skydive

GeschichteRomanze, Thriller / P18
OC (Own Character) Zelo
23.12.2018
10.11.2019
27
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Meine Knochen schmerzten als ich mich langsam aufrichten wollte, doch als ich unter mich blickte, machte ich einen Satz nach hinten. Zelo hatte unter mir gelegen und meinen Sprung in den Wagen abgefangen. Brummend richtete er sich auf und stütze sich mit dem Arm hinter sich ab, doch dann wurde er von Yongguk grob aus dem Gleichgewicht gebracht und zurück auf den Boden gedrückt.

„Was sollte das? Ich habe doch gesagt wir kehren nicht um, für niemanden!", donnerte er ihm entgegen und Zelo hielt seinen Blick gesenkt.

„Aber Hyung, er wollte doch nur...",schaltete sich Daehyun ein, doch auch er wurde von seinem Leader lautstark unterbrochen.

„Ich sagte für Niemanden! Es war ihr Test und wenn sie es nicht gepackt hätte wäre es nicht unser Problem gewesen!", fuhr er ihn an und nun senkte auch Daehyun den Kopf. Stille breitete sich im Van aus und nur das Brummen des Motors war zu hören. Kurz blickte ich zu Yongguk, dessen Augen jedoch noch immer vor Wut leuchteten. Ich traute mich nicht meine Stimme zu erheben und verzog mich deshalb in die hinter-letzte Ecke des Vans zurück.

Für den Rest der Fahrt wagte es niemand ein Wort zu sagen und ich saß mit angezogenen Beinen und gesenktem Kopf im Schatten. Bei den Kurven presste mich die Schwerkraft gegen Daehyun, der sich neben mich gesetzt hatte. Sein Kopf war gegen das Blech gelehnt und die Augen geschlossen als würde er schlafen. Youngjae saß auf einem ausklappbaren Sitz und tippte auf seinem Laptop herum, während Yongguk mir gegenüber unter dem kleinen Fenster zum Fahrerbereich saß. Auch er hatte den Kopf in den Nacken gelegt und sah stumm an die Decke. Jongup saß vorne neben Himchan und leise hörte ich die Musik aus dem Radio zu uns dringen.

Mein Blick glitt kurz zu Zelo, der ebenfalls auf dem Boden saß und seine Ellbogen auf seinen angezogenen Knie aufstütze. Sein Kopf war nach unten gerichtet, doch seine Augen trafen meine. Sie funkelten mich wütend an und ich spürte seinen Frust darüber, dass er meinetwegen den Befehl seines Leaders missachtet hatte.

Wieder wackelte der Wagen und kam kurz darauf zum stehen. Ich hörte wie Himchan und Jonup ausstiegen und die Türen ins Schloss fielen, dann öffnete sich die Seitentür des Vans. Yongguk stieg ohne ein Wort aus und auch die übrigen drei verließen schweigend das Fluchtfahrzeug. Nur ich hatte mich nicht gerührt. Am liebsten wäre ich einfach hier sitzen geblieben damit sie mich vergaßen. Doch Daehyun steckte seinen Kopf in den Van und sah mich noch immer auf dem Boden hocken. Kurz lächelte er mitleidig und deutete mir mit dem Kopf auszusteigen.

Mit schweren Beinen und mulmigen Gefühl trat ich heraus und fand mich im Hauptquartier von B.A.P wieder. Jeder der Männer ging in eine andere Richtung und taten so, als wäre dieser Auftrag und die Ansage von Yongguk nie passiert. Ich fühlte mich fehl am Platz und wusste nicht wohin ich gehen sollte also blieb ich einfach stumm stehen.

„Mitkommen.", vernahm ich die tiefe Stimme von Yongguk im vorbeigehen und folgte ihm ohne zu zögern in einen kleinen Raum. Am anderen Ende stand ein riesiger Schreibtisch, voll mit Akten und Dokumenten. An den Wänden hingen Karten mit Bildern die mit Nadeln festgesteckt waren, sowie kurze Informationen über die Personen auf den Fotos. In einer Ecke neben dem Tisch stand ein großes Regal mit ein paar Büchern, losen Patronen und einem Klappmesser.

Yongguk ging durch den Raum und setzte sich auf den großen Lederdrehstuhl hinter seinem Schreibtisch. Ich stand noch immer an der Türschwelle und wartete darauf, dass er mich herein bat. Sein Blick glitt zu mir hoch und er räumte kurz ein paar Blätter zur Seite.

„Setz' dich.", befahl er knapp und erst jetzt erlaubte ich meinen Beinen die wenigen Schritte bis zu ihm an den Tisch zu treten. Ich nahm auf dem Stuhl vor ihm Platz und hielt meinen Kopf gesenkt. Die Hände hielt ich fest ineinander geschlungen auf meine Schoß und biss mir nervös auf die Unterlippe. Er sagte nichts, sondern sortierte nur einige Akten und Dokumente auf seinem Tisch. Für mich fühlte es sich an wie Folter. Er solle mich anschreien, raus werfen oder sonst was tun, aber mich mit Schweigen zu strafen hielt ich nicht aus.

„Es tut mir Le...", fing ich leise an, doch er hob abwehrend die Hand.

„Sei still. Es gab eine einfache Regel. Wenn Zelo nicht gewesen wäre, würdest du jetzt bei der Polizei sitzen.", sagte er ruhig und überflog mit den Augen ein Blatt Papier.

„Ich bin ihm sehr dankbar dafür.", versuchte ich erneut, doch Yongguk schüttelte den Kopf.

„Falsch. Wenn du es nicht geschafft hättest, wärst du gefangen worden und ich hätte meine Antwort gehabt. Da er dich aber gerettet hat, weiß ich noch immer nicht wofür ich dich gebrauchen sollte.", erklärte er mir, klappte eine Akte zu und ließ sie auf den Tisch fallen. Erst jetzt sah er mich wieder an und faltete seine Hände vor mir auf dem Tisch.

Ich wusste keine Antwort. Was sollte ich dazu noch sagen? Ich hatte es verbockt, wie bei meinem Bruder. Ich hatte hoch gepokert und alles verloren, so lief das eben in diesem Spiel. Also traf ich einen Entschluss. Ich stand auf und verbeugte mich vor ihm.

„Vielen Dank für dein Vertrauen, ich werde jetzt gehen.", sagte ich, richtete mich wieder auf und ging zur Tür.

„Sei morgen pünktlich. Dein Training beginnt um 07:00 Uhr.", hörte ich ihn plötzlich sagen und meinte mich verhört zu haben. Ungläubig drehte ich mich um und sah ihn an. Er sah nicht so aus als würde er scherzen, im Gegenteil. Seine Miene war todernst.

„Wie bitte?", fragte ich dennoch und zog die Augenbrauen zusammen.

„7:00 Uhr und pünktlich.", wiederholte er sich, dann drehte er sich mit dem Stuhl um. Ich nickte, auch wenn ich wusste, dass er es nicht sah und verließ denRaum. Dort stieß ich direkt auf Himchan.

„Ich bringe dich zurück, komm mit.", sagte er und ging an mir vorbei zu einem Sportwagen. Er öffnete mir die Tür und zeigte mir mit einer Handbewegung, dass ich einsteigen solle. Schnell nickte ich und stieg ein, dann schloss er die Tür hinter mir.

Wir fuhren durch die mittlerweile lehren Straßen von Seoul und wieder bevorzugte ich es zu schweigen.

„Du musst dich nicht schlecht fühlen. Yongguk kann sehr aufbrausend sein. Jeder von uns hatte schon so einen Einlauf von ihm bekommen.", eröffnete dann aber Himchan das Gespräch.

„Naja, ihr hätte mich auch zurücklassen können.", gab ich zurück und verfolgte die vorbeirauschenden Lichter der Stadt. Himchan schnaubte kurz.

„Niemand hätte dich zurück gelassen.Glaub mir. Wenn GD davon erfahren hätte, wären die Konsequenzen weit aus unangenehmer gewesen und Zelo wusste das.", antwortete er und sah kurz zu mir herüber.

Jetzt verstand ich, er war nicht wegen mir zurück gekommen, sondern aus Sorge vor dem, was mein Bruder anstellen würde wenn er erfährt, dass Yongguk mich zurück gelassen hätte. Er hätte sie in die Hölle geschickt, jeden einzelnen, es wäre ein Bandenkrieg ausgebrochen und das wollte Zelo verhindern. Es ging ihm nicht um mich. Etwas in mir zuckte bei dem Gedanken zusammen.

„Ich verstehe.", nickte ich und umschloss meine Oberarme mit den Händen.

„Du musst Yongguk trotzdem irgendwie überzeugt haben wenn er dich morgen wiedersehen will, also streng dich an, Kleines.", grinste Himchan nun und fuhr in eine mir bekannte Seitenstraße. Vor dem Treppenabstieg blieb er stehen und stieg aus um kurz darauf meine Tür zu öffnen und mir die Hand zum aussteigen reichte. Ich nahm sie lächelnd entgegen und ließ mich von ihm sanft aus dem Wagen ziehen, dann schloss er die Tür wieder hinter mir.

„Wenn du morgen früh kommst, klopfe dreimal gegen die Stahltür, wir werden dich dann rein lassen.",sagte er während er wieder zu seiner Fahrertür zurück ging. Ich hob kurz die Hand zum Abschied und deutete ein Winken an, dann stieg er ein und fuhr rückwärts wieder aus der Gasse.

So hatte ich mir diese Nacht nicht vorgestellt. Seufzend stieg ich die Stufen hinab und öffnete die Metalltür zum Big Bang Hauptquartier.

Leise trat ich in die Halle und bemerkte, dass keinerlei Licht zu sehen war. Auch keine Stimmen oder Schritte waren zu hören, bis auf meine eigenen, die über den Boden glitten. Seungri hatte mir vor meinem Verlassen den Ersatzschlüssel meines Zimmers zugesteckt und ich benutze ihn um meine Zimmertür aufzuschließen.

Erschöpft fiel ich auf mein Bett und streckte Arme und Beine von mir. Mein Blick fiel auf den kleinen Wecker neben meinem Bett und ich stöhnte auf. Kurz nach zwei morgens. Yongguk hatte gesagt ich solle um sieben pünktlich bei ihnen sein. Das bedeutete knapp vier Stunden Schlaf wenn ich die Dusche ausfallen lasse. Grummelnd griff ich nach einem Kissen und presste es in mein Gesicht, als sich mir die nächste Schwierigkeit offenbarte.

Ich sollte tagsüber zu ihnen kommen. Wie sollte ich das anstellen ohne das Jiyong von meiner Abwesenheit erfuhr? Ich richtete mich wieder schwungvoll auf und setzte mich auf die Bettkante. Grübelnd zog ich meine Jacke aus und das graue Oberteil über meinen Kopf. Ich stand auf um den Knopf der Hose zu lösen und stieg aus ihr heraus, als sie zu Boden fiel. Die Schnürsenkel meiner Boots löste ich mit einem kurzen Zug und schlüpfte heraus. Auf meinem Drehstuhl lag mein Nachthemd, dass mir bis zur Mitte meiner Oberschenkel reichte, Ich hatte es mal aus der Wäsche von T.o.p geklaut und bisher hatte er es nicht zurück verlangt. Meine Haare knotete ich zu einem Dutt und blieb dann mit den Händen in den Hüften im Raum stehen.

Dann ging ich zur Tür und öffnete sie leise. Mein Kopf lugte heraus und ich wartete einen Moment, bevor ich auf Zehnspitzen zu Seungris Zimmer tapste.

„Seungri? Bist du wach?", flüsterte ich gegen die Tür und klopfte, doch ich bekam keine Antwort. Vorsichtig drückte ich die Türklinke herunter und als die Tür nachgab, schlüpfte ich direkt durch den offenen Spalt. Bis auf das leichte Leuchten seinen Handys war es stockdunkel und ich tastete mich langsam bis zu seinem Bett vor. Als ich es endlich gefunden hatte krabbelte ich über die Matratze an sein Kopfende und setzte mich neben ihn. Er schlief tief und fest und hatte dabei einen Arm über seine Augen gelegt. Ich begann ihn anzustupsen, doch als er noch immer nicht reagierte wurde ich offensiver. Mit den Händen schüttelte ich ihn an der Schulter, bis er ein müdes Brummen von sich gab.

„Seungri, wach auf!", sagte ich nun lauter und langsam verzog er das Gesicht.

„Ahri? Was willst du hier...geh ins Bett...", murmelte er verschlafen und drehte sich auf den Bauch.

„Du musst mir helfen", fuhr ich fort ohne auf seine Worte einzugehen.

„Wann muss ich das mal nicht? Aber warum mitten in der Nacht?", brummte er während er seinen Kopf in das Kissen drückte.

„Komm schon!", nervte ich ihn weiter und zog seine Decke weg. Dabei kam sein nackter Rücken zum Vorschein. Seine Schultermuskulatur bewegte sich und als er sich nun zu mir umdrehte um sich auf die Seite zu legen, spürte ich wie sich kurz ein leichter roter Hauch auf meinen Wangen ausbreitete. Ich hatte völlig vergessen, wie er unter seiner Kleidung aussah und normalerweise war das nichts an das ich dachte wenn ich ihn sah, aber jetzt wo er halbnackt vor mir in seinem Bett saß und mich verschlafen durch die blonden verwuschelten Haare ansah, fühlte sich mein Besuch unangebracht an. Ich zog mein Nachthemd ein Stück tiefer, so dass es meine Knie verdeckte und schluckte kurz.

„Was ist den los, Prinzessin?",fragte er und fuhr sich durch die Haare. Er sah mich leicht schmunzelnd und dennoch verschlafen an und ich musste lächeln. Süß war er schon wenn er mich so ansah.

„Es geht um mein Training. Yongguk will, dass ich um sieben bei ihnen bin, morgens!", antwortete ich. Seungri hob die Augenbrauen an und seufzte. Nun war sogar er überfragt.

„Ich muss mit Jiyong sprechen, vielleicht lässt er mich ja doch gehen...", schnaubte ich und presste die Lippen aufeinander. Seungri schüttelte jedoch zweifelnd den Kopf.

„Gibt es niemanden zu dem du gehen könntest? Vorübergehend? Wenn du Jiyong sagen würdest du bleibst bei einem Familienmitglied, weil du da sicherer wärst, vielleicht würde er sich darauf einlassen.", überlegte er und ich schloss mich dem Gedanken an.

„Nur leider gibt es da niemanden mehr. Jiyong und ich sind seit unserer Kindheit auf uns allein gestellt. Ich wüsste nicht wer mich aufnehmen könnte...", gab ich dann aber enttäuscht zurück und wieder fuhr Seungri sich durch die Haare. Er setzte sich nun in seinem Bett auf und kratze sich kurz am Hinterkopf.

„Und wenn du bei mir bleibst..? Ich meine bei meiner Familie? Jiyong kennt sie schon ewig und vertraut mir, dort wärst du wirklich sicher.", schlug er vor und ich nickte. Das wäre ein Plan. Schließlich bräuchte ich nur einen provisorischen Aufenthalt, die meiste Zeit wäre ich sowie so bei B.A.P.

„Das könnte funktionieren aber, wäre deine Familie denn bereit dazu? Ich meine wissen sie von deinem..", ich stockte kurz. „Leben?", beendete ich meinen Satz.

„Nicht wirklich, ich bin sehr früh von Zuhause ausgezogen und hab mein eigenes Ding gemacht. Meine Familie weiß nur so viel von mir wie sie wissen muss um sich keine Sorgen zu machen. Ich besuche sie regelmäßig, aber halte mich auch nicht länger als nötig bei ihnen auf um ihnen keine Umstände zu machen.", erklärte er und mir wurde bewusst, dass ich all das nie gefragt hatte. Ich kannte ihn seit meiner frühsten Kindheit, fragte ihn aber nie nach seiner Familie. Meine Augen wurden plötzlich schwer und ich musste gähnen. Die fast zwei Tage Schlafmangel machten sich bemerkbar und mein Körper wurde schwächer. Ich legte mich auf die Matratze und streckte mich aus, dann hörte ich Seungri leise lächeln.

„Ist das nicht T.o.ps Oberteil?",fragte er und zeigte auf mein Nachthemd. Ich nickte grinsend und drehte mich auf die Seite. Meine Augen ließen sich kaum noch öffnen und es fühlte sich an, als würde die Schwerkraft mich noch tiefer in die Kissen drücken. Wieder gähnte ich ausgiebig und zog meine Beine an meinen Körper. Seungri griff nach der Bettdecke und legte sie über meine Schulter. Ein leichtes Schmunzeln umspielte seine Lippen bevor er ein Stück an der Wand hinunter rutschte und seinen Arm schützend um meine Schultern legte.

„Gute Nacht, Prinzessin", hauchte er und schon war ich eingeschlafen.
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