Eine zweite Chance

von abyssus
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Albus Dumbledore Lily Potter OC (Own Character) Severus Snape Sirius "Tatze" Black
23.12.2018
04.07.2019
30
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Die Sommerferien waren schön. Lily unternahm viel mit ihren Eltern, die Beziehung zu ihrer Schwester besserte sich etwas, denn diese war ausgezogen und hatte einen Freund. Er war bei den alten Evans immer mal wieder zum Dinner geladen, sodass ihn alle besser kennenlernen konnten. Petunia strahlte bei diesen Essen über das ganze Gesicht und Lily freute sich ehrlich für sie, auch wenn sie Vernon langweilig und alles in allem recht behäbig und unheimlich konservativ fand. Ein paar Mal ertappte sie sich dabei, wie sie darüber nachdachte, wie Snape wohl den Freund ihrer Schwester beurteilt haben würde. Wahrscheinlich ähnlich wie sie… nur mit sehr viel treffenderen Worten…

Vorsichtig versuchte sie außerdem ihrer Schwester ihr Herz auszuschütten. Die Geschichte mit ihrem ehemals besten Freund nahm sie noch immer mit. Doch Petunia zog sie wie immer nur mit dem Drittklassejungen aus der Gosse auf und als Lily aus alter Gewohnheit heraus dagegen halten wollte, schnitt ihr die Schwester übel gelaunt das Wort ab: „Jetzt sag nur noch, dass du in den verknallt bist! Den willst du nicht mal mit der Kneifzange anfassen! Ekelhaft. Stell dir nur vor, er würde dich mit seinen langen Fingern anfassen oder dich gar mit seinen dreckigen, gelben Zähnen küssen!“ Das erste Mal in ihrem Leben musste die junge Hexe Petunia Recht geben. Wie konnte sie jemals irgendetwas Liebenswertes in Snape sehen?

Beflissen mied Lily zudem den See an der alten Weide in den ersten Wochen der Sommerferien. Hier hatte sie sich immer mit ihm getroffen und sie wollte nichts weniger, als ihm über den Weg laufen. Durch Zufall geriet sie aber auf dem Rückweg vom Einkaufen in die Nähe und entschied sich hinzugehen. Warum konnte sie denn nur wegen ihm nicht mehr ihre Lieblingsplätze aufsuchen? Auf dem kurzen Weg dorthin malte sie sich aus, wie sie ihm die kalte Schulter zeigen oder ihn erneut zur Rede stellen würde, aber er war nicht da. Immer wenn sie in den nächsten Tagen und Wochen an den Platz kam, fehlte er, sodass sie sich letztlich sogar mit Rosa dort traf, die den Ort malerisch und unheimlich romantisch fand. Sie war ein stilles, liebes Mädchen, dem man nur das Beste wünschte. Lily genoss die Zeit mit ihr, drehten sich doch ihre Gespräche in der Schule meist nur ums Lernen.

„Vermisst du ihn?“, wollte Rosa einmal in diesem Sommer von ihr wissen, als sie am Ufer saßen und ihre nackten Füße ins Wasser hielten.

„Wen?“, fragte Lily überrascht, ahnte aber bereits die Antwort.

„Na, Snape!“, meinte die Hexe. Sie nannte ihn immer beim Nachnamen und verbat sich diffamierende Ausdrücke gegenüber allen Menschen.

„Nein“, log Lily und die Freundin wusste es sofort. Sie seufzte: „Ein wenig. Manchmal. Aber ich vermisse nicht ihn, sondern den Jungen, den ich einmal kannte. Verstehst du?“

„Ja, Lily“, meinte Rosa ehrlich, „Ich verstehe dich.“

Ehe es sich die Schüler versahen, nahmen die Ferien ein Ende. Lily verabschiedete sich erst schweren Herzens von ihren Eltern am Bahnsteig 9 ¾, fuhr dann aber fröhlich schnatternd mit ihren Freundinnen zurück nach Hogwarts. Sie freute sich unheimlich, das Schloss und all seine Bewohner wieder zu sehen. Gerade waren sie eine Stunde unterwegs, der Süßigkeitenwagen war schon einmal vorbeigekommen und Mira lutschte gedankenverloren an einem Spinneneilolli, als sie sich plötzlich verschluckte und diesen in eine Ecke des Abteils feuerte.

„Lily!“, herrschte sie die Freundin an, „Wir müssen cool aussehen! Lass uns über was Cooles reden! Mach schon! Sag ein Thema!“

„Was soll ich?“, wollte diese perplex wissen, als sich auch schon die Tür öffnete und niemand anderes als Sirius Black und James Potter auftauchten.

„Hey Mädels!“, begrüßte sie Black und grinste gewinnend, während Potters Hand wie automatisch zu seinen Haaren fuhr.

„Hey!“, giggelte Mira haltlos und wurde über und über rot.

Sirius legte seinen Kopf schief: „Ähm… bei euch klebt ein Lolli am Fenster…“

„Ja… achso… das… das ist Deko!“, versuchte es Mira und zog denselben vom Glas ab. Ihn in der Hand haltend, überlegte sie fieberhaft, was sie damit tun sollte und machte eine jähe Bewegung, als würde sie ihn wieder in den Mund stecken wollen.

Potter verzog angewidert das Gesicht: „Sag mal, wohnst du unter der Brücke, dass du Müll isst?"

„Halt die Klappe, Potter!“, sagte Lily genervt und schlug ihm die Abteiltür vor der Nase zu.
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