A little game

GeschichteAngst, Horror / P18 Slash
22.12.2018
24.12.2018
2
1708
 
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,,Was ist das? Was ist das? Komm schon Uno, jetzt zeig doch mal her!" Laut quietschend sprang der Grünhaarige um seinen Freund herum und an diesem hoch, in einem Versuch an den zerknitterten Zettel in seinen Händen ranzukommen.  Doch der Blonde war einfach zu groß und so waren alle Versuche erfolglos. Mit einem frustrierten Brummen ließ sich Nico auf den Boden sinken, nur um dann wieder erschrocken aufzuspringen als Uno aufschrie. Der 18-Jährige war in seiner Bewegung erstarrt als Rock seine Hand auf dessen Schulter gelegt hatte. Er las nun selbst in den Zeilen des Briefes und sein erst amüsierter Gesichtsausdruck wandelte sich in eine Mischung aus Verwirrung und Verstörung.

Hallo meine Freunde aus Zelle 13.
Ich habe eine ganz besondere Idee für uns.
Es wird einen riesigen Spaß machen, also freut euch.
Ich lade euch und eure Freunde ein zu einem Wettlauf in einem Labyrinth, von mir selbst gestaltet mit vielen spaßigen Hindernissen.
-Jyugos bester Freund, Elf.

,,Ich dachte ich bin dein bester Freund!" Uno sah Jyugo mit vorwurfsvollem Blick an, doch Jyugo hatte die Ereignisse der letzten Minuten komplett verpasst, da er damit beschäftigt war, sich mit Hajime zu streiten. ,,He! Jyugo! Jetzt beachte mich doch mal!" Uno packte Jyugo und zog ihn zu sich, drückte ihm den Zettel in die Hand der mittlerweile noch mehr Knicke und Risse bekommen hatte. Die zweifarbigen Augen des Insassen überflogen die in Schönschrift geschriebenen Worte mehrfach als könne er den Sinn in ihnen nicht ganz fassen. Seine noch vom Streit mit dem Wärter aufgebrachte Miene verfinsterte sich schlagartig und noch bevor die anderen Insassen reagieren konnten schmiss er den Zettel in die Luft und zerfetzte ihn mit seinen Klingen, in den nun blutroten Augen glitzerte ein ungewohnter Hass den man nur selten in den sonst so lustlosen Augen sah. Tatsächlich hatten sie einen solchen Ausdruck bis jetzt erst ein einziges Mal gesehen, während des Neujahrturniers, als sich Jyugo und sein ehemaliger Zellengenosse Musashi gegenseitig bekämpft hatten und beide unmenschliche Kräfte gezeigt hatten. Damals hatten beide Insassen gänzlich ihren menschlichen Verstand verloren, waren durchgedreht und hatten sich aufeinander gestürzt wie wilde Tiere. Es dauerte lange, bis Jyugo gegenüber den anderen Insassen wieder auftaute, doch Uno war geduldig und begleitete seinen besten Freund durch diese schwere Zeit.  Doch nun schien all ihr Erfolg zurückgesetzt auf null, Jyugo schwieg und wandte seinen Freunden den Rücken zu, die zu Klingen gewordenen Arme auf dem Boden ruhend.  Als Nico, naiv und kindisch wie er war, dem zitternden Insassen näher kam gab es ein Klirren von Metall und Jyugo hielt seine Klinge gegen die sich nun in Panik schnell hebende und senkende Brust seines Freundes. ,,Ganz langsam, keine Angst.." Flüsterte Uno leise und legte seine Hand auf die Schulter Nicos, der schrecklich zitterte. Sanft führte er ihn an der Schulter weg von Jyugo und zu Rock, der sich schützend für den Fall der Fälle vor den Jungen stellte. Dann ging Uno auf die Knie und sah mit einem sanften, mitfühlenden Blick tief in die roten Augen seines Freundes. Andere hätten den Blick in ihnen, das Verhalten des Insassen als Zeichen von Aggression gewertet, doch Uno kannte diesen Jungen. Er wusste das Jyugo niemals aus Boshaftigkeit jemandem wehtun würde, er wusste dass es die Angst war die ihn leitete. Er streckte vorsichtig eine Hand zu ihm aus, langsam und ohne Angst, auch als Jyugo seinen Arm bewegte und es schien als würde er ausholen. Er legte sie auf eine von den zweifarbigen Klingen und strich behutsam über das kalte Metall, hoch bis zum Gelenk, wo auch sein wirklicher Arm wieder anfing. Er spürte wie Jyugo unter seiner Berührung zitterte und strich ihm sanft über den Rücken, immer wieder, bis er sich etwas beruhigt zu haben schien. Seine Arme wurden wieder normal und Uno konnte einen erleichterten Aufseufzer nicht unterdrücken, denn in einem so wilden Zustand war Jyugo eine tickende Zeitbombe, es war nur eine Frage der Zeit bis er jemanden angriff. Noch immer fuhr Uno seinem Freund sanft über den Rücken, hörte erst auf als sich dieser zu dem noch immer verängstigt wirkenden aber nun zumindestens hinter Rock vorschauendem Nico wandte. In seinen nun wieder in der gewohnten Farbenkombination aus Violett und Grün gefärbten Augen lag tiefe Reue als er begann zu sprechen. ,,Entschuldigung, Nico... Ich... Ich war nicht ganz ich selbst..." Doch Nico hatte nicht vor, es seinem Freund übelzunehmen, er wusste selbst wie es war, die Kontrolle zu verlieren. Es war schrecklich beängstigend zu fühlen, wie man immer mehr sein Ich verlor. Der Grünhaarige umarmte seinen Freund und einen Moment lang verharrten sie einfach nur so, bis plötzlich ein Schrei die Stille durchbrach...
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