Die brandneuen Abenteuer von Agent 4

von Lun
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Agent 4 Callie Marie Marina Perla
20.12.2018
17.03.2020
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20.12.2018 838
 
"Ihr seid gefeuert! Ausser ihr wollt es nochmals versuchen", dröhnte die knisternde Stimme durch den Lautsprecher der Bär GmbH. Charlie (aka Agent 4) nahm es teilnahmslos hin, denn er konnte nicht mehr. So sehr er sich auch bemühte, stets ging bei diesen dubiosen Einsätzen was schief.

Er wollte nur noch alleine sein und begab sich deshalb auf direktem Weg zum Octo-Canyon, wo er seinen abgelegenen Lieblings-Platz aufsuchte. Wie immer umgab ihn an dieser erhöhten Stelle nichts weiter als dem Atem der Berge und des weiten offenen Raumes zwischen dem Himmel und den zerklüfteten Felswänden. Die letzten Jahre verbrachte Charlie mit Missionen doch mit der Gefangennahme von DJ Octavio und dem aktuellen Frieden zwischen Inklingen und Oktarianern war das natürlich nicht mehr gefragt. Eigentlich eine gute Entwicklung fand Agent 4, doch was soll er nun tun?

Für Rangkämpfe war er nicht salzig genug und an üblichen Revierkämpfen nahm er nur aus Höflichkeit teil. Meist zur Splatfest-Zeit, wenn ihn jemand dazu einlud. Einen Monat nun hatte er sich auch noch bei der Bär GmbH durchgeschlagen und da ihm auch dies nicht zusagte, wusste er nicht weiter.

Natürlich gab es noch viele weitere Jobs aber für diese musste man pünktlich sein und das war nicht gerade Charlies Stärke. Schon vor seiner Agentenkarriere wurde er regelmässig gefeuert oder gar nicht erst eingestellt. Das ging sogar so weit, dass er in seinen Ferien nur ein einziges Treffen mit einem alten Freund vereinbart hatte und sich selbst bei diesem um eine Stunde verspätete. Entsprechend dieser Quote hatte Agent 4 keine Freunde.

Da hatte Agent 3 es besser. Die Glückliche verbrachte ihre Zeit stets mit Agent 8, den sie in der Tiefseebahn kennenlernte. Das gönnte er ihr auch, denn es nahm ihr die Ernsthaftigkeit und sie war so offen und herzlich, wie er es von ihr sonst bisher nur aus ihrer Kindheit kannte.

Er freute sich in Gedanken wirklich für sie und liess seine Beine über den Abgrund hängen. Es war ein wirklich schöner Aussichtspunkt, doch so sehr es seinen Betrachter durch die reiche Vielfalt an Planzen und Formen im Gestein lockte, die Sorgen in Agent 4 waren stärker. Er füllte eine Klecks-Bombe zu einem Viertel mit Tinte und liess sie den Hang hinunter kullern.

Kommentierend zählte er auf, was die Klecks-Bombe macht: "Zuerst erklingt dein Warnsignal - Jetzt bist du im freien Fall und klingst gar nicht - Jetzt kullerst du wieder hinunter und wir hören dein Warnsignal erneut - Nun wird es schneller - Dann explodierst du - Und jetzt stöhnst du, ehh? Was?!"

"Hey! Das tut weh!", kam es von einer Stimme weiter unten.

"Ahh, Tut mir Leid!", sagte Charlie instinktiv und hielt sich beide Hände vor die Augen. Einen Moment konnte er sich nicht rühren doch dann hörte er wieder die Stimme - Oder etwa doch nicht? Er lauschte in aller Stille und reckte sich über den Abgrund um etwas zu sehen aber da waren zu viele Pflanzen. Vielleicht hatte er sich das Ganze auch nur eingebildet, und da hörte er sie erneut. Es waren aber keine Worte sondern eher Laute, nach einem Wimmern oder Klagen. Charlie schluckte tief und rief erneut, so sehr es seine noch gebrochene Stimme erlaubte: "Hey, Alles ok da unten?"

Keine Antwort. Er versuchte es erneut und horchte:

Eine Antwort blieb noch immer aus.

'Oh, Squid, was hab ich getan?', dachte sich Nummer 4 und schob leichte Panik: 'Bitte sei am Leben, bitte!' Er schaute sich Hilfe suchend um und rannte los zur Kuttelfisch Kajüte. 'Ich muss helfen, egal wie!'

Es war kein langer Weg und er hatte sie schon bald erreicht. Marie sass auf einer Holzbank beim Eingang der Hütte und schien ein Abendessen vorzubereiten. "Hi Marie, entschuldige, kann ich mir einen Echolokator borgen?" Marie war etwas perplex - genau genommen wusste sie nicht einmal, dass ihr Agent heute je durch den Gullie hier im Octo-Canion erschienen ist. "Ehm, klar. Die zweite Schublade links. Eine lila Büchse müsste es sein," sagte Marie: "Aber wofür?"

"Erkläre ich später, hab keine Zeit", antwortete Charlie und begab sich sogleich zur genannten Schublade und wühlte kurz darin. Er bedankte sich und war so schnell verschwunden, wie er eben gekommen war. Einen Augenblick später öffnete sich die Schiebetür und Callie kam aus der Kajüte mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

"Was meinst du, Liebes?", fragte sie mit einer gewissen Neugier hinter ihrer Stimme. Marie hatte ein sehr inniges Verhältnis zu ihrer Cousine und bemerkte die Absichten natürlich sofort und grinste zurück: "Denkst du wir holen ihn noch ein? Es sah aus als wäre er mal wieder spät dran." "Na Logo Limönchen, komm mit. Er hat keinen Super-Jump gemacht also kann es nicht weit sein." "Bitte nenn mich nicht so", schmollte Marie und folgte sogleich Callie, die sich bereits in Charlies Richtung aufgemacht hat: 'Wenn er wieder Geburtstag hat dann schenken wir ihm ne Uhr!'
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