Someone break my heart please

MitmachgeschichteHumor, Mystery / P12
19.12.2018
19.12.2018
2
2012
 
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Willkommen bei meiner MMFF!
Hier ist der Prolog, und gleich danach kommt das “Anmeldeblatt”
Ich hoffe, ihr könnt euch für die Geschichte begeistern!



Während in Illea America um ihre heimliche Liebe kämpft, herrschen im Königshaus des kleinen Landes Saint Italya ganz andere Probleme, die sich langsam nicht mehr aufstauen lassen können.

Königin Genéve sass gerade mit ihren Hofdamen im Kleineren Teesaal, als der Botschafter ankam. Verlegen räusperte er sich, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Das Echo hallte durch den Saal und die Königin unterbrach ihr leises Gespräch und drehte ihren Kopf richtung Tür. Obwohl Genéve d‘Italya schon Anfang vierzig war, gab es keine Anzeichen dafür, dass ihre Schönheit am Verblassen war; ihr Haar hatte noch sein glänzendes, dichtes Schwarz, ihre Augen leuchteten in der Farbe von geschmolzener Schokolade und ihre Haut war rein und ebenmässig. „Sprecht“, befahl sie in leisem Ton. Der Botschafter verbeugte sich und liess vernehmen: „Eine Botschaft von Königin Amberly“. Genéve machte eine kurze Handbewegung, worauf ihre Hofdamen sich erhoben und mit eiligen, klackernden Schritten den Raum verliessen. Der Botschafter wartete einen Moment bis er eintrat, um der Königin den Briefumschlag zu reichen. Genéve bedankte sich und öffnete den Umschlag.

„Ruiz, wieso sollte es hier bitte nicht funktionieren, wenn es in Illea funktioniert? Es könnte sogar noch viel besser klappen, da in Saint Italya die Kasten schon vor langer Zeit abgeschafft wurden!“, redete Genéve auf ihren Mann ein, der im ausladenden Schlafzimmer hin und her lief. „Genéve, hast du mit unserem Sohn schon einmal ein Gespräch geführt? In letzter Zeit?“, gab er zurück. „Liebling, ich bin mir sicher dass-“, setzte die Königin an, wurde jedoch vom König unterbrochen: „Du bist dir sicher dass… was genau? Dass er mitmachen wird? Natürlich wird er, aber das ist nicht der Punkt. Weisst du, wer nämlich nicht mitmachen wird? Die jungen Mädchen! Das Volk! Sie hassen ihn!“ „Ruiz, sei nicht so negativ, sie hassen ihn nicht...“ „Stimmt, sie verabscheuen ihn, Genéve, und wenn du dir das nicht eingestehst...“ „Liebling, selbst wenn sie ihn hassen, wen interessiert das? Er wird einmal König werden, und das allein ist schon ein Ansporn-“ „Genéve, weisst du überhaupt, was du da redest? Du willst, dass die Mädchen daran teilnehmen, um unseren Sohn und seine Position auszunutzen?“, Ruiz wurde immer lauter und Genéve schlug sich die Hände vors Gesicht. Dann sammelte sie sich. „Du weisst genau, dass ich das nicht so sagen wollte, Ruiz“, sagte sie beherrscht, „Aber du hast Recht, unser Sohn ist beim Volk nicht sehr… beliebt, aber deshalb ist das Casting ja da! Um ihn beliebt zu machen, dem Volk seine Schokoladenseite präsentieren!“, Genéve fing an zu schwärmen und ignorierte ihren Mann, der leise „Welche Schokoladenseite“ knurrte. „… Partys veranstalten, und Bälle, Wohltätigkeitskampagnen, Ausflüge, und alles auf Kamara… ich muss es nur orgaisieren!“, flötete Genéve begeistert aus dem Ankleidezimmer nebenan, wo sie schnell in ihr Nachtgewand schlüpfte. Ruiz überlegte währenddessen. War das Casting wirklich eine gute Methode, ihren Sohn dem Volk näherzubringen? Er seufzte, doch seine Miene hellte sich auf, als Genéve aus dem Ankleidezimmer kam. Er näherte sich ihr, legte eine Hand auf ihre Taille und küsste ihr dichtes Haar. „Liebe macht alle Menschen besser… vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dass Yerai auch...“, murmelte Ruiz. Genéve sah ihm in die Augen und schmunzelte. „Du bist ein Träumer, Ruiz d‘Italya, aber wer kennt schon die Wege des Schicksals…?“


Am nächsten Morgen, beim Frühstück, plante das Königspaar ihren Vorschlag mit ihrem Sohn zu besprechen. Genéve warf ihrem Mann einen Blick zu, und dieser machte eine Geste um die Bediensteten wegzuschicken, die nach einem Knicksen sofort gehorchten. „Kinder“, richtete sich Ruiz an seinen Sohn und seine Tochter, „wir haben etwasWichtiges mit euch zu besprechen. Vor allem mit dir, Yerai“, er streifte den Prinzen mit einem Blick. Daraufhin verzog seine Tochter das Gesicht. „Klar“, brummelte sie, „immer geht es nur um den fiesen Eisklotz“ Die Königin machte einen missbilligenden Laut, doch sagte nichts. Ruiz sah sie fragend an und auf ihr Nicken eröffnete er: „Yerai- wir möchten für dich ein Casting veranstalten, du bist jetzt alt genug um-“ „Hey, wieso darf ich keine Schauspielerin sein und er schon!“, empörte sich die Prinzessin wieder. „Kleira, es ist nicht so eine Art von Casting, und unterbrich deinen Vater nicht“, mahnte Genéve, „fahr fort, Liebling“ Der König sah nun direkt Yerai an. „Du bist alt genug um zu heiraten und zu regieren, falls mir etwas passieren sollte und deshalb wollen wir ein Casting veranstalten. Ein Casting ist ein Verfahren“, fügte er erklärend hinzu, „bei dem per Los eine junge Dame aus jedem der sechzehn Grafschaften ausgewählt wird, um bei uns im Schloss zu verweilen. Du wirst mit jeder Dame Zeit verbringen, und entscheiden, welche bleiben, und welche gehen, bis nur eine übrig bleibt, die du heiraten wirst“ Kleira klappte sprachlos die Kinnlade hinunter und selbst Yerai zog überrascht die Augenbrauen hoch, dann sagte er: „Wieso? Wenn ihr mich verheiraten wollt, dann sucht doch irgendeine Prinzessin aus irgendeinem strategisch günstigen Land aus, wozu dieser Aufwand? Diese – Damen – werden vermutlich nicht einmal einfachste Bennimregeln beherrschen und daherreden wie Bäuerinnen, wieso arrangiert ihr das nicht einfach und fertig?“ Genéve seufzte: „Liebling, es wird dem Volk gefallen, WIR werden dem Volk gefallen, DU wirst dem Volk gefallen… es wird das Land verbinden, wenn sich Königshaus und Untertanen näher kommen...“ „Natürlich wird viel auf Kamara aufgenommen, und es wird zahlreiche Events geben...“, fuhr Ruiz fort. „Uhhhh dann bin ich dabei!“, freute sich Kleira. Ihre Eltern lachten, Yerai nicht. „Ich denke, ich verstehe“, sagte er mit leiser, scharfer Stimme, „einverstanden. Aber ich werde mich weder mit der Organization noch mit den Medien befassen.“ „Oh doch, das wirst du! Es ist, nach Aussen hin, dein Casting“, widersprach sein Vater. Kommentarlos stand Yerai auf und schritt aus dem Saal. „Liebling, dein Frühstück-“, setzte Genéve an, aber die Tür war schon ins Schloss gefallen. Ruiz seufzte. „Also ich verstehe ihn nicht“, plapperte Kleira, „ich hätte gerne vierzehn Jungs, die sich um mich reissen“ „Ach Kleines“, lächelte ihre Mutter. Kleira protestierte gegen den Spitznamen. „Ich bin schon fast fünfzehn!“, argumentierte sie empört.

Nach einer recht stillen, unbehaglichen Debatte mit seinem Sohn, hatte Ruiz endlich seine Einwilligung, und somit begann die Organization. Er bestellte ein Fernsehteam ins Studio des Schlosses und prägte Yerai genau das ein, was er sagen sollte. Nach einigem Hin und Her war die ganze Königsfamilie präsentabel im Studio versammelt. Genéve und Kleira trugen prachtvolle Kleider und ihre nachtschwarzen Haare glänzten seidig. Sie lächelten im Duett ihr warmes, einladendes Kameralächeln. Yerai dagegen sah angespannt und unzufieden aus, setzte jedoch ein mehr oder weniger überzeugendes Halblächeln auf, als der Direktor rief: „3...2..1..Kamera läuft!“ König Ruiz erhob sich und ergriff das Wort: „Liebe Bürger und Bürgerinnen von Saint Italya! Ich spreche zu Ihnen heute nicht als König, sondern als liebender Vater, und da mein liebster Sohn mir neulich vermittelt hat, wie gerne er sein Leben, sein Herz und seine zukünftige Krone mit jemandem telien würde, wollte ich ihm natürlich diesen absolut verständlichen Wunsch erfüllen, doch wie sollte er diese besondere Frau kennenlernen? Möglicherweise mit einem Ball für alle Prinzessinen der näheren Königreiche? Doch da sagte mir mein Sohn etwas Wunderiches, noch nie da Gewesenes- er will keine Prinzessin heiraten!“ Nach einer Kunstpause fing Yerai an zu sprechen: „Sehr richtig, Vater, es ist nicht der Status, der mich an einer Frau interessiert, sondern ihre Persönlichkeit, ihr Lachen, ihr Wesen… und wozu ins Ausland einheiraten, wenn in unserem Land zahlreiche intelligente und wunderschöne Frauen leben, die dank ihrem Status niemals regieren könnten, und die ich niemals kennenlernen könnte… eben wegen meinem Status! Und deshalb, meine Damen und Herren, wäre mir nichts lieber, als ein Casting abzuhalten, bei dem das Schicksal mir meine Seelengefährtin zuteilt, die, sicherlich, irgenwo in unserem Land lebt, und darauf wartet, die wahre Liebe kennenzulernen… genau wie ich!“ Er fuhr damit fort, das Casting zu erklären, und Genéve konnte nicht anders, als beeindruckt zu sein. Er war ein wirlich guter Schauspieler, besser, als sie dachte. Sie wagte es, einen kurzen Blick mit ihrem Mann zu wechseln, der freudig überrascht wirkte, was man als Zuschauer vermutlich als Bestätigung für seinen Sohn deuten würde. Als Yerai seinen Monolog beendet hatte, klatschte seine Familie. Alle lächelten noch eine Weile weiter, bis der Direktor „Cut!“, rief. Wie auf Kommando rutschte das Lächeln von seinem Gesicht, und Yerai sah wieder ausdruckslos aus wie vorher. „Ich werde auf mein Zimmer gehen“, sagte er leise und verschwand. Die Königin seufzte. „Na, das kann ja heiter werden…“
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