Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Es passierte in einer stürmischen Nacht

von ReScripta
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Drama / P12 / Gen
Bohne Böser Bill Rango
19.12.2018
02.01.2020
11
13.792
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
19.12.2018 1.110
 
Hi zusammen, jetza, hatte wieder Lust auf eine kleine Rango/Bill Geschichte. :) Viel Spaß beim Lesen.


Cover: https://www.deviantart.com/rescripta/art/It-happened-in-a-stormy-night-Cover-769705340


1. Eine stürmische Nacht



„Ein gutes Gefühl nicht tot zu sein“, dachte Rango und streckte ausgelassen seinen Körper.
Es war schon ziemlich spät und die Stadt lag fast im Halbschlaf. Sogar im Saloon waren die Lichter schon längst ausgegangen. Die Nacht war sternenklar, trotzdem war es draußen alles andere als angenehm. Seit Mittag wehte ein starker Wind über das Gebiet und hatte sich im Laufe des Abends sogar noch verstärkt. Fröstelnd schob Rango seinen Hemdkragen höher, als ihm eine starke Windböe erschaudern ließ.
„Na ja, besser ein starker unangenehmer Wind als tot zu sein“, sagte er leise zu sich selbst. Er war froh noch frische Luft atmen zu können. „Aber noch schöner ist es in einem warmen Bett.“
Mit diesen Gedanken marschierte er zum Sheriff-Büro rüber, riss schnell die Tür auf und wieder zu, da der Wind den ganzen Sand in den Raum wehte. Nachdem er nochmal die Fenster kontrolliert hatte, richtete er sich für die Nacht. Zog seine Stiefel, Hemd, Jacke und Hose aus, bis er nur noch die Unterwäsche am Leib trug. Anschließend wusch er sich Gesicht und Hände und krabbelte ins Bett. Die Nachttischlampe stand neben ihm auf einem kleinen Tisch. Er hatte heute keine Lust mehr irgendetwas zu lesen oder dergleichen. Kaum hatte er seinen Kopf auf das Kissen gebetet, löschte er auch sofort das Licht. Mit einem tiefen Seufzer warf er sich auf die Seite und kuschelte sich mit Wohlbehagen in die Decke.
Manchmal gab es wirklich nichts Schöneres als geborgen und zufrieden abends in einem warmen Bett zu liegen. Er lächelte verschmitzt. Am liebsten sogar zu zweit, nur war Bohne heute leider nicht in der Stadt, sondern daheim auf ihrer Ranch. Nach einem erneuten tiefen Atemzug, entspannte er seinen Körper und wartete darauf endlich ins Land der Träume zu wandern, wo er für einen Moment der Realität entfliehen konnte. Wer weiß was er diesmal träumen würde.
So langsam verschwamm sein geistiger Zugang zur Umgebung und er sah wie sich Bilder vor seinem inneren Auge formten.
Plötzlich schreckte er auf. Müde öffnete er die Augen, stellte aber erleichtert fest, dass es nur eine starke Windböe gewesen war, die heulend ums Haus geweht war. Er gähnte laut. Schnell schloss er wieder die Augen, um nicht den Anschluss zu seinem begonnenen Schlaf zu verpassen, solange er noch nicht mehr ganz wach war. Doch dann veranlasste ihn erneut etwas vom Traumzug abzusteigen.
Verschlafen stützte er sich auf die Ellbogen. Irgendwie meinte er draußen etwas gehört zu haben, was nicht so ganz typisch für den Wind klang. Es hörte sich sogar sehr entfernt an. Wie vom Wind getragen.
Er schloss die Augen und lauschte angestrengt. Bildete er es sich nur ein, oder waren das gerade Schüsse gewesen? Wieder hörte er aufmerksam in die Stille, aber das Geräusch schien wie verschwunden zu sein. Jetzt war nur der Wind zu hören.
Wieder musste er gähnen. Hatte er nur geträumt? Aber es war ihm nicht wie ein Traum vorgekommen. Es hatte geklungen wie echt. Das konnte er doch nicht geträumt haben, oder doch? Er hatte sich in letzter Zeit oft Schüsse anhören müssen. Auch seine eigenen wenn er Schießübungen machte. Hatte sich jetzt etwas in seinen Ohren festgesetzt?
Murmelnd legte er sich auf den Rücken und schloss erneut die Augen. Doch nach ein paar Minuten setzte er sich seufzend wieder auf. Die Ungewissheit ließ ihm einfach keine Ruhe. Und als Sheriff war es seine Pflicht dafür zu sorgen, dass alles in der Umgebung seine Ordnung hatte. Und so stand er auf, obwohl er es doch für Blödsinn hielt, zog knötrig seine Sachen über, vergaß fast seinen Revolvergürtel umzuschnallen und machte die Tür auf. Sofort kam ihm der unangenehme, ekelhafte Wind entgegen. Nach einem schönen begonnen Schlaf im Bett war der Wind draußen die reinste kalte Dusche.
Mürrisch ging er nach draußen, zog die Tür hinter sich zu und ging die Straße ein Stück hoch. Missmutig blieb er stehen. Wie sollte er den feststellen ob jemand geschossen hatte, wenn er nicht wusste, woher die vermeidlichen Schüsse gekommen waren? Er sah sich um. Alles schien so wie immer. Nur dass dieser Wind eine Menge Sand aufwirbelte und die Straße zu einem unangenehmen Aufenthaltsort machte.
„Idiot“, murmelte er. „Wer soll denn um diese Zeit draußen sein? Noch dazu bei so einem Wetter?“
Da kam ihm ein Gedanke. Wenn er die Schüsse gehört hatte, dann mussten sie aus der Richtung gekommen sein, wo der Wind her wehte. Sonst hätte er sie wohl kaum deutlich hören können. Er schlang die Arme um seinen Körper, da ihm langsam kalt wurde und marschierte in die Richtung des Windes, wobei er durch eine Seitenstraße musste, die ihn an den Rand der Stadt führte. Er biss die Zähne zusammen, als ihn eine erneute starke Windböe ins Gesicht wehte und bedauerte es aus dem Bett gestiegen zu sein.
Mit blinzelnden Augen versuchte er in der Dunkelheit etwas zu erkennen. Aber alles was er erkennen konnte war aufgewirbelter Sand auf dem Boden und eine Nacht ohne Licht. Der Mond war der Einzige, der wenigstens etwas Licht spendete, aber auch nur so wenig, dass Rango unmöglich in der Ferne etwas hätte erkennen können. Er knurrte leise.
„Wieso immer ich?“
Weil du der Sheriff bist.
Mürrisch ging Rango geradeaus weiter. Vorsichtshalber nahm er seinen Revolver zur Hand und entfernte sich Meter für Meter von der Stadt. Ob er vielleicht nicht doch eine Laterne hätte mitnehmen sollen? Verflixt, das hatte er total vergessen.
Er erschrak, als urplötzlich ein riesiger Schatten vor ihm auftauchte. Mit klopfendem Herzen atmete er erleichtert auf, als er erkannte, dass es nur ein großer Kaktus war.
Missbilligend schüttelte er den Kopf.
„Du bist doch sonst nicht so schreckhaft“, tadelte er sich selbst.
Er sah sich um. Hinter dem Kaktus tauchten weitere Kakteen auf. Aber keine Person oder sonst ein Lebewesen.
„Tzs, lächerlich“, murmelte er. „Total lächerlich. Ich glaub, deine Fantasie geht mit dir durch.“
Trotzdem umrundete er die Kakteen und suchte erneut die Umgebung ab.
„Wieso bin ich nicht sofort eingesch… AH!“
Erschrocken wich er zurück, als sein Fuß etwas Merkwürdiges berührt hatte, von dem er sofort gespürt hatte, dass es kein Stein war.
Der plötzliche Adrenalinstoß hatte ihn jetzt hellwach gemacht und starrte mit weit aufgerissenen Augen und zittrigen Händen vor sich. Die Waffe in Schussbereitschaft.
„Wer ist da?“, fragte er mit fester Stimme.
Doch das Wesen was da vor ihm neben einem der Kakteen auf dem Boden lag, bewegte sich nicht.
Eine Leiche, eine Leiche, schoss es ihm durch den Kopf. Du hast eine Leiche gefunden!
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast