Wenn Licht auf Finsternis trifft

von KimBlue
GeschichteSchmerz/Trost, Übernatürlich / P18
Direktor Kakuzawa Nana (Nr.7) Nyu/Lucy OC (Own Character) Professor Kurama
18.12.2018
21.12.2018
3
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1. Neuanfang:

Ihr Kittel wurde heftig nach oben geweht, als der Helikopter landete. Es war vier Uhr morgens und Keiko war todmüde.
Sie konnte bereits ein Gähnen nicht unterdrücken.

Nein, ich darf nicht ständig Gähnen! Wie sieht das denn aus? Es würde den Eindruck erwecken, als sei ich gelangweilt!
Kopfschüttelnd kämpfte die junge Frau sich aus dem Helikopter. Diese Uhrzeit war sie nicht gewöhnt, denn es war ihr erster richtiger Arbeitstag. Klar, hatte sie in der Vergangenheit frühe Aufstehzeiten ertragen müssen, doch heute war es ein wenig speziell.
Vor wenigen Wochen, schrieb sie Direktor Kakuzawa eine Mail bezüglich ihrer Interesse an der Forschung des unbekannten Viruses und gestern kam kurzfristig eine Antwort, dass sie heute in dem Forschungszentrum erscheinen sollte.

Aber ernsthaft zu der Uhrzeit? fragte sich Keiko gähnend. Ich hätte gerne zwei Stunden mehr Schlaf gehabt...
Ihre Gedanken wurden von einer tiefen, und rauen Frauenstimme unterbrochen: "Sie müssten Frau Yutaka sein!" begann sie.
"Wir haben Sie schon erwartet, folgen Sie mir!" setzte die Dame kühl fort und führte die frisch gebackene Wissenschaftlerin ins Innere der Anlage.
Die Dame, die sie herumführte trug einen schwarzen Anzug, dazu passend eine dunkel getönte Sonnenbrille mit einem Knopf im Ohr, sowie man es aus den Action Filmen kannte. Die Haare der "Agentin" waren blond, mittellang und streng nach hinten gekämmt, was den Eindruck einer weiblichen Version von James Bond nur noch mehr verstärkte.
Keiko musste ein wenig schmunzeln, verkniff sich dennoch ein Lachen um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Sie wurde durch breite, sterile und weiße Gänge geführt. Zwar war die junge Frau an die sogenannte "Laboratmosphäre" gewöhnt, aber in dieser Einrichtung war die Stimmung etwas düsterer.
Es verstrichen mehrere Minuten, indem sie von einer Etage zur Anderen und von einem sterilen Gang zum Nächsten geführt wurde.
Dann endlich blieben sie vor der letzten Etage stehen und die "Agentin" gab einen speziellen Code ein und sie durften die Etage betreten. Sie gingen zu einer größeren Tür und die Dame klopfte dreimal an die Tür.
Keiko knabberte hastig an den Fingernägeln.
Ist das Kakuzawas Büro? Was er wohl für Fragen stellen würde? Oder muss ich mich erstmal beweisen, damit ich hier anfangen kann?
"Herein!" kam es quäkend aus einem kleinen Lautsprecher neben der Tür.
Die "Agentin" signalisierte Keiko, dass sie eintreten darf.

Das Büro von Kakuzawa war ziemlich groß für seine Möbel, die er stehen hat.
Der Blick fiel auf dem großen Lederstuhl, der sozusagen der auffälligste Punkt im Raum war, danach bemerkte sie erst den Direktor im Stuhl sitzend mit gerunzelter Stirn.
"Sie sind also Keiko Yutaka!" begann er.
"Ja, die bin ich!" antwortete sie freundlich und trat näher. "Danke, dass Sie mich hier empfangen. Ich bin sofort bereit loszulegen wenn es Ihnen recht ist!"
Doch Kakuzawa winkte ab: "Ich hab Sie hier eingeladen weil ich von meinem Sohn Yu Kakuzawa nachträglich ein Empfehlungsschreiben erhalten habe. Ich möchte dem auf dem Grund gehen und biete Ihnen zumindestens eine Probezeit von vier Monaten an!"
Keiko lies sich von Kakuzawas beunruhigende Weise nicht einschüchtern: "Wie Sie wünschen, womit soll ich beginnen!"
Der alte Mann grinste etwas herablassend: "Sie sind noch so jung und unerfahren und dies hier ist keine gewöhnliche Einrichtung. Wir erforschen hier ein sehr sehr dunkles Mysterium!"
"Ich bin bereit für jede Herausforderung, die kommt!" antwortete Keiko entschlossen und steckte sich eine braune Strähne, die sich von ihrem Pferdeschwanz gelöst hatte, hinter ihren Ohren.
"Na, wenn Sie darauf bestehen!" Kakuzawa wendete sich zur Agentin: "Holen Sie Shirakawa herein, sie soll sich um die Dinge kümmern!" Dabei blickte er Keiko kalt an.
Die "Agentin" nickte knapp und verschwand aus Kakuzawas Büro.
"Wissen Sie!" begann der alte Mann. "Alle Informationen über die Einrichtung, deren Existenz und deren Forschungsmethoden bleiben geheim. Zum Schutz der Subjekte und Mitarbeiter. Sollten Sie dies nicht beachten, verstößen Sie gegen das Datenschutzgesetz und es werden Sie hohe Strafen erwarten. Haben Sie  verstanden?"
"Ich habe verstanden!" antwortete Keiko nur.
Die Tür öffnete sich kurz darauf und eine Frau so ungefähr anfang dreißig mit einem Kostümchen trat herein. Ihre Absätze klackten bei jedem Schritt und ihr schwarzer Pferdeschwanz schwang dabei leicht hin und her.
"Frau Yutaka!" begann sie mit strengen Ton. "Ich bin Shirakawa, die Sekretärin und Assistentin von Kakuzawa!"
Beide Frauen reichten sich die Hand.
"Folgen Sie mir, bitte!" setzte sie fort und führte Keiko aus dem Büro.
"Ich werde Sie erstmal durchs Haus führen und Ihnen ausführlich erklären, was wir forschen und warum uns die Geheimhaltung hier so wichtig ist!" sprach Shirakawa.
"In Ordnung!" bestätigte die Neue.
"In dieser Einrichtung werden Diclonii erforscht, Diclonii ist eine gefährliche Mutation die aufgrund von einem unbekannten Virus zustande gekommen ist. Es gibt zwei wesentliche Merkmale die typisch für einen Diclonius sind, 1. Die hornartigen Auswüchse am Schädel und 2. Bestitzt jeder von ihnen Vektoren die wie Hände ähneln und somit mit starken Schwingungen sämtliches Material durchtrennen können. Am liebsten organisches/menschliches Material. Was heißt, dass sie hochgradig fremdgefährdet sind!"
"Verstehe!" sagte Keiko während sie nervös an ihren Fingernägeln kaute.
Shirakawa pausierte kurz, dann stiegen die Beiden in einen Aufzug.
"Ich würde Sie jetzt erstmal auf die Neugeborenen Station führen,  ich bin der Meinung man sollte chronologisch vorgehen und erstmal mit den "wenigeren" härteren Fällen beginnen!" setzte Shirakawa fort und kniff kurz die Augen zusammen.

Was soll das heißen, die "wenig" härteren Fälle. Ich war nie der Fan vom Schubladendenken,  jeder Mensch...sry, Lebewesen hat individuelle Eigenschaften und einen individuellen Charakter. Warum sollen dann alle Di...col...keine Ahnung...Warum sollen dann alle diese Wesen gewalttätig sein? Nur weil sie die Dinger auf dem Kopf haben?
"Ich hab die ganze Zeit überlegt, aber in meinem Studium und Lehrgängen hab ich nie was von so einer Krankheit oder einen Gendefekt gehört, der die Leute diese komischen Arme und Hörner verleiht, irgendwie...!"
Shirkawa unterbrach sie: "Das, was Sie in der ganzen Zeit gelernt haben können Sie hier kaum anwenden oder übertragen. Soetwas lernt man in den ganzen Schulungen nicht, dies hier ist eine spezielle Einrichtung die von der Außenwelt abgeschottet ist und wo kein Zivilist Zutritt hat!"
"Aber sollten wir die Bevölkerung nicht über das Virus aufklären, ich meine...Es werden viele Kinder mit den Merkmalen geboren und die dann einfach hier her zu schmuggeln, dass...!"
"Wir sind da!" unterbrach Shirkawa sie erneut.

Zischend öffnete sich die Aufzugstür und die Frauen betraten die Neugeborenen Station.
Auf den ersten Blick wirkte es wie in einem ganz normalen Krankenhaus, Die Räume waren hell beleuchtet und die Wände waren kindgerecht tapeziert.
Eigentlich ungewöhnlich für so ne kalte und sterile Forschungseinrichtung.
Keiko grinste fröhlich und warf ein Blick in eines der Betten, wo ein Neugeborenes gerade friedlich schlief.
Die Hörner waren tatsächlich das auffälligste Merkmal. Keiko konnte nicht aufhören es anzustarren.

Irgendwie wirkte das alles wie aus  Science Fiction Filmen, die ihr Freund immer gerne im Fernsehen sah. Es wirkte so faszinierend aber gleichzeitig auch irgendwie unheimlich.
"Frau Yutaka!" sprach eine weibliche sanfte Stimme. "Ich bin Frau Reeve, Forscherin auf der Neugeborenen Station. Sie fangen hier neu an, sagte mir Shirkawa!"
"Ja, das ist richtig!" antwortete Keiko lächelnd und spitzelte leicht velegen umher.

Die Forscherin bemerkte ihr leichtes Unbehagen: "Ich verstehe, wenn man ganz neu hierherkommt und man die Kinder hier zum ersten Mal sieht, wie unschuldig sie in ihrem Bettchen schlafen. Dann kann man es sich wohl kaum vorstellen, dass sie später diese Gewalttaten begehen werden!"
"Die Krankenhäuser in der gesamten Umgebung haben eine Meldepflicht. Sobald ein Neugeborenes diese Auffälligkeiten zeigt, kommt ein Team von uns vorbei und wird die Neugeborenen persönlich abholen und hierherbringen!"
Keiko fasste sich an den Kopf: "Aber was ich nicht verstehe, warum wird davon ausgegangen, dass diese Kinder die geborenen Gewaltverbrecher sind...Könnte man soetwas nicht mit einer speziellen Erziehung wieder ausmerzen. Wieso diese Hilflosigkeit?"
"Wir haben es bereits mit Erziehungsmaßnahmen und vielen mehr getestet und sind zu keinen klaren Fortschritten gekommen. Jedes Einzelne von den Kindern trägt den Tötungsinstinkt in sich, dennoch gibt es immer wieder potentielle Kandidaten bei denen wir solche Tests durchaus durchführen" antwortete Shirakawa.

Die Führung ging als nächstes in die Abteilung der 1-3 Jährigen. Dort wurde die Entwicklung der Kinder beobachtet: Die geistige, körperliche, sprachliche und die emotionale Entwicklung.
Als Keiko die Abteilung betrat, wirkten auch die Räume für sie wie ausgewechselt. Die Architektur glich einer Mischung aus Kinderklinik, Kindertagesstätte, Ergotherapie und Logopädie.

"Warum?" fragte Keiko ihre Begleiterin. " Warum ist es hier so anders eingerichtet wieso ist es so...!"
Shirakawa blickte zu Boden: "Ich verstehe was Sie meinen...Dies hier ist die letzte Station, die kindgerecht behandeln sobald ein Diclonius zum ersten Mal seine Vektoren zeigt, wird er auf eine andere Abteilung verlegt und dort läuft die Behandlung etwas... anders ab!"
"Ah!" rief eine helle Frauenstimme. "Ich habe euch erwartet!"
"Ich bin Frau Koya, Kinderärztin und Forscherin auf dieser Abteilung!" stellte sich die Dame freundlich vor.
Keiko nickte nur und blickte geschockte umher.
"Alles in Ordnung mit Ihnen, Sie sind so blass im Gesicht?" fragte die Forscherin, dann wandte sie sich an Shirakawa. "War sie etwa schon in den Testlaboren?"
"Nein, wir waren vorhin auf der Neugeborenen Station. Niemals würde ich bei der Hausführung mit den Testlaboren oder bei dem Hochsicherheitstrakt beginnen!"
"Na das will ich auch hoffen, nicht dass du noch unsere neue Mitarbeiterin vergraulst!" entgegnete die Kinderärztin streng.
"Wir testen heute die Reflexe der Vektorenentwicklung!" erklärte die Forscherin kurz und verschwand kurz in einem Art "Schwesternzimmer".
"Heute beginnen wir mit..!" sagte sie während sie in den Akten herumblätterte. "Mit...Nummer 4!"

Schweigend folgte Keiko der Kinderärztin zu einer Zimmertür, die mit bunten Buchstaben den Namen: Alessia behängt war. Frau Koya klopfte kurz an der Tür und öffnete sie anschließend.
"Alessia,kommst du mal kurz?" rief die Forscherin mit freundlicher und heller Stimme.
"Jaaa!" kam es freundlich zurück und das Kind rannte mit ihren kleinen Beinchen zu Frau Koya. Das Mädchen trug nur einen Krankenhauskittel und war barfuß. "Ich will spielen, lass uns  spielen gehen!"
"Ich kann leider nicht mit dir spielen, Kleines!" antwortete die Ärztin mit trauriger Miene und wuschelte spielerisch durch  ihren violetten Haare . "Ich muss dich doch heute untersuchen!"
"Oke!" antwortete das Mädchen nur und folgte der Forscherin in einen Untersuchungsraum.

Frau Koya drehte sich zu Keiko um: "Wir werden prüfen, ob die sogenannten Vektorenreflexe vorhanden sind, der wird ausgelöst wenn der Rücken stark gebogen wird oder man kräftig raufklopft!"
"stark gebogen?" fragte das Mädchen verängstigt. "Bitte nicht, ich will kein Aua!"
Sie rannte zu der Neuen und blickte sie mit glasigen, violetten Augen an: "Bitte, ich will mir nicht wehtun. Ich will spielen, wollen wir ein Bild malen?"
"Alessia!" begann die Ärztin auf sie einzureden. "Das wird nur kurz sein und dann kannst du spielen gehen!"
"Ich will nicht, bitte!" weinte das Mädchen und wich von ihr zurück.

"Halten Sie sie bitte fest, ich werde schonmal das Blatt Papier holen!" befahl die Forscherin Keiko. Das Blatt Papier sollte dazu dienen um die zerstörerische Kraft der Vektoren zu veranschaulichen.
"Was haben Sie vor?" fragte Keiko empört während sie Alessia fest umklammerte.
"Das Blatt Papier wird testen ob die Reflexe vorhanden sind und in welchem Ausmaß sie zerstörerisch sein können!" antwortete Frau Koya schlicht.
Das was danach passierte vergass Keiko nicht mehr so schnell, Frau Koya führte die zwei Tests gnadenlos durch und nach jeden der Tests bekam das Blatt Papier von Geisterhand immer mehr Risse, bis letztendlich nurnoch Fetzen übrig waren. Alessia wurde danach betäubt und von anderen Forschern und Sicherheitsbeamten mitgenommen.
"Das ist das letzte Mal, dass Alessia wenigstens mal etwas Kind sein durfte!" sagte Frau Koya mit Tränen in den Augen. "Und sie hat mich schon Mama genannt, dass es so schnell geht mit den Vektoren, hätte ich wirklich nie gedacht...Ich meine sie ist letzte Woche erst drei geworden...Die nächste Station wären dann die Testlabore...!"

Keiko wurde kreidebleich im Gesicht...

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Mann, ich wollte das erste Kapitel eigentlich nicht so heftig gestalten vorallem die Sache mit Alessia. Aber ich hab einfach meinen Gedanken freien Lauf gelassen. XD
Ich hoffe es hat euch trotzdem gefallen und hinterlasst eine Review für mich XD
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