Die Wunschtanne

KurzgeschichteFreundschaft / P6
18.12.2018
18.12.2018
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Dieses Märchen ist ein Beitrag zum Adventskalender 2018 der Schreibnacht. Ich wünsche euch viel Vergnügen beim Lesen von Türchen nr. 18.

Die Wunschtanne

Es stand einst eine kleine Tanne auf einer Lichtung, inmitten eines dichten Tannenwaldes. Bei dieser Tanne handelte es sich nicht um eine gewöhnliche Tanne, sondern um eine ganz besondere. Um genauer zu sein handelte es sich um eine Wunschtanne. Unter Menschen erzählte man sich, dass die Tanne Wünsche erfüllen würde, wenn man sie reinen Herzens umarmt und ihr leise seinen Wunsch zuflüstert.
Jeden Tag kamen zahlreiche Menschen von überall her, um die Tanne zu umarmen und sich ihren Herzenswunsch erfüllen zu lassen. Jeder Wunsch, der von Herzen kam und aufrichtig war, wurde von ihr erfüllt. Sich selbst konnte die Tanne allerdings keinen Wunsch erfüllen. Dies machte sie sehr traurig, weil sie doch einen sehnlichsten Wunsch hatte.
Jede Nacht träumte die kleine Wunschtanne davon in allen Farben zu leuchten und mit den schönsten Christbaumkugeln geschmückt zu sein. Sie träumte von Menschen, welche um sie herumtanzten und die fröhlichsten Weihnachtslieder sangen. Jeden Tag hoffte sie, dass einer ihrer vielen Besucher sie mitnehmen und ihr ihren Traum erfüllen würde.
Ihre Hoffnung so zu werden, wie ihre Familie, starb allerdings jeden Tag aufs Neue. Ihre Brüder und Schwestern wurden Einer nach dem anderen aus dem Wald getragen und, wie es die Vögel der Tanne berichteten, zu wunderschönen Weihnachtstannen geschmückt. Keiner jedoch wollte die Wunschtanne mitnehmen.
Eines Nachts war die kleine Tanne so traurig, dass sie leise zu Weinen begann. Sie wollte die Tiere des Waldes nicht wecken, doch diese bekamen dies sehr wohl mit. Die Tiere hatten Mitleid mit der kleinen Tanne. Wie gut sie doch stehts zu allen war und jedem seine Wünsche erfüllte. Und weil sie ihnen so leid tat, beschlossen die Tiere der kleinen Tanne zu helfen. Sie wollten ihr ihren Wunsch erfüllen. Wie sie das anstellten fragt ihr euch?
Sie warteten bis die kleine Tanne vor Erschöpfung einschlief und flogen oder liefen alle zusammen in das kleine Dorf außerhalb des Waldes. Dorthin, wo die ganzen Menschen lebten, welche Tagsüber die Wunschtanne mit ihren Wünschen fütterten. Die Tiere schlichen in die Häuser und Gärten und nahmen sich jeder so viele Weihnachtskugeln mit, wie sie tragen konnten. Voll gepackt trugen sie alles in den Wald und verbrachten die halbe Nacht damit die Wunschtanne festlich zu schmücken. Dabei waren sie äußerst vorsichtig. Sie wollten sie ja schließlich nicht aufwecken.
Die kleine Tanne bekam von der nächtlichen Aktion ihrer Freunde nichts mit. Am nächsten Morgen war sie so überwältigt, dass sie vor lauter Freude nicht wusste, was sie sagen sollte. Ein Wunder war geschehen. Endlich wurde ihr sehnlichster Wunsch erfüllt. Die Menschen waren ebenfalls begeistert von der hübsch leuchtenden und dekorierten Wunschtanne. Sie beschlossen ab diesem Tag jedes Jahr zu Weihnachten ein Fest zu Ehren der Wunschtanne zu geben. Die Menschen tanzten dabei um die kleine Tanne herum und sangen die fröhlichsten Weihnachtslieder. Nie zuvor war die Wunschtanne so glücklich wie an diesem Tag.  Was sie allerdings nicht wusste, und auch niemals herausfinden sollte, war die Tatsache, dass sie diesem Wunder ihren Freunden zu verdanken hatte.  Und wenn sie nicht gefällt wurde steht sie heute immer noch wunderschön geschmückt inmitten der kleinen Lichtung im Wald.