Something about Christmas Time

GeschichteRomanze / P18
18.12.2018
12.01.2019
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18.12.2018 609
 
Dirk Matthies nippte an seinem Bier und unterdrückte einen Rülpser. Es war nicht das erste diesen Abend und würde sicher auch nicht das letzte sein. Er schaute aus dem Fenster und beobachtete ein großes Schiff das gerade über das Wasser schipperte. Es regnete leicht und wenn das so weiterging, würde es spätestens um Mitternacht spiegelglatt in Hamburg sein. Nichts mit weißer Weihnacht.

Auch auf den großen Pötten war heute Weihnachten. Er dachte an die Männer, die gerade von ihren Familien getrennt waren und seufzte. Weihnachten war einfach eine rührselige Zeit.

Zum Glück war übermorgen wieder Normalität angesagt. Am 2.Feiertag hatte er wieder Dienst und durfte auf dem Kiez nach dem Rechten sehen. Dann war er abgelenkt von dieser ganzen Gefühlsduselei.

Sein Blick richtete sich gen Himmel und er dachte an Ellen. Er vermisste sie noch immer. Nach all den Jahren. Mit Ellen wäre Weihnachten heute vielleicht anders, vielleicht hätten sie sogar Kinder. Er überlegte einen Moment. Vielleicht wären sie aber heute auch schon nicht mehr zusammen. Er zuckte mit den Schultern. Wer wusste das schon. Nach Ellen war allerdings auch keine andere Frau mehr gekommen. Über die Jahre hatte er immer mal wieder Lose Beziehungen geführt, aber keine war geblieben. Und keine hatte in ihm das Gefühl geweckt, den Rest seines Lebens mit ihr verbringen zu wollen.

Er seufzte und schaute nach oben, folgte der Flasche mit Blicken.

“Prost Ellen, frohe Weihnachten “, sagte er feierlich und trank einen weiteren Schluck bevor er sich vom Fenster abwandte und zur Sitzecke ging.

“Scheiß Weihnachten”, murmelte er und ließ sich auf die Couch fallen.

Er stellte das Bier auf den Tisch und nahm die Fernbedienung in die Hand und zappte sich durch das Weihnachtsprogramm.

Er schaute auf die Wanduhr und stellte fest, dass es gerade neun war. Echt noch keine Obligation, ins Bett zu gehen. Normalerweise schaute er ja an Heiligabend immer noch mal bei Big Harry in der Kneipe vorbei, aber der feierte heute bei seiner Schwester in Neu-Münster.  Mit Big Harry war auch nichts mehr los.

Dirk zappte sich durch die Kanäle, fand aber nichts, auf dass er sich richtig einlassen konnte. Natürlich besaß er keine Fernsehzeitung und so musste er sich durch die bunte Fernsehlandschaft kämpfen: die xte Wiederholung der Großstadtrevier - Weihnachtsfolge auf dem Dritten, Büttenwarder-Generve im WDR und auf den öffentlich rechtlichen irgendwelche kitschigen Filme. Er schüttelte den Kopf  und kämpfte sich weiter durch die Kanäle, in der Hoffnung ,noch etwas Brauchbares zu finden, mit dem er sich die Zeit vertreiben konnte.

Plötzlich hielt er inne, denn auf  3Sat startete gerade  eine Konzertaufzeichnung der Stones. Er grinste. Das war doch schon mehr nach seinem Geschmack, auch wenn Mick Jagger inzwischen richtig alt geworden war. Cool war es immer noch. Er stellte etwas lauter und lehnte sich zurück.

Als Dirk gerade leise zu “You can´t always get what you want” mitsummte, klingelte es plötzlich an der Tür. Er setzte sich auf, runzelte die Stirn und fragte sich, wer ihn um diese Zeit am Heiligabend störte.  

Hoffentlich nicht Lothar, der hatte manchmal auch so Ideen! Dirk rollte mit den Augen.
Er ging durch den Raum zur Wohnungstür und betätigte den Türöffner. Neugierig schaute er ins Treppenhaus und lauschte den Schritten. Wie Lothar klang das aber nicht.

[Ja, ich weiß...wieder eine Weihnachtsgeschichte, wo ich doch dringend mal an den anderen weiter arbeiten sollte. Aber zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, es ist Weihnachten und ich bin in Weihnachtsstimmung  und außerdem kann man ja gar nicht genügend Regina und Dirk Stories haben ...sagt Ihr ja auch :) Ich schätze bis Weihnachten kommen noch ein paar kleine Kapitel dazu. Viel Spaß beim Lesen ]
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