Lebe Deinen Traum

von Dhampir
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Brian Dominic Letty Mia
17.12.2018
19.12.2019
24
52.254
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17.12.2018 2.176
 
Ich würde mich über euer Feedback oder konstruktive Kritik freuen. Bitte verzeiht meine kleinen Fehler im Satzbau oder in der Rechtschreibung.
Also viel Spaß beim lesen.

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Der Motor schreit nach dem flüssigen Gold, damit die immense Kraft zum Leben erweckt werden kann. Der heiße Asphalt glüht in der Sonne. Die Rennstrecke wartet auf ihre härtesten und schnellsten Gegner des Tages. Mein Wagen dröhnt unter mir, dabei wartet er, dass er seine Macht zur Schau stellen darf. Der Countdown beginnt...Rot…Gelb…Grün…die Ampel gibt den Weg frei. Mein Wagen bäumt sich auf, das Rennen beginnt. Erster…Zweiter…Dritter Gang…hart und schnell schalte ich durch die Gänge…die Drehzahl erreicht fast ihr Maximum. Der sechste und letzte Gang nimmt seinen Platz ein, lässt dem Motor seinen Freiraum. Drei Runden noch zu fahren, ich liege an der Spitze…zwei Runden, meine Gegner sind ein Schatten ihrer selbst. Die letzte Runde…das Ziel ist in greifbarer Nähe, da erblicken meine Augen die schwarz/weiß karierte Flagge. Dann wird es schwarz um mich herum und ich erwache aus dem gleichen Traum, der mich seit zwei Jahren immer wieder heimsucht. Das Ende meines Traumes ist immer das Gleiche, die Ziellinie ist zum Greifen nah. Nur werde ich nie dieses Ziel erreichen, denn meine Seele schreit nach der Wirklichkeit. Schweißgebadet wache ich auf und liege mit geschlossenen Augen im Bett. Das Adrenalin strömt durch jede einzelne Faser meines Körpers und lässt mein Puls im roten Bereich seiner Drehzahl rasen.

Der Traum handelt von einem Rennen, dass ich vor zwei Jahren gefahren bin. Die letzte Runde wurde gerade angezeigt, als eine bittere Nachricht an mein Ohr drang. Es war nur ein Flüstern, jedoch mein Dad wollte mir die traurige Nachricht nach dem Rennen sagen. Das Rennteam vergaß den Funk abzustellen, jedes Wort, jede Reaktion bekam ich unverblümt mit. Ich hörte wie man meinem Dad die traurige Nachricht mitgeteilte, dass meine Mum die Augen für immer geschlossen hatte. Als ich dies hörte, erstarrte mein ganzer Körper und mein Fuß zwang mich zu bremsen. Egal wo ich stand, egal ob dies mein Traum war, alles war mir in diesem Moment egal. Meine Mum war gestorben, da hatte ich nur noch ein Ziel vor Augen, sie ein letztes Mal in die Arme schließen zu können. Irgendwie hatte ich gehofft, dass meine Mum das Krankenhaus wieder verlassen dürfte. Leider wurde mir dieser Wunsch nicht erfüllt und einen Monat nachdem 10. Hochzeitstag meiner Eltern schlief sie ein. Ich wollte so viel erleben, doch das Leben sah andere Pläne für mich vor. Seitdem veränderte sich das Leben von mir und Paps. Anstatt wir zu einem Ganzen verschmolzen, drifteten wir voneinander weg. Paps igelte sich komplett ein und ich wurde extrem launisch.

Früher waren Paps und ich auf den Rennstrecken, sowie auch privat, ein unschlagbares Team. Doch das Team war Geschichte, dadurch begann meine Schreckensherrschaft als Fahrerin. Das aggressive Verhalten meinerseits endete mit dem Entzug meiner Renn-Lizenz. Es war zwar nur eine Junior-Klasse, wo ich gestartet bin, dennoch gab es Regeln die Alexandra Blair nicht einhalten wollte. Wie die Arsc…sorry Herren sich von der Rennleitung sich auszudrücken pflegten. „Wenn man keine Disziplin an den Tag legt, ist man hier fehl am Platz“ Meinem Dad gaben Sie zwei Monate Zeit um zu trauern und die Geschehnisse zu verarbeiten, doch zog es ihm die ganze Situation buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Für Paps war es einfach unmöglich dort weiter zu machen, wo er aufgehört hatte. Sein ehemaliger Job war einfach der Wahnsinn, denn er war der zweite Chef-Mechaniker in einem angesehenen Fahrerlager. In seiner Arbeit war er ein absoluter Profi und seit frühster Kindheit durfte ich ihn begleiten.

Dem ganzen Zirkus nicht genug entschied sich Paps, dass wir beide in eine andere Stadt ziehen sollten. Ich hätte ihm am liebsten gefragt ob er noch ganz bei Trost war, aber vielleicht würde ein Neuanfang für unsere kleine Familie gut sein. Es gab für uns beide was Neues, ich ging in eine andere Schule und mein Dad hatte endlich einen Job. Ob der Job ihm Spaß machen würde, dass konnten wir beide bis jetzt noch nicht sagen.

Schlussendlich konnten weder mein Dad noch ich in die Zukunft sehen. Der Vorteil seiner neuen Arbeit war, dass dieser nur 10 Gehminuten von unserem neuen Zuhause entfernt lag. Das Häuschen hatte eine stilvolle Veranda, zu dieser passte sich ein kleiner Vorgarten dem harmonischen Bild an. Also beschloss ich mich mit dem Ganzen hier anzufreunden. Der Job meines Paps war wider erwartend in einem Fachhandel für Tuning- und Ersatzteile für Autos aller Art. Mein Dad hatte nun eine neue Aufgabe und ich konnte endlich was anderes anstreben. Mein Hauptaugenmerk legte ich auf eine bestimmte Sache. Ich wollte mir einen kleinen Job suchen, um meinem Hobby nachgehen zu können. Wie eine anständige Tochter bat ich um Erlaubnis, jedoch knüpfte er an sein Einverständnis eine Bedingung.

„Du kannst dir gerne einen Nebenjob suchen, nur das Du nie wieder ein Auto anfassen tust. Haben wir uns da verstanden?“

Warum musste es gerade diese Bedingung sein, hätte er nicht lieber sagen können; Lass nur nicht die Schule darunter leiden; Doch genau das Gegenteil war der Fall. >na super< schoss es mir durch den Kopf. Jedoch brauchte er sich um den Notendurchschnitt seiner Tochter keine Sorgen zu machen, da ich überall auf 1,2 stand. Das waren gute Voraussetzungen für mein Studium, denn ich wollte mich auf Fahrzeugtechnik spezialisieren, um dann später mein Hobby zum Beruf machen zu können. Irgendwie hatte ich meine ganze Zukunft durchgeplant, dabei sollte mein späterer Beruf was mit den planen und testen von Rennwagen zu tun haben. Ob dieser Plan realisierbar war, dass konnte ich zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Doch wusste ich warum Paps mir diese Bedingung stellte, denn er hatte nach dem Tod von Mum sich gegen seine Karriere als Mechaniker entschieden. Es war seine Entscheidung aber insgeheim wussten wir beide, dass es uns beidem im Blut lag. Diese Entscheidung und der Tod meiner Mum waren auf mysteriöse Weise miteinander verknüpft. An diesem Tag nahm das Schicksal seinen Lauf, dieses hatte auf groteske Art und Weise andere Pläne mit uns beiden vor. Meine Eltern wollten sich zu einen wundervollen Candle light Dinner treffen, doch Mum wurde auf dem Weg zu ihrer Verabredung von einem betrunkenen Autofahrer angefahren. Es sollte der schönste Tag in ihrem Leben werden, leider traf genau das Gegenteil ein.

Die Sommerferien waren fast vorbei, deshalb entschied ich die letzten zwei Wochen sinnvoll zu nutzen. Zu meinem Glück musste mein Dad seit gestern wieder arbeiten, daher gehörte ab heute der ganze Tag mir. In der vergangenen Woche half ich Paps den Inhalt der vielen Kartons, die wir bei unserem Umzug angesammelt hatten, an den für sie vorbestimmten Ort zu stellen. Irgendwie fehlte uns für dieses Unterfangen der nötigte Ehrgeiz, doch dann kam uns eine geniale Idee. Es war eher ein Kompromiss, um das Auspacken ein bisschen interessanter zu gestalten. Jeder von uns wählte sich die Kartons aus, welche man dann von seinem Inhalt befreien musste. Im Enddefekt war es so, als ob man sich Spieler für seine Mannschaft auswählen würde. Durch diese rettende Idee war das Auspacken ein Kinderspiel und die Woche verging wie im Flug. Das war der erste Teil unseres Plans, der im Gegensatz zu dem zweiten Teil eher der einfachere Part war. Der zweite Teil sollte unser Leben neu gestalten.  

In unserem Leben sollte wieder eine Art Struktur hineinkommen, also beschlossen wir unseren Tag konsequent durchzuplanen. Es wurde ein simpler Zeitplan, der so einfach wie möglich gehalten wurde, um die Umsetzung für zwei Chaoten, wie wir es sind, zu gewährleisten. Es fing mit einem gemeinsamen Frühstück an, dann teilten die Hausarbeit untereinander auf und das Finale war ein gemeinsamer Abend, den wir gemütlich ausklingen lassen wollten. Die Arbeit meines Vaters ging in der Regel von um 09:00-18:00 Uhr, dagegen endeten meine schulischen Aktivitäten um zwei Uhr nachmittags. Ab da an verfügte ich über vier Stunden Zeit, die mir den nötigen Freiraum für meine Belange geben sollte. Nun ja, so war jedenfalls mein Plan. Doch sollte mein Plan ins Wanken geraten, als ich meine neue Heimat erforschen wollte.

Doch wer bin ich, der von sich behauptet schon einmal in einem Rennwagen gesessen geschweige denn gefahren zu sein. Oder, dass ein Mädchen wie ich sich mit Autos auskennt. Das ist ganz einfach. Mein Name ist Alexandra Blair, doch jeder nennt mich Alex und bin 18 Jahre. Ich habe lange dunkle Haare, braune Augen und meine Brüste sind weder zu klein noch zu groß. Durch mein jahrelanges Training ist mein Körper durchtrainiert und meine langen Beine passen sich optimal diesem an.

Ich trat hinaus auf unsere gelb gestrichene Veranda, dabei blickten meine Augen zum azurblauen Himmel empor. Die Sonne erreichte fast ihren Zenit, als ich meinen Weg in ein neues Abenteuer antrat. Für mein neues Abenteuer hatte ich mich eher locker gekleidet. Leichte dunkle Cargo Hosen, beige Boots und ein schwarzes enges Tanktop. Meine dunklen langen Haare flocht ich zu einem lockeren Zopf zusammen. Das Outfit wurde durch ein schlichtes schwarzes Basecap komplett.

Der Weg führte mich an einige etwas in die Jahre gekommenen Häusern vorbei, doch hatte jedes seinen eigenen Charme. Unser Nachbarhaus war eher ein schlichtes zweistöckiges Haus, doch abends ging da der Punk ab. Die Nacht wurde buchstäblich zum Tage gemacht und dies störte mich gewaltig. Doch wollte ich nicht gleich am ersten Tag mit der Tür ins Haus fallen, dennoch wurde meine Geduld extrem strapaziert. Ja das war so eine Sache mit der Geduld, ich sag nur eins. „Man sollte mich nicht zu sehr ärgern“ Und die neuen Nachbarn, na ja sie waren speziell. Der Geduldsfaden meiner Seele war eher zart und leicht reizbar, diese Reizbarkeit fing vor genau 2 Jahren an. Das Karate, was ich mit 3 Jahren angefangen hatte, trug zu meiner Geduld nicht wirklich bei. Nur konnte ich meine Ausraster nicht immer auf den plötzlichen Tod meiner Mutter schieben wollen, also beschloss meine Seele hier Frieden zu finden. Karate war eines meiner Hobbies, das andere war an Autos rum zuschrauben und sie dann zu fahren. Jedes einzelne meiner Hobbies hatte seinen ganz eigenen Reiz für mich.

Ich hing gerade meinen Gedanken hinterher als ein schrilles Huben meine kleine Welt durchbrach. Und da war es vorbei mit meinen neuen Vorsätzen mich zu ändern, denn mein Geduldsfaden riss in zwei Hälften. „Welches bescheuerte A…“ Weiter kam ich mit meinen Beschimpfungen nicht, da mir ein Auto den Weg versperrte. Das Auto stand immer noch vor mir, dass trug zu meiner tollen Selbstbeherrschung nicht wirklich bei. Innerlich hatte meine Wut fast den Siedepunkt erreicht, aber ich wollte nicht noch mehr ausflippen. Daher entschied meine innere Stimme, bis zehn zu zählen. >1,2,3…4…atmen…5…< nur das der Fahrer mir einen Strich durch die Rechnung machte.

„Hey…pass auf wo Du hin läufst“ Zuerst flippte meine innere Stimme aus. >Der traut sich was…< Dann entschied mein loses Mundwerk den Rest hinaus zu posaunen. „Und du solltest mal fahren lernen…HEY“ Mit diesen Worten umrundete ich das Heck von dem Auto und ging auf die andere Straßenseite. Doch nun viel es mir wie Schuppen von den Augen. >Shit…wo bin ich hier überhaupt< Mein Körper drehte sich einmal um die eigene Achse, um zu sehen wo ich war. Das Handeln meines Ichs muss für einen Außenstehenden echt verwunderlich ausgesehen haben. Der Wagen, der gerade vor mir zu stehen gekommen war, stand noch genau da wo ich ihn umrundet hatte. In meinem Unterbewusstsein hörte ich ein leichtes Lachen. Ich drehte meinen Körper erneut um 180 Grad herum, da erblickten meine Augen ein gigantisches rotes Auto. Es war ein 1993er roter Mazda RX7. Ich bevorzugte zwar lieber Muscle Car aber dieses Auto hatte nun meine volle Aufmerksamkeit. Mit offenen Mund stand ich wie angewurzelt an der Stelle, wo ich mich gerade so stilvoll gedreht hatte. >beherrsch Dich Alex, sonst fängst Du noch an zu sabbern< schoss es mir durch den Kopf. Mein Blick wanderte über die rote knallige Karosserie und endete am offenen Beifahrerfenster.

Mein Kopf senkte sich nur soweit, dass ich den Fahrer in die Augen blicken konnte. „Was ist so lustig…HMMM…“ fragte ich nun den Fahrer. Dieser saß locker in seinem Sitz, dabei lag sein rechter Arm auf der Lehne vom Beifahrersitz. Die Augen des Fahrers begutachteten mich bis ins kleinste Detail. Mein loses Mundwerk ließ mich auch jetzt wieder nicht im Stich. „Gefällt Dir was Du siehst.“ Leider ging er auf meine Sticheleien nicht ein. Doch seine Antwort überraschte mich dann doch. „Das werden wir noch sehen“ Ohne weiter mich zu beachten, startete er seinen Mazda. Gerade fuhr er los, als sein Blick zum Rückspiegel wanderte. Ein leichtes Quietschen ertönte von den Bremsen seines Autos, bevor er den Rückwärtsgang einlegte. Der Mazda kam genau an der Stelle zum Halten, wo er mich fast umgenietet hatte. Sein Kopf senkte sich nur soweit wie er es musste und rief mir etwas zu. Ich verdrehte kurz meine Augen und signalisierte ihm, dass meine Geduld kein weiteres Gespräch verkraften würde.
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