Feuer gegen Eis

von Mary02
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
17.12.2018
13.03.2019
40
68624
16
Alle
71 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
Das Reisen war um einiges praktischer, wenn man einen Freund hatte, der in Null Komma nichts ein Portal erschaffen konnte, welches einen problemlos ans gewünschte Reiseziel führte. Man umging Verkehr und Wetter und war einfach dort wo man hin wollte. Natürlich musste man beachten, dabei nicht entdeckt zu werden. Mit Sicherheit wären einige Leute irritiert, wenn zwei Personen mit Gepäck aus einem schimmernden Ring erschienen. Zum Glück hatte sie niemand gesehen und so checkten Lenore und Loki problemlos ein und suchten ihr Zimmer auf. Stark hatte dem Hotel Bescheid gegeben, dass zwei andere Gäste an seiner Stelle kommen und den Aufenthalt genießen würden.
„Oh, wie toll!“, stieß Lenore aus, als sie das Hotelzimmer betrat und ihren Koffer abstellte.
Stark hatte nämlich eine Suite gebucht. Es gab zwei Räume, getrennt durch eine Schiebetür, zwei Badezimmer, einen Fernseher, Couch, Mini-Bar und einen riesigen Schrank, welchen Lenore allerdings ignorierte. Es rentierte sich nicht, alles auszupacken. Der Rest gefiel ihr sehr. Besonders das riesige Doppelbett! Und es gab einen Balkon, der ebenfalls recht groß war, die Aussicht war...wow!
Sie trat nach Draußen und sah schneebedeckte Berge, eingerahmt von einem tiefblauen Himmel.
„Wunderschön“, hauchte sie, ein kühler Wind streifte ihr Gesicht, die Luft war klar.
Loki umarmte sie von hinten und gab ihr einen Kuss auf die Schulter. „Hättest du die Güte, mir jetzt zu erklären, was wir hier machen?“
Sie grinste und wandte sich ihm zu, zog ihn wieder ins Innere. „Hauptsächlich gehen wir schwimmen! In einer Therme geht es darum, sich zu entspannen. Es gibt jede Menge unterschiedliche Bäder mit Heilwasser oder die Sauna. Außerdem Beautybehandlungen und Massagen...“
„Du bist bereits schön genug“, schmeichelte er. „Solltest du hübscher werden, würde dein Anblick mich erblinden lassen.“
Sie schlang die Arme um seinen Hals und küsste ihn. Am liebsten würde sie das den ganzen Tag tun. Aber sie wollte ihm das Hotel zeigen- sie hatte sich die Website angesehen und es soll echt gut sein.
„Und was die Massage betrifft“, fuhr er fort, wobei seine Hände sich auf ihren Hintern legten. „Niemand fasst dich an, sonst töte ich ihn.“
Sie kicherte. Ob er das ernst meinte? Und wenn? Lenore befürchtete, dass es ihr gefiel. Loki war die perfekte Mischung aus Psycho und süß. Mächtig und verletzlich. Chaos!
Sie löste sich sanft von ihm. „Ausziehen!“, befahl sie.
„Wir müssen wirklich über deine Direktheit sprechen“, scherzte er.
„Du musst dich fürs Bad umziehen, mit Kleidung kommt man da nicht rein“, erklärte sie und machte sich selbst daran, sich auszuziehen.
Sie spürte, dass sie von ihm beobachtet wurde.
„Das hatte ich befürchtet“, sagte er.
„Bist du etwa schüchtern?“, fragte sie.
„Naja, ich will es mal so ausdrücken“, erwiderte er. „Ich bin nicht Thor.“
„Der hat wohl oft genug seinen Körper gezeigt, wenn er betrunken war, nehme ich an?“, tippte Lenore.
„Dazu musste er nicht betrunken sein“, schmunzelte Loki kurz. „Ich befürchte, Badekleidung steht mir nicht.“
Lenore verschwand im Bad und zog ihren grünen Bikini an. Als sie wieder heraustrat glitt Lokis Blick über ihren Körper.
„Es gibt auch einen Nacktbereich“, neckte Lenore. „Wenn du dich da wohler fühlst.“
Er hob den Zeigefinger und deutete auf sie. „Das, was du jetzt anhast, ist bereits zu wenig.“
„Ich werde damit rausgehen“, stellte sie klar.
Loki knirschte mit den Zähnen. „Alle, die dich anstarren, werden sterben!“
Seufzend legte sie die Hand in die Hüfte. „Sieh‘s mal so: ich bin mit dir hier! Sollen die anderen ruhig sehen, was sie nicht haben können.“
Er kniff die Augen zusammen. „Du meinst, ich soll mit Dir angeben?“
„Und ich mit dir! Also los!“
Eine Sekunde rührte er sich nicht, dann schimmerte seine Gestalt grün, seine schicker Anzug verschwand und wurde durch eine schwarze Badehose ersetzt. Lenore saugte seinen Anblick in sich auf. Sein Körper war hochgewachsen und athletisch- nicht so muskelbepackt wie der von Thor. Lokis sehnige Muskeln waren klar definiert, seine Haut hell und makellos. Die Badehose saß zu tief. Lenore leckte sich über die Lippen.
„Gefällt dir, was du siehst?“, fragte er, seine Augen funkelten amüsiert.
Schmollend drehte sie sich um, streifte ihren Bademantel über und nahm ihre Badetasche.
Sie fuhren mit dem Lift nach unten, wo ein Gang direkt ins Thermenbad führte. Der Durchgang war schwach beleuchtet, das Licht wechselte die Farbe und angenehme Musik erklang leise im Hintergrund. Je näher sie dem Schwimmbad kamen, desto lauter wurde es. Die Halle war riesig und jede Menge Leute tummelten sich darin. Eine Brücke teilte den Pool in zwei und ein hohes Glasdach gab den Blick auf das Panorama frei. Zielgerichtet suchte Lenore zwei Liegestühle und legte ihre Tasche ab. Als sie ihren Mantel auszog sah Loki sie scharf an, man merkte, wie sehr er sich zusammenriss, sie nicht davon abzuhalten. Sie war stolz auf ihn.
„Lass uns ins Wasser gehen!“, sagte sie. Lenore ging voran, tatsächlich gafften sie einige Badegäste an, besonders Männer. Als würde sie dies nicht bemerken, glitt sie ins warme Wasser und zog Loki mit sich. Dessen Miene wirkte hart und seine Lippen waren zu einem blassen Strich zusammengepresst.
„Entspann dich“, versuchte es Lenore und massierte seine Schultern etwas, sie waren steinhart. „Schau! Da hinten kann man nach Draußen schwimmen!“, rief sie begeistert aus und zeigte auf die Stelle.
Je näher sie dem kleinen Bogen mit dem ‚Vorhang‘ aus dicken Plastikstreifen kamen, desto kühler wurde es. Sobald Lenore ins Freie schwamm, traf kalte Luft auf ihr Gesicht, auch das Wasser war eine Spur kühler, aber immer noch warm. Rechts und links befanden sich kleine Düsen, die einen Wasserstrahl ausstießen. Und einige Meter vor ihnen, befand sich ein kreisförmiger Bogen, wo das Wasser sprudelte.
„Oh, da will ich rein!“, sagte Lenore und schwamm darauf zu.
Als sie ihn erreichte, spürte sie einen leichten Sog, der stärker wurde, als sie sich darauf einließ und sie, sanft aber bestimmt, eine Runde lang mit sich zog.
„Juhu!“, stieß sie aus und ließ sich gleich auf eine weitere Runde ein.
Loki beobachtete sie nicht weit entfernt, ein Lächeln lag auf seinen Lippen. Als der Strudel Lenore auf ihn zu trieb, wollte sie raus, aber sich der Strömung zu widersetzen, war gar nicht so einfach wie gedacht. Anstatt den Kreis zu verlassen, wurde sie in eine weitere Runde gezogen.
„Ah, Hilfe!“, rief sie. „Loki!“
Sie versuchte ihn zu erreichen, doch es gelang ihr nicht. Der Gott stand lachend im Wasser und rührte sich nicht. Erst als Lenore wieder an ihm vorbeizugleiten drohte, streckte er lässig den Arm aus und zog sie an sich, außer Reichweite der Wellen.
Auf einmal war er so nah, ihre Körper schmiegten sich aneinander und das Wasser umschlang sie. Ihre Lippen trafen sich. Der Kuss fing zärtlich an, aber ihre Leidenschaft ließ ihn schnell härter und wilder werden. Lenore krallte ihre Hand in sein Haar und biss ihn, verschlang ihn förmlich. Sein Stöhnen vibrierte in ihrem Mund. Eine Hand von ihm wanderte zu ihrem Hintern, seine andere umfasste ihren Busen. An ihrer Mitte konnte sie fühlen, wie er hart wurde.
Oh Gott! Was taten sie hier? Der Dampf, welcher vom Wasser hochstieg würde nicht alles verdecken! Was, wenn gleich andere Badegäste nach Draußen kamen? Wenn er weiter so ihren Nippel durch den Stoff kniff, wäre es ihr bald egal, ob sie jemand sah.
Er könnte wieder diesen Zauber wirken, den er benutzt hatte, als sie im Theater gewesen waren, oder?
Abrupt ließ er von ihr ab. Lenore gab einen frustrierten Laut von sich. Sie wollte fragen, was los war, da bemerkte sie es. Das Wasser, das ihre Haut berührte war jetzt richtig heiß, es kochte beinah und das hinter Loki war... naja zugefroren.
„Ups“, sagte sie. Zum Glück schmolz ihre warme Seite sein Eis und es glich sich langsam aus.
„Vielleicht sollten wir das verschieben“, meinte er.
Er nahm ihre Hand und auf den Weg nach Innen, begegneten ihnen nun andere Badende. Ein Mann ließ seinen Blick etwas zu lange auf Lenore weilen. Lokis Augen warfen Dolche und er stieß tatsächlich so etwas wie ein Knurren aus. Der Mann schreckte zurück und paddelte eilig weg. Lenore bekam unwillkürlich eine Gänsehaut. Dieses animalische Verhalten gefiel ihr. Ein leichter Rotschimmer war in Lokis sonst grüner Iris zu erkennen, als sie das Bad verließen.

*

Nach dem Mittagessen erkundeten sie weiter das Hotel und seine Angebote. Loki erlaubte Lenore nicht, die Sauna zu benutzen, da man dafür nackt sein musste, wogegen sie nichts einzuwenden hatte. Immerhin war ihr ständig zu heiß und Lokis Nähe machte das nicht gerade besser.
Schließlich ließen sie sich im Obergeschoss nieder. Hier gab es einen Kamin, breite Sitzkissen und flauschige Decken. Durch die Glaswand an der einen Seite konnte man den hereinbrechenden Abend sehen. Auf der Terrasse befanden sich Fackeln und man hatte einen guten Ausblick über die Anlage. Zu zweit kuschelten sie auf eines der breiten Kissen, das Feuer knisterte und Lenore las ein Buch, welches sie sich im Shop gekauft hatte. Es war romantisch und entspannend. Sie griff nach ihrem Tee, der neben ihr auf einem kleinen Holztischchen stand und nippte daran. Frische Minze stieg ihr in die Nase. Zufrieden ließ sie sich gegen Lokis Brust sinken.
„Hast du es bequem?“, fragte er spitz.
„Ja“, gab sie zu. „Du taugst absolut als Rückenlehne.“
„Es freut mich, dass ich dich zufrieden stelle“, sagte er galant, sein Mundwinkel zuckte.
Eine Weile genoss sie es einfach, mit ihm hier zu sein. Die Atmosphäre war toll! Dann bekam sie langsam Hunger und sie beschlossen aufs Zimmer zu gehen, wo sie duschte und sich für‘s essen umzog.
Als sie mit Natascha ein Kleid für das Theater ausgesucht hatte, hatte sie auch gleich ein zweites gekauft. Und mit Michelle hatte sie sexy Unterwäsche gefunden.
Als sie diesmal aus dem Badezimmer kam, trug sie ein knappes schwarzes Kleid, das eine wunderbare Taille machte und süßen Schuhen mit dünnen Absätzen.
Ihre Haare ließ sie offen, das mochte sie am liebsten.
Lenore gefiel es, wie Loki sie ansah. Gierig! So als wollte er sofort über sie herfallen.
„Ich habe es mir überlegt“, sagte er dunkel. „Ich sollte dich überhaupt nicht mehr rausgehen lassen!“
Sie grinste. „Danke! Du siehst auch lecker aus!“
Lenore hatte Anzüge nie attraktiv gefunden, bis sie Loki in einem gesehen hatte.
Der Speisesaal befand sich im Erdgeschoss und war gar nicht so groß wie erwartet, aber voll. Die Speisekarte bot mehrere Hauptspeisen an. Zusätzlich konnte man sich Salat, Brot oder Nudeln vom Buffet selbst nehmen.
Ein junger Kellner bediente sie und weil Lenore gerne mit dem Feuer spielte, war sie besonders höflich zu ihm. Sie lächelte ihn an als er das Essen brachte und einmal ließ sie neben ihm seine Stoffserviette fallen. Sie landete zu ihren Füßen. Er ging in Knie, verweilte dort eine Sekunde zu lange, - seine Augen huschten über ihre nackten Beine-, und hob sie auf. Reichte sie ihr.
„Oh, vielen Dank!“, sagte sie und klimperte mit den Wimpern.
Loki sagte kein Wort, erst als sie wieder auf dem Zimmer waren, schloss er die Türe hinter ihnen mit einem unheilvollen Klang.
„Das hast du mit Absicht gemacht“, knurrte er mit tiefer Stimme.
Sein Blick war dunkel und auf sie gerichtet, da war wieder dieser Schimmer in seiner Iris. Mit tödlicher Geschmeidigkeit kam er langsam auf sie zu. Wie ein Raubtier. Und sie war nur zu gerne seine Beute. Eine Schauer jagte über ihr Rückgrat, sie machte einen Schritt zurück und und stieß mit den Beinen gegen die Bettkante.
„Ich weiß überhaupt nicht, wovon du sprichst“, flötete sie unschuldig und unterdrückte ein Grinsen. Es gelang ihr nur halb. Erregung und Adrenalin brachten ihr Blut zum rauschen, als er sie erreichte. Er überragte sie um mehr als einen Kopf.
Er hob die Hand, seine langen Finger führen über ihr Kinn hinab über ihr Schlüsselbein zu dem Ausschnitt ihres Kleides. Er beugte sich zu ihr herab.
„Ausziehen!“, befahl er hissend.
Seine Stimme verursachte ein verlangendes Ziehen in ihrem Unterleib. Sie schluckte. „Und wenn nicht?“
Er stieß kalte Luft durch die Nase aus, sie spürte sie an ihrer Wange. „Dann zerstöre ich es“, flüsterte er rau an ihr Ohr.
Uh! Ja! Schade um das Kleid, aber zu sehen, wie Loki es ihr vom Leib riss... das war es definitiv wert.
Sie rührte sich nicht und hielt seinen Blick mit Mühe stand. Eigentlich zog sie dieser Blick in seinen Bann und ließ ihre Knie weich werden.
„Letzte Chance“, warnte er.

*