Der gnädige Engel

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Genji Mercy
16.12.2018
09.11.2019
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Mercys sicht

Es war bereits spät geworden und Genji war immer noch nicht zurück. Während das Essen auf dem Herd vor sich hin köchelte begann ich mir Sorgen zu machen. Unruhig ging ich in der Küche auf und ab. Was war, wenn Genji etwas zugestoßen war? Aber dann hätte ich doch etwas mitbekommen. Schließlich wussten die Ärzte in meinem Krankenhaus, dass Genji zu mir gehörte. Nur wo könnte er dann jetzt sein? Ich hatte ein komisches Gefühl. Mit zittrigen Händen stellte ich die Temperatur des Herdes kleiner, denn das Essen war fertig.
Dann klingelte es an der Tür. Ich atmete auf und ging schnellen schrittes zum Eingang.
Als ich die Tür öffnete hatte ich meinen Satz bereits angefangen "Genji? Hast du deinen Schlüssel... Oh, ähm... Hallo Jack"
"Guten Abend Angela, darf ich eintreten?" grüßte er mich ruhig.
"Natürlich" ich ging einen Schritt beiseite und ließ Jack in das Haus "Aber Jack, was ist hier los?"
Er streichelte mir über den Rücken und gab mir dann ein Zeichen ins Esszimmer zu gehen "Komm, wir setzen uns erst mal hin"
Im Esszimmer angekommen setzten wir uns an den Tisch. Unruhig wartete ich darauf, dass Jack mir endlich erklärte, was hier ablief.
"Gut" begann er zu erklären "Also du wirst Genji bald wiedersehen. Er ist nur zur Zeit auf einem Einsatz"
"Ein Einsatz?"
Jack versuchte mich zu beruhigen "Ja, ein Einsatz. Aber du musst dir keine Sorgen machen Angela. Ich kann dir leider nicht viel sagen, aber Genji ist gut aufgehoben und es wird nicht lange dauern. In ein paar Tagen ist er wieder zurück"
"Ok ich danke dir, dass du mich informiert hast" als ich mich gerade wieder etwas beruhigt hatte schoss mir ein Gedanke durch den Kopf "Jack?"
"Ja, Angela?"
"Möchtest du mit mir abendessen? Das Essen ist schon fertig und viel zu viel für mich alleine" ich sah ihn etwas unsicher an.
Jack lächelte zurück "Gerne. Ich habe auch richtig Hunger mitgebracht"
"Sehr schön" ich stand auf und verschwand in der Küche.
Kurze Zeit später kam ich mit zwei Tellern wieder. Das Essen war noch warm und zum Glück nicht angebrannt.
Jack atmete tief ein, als ich den Teller vor ihm abstellte "Das riecht aber lecker"
"Das sind Nudeln Cabonara, ich hoffe sie schmecken dir auch" erwiderte ich und setzt mich nun auch zu meinem Teller.
"Aber Angela" er sah mich belustigt an "Sollen wir mit den Fingern essen?"
Sofort sprang ich wieder auf "Nein, natürlich nicht. Ich hole schon Besteck"
"Dann ist ja gut"
Kurz darauf saßen wir beide am Esstisch und ließen uns das Essen schmecken. Doch so großen Hunger hatte ich heute nicht. Es machte mir zu schaffen, dass Genji einfach nicht nach Hause gekommen war. Ich wusste zwar, dass er nichts dafür konnte, aber es war auch eine neue Situation für mich. Normalerweise war ich die, die einfach mal für ein paar Tage auf einen Einsatz verschwand. Und jetzt musste ich die andere Seite kennenlernen.
"Alles gut?" mit diesen Worten riss Jack mich aus meinen Gedanken.
Verwirrt sah ich ihn für einen Moment einfach nur an bevor ich begann zu sprechen "Es ist merkwürdig die zu sein, die hier zurück bleibt"
"Ich weiß, dass das etwas neues für dich ist. Aber du schaffst das. Es sind nur wenige Tage" er versuchte mich aufzumuntern.
Ein leichtes Lächeln huschte über meine Lippen "Du hast ja recht. Immerhin muss ich die Tage nicht hier zuhause rumsitzen. Ich kann ja Arbeiten gehen, das lenkt mich bestimmt ab"
"Na siehst du" er erwiderte mein Lächeln "Und wenn du willst, kannst du übermorgen Abend mit Ana, Reinhardt und mir essen gehen"
"Das klingt wirklich gut. Wenn das für alle ok ist, dann würde ich das Angebot gerne annehmen"
Jack nickte selbstsicher "Selbstverständlich ist das ok"

Nachdem wir noch einige Zeit über vieles geredet hatten stand Jack nun auf. Er musste langsam nach Hause und ich wollte ihn auch nicht aufhalten.
Vor der Tür wartete bereits ein Taxi auf ihn. Er zog sich seine Jacke an und wollte gehen, als ich ihn noch einmal kurz aufhielt.
"Aber Jack. Die Frage am Anfang, die hätte ich auch dir stellen können" ich lehnte im Türrahmen und er drehte sich noch einmal zu mir um.
In seiner Hand hielt er meinen Haustürschlüssel "Ja, ich habe deinen Schlüssel noch, aber ich wollte dich nicht erschrecken"
Dann stieg er in das Taxi und fuhr davon.
Ich hingegen ging wieder rein. Im Wohnzimmer wartete Gency auf mich. Sie schlich um meine Beine und ließ sich von mir kraulen. Dann nahm ich sie hoch und setzte mich mit ihr auf das Sofa. Mit ihr in eine Decke eingekuschelt sah ich noch einen Krimi bevor ich dann alleine ins Bett ging...
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