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E(V)Mily and her first and a half date(s)

von Ravaari
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Sci-Fi / P16 / Het
OC (Own Character)
13.12.2018
03.02.2019
7
20.563
2
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
13.12.2018 1.422
 
Hi, mein Name ist Emily und man sagt, das Leben ist kompliziert.
Tja und das stimmt auch. Aber glaubt mir, alles was ihr zu wissen glaubt über komplizierte Dinge , ist die reinste Lachnummer,  wenn man wie ich an PEVM-Syndrom leidet und die ganzen großen und kleinen Highlights  in einem Tagebuch verewigt, um den Kopf frei zu kriegen, besonders weil das Verrückte schon allein mit dem Schreiben an sich anfängt, denn  eigentlich, wenn man es ganz genau nimmt, schreibe nicht wirklich ich das hier , auch wenn es mein Tagebuch ist, sondern mein Assistenz-Yirk.
Ich meine kein Plan wie viel ihr über Leute wie "uns" wisst, aber  Tatsache ist nun mal, dass nur die wenigsten Ex-EVMler sich weit genug erholt haben um ihr Leben im Solo auf die Reihe zu kriegen.

Nur eine Hand voll von uns   kann ohne einen Yirk im Kopf überhaupt lange genug einen Stift halten um eine halbe DNA5 Seite in halbwegs lesbarer Schrift voll zu schreiben.
Nur logisch, denn  wär das nicht so, hätten wir ja auch keinen  Yirk im Kopf der all diese kleinen Nebensächlichkeiten des Lebens für uns erledigt , zum Beispiel essen, duschen , reden und äh...Ach ja, s c h r e i b e n .
Wenn wir also mal ehrlich sind, schreibe nicht ich diese Zeilen, sondern Tess indem sie meine Hände benutzt, um den Stift zu halten, oder wahlweise auf der Laptoptastatur zu tippen.
Meinen Hintern, um auf dem Sessel zu sitzen.
Meine F ü ß e  um damit auf absolut nervtötende Weise das gefühlte tausendste Mal gegen das dämliche  Tischbein zu treten.
Aber es sind trotzdem immer noch m e i n e  Gedanken die ich siem gerade diktiere.
Vollkommen zu hundert Prozent meins, rein und unverfälscht.

Also schreibe ich es irgendwo doch, auch wenn nicht ich es bin der meinen Körper kontrolliert, aber genug davon.
Neben das Leben ist kompliziert, sagt man ja auch man soll sich nicht an Kleinigkeiten aufhängen und dieses Tagebuch wird sowieso nie jemand lesen ausser Team E(V)Mily-Tess und meinem imaginären Publikum.
Aber fallls es doch irgendwann passiert, falls ich irgendwann doch mal Lust haben sollte mein Leben in ein schnuckliges kleines Buch zu packen , werde ich den ersten Satz auf jeden Fall mit  "Hi, mein Name ist...." anfangen.
Immerhin ist das ja hip heutzutage.
So ein bisschen geheimnisvoll und na, ihr wisst schon, voll der Animorphs-Style , der mir mal nebenbei gesagt irgendwo auch zumindest ein  ganz kleines bisschen zusteht.

Ich meine ja nur mal rein theoretisch, wenn mein Dad jetzt kein vollkommen durchgeknallter körperklauender Morph-Soldat Schrägstrich desertierender Widerstandskämpfer  aus einer paralellen Realität gewesen wäre wo die Yirks die Menschheit schon seit fast dreißig Jahren unterworfen haben, sondern der "richtige" Alex aus "meiner" Welt und wir wirklich in dieses Haus gezogen wären das direkt in der selben Straße liegt wie das Haus der berühmten Familie Berenson und der Ellimist sich nie engemischt hätte um die "Zeitlinie" zu reparieren die er ja ursprünglich selbst versaut hatte, wer weiß...
Vielleicht wären ich und Lou dann auch einfach so Animorphs geworden. Ganz ohne Freundschaftsklub oder Yirks.
Vielleicht wäre dann heute nicht Issrin eine der big eight im Super-Weltretter-Team sondern  ich. Dann wäre ich eine Berühmtheit und nicht  nur "Lou- Animorph´s"  kleine Schwester.
Kein ganzkörperbehinderter Freak.
Ja, ja ja .
Hätte, hätte Fahrradkette.    

Schon klar, Träume sind toll.
Aber Tatsache ist, im Traum kann man fliegen und im wahren Leben nicht.
Im wahren Leben ist es wie es ist und deshalb muß ich auch das Beste aus diesem "ist" machen.
Ich muss mich zumindest von Zeit zu Zeit mental auf meinen Hintern setzen und mir Gedanken machen über Dinge, für die ein normaler Mensch nicht mal einen müden Lacher über hat, zum Beispiel , mit welchen schlagkräftigen Argumenten ich Tess dazu überreden könnte morgen den dritten Tag in Folge Honig anstatt von Erdbeermarmelade auf mein Frühstücksbrot zu schmieren, weil sier Honig eigentlich gar nicht mag aber ich schon .
Ob wir  morgen blaue oder lila Socken anziehen.
Ob ich eine Hose zu meinem Lieblingstop tragen will, oder einen Rock , oder aber auch über...  
Den K u s s .  

Einmal war es nämlich fast schon passiert und ich hatte es gestoppt, oder besser gesagt ich hatte T e s s  gestoppt bevor sier es für mich hatte passieren lassen.
Sier hätte ja immerhin kein Problem damit gehabt , für mich mit jemanden intim zu werden,solange ich es nur wirklich wollte.
Mein Körper, meine Regeln.
Meine Wünsche, sier Job.
Nur eine weitere "menschliche Erfahrung", mehr war es Tess´ Meinung nach nicht.
Interessant, vielleicht sogar bis zu einem gewissen Grad angenehm, aber trotzdem auch fremdartig.
Alienmäßig, nichtssagend.

Deshalb war sier auch entspannt gewesen und siere Kontrolle extrem locker .
Erschreckend locker, sodass ich mit ein bisschen Fantasie wirklich fast das absolut verrückte Gefühl gehabt hatte , jede einzelne Bewegung selbst zu steuern, aber gleichzeitig auch "fest" genug,  damit ich nicht wie ein nasser Sack in mich zusammenfallen würde, sobald Justins Lippen meine berührten.
Meine... Mich....Uns
Tja und genau  hier ab diesem Gedanken hatte ich ernsthafte Probleme mit der Vorstellung bekommen, geküsst zu werden.
Auch wenn ich in diesem Moment  nichts so sehr gewollt hatte,  wie diesen einen verdammten Kuss .
Ich hatte Tess´ Yirk-Kontrolle-Kondom in hauchdünn und extrazart dass  sier an diesem Nachmittag über meine Sinneseindrücke gestülpt hatte  , so verrückt das jetzt klingt , einfach nicht genießen können, weil diese vielleicht einzige Chance in meinem Leben geküsst zu werden zu nutzen , bedeutet hätte diesen Jungen- den einzigen Jungen bisher der es geschafft hatte mich soweit zu einem Date zu überreden, dass ich schlussendlich Tess überredete hinzugehen -  locker flockig verarschen würde.
Schlagartig war mir klar geworden, dass ich, solange Justin nicht hundert prozentig klar war, wie mein Leben wirklich aussah, keinen Schritt weitergehen wollte.
Nicht  weil ich mich schämte dass Tess es für mich tun würde- nein tun musste, weil es einfach absolut keine andere Möglichkeit gab , denn über solche Gedanken ist man nach fünf Jahren in meiner Lebenssituation schnell hinweg , sondern wegen i h m .
Justin bedeutete mir etwas.
Ich war so richtig schlimm verknallt!

Das allererste Mal in meinem Leben spürte ich dieses Kribbeln im Bauch und hatte absolut keine Lust Tess bis zum Sankt Nimmerleins Tag vor ihm das gesunde glückliche Durschnittsmädchen spielen zu lassen.
Es ist schon schlimm genug, dass sier das  nach wie vor ständig vor meinen Freunden  und in der Schule tun muss, weil ich nach wie vor einfach nicht den Mut finde , die Karten auf den Tisch zu legen.

Ja, okay, velleicht verlange ich das auch von siem, weil ich ein winziges Stückchen  Normalität und heile Welt für mich will. Kein Mitleid, keine blöden Fragen, kein Trauma für alle Leute die ich sonst noch so kenne  und das alles, aber wenn ich ehrlich bin,  tue ich es hauptsächlich weil ich feige bin und eine Scheißangsst habe .
Angst, meine Freunde  zu verlieren .  
Ich bin also nicht rücksichtsvoll sondern einfach nur Feigling, so einfach ist das und ja, ich hatte  genauso wenig vor , Justin  zu verlieren wie meine Freunde.
Aber im  Gegensatz zu meinen Freunden sollte er sehen und wissen wer ich bin, noch bevor es ernst wurde, obwohl Tess es für keine gute Idee hielt, gleich mit der Tür ins Haus zu fallen .
Deshalb hatte ich auch beschlossen ihn erst mal ins "Gathering" einzuladen.
"The Gathering",ist der ultimative (wenn auch nicht wirklich offizielle) Treffpunkt  für Dons.
Soll heißen, die meisten Normalos wissen, dass man dort mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit ein paar Wirte trifft.
Jemanden dorthin einzuladen, ist glaub ich also wirklich ein ziemlich klares Statement dass man, egal auf welche Weise jetzt, etwas mit Yirks zu zun hat oder zumindest sehr offen ihnen gegenüber eingestellt ist.
Der sprichwörtliche Wink mit dem Zaunpfahl eben.
Offensichtlich  aber gleichzeitig auch dezenter als die von Tess beschriebene ins Haus fallende Tür
Na ja, zumindest solange der  Jemand den man dort hin einlädt nicht völlig hinterm Mond wohnt.

(Ja. Ich hätte ihn definitiv nach seinem Wohn-Krater fragen sollen, oder wie er die 384 400 Kilometer bewältigt hat bevor ich deinem Plan zugestimmt habe.)
Okay, Teshken vom Ezin-Kalkat-Pool. Der war gut,wirklich, auch wenn ich mich nicht dran erinnern kann dass ich dich grade drum gebeten habe, mein Tagebuch mit irgendwelchen Klammerkommentaren in kursiv zu schmücken. Ich meine EVMler zu sein ist echt scheiße, aber einen Yirk zu haben der einen Witz erzählen kann, macht das alles gleich sooo viel besser!
(Gern geschehen )
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