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Anemoia

von Wheezy
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Lavender Brown Pansy Parkinson
13.12.2018
19.12.2019
9
13.570
4
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.02.2019 933
 
A/N: Hallo zusammen! Herzliches Dankeschön an Rosethouartsick & Wunderkerzen für die tolle Rückmeldung :D
Dieses Kapitel ist wieder ein Beitrag für die Challenge OTP – 100 Szenen der einzig wahren Pairings (Link: https://forum.fanfiktion.de/t/60664/1) zu einem weiteren Liebling – Pansy & Lavender. Es ist anders als das erste Kapitel, irgendwie etwas holprig, aber gerade das mag ich daran^^


Die Zahl ist die Nummer 1 mit dem Stichwort verlaufen. Ist hauptsächlich metaphorisch gemeint, ich hoffe, man versteht es im Kontext :‘D


Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!






»Hast du dich verlaufen, Lav?«
»Das klingt pervers, Pansy.«

Lavenders blaue Augen schauen einfach an ihr vorbei, als würden sie sie gar nicht wahrnehmen. Dabei kann das gar nicht sein, weil Pansy die andere Hexe zwischen der Mauer und ihrem Körper gefangen hält. Einen Arm stützt sie neben Lavenders Kopf ab und sie hat mit Absicht eine verruchte Stimme aufgesetzt, um Lavender zu ärgern. Doch irgendwas scheint der Anderen die Laune verhagelt zu haben.

»Was hast du denn?«, fragt Pansy und merkt, dass ihr Tonfall verärgert klingt. Ein klein wenig ist sie das auch – da macht sie sich extra die Mühe, Lavender an so einem versteckten, müffelnden Ort wie dieser Seitengasse im Herzen Londons abzufangen, und dann wird sie so abgespeist. Wenn Pansy eines hasst, dann ist es, ignoriert zu werden.

»Ich will einfach gerade nicht, ist das so schwer zu verstehen?«, schnappt Lavender und stößt Pansy unsanft von sich. Sie strauchelt, fängt sich jedoch schnell und hat schon reflexartig eine Hand am Zauberstab, denn niemand schubst sie herum, das war einmal und wird nie wieder sein. Dann erinnert sie sich, wen sie vor sich hat. Es ist Lavender. Ihre Lavender. Das ehemals nervige Gryffindormädchen mit der Vorliebe für rosa Lippenstift und Kleinmädchenkleider, die Pansy lieben gelernt hat. Allmählich. Mit der Zeit.

Lavs Augen folgen der Bewegung, die Lippen verziehen sich zu einem merkwürdigen Strich, den Pansy noch nie an ihr gesehen hat. Sie bereut ihre Reaktion.
»Tut mir leid, ich -«

»Ach, lass gut sein«, schneidet Lav ihr das Wort ab und streicht sich die Bluse glatt. »Geh einfach.«

Fassungslos starrt Pansy sie an. In ihrem Magen ballt sich ihr Mittagessen zu einem heißen Klumpen Wut, der übelkeitserregend brodelt. Es ist selten, dass Pansy Parkinson sich entschuldigt, aber dabei unterbrochen zu werden ist noch dreister, als sie Lav je zugetraut hätte.

»Was, bei Merlin, ist dir in den Kessel gefallen?«, faucht sie und stellt sich Lavender in den Weg, als die sich aus dem Staub machen möchte. Ihre blauen Augen blitzen gefährlich auf und erinnern Pansy daran, dass Lavender nicht mehr das kleine Gryffindormädchen ist. Sie sieht regelrecht bedrohlich aus, trotz ihrer feinen Klamotten. Der Blick, die Narben in ihrem Gesicht und die aufrechte Haltung beweisen, dass sie durchaus in der Lage wäre, Pansy hier und jetzt fertig zu machen, wenn sie denn nur wollte. Pansy weiß das. Und es gefällt ihr.

»Du!«, schleudert Lavender Pansy ins Gesicht. Die schmalen Hände sind zu Fäusten geballt, doch Pansy weicht nicht zurück. Lavender macht einen Schritt auf sie zu und fährt mit bebender Stimme fort: »Du machst mich wahnsinnig, Pansy. Den einen Tag ignorierst du mich auf der Straße vollkommen, und am nächsten zerrst du mich wie eine Hure in die nächstbeste Gosse, weil du ficken willst.«

Pansys Augen weiten sich aufgrund der derben Wortwahl, die gar nicht zu den rosa Lippen passt.

»Ich will nicht mehr verstecken, wen ich liebe«, sagt Lavender und klingt dabei ungewohnt zornig. Sie stampft mit dem Fuß auf. »Ich will offen sein können, selbst wenn die Leute reden. Herr im Himmel, lass sie reden. Du hast so eine Angst um deinen Ruf, dass dir völlig egal ist, wie ich mich dabei fühle. Das reicht jetzt. Ich habe mich zu lange in deinem Märchen verlaufen, dass alles am Ende gut werden wird.« Sie macht eine Pause, in der sie nach Pansys Handgelenk greift und so fest zudrückt, mit einer Verzweiflung im Blick, die Pansy den Atem raubt. Und die Blutzufuhr abschnürt. »Entweder du hältst allmählich deine Versprechen oder -«

»Oder?«, wispert Pansy und kann sich nicht erinnern, je so viel Angst vor Worten gehabt zu haben. Lavenders nächste Worte, das spürt sie, entscheiden darüber, ob sie den Kleber noch erneuern kann oder ob ihr Herz am Boden zerschmettern wird. Pansy weiß, sie hat sich diese Falle selbst gestellt, weil sie ein bisschen sadistisch und ein bisschen zu blind sich selbst gegenüber ist. Und Lavender ist der Köder, der über ihren Tod entscheiden wird.

Ihre Miene wird bitter, ihre Mundwinkel ziehen sich nach unten und ihre Augen glänzen verdächtig. »Oder ich lasse dich allein.«

Autsch.

Pansy zieht scharf die Luft ein. »Miststück«, flüstert sie.
»Wie du mir, so ich dir«, erwidert Lavender genauso leise.

Niemand weiß, wie sehr Pansy es hasst, allein zu sein. Wie viel Angst sie hat, verlassen zu werden. Wie lange es gedauert hat, bis aus ich ficke dich gerne ein ich glaube ich liebe dich wurde. Das alles weiß nur Lavender und es ist unfair, dass sie das sagt. Das wissen sie beide. Nur –

Lavender hat die Spielchen satt, obwohl Pansy sich gerade erst warmläuft.
Lavender will was Echtes, während Pansy noch sich selbst verleugnet.
Lavender will Pansy, und Pansy weiß nicht, was sie will.

Liebe. Das ist so unendlich großes, unendlich blödes Wort.

Im Grunde ist es einfach: Lavender kennt das Ziel und ist bereit, darauf zuzugehen. Pansy irrt noch durch die verschlungenen Pfade und findet viele Ziele, aber keins, das von Dauer ist.

»Ich«, sagt Pansy nach einem Millennium an Herzschlägen, sieht Lavenders erwartungsvollen Blick, bereit, Schmerz oder Erleichterung entgegenzusehen. Pansy zögert.

Und spricht.
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