Jingle Bells, Jingle Bells, everyone is gay

GeschichteAllgemein / P16 Slash
13.12.2018
13.12.2018
2
1845
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
,,Hey! Rock! Rock, wach auf!" Insasse Nummer 69, namentlich Rock, hob mit einem unidentifizierbarem, schläfrigen Brummeln den Kopf und sah seinen Zellengenossen aus halb geschlossenen, gelben Augen an. In den roten Augen von eben diesem lag jedoch kein bisschen Müdigkeit, obwohl es erst früh am Morgen war, nein, ganz im Gegensatz, der Junge schien unter Spannung zu stehen und hüpfte aufgeregt um seinen Freund herum. ,,Ah... Nico, was ist denn...?" Langsam richtete Rock sich auf und strich mit einer Hand durch seine wuscheligen, violetten Haare mit dem roten Mohawk, um die durch den Schlaf durcheinander gekommenen Haare etwas zu glätten. Er sah sich um und sah, dass sowohl Uno als auch Jyugo noch schliefen, wobei er von letzerem nicht viel zu Gesicht bekam, da dieser zusammen mit Uno auf seinem Bett lag, sein kleiner, ausgemergelter Körper dicht an den muskulösen und dennoch schlanken Körper Unos gedrückt. Ein müdes Lächeln legte sich auf Rock und er wandte sich wieder zu Nico, der sich etwas beruhigt zu haben schien jedoch noch immer von einem Fuß auf den anderen trat. ,,Rock! Rock, jemand hat uns einen Adventskalender vorbei gebracht!" Mit seiner bandagierten Hand deutete er auf einen offensichtlich selbstgemachten Adventskalender der aus vierundzwanzig kleinen, liebevoll bestickten Beuteln bestand und zusammen mit einigen Weihnachtsdekorationen an einer Wand stand. Es war wohl mehr als offensichtlich wer der Wärter dies gemacht hatte (ein kleiner Tipp, Hajime war es nicht) und Rock vermerkte sich in seinem Kopf, in den nächsten Tagen etwas netter zu dem jungen Wärter zu sein als sonst. ,,Aufmachen! Rock lass uns aufmachen!" Ein weiteres Mal sah Rock zu den zwei anderen Insassen ihrer Zelle, doch Nico zog ungeduldig an einem der kurzen Ärmel von Rocks orangenem Jumpsuit. ,,Die beiden schlafen doch noch ewig! Ich kann nicht mehr warten Rock!" Der Junge lief zu dem Adventskalender und nahm vorsichtig den Beutel mit der sorgfältig aufgestickten Eins und den Weihnachtsbaumdekorationen von der Wand. Er setzte sich auf den Boden und lud Rock mit einem kurzen Winken dazu ein, sich neben ihn zu setzen, was er auch tat. Als Nico die schöne, rote Schleife öffnete fühlte auch Rock eine gewisse, kindliche Aufregung, doch es war nicht wunderlich, denn weder er noch Nico hatten damals Weihnachten feiern könnten, lebten sie doch ein Leben in Armut in den amerikanischen Slums. Nico griff hinein und zog vier Lebkuchen heraus, deren Form passend zu den Nummern der vier war - Eine 11, eine 15, eine 25 und eine 69. Noch bevor Nico wirklich reagieren konnte hatte sich Rock neben ihm die 11, 15 und 69 geschnappt, während Nicos Lebkuchen, die 25, zu Boden fiel. Bevor sich der hungrige Insasse auch noch diesen schnappen konnte tat dies Nico und hielt seinen Lebkuchen dicht an sich gedrückt, nicht darauf achtend dass er seinen Jumpsuit gerade mit Schokolade beschmierte. Hajime würde fürchterlich mit ihm schimpfen, denn er hatte keine Lust jeden Tag die Klamotten der Insassen waschen zu lassen, doch das waren sie ja nun gewöhnt - Hajime war noch nie der entspannteste Wärter gewesen und mit Yamato und Seitarou ließ es sich weitaus besser ertragen. Während Rock sich wie ein Ausgehungerter über die Lebkuchen hermachte knabberte Nico eher an seinem. Er liebte Süßes, doch abgesehen von seiner Medizin bekam er nicht zu oft welches und aufgrund seiner vielen Allergien konnte er vieles auch nicht essen. Insbesondere Schokolade und weihnachtliches Gebäck mochte er und er wollte sich den Geschmack eine Zeit lang bewahren. Er sah ein weiteres Mal zu seinen schlafenden Freunden und strich sich eine hellgrüne Strähne aus dem Gesicht. Er fragte sich, wie die beiden darauf reagieren würden, dass sie nichts vom Adventskalender abgekommen hatten.  Nachdem er aufgegessen hatte sah er zum zweiten Beutel, auf dem diesesmal neben der großen Zwei auch noch einige Rentiere aufgestickt waren. Er freute sich schon auf morgen. Hier im Nanba Gefängnis fühlte er sich, auch wenn es vielleicht komisch klang, einfach wohl. Anders als zuhause in den Slums wusste er hier, dass es für ihn ein Morgen geben würde, auf das er sich freuen könnte. Er wusste, dass er  sich schlafen legen könnte, ohne die Sorgen, im Schlaf zu erfrieren, zu verhungern oder missbraucht zu werden. Er wusste, dass da immer jemand wäre, der ihn mit einem Lächeln begrüßen würde, jemand der froh wäre, dass es ihn gab. Er lächelte. Ja, er freute sich auf morgen.

[Das Projekt : https://forum.fanfiktion.de/t/35347/1 ]
Review schreiben