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Second Life as an Elemental.

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18 / Gen
13.12.2018
20.06.2020
21
124.349
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19.09.2019 6.140
 
Nach der offiziellen Gründung der Nation Kurenai und dem überraschenden Anschluss der Dryaden, Treants und Echsenmenschen erkläre ich den Neuankömmlingen die grundlegenden Regeln und Vorgehensweisen meines Reiches. Ich stelle natürlich klar dass niemand dazu gezwungen wird in meiner Stadt zu leben und dass sie weiterhin ihre eigene Verwaltung nutzen können. Allerdings mache ich auch deutlich wer der letztendliche Anführer und somit das endgültige Sagen hat. Dagegen widersprechen die beiden anwesenden Gruppen nicht im Geringsten und akzeptieren ihre neue Leitung.
Anschließend besprechen wir unsere nächsten Schritte mit besonderer Hinsicht auf die besiegten Orks. Dabei wird der ehemalige Leibwächter des Ork-Lords Geld, welcher allem Anschein nach als neuer Führer der Rasse fungiert, stark mit einbezogen.

Wie schon zuvor erwähnt stelle ich klar dass die Echsenmenschen wie üblich für sich bleiben können und nicht verpflichtet sind ihren Heimatort aufzugeben. Selbstverständlich steht es ihnen dennoch frei sich meiner Stadt, der zukünftigen Hauptstadt meiner Nation, anzuschließen wenn sie wollen. Der Häuptling bleibt weiterhin in seiner Position und untersteht nur noch meinem direkten Befehl, falls ich es überhaupt für notwendig erachte einen Befehl zu geben. Solange nichts Großes passiert sehe ich allerdings keinen wirklichen Anlass dafür.
Worum ich ihn und seine Rasse jedoch bitte ist die Unterstützung in der Angelegenheit der Versorgung der Orks. Ohne dass ich etwas spezifisch nenne, bietet er mir an einen Teil ihrer Nahrung, welche größtenteils aus Fisch besteht, zu geben. Im Grunde überlässt er uns deren gesamten Nahrungsüberschuss bis auf eine kleine Menge zur Einlagerung für harte Zeiten.
Treyni mischt sich ebenso in diese Unterhaltung ein und meint dass auch die Dryaden bereit sind ihren Anteil an gelagerten Lebensmitteln abzugeben und damit das Überleben der Orks zu sichern. Dankend nehme ich beide Angebote an und versichere dass es nur solange ist bis ich die Landwirtschaft und eine Eigenversorgung in Gange bekommen habe.
Bei dem Thema Landwirtschaft angekommen wiederholt die Dryade ihr Vorhaben mit den Treants zu sprechen und deren Hilfe für den Bereich zu erfragen. Aufgrund der friedfertigen Natur der Baumwesen ist sie auch bereits überzeugt dass es dabei keinen Widerstand geben wird. Sie erklärt auch dass dank der besonderen Fähigkeit von ihnen eine erfolgreiche Versorgung nicht lange dauern wird.
Sichtlich erleichtert und erfreut über das wahrscheinliche Überleben ihrer Rasse bedanken sich die Vertreter der Orks mit einer erneuten Verneigung. Ich beende daraufhin dieses Thema mit der Aussage dass wir die Einzelheiten mit den entsprechenden Parteien im Nachhinein besprechen soweit es notwendig ist.

Anschließend lenke ich das Gespräch auf meinen Plan für die verbleibende Masse an Orks. Absolut direkt gebe ich ihnen dabei die klare Rolle als meine neue Arbeitskraft. Natürlich nicht als Sklaven ohne jegliche Freiheiten, sondern als Bewohner der Nation Kurenai.
Ich erzähle ihnen von der aktuellen Aufbausituation meiner Stadt und dass sie dabei von nun an ein wichtiger Teil sind. Sie werden einen Großteil der Bauarbeiten übernehmen und ich habe auch vor sie für die Landwirtschaft einzusetzen. Außerdem sollen sie wie die Goblins auch von den Experten lernen und dieses Wissen dann an ihre Artgenossen weiterreichen.
Allerdings gebe ich auch ehrlich zu dass momentan einfach nicht genug Platz ist um solch eine riesen Menge unterzubringen. Ich habe aber bereits eine Idee in Bezug auf die Unterbringung von ihnen. In meinen Augen ist es nicht wirklich normal dass eine Nation aus nur einer Stadt besteht. Selbst wenn ich die Gebiete der Lizardmen und Dryaden dazu zähle, ist es nach meiner Ansicht noch keine Nation. Dafür braucht es einfach mehr. Sowohl an Land als auch an Städten.
Und genau da kommen die Orks ins Spiel. Mein Vorhaben ist es sie in verschiedene Richtungen um Bloodheaven in einem gewissen Abstand neue Siedlungen erschaffen zu lassen. Außenposten sozusagen. Zum einen sollen diese Posten anfangs als äußere Verteidigungslinie und Aufklärungspunkte fungieren, später jedoch sollen sie sich zu eigene Städte entwickeln und sich mit eigener Produktion selbstständig versorgen.
Natürlich heißt das für den Beginn eine Menge Arbeit und so gut wie keinen Komfort, aber so ist es nun einmal beim Neuaufbau. Nachdem ich meine Gedanken zu diesem Thema ausgesprochen habe und die anderen um ihre Meinungen frage, werde ich von erstaunlich positiven überrascht. Der Häuptling und Treyni reagieren besonders positiv auf den dadurch resultierenden Schutz in der Zukunft. Und obwohl die Orks dabei den Löwenanteil an Arbeit haben, wenn nicht sogar alles, wirken sie geradezu glücklich darüber und können anscheinend kaum abwarte damit zu beginnen.
Aufgrund dieser für mich eher ungewöhnlichen Reaktion frage ich sie warum sie so glücklich sind. Der ehemalige Leibwächter meint dann nur dass sie nach der Niederlage und allem was sie getan haben mit einer ganzen Menge an mögliche Strafen gerechnet haben, doch diese „normale“ Behandlung ist für sie wie ein Traum. Dass sie die ganze Angelegenheit überleben und dann auch noch eine positive Zukunft in Aussicht haben macht sie einfach froh, da spielt es für sie wohl auch keine Rolle ob sie hart dafür arbeiten müssen.

Nachdem nun auch dieses Thema besprochen und mein Vorhaben ohne Widerworte akzeptiert ist gibt es jedoch noch eine weitere Sache zu klären. Eine recht ernste sogar. Mit einem entsprechenden Gesichtsausdruck richte ich meinen Blick auf eine weitere anwesende Person im Raum.

„Was geschieht mit ihm?“

Durch meinen Blick geleitet schauen auch die Anderen zur hinteren Ecke des Raumes. Im Schatten und dadurch nicht so leicht erkennbar befindet sich ein weiterer Echsenmensch. Es ist Gabiru, der auf dem Boden kniet. Seine Hände sind hinter seinem Rücken gefesselt und seinen Kopf hat er stark gesenkt sodass er lediglich die Erde im Sichtfeld hat.
Der Grund warum er sich überhaupt im Saal befindet bin ich selbst, denn vor dem Start unserer Besprechung habe ich darum gebeten dass er anwesend ist. Ich wollte dass er hört was ich über die ganze Angelegenheit erfahren habe und dass er im Endeffekt nur benutzt wurde. Wie meine Frage auch zeigt möchte ich außerdem wissen was mit ihm passieren soll.

„Durch sein Handeln hat er eine Rebellion angezettelt und unseren Klan zerteilt. Er hat seine eigenen Artgenossen wie Kriminelle eingesperrt und die Leben seiner Kameraden durch seinen überstürzten Angriff riskiert. Zusätzlich hat er dadurch beinahe eine wertvolle Allianz sabotiert. Dies sind alles unverzeihbare Taten, die eine hohe Strafe fordern“ erläutert der Häuptling.

Auch wenn er es sehr gut verbirgt, ich merke wie er die Tatsache dass er selbst von seinem eigenen Sohn eingesperrt wurde geschickt umschreibt. Bei seinem letzten Satz mit der Strafe kann ich anhand seiner Stimme erkennen dass er bereits eine Entscheidung getroffen hat, welche ihn aber sehr schwer fällt und nicht gerade glücklich macht.

„Als Hauptverantwortlicher wird er zum Tode verurteilt“ beendet er seine Erklärung.

„Seid ihr euch sicher dabei? Er ist immerhin euer Sohn“ entgegne ich ihm da ich sehen kann wie schwer ihm dies fällt.

Für einen Moment schweigt er und schließt seine Augen. Dann drückt er seine Hände fest zu Fäusten bevor er seine Augen wieder öffnet und entschlossen zu dem Lizardman in der Ecke guckt.

„Was er getan hat betrifft nicht nur mich, sondern all meine Artgenossen. Auch wenn es mir schwer fällt, so habe ich keine andere Wahl als diese Sache als Häuptling und nicht als Vater zu beurteilen.“

Dieses Argument ist durchaus korrekt und nur schwer zu leugnen. Trotzdem kann ich sehen dass er sich zu dieser Entscheidung zwingt. Was mich wiederum zu einer Idee bringt um die Zusammenarbeit zwischen uns noch mehr abzusichern und die Loyalität der Echsenmenschen weiter zu steigern.

„Ich verstehe eure Sichtweise und stimme grundsätzlich zu. Wenn es für euch akzeptabel ist würde ich dennoch gerne mit ihm sprechen bevor ein endgültiges Urteil ausgesprochen wird.“

„Dagegen spricht selbstverständlich nichts. Immerhin seid ihr ja nun unser Anführer und seine Aktionen hatten auch Auswirkung auf euch“ antwortet der Häuptling.

Genau genommen wurden diese Taten vor meiner Führung ausgeübt und der Kampf gegen die Orks wäre so oder so geschehen, aber ich bin froh dass er meinen Willen so schnell akzeptiert. Nachdem ich nun das grüne Licht bekommen habe gehe ich zu dem Gefangenen hinüber und bleibe direkt vor ihm stehen. Er zeigt jedoch keine Reaktion und lässt seinen Kopf weiterhin hängen.

„Gabiru“ spreche ich ihn mit Autorität an.

Nun erhebt er seinen Kopf und schaut mir in die Augen. Als ich sein Gesicht sehe wird mir eine Sache sofort bewusst. Ihm ist klar was auf ihn zukommt und er hat damit abgeschlossen. Ich habe keinen Zweifel dass er seinen Tod bereits akzeptiert hat.

„Sieht ganz so aus als hättest du mitbekommen was mit dir geschehen soll. Bevor die Entscheidung jedoch getroffen wird, möchte ich dir die Möglichkeit geben dich zu der ganzen Sache zu äußern und deine Handlungen zu erläutern.“

Wortlos schaut er mir weiterhin in die Augen ohne seinen Gesichtsausdruck zu ändern. Selbst nach ein paar Sekunden Wartezeit bleibt er dabei nicht zu antworten.

„Ernsthaft? Du hast dich aus Arroganz gegen deine eigenen Kameraden aufgelehnt und die Leben deiner Gefolgsleute aufs Spiel gesetzt und trotzdem hast du nichts zu sagen?“ frage ich ihn mit einer leicht bedrohlichen Stimme.

Erneut gibt er mir keine Antwort, sondern senkt seinen Kopf wieder nach unten. Auch diesmal warte ich einen Augenblick um zu sehen ob er dabei bleibt, was auch der Fall ist.

„Wenn das so ist steht meine Entscheidung fest. Ich nehme mir dein Leben“ spreche ich meinen Entschluss aus.

Auch nach dieser Aussage schweigt er weiterhin und zeigt keine sonstige Reaktion. Ich drehe mich daher wieder um und gehe zu den anderen.

„Ihr habt es gehört, sein Leben gehört mir“ sage ich mit meinem Blick auf den Häuptling gerichtet als ich bei ihnen ankomme.

„Keine Sorge, wir werden uns um seine Hinrichtung kümmern. Als seine Artgenossen sind wir dafür verantwortlich und ihr braucht euch eure Hände damit nicht zu beschmutzen.“

Eine wirklich noble Absicht seinerseits, vor allem wenn man bedenkt wie sehr er sich selbst zu dieser Aussage überwinden muss. Bester Beweis dafür ist sein bedrückter Gesichtsausdruck mit den geschlossenen Augen. Allerdings glaube ich dass er mich nicht richtig verstanden hat.

„Ähm, ihr habt mich anscheinend missverstanden“ spreche ich meinen Gedanken aus.

„Hm?“ meint er bloß und schaut mich nun wieder an.

„Mit seinem Leben nehmen meine ich nicht ihn zu töten, sondern ihn zu meinem Sklaven zu machen.“

„Ich… ich verstehe nicht ganz…“ erwidert der Häuptling.

Sein Blick ist eine Mischung aus Überraschung und Freude.

„Vor einiger Zeit habe ich einen Sklaven befreit und dabei gelernt ein solches Siegel einzusetzen. Anstatt ihren Sohn zu töten werde ich genau dieses Siegel benutzen und ihm zu meinen Sklaven machen.“

Das Oberhaupt der Lizardmen antwortet nicht sofort. Es fällt nicht gerade schwer mir vorzustellen was gerade in ihm vorgehen muss und da ist es verständlich dass er einen Augenblick braucht um diese Information zu verarbeiten.

„Aber was ist mit der Strafe für seine Taten? Ich kann ihn nicht einfach unbestraft davon kommen lassen“ spricht der Echsenmann kurz darauf.

„Keine Sorge, ich habe nicht vor es ihm leicht zu machen. Als mein Sklave wird er sozusagen zu meinem Besitz. Ich werde ihn so hart arbeiten lassen dass selbst seine Knochen wehtun werden. Knechtschaft wird seine Strafe sein bis ich der Meinung bin dass er seine Buße getan hat. Erst dann werde ich ihm sein Leben zurückgeben und ihn befreien“ erkläre ich den Grund für meine Entscheidung.

„Aber…“ sagt der Häuptling noch etwas unentschlossen darüber.

„Er hat geschwiegen.“

„Was?“ fragt er verwirrt über meine plötzliche Aussage.

„Als ich ihm die Chance für eine Erklärung gegeben habe hat er geschwiegen. Er hätte alle möglichen Dinge sagen können. Ausreden, Rechtfertigungen, Entschuldigungen oder sonst was. Aber er tat es nicht. Stattdessen hat er seine Handlungen akzeptiert und eingesehen dass er Fehler begangen hat. Er war bereit jede Strafe anzunehmen um für seine Taten zu büßen. Hätte er anders reagiert, dann hätte ich ihn eigenhändig getötet. Es tut ihm aber wirklich leid und er will die Sache wieder gut machen. Ich denke so jemand verdient eine zweite Chance und ich bin gewillt ihm diese als mein Sklave zu geben. Ich hoffe ihr könnt meinen Entschluss akzeptieren.“

Auf der Stelle kann ich die Erleichterung in den Augen meines Gesprächspartners sehen. Sogar ein paar Tränen befeuchten seine unteren Augenlider. Seine Tochter hat einen sehr ähnlichen Ausdruck, nur ohne Tränen.

„Vielen Dank“ meint der Häuptling dann mit einer leichten Verbeugung.

Ich nehme diese Worte als Bestätigung auf und freue mich innerlich dass mein Vorhaben erfolgreich ist. Der Hauptgrund für die Entscheidung Gabiru zu einem Sklaven zu machen war die Dankbarkeit und dadurch resultierende Loyalität zu steigern. Allem Anschein nach hat dies wunderbar geklappt. Außerdem stehe ich auch hinter dem was ich gesagt habe. Ich glaube der Echsenmann bereut sein Handeln wirklich, also kann ich auch großherzig genug sein ihm eine neue Chance zu geben. Ich habe nach meinem Tod ja auch noch eine erhalten.

„Dann werde ich das Ritual auch direkt durchführen“ spreche ich bevor ich mich umdrehe und zu meinem Ziel hinüber gehe.

Auch wenn er seinen Kopf noch immer gesenkt hat, so kann ich Tränen in seinem Gesicht erkennen. Ich hatte ehrlich gesagt mit Protesten seinerseits gerechnet, aber anscheinend ist er einfach nur dankbar.

„Du hast das Urteil gehört.“

Endlich zeigt er Reaktion und richtet seinen Blick zu mir nach oben.

„Aufstehen“ befehle ich ihm mit einem klaren Ton.

Dies setzt er sofort um und erhebt sich. Gleich darauf erhebe ich meine rechte Hand und packe damit seinen Hals. Anschließend starte ich das Ritual, obwohl Ritual nicht wirklich das passende Wort ist. Es ist nicht viel anders als einen Skill zu aktivieren, mit der Ausnahme dass ich ein paar Tropfen meines Blutes brauche um mich als Besitzer zu registrieren. Die notwendige Flüssigkeit erzeuge ich direkt aus meiner Handfläche heraus.
Die ganze Prozedur dauert nur ein paar Sekunden. Als ich meine Hand wieder entferne ist das Siegel bereits vorhanden und sichtbar um seinen Hals wie ein Halsband eines Hundes. Die einzelnen Parameter und Regeln dieser Bindung zwischen Sklave und Gebieter kann jederzeit von mir geändert werden. Aktuell habe ich es lediglich so eingestellt dass er meine Befehle zu folgen hat. Andernfalls bekommt er extreme Schmerzen. Dies gilt auch bei Fluchtversuche oder Angriffe gegen mich oder diejenigen, die ich als Verbündete ansehe.

„Das war´s. Von nun an bist du mein Eigentum. Dein Leben gehört somit mir.“

Kaum dass ich diese Worte ausgesprochen habe, geht Gabiru mit einem Fuß in die Knie und verbeugt sich wie ein Ritter vor seinem König. Diese Aktion erwischt mich zugegeben auf den falschen Fuß, denn mit so einer direkten Unterwerfung habe ich nun doch nicht gerechnet. Allerdings ist es gut dass er seine Position kennt und entsprechend handelt.
Nachdem ich zu den anderen zurückgekehrt bin beende ich die Besprechung. Die wichtigen Dinge sind immerhin geklärt und den folgenden Ablauf mit den Orks brauche ich ja nur mit diesen zu klären. Was mit den restlichen Gefangenen der Lizardmen passieren soll überlasse ich deren Oberhaupt.
Ich gebe den Kijin die Anweisung mit den Vertretern der Orks nach draußen zu gehen und der dort wartenden Armee die Neuigkeiten zu übermitteln. Kaum dass sie den Saal verlassen haben verabschiedet sich auch Treyni. Erneut versichert sie mir dass sie mit den Treants sprechen wird und so schnell wie möglich mit diesen nach Bloodheaven geht. Anschließend verschwindet sie so plötzlich wie sie immer erscheint.
Abschließend führe ich noch eine Aktion aus und gebe dem Häuptling der Echsenmenschen einen Namen. Ich hoffe dass er dadurch genug Respekt bekommt um zukünftige Aufstände zu vermeiden. Zusätzlich werde ich mit ihm als Oberhaupt dieser Rasse noch so einige Gespräche führen und da ist ein Name immer hilfreich. Allerdings fehlt es mir an Einfallsreichtum und so gebe ich ihm den seinem Sohn stark ähnelnden Namen Abiru.

Ich verabschiede mich von meinem neuen Untergebenen und mache mich auf den Weg nach draußen. Mein Sklave folgt mir wortlos ohne dass ich einen Befehl geben muss. Einen Wegweiser brauche ich auch nicht mehr, da ich mir mittlerweile die Strecke zum Ausgang gemerkt habe. Außerdem habe ich ja einen Echsenmann bei mir falls ich mich doch mal irren sollte.
Während der paar Minuten Laufzeit mache ich mir einen Plan wie ich den Aufbau organisieren soll. Es geht immerhin darum mehrere Außenposten zu errichten, die Landwirtschaft im Schnellgang hochzuziehen und die Hauptstadt zu erweitern. Eine grundsätzliche Idee habe ich ja schon. Was die Feinheiten angeht kann ich das Ruder ja meinen Gefolgsleuten übergeben. Es gibt ja auch keinen Grund zur Eile, denn der Kampf ist endlich vorbei. Mit dem Frieden kehrt bestimmt auch wieder etwas Ruhe ein.

Als ich den Ausgang erreiche werde ich auch direkt von Raiga begrüßt. Der Anblick von dem entwickelten Tier ist noch immer sehr gewöhnungsbedürftig, aber es ist bereits besser als beim letzten Mal. Insgeheim bin ich froh darüber den restlichen Wölfen keine Namen gegeben zu haben. Wenn die alle zu so einer Kreatur werden dann würde ich freiwillig abhauen. Ob Bhadra und Jorn nach einer Weile auch zu so etwas werden? Ich stelle es mir besser gar nicht erst vor.
Mit dem Rudelführer und dem Lizardman im Schlepptau begebe ich mich zu der Ork-Armee, wo sich auch die Kijin befinden. Nach den erleichterten Gesichtern der Orks zu urteilen haben sie die Neuigkeiten bereits erfahren. Zur Sicherheit frage ich dennoch nach ob sie Bescheid wissen, was mir auch direkt bestätigt wird.
Als ich daraufhin den Befehl für die Rückkehr nach Hause gebe, bittet mich der neue Anführer der Orks noch zu warten. Selbstverständlich frage ich sofort warum wir warten sollten, doch als ich seine Antwort höre wünsche ich mir ich hätte es nicht getan. Der Grund für seine Bitte ist das Verschwinden des Ork-Lords und die dadurch kurz bevorstehende Schwächung der Rasse.
Bei dem Wort „Schwächung“ klingeln sämtliche Alarmglocken in mir. Diese Wesen sollen immerhin meine zukünftige Arbeitskraft und gleichzeitig Armee sein, da hört man es nicht wirklich gerne dass genau diese schwächer werden soll. Ich frage den ehemaligen Leibwächter was genau er damit meint, woraufhin er erklärt dass die Orks dank der einzigartigen Fähigkeit von Geld zusätzliche Stärke erhalten haben und diese ohne den Einfluss des Skills nun wieder erlöschen wird.
Als er mir dies erzählt erinnere ich mich an die Informationen von Treyni bezüglich dieser Fähigkeit. Allerdings hatte sie nicht erwähnt dass diese Kraft ohne den Lord wieder verfliegt. Aber wenn ich so darüber nachdenke meinten sowohl die damaligen Oger als auch die Echsenmenschen dass die Orks normalerweise keine Gegner für sie sind. Und nun werden sie wieder auf dieses Level gesetzt, was absolut schlecht für meine Pläne ist. Schwache Arbeiter und Soldaten helfen nicht wirklich weiter.
Zähne knirschend muss ich zugeben dass mir somit nur eine Möglichkeit bleibt um ihre Kraft beizubehalten.

Ich muss sie benennen.

Mehr als 150.000 Orks.

Soviel zum Frieden und meiner Ruhe.

Eigentlich war mein Plan nur den Vertretern einen Namen zu geben und diese damit gleichzeitig zu den Anführern der einzelnen Außenposten zu machen, aber das kann ich ja jetzt vergessen. Da mir jedoch keine andere Option bleibt akzeptiere ich diese Tatsache. Auch wenn das eine Menge Arbeit bedeutet.
So glücklich die Orks über diese Nachricht sind, so niedergeschlagen bin ich wenn ich an die notwendige Zeit denke. Um nicht groß zu Zögern gebe ich die Anweisungen eine Reihe zu bilden und einen selbst ausgedachten Namen parat zu halten. Während meine neuen Untertanen dies umsetzen gebe ich auch den Kijin ein paar Aufgaben.
Benimaru soll nach Bloodheaven zurückkehren und sich um die Verwaltung kümmern. Er soll ebenso alles für die Neuankömmlinge vorbereiten und Joren anweisen die Landwirtschaft für die Versorgung von unserer neuen Einwohnerzahl zu planen.
Souei, Hakurou und Jorn bekommen die Aufgabe die Umgebung nach möglichen Stellen für die Außenposten zu durchsuchen. Dabei sollen sie auf eine Entfernung zur Hauptstadt von maximal drei Tage Marschzeit achten.
Kezan, Gabiru, Bhadra und Raiga sollen auf die Jagd gehen um Nahrung für unsere Neuzugänge zu besorgen. Ich habe natürlich vor die verfügbaren Mittel meines Inventars zu nutzen, aber Nachschub sollte trotzdem vorhanden sein.
Shion soll mir bei dem reibungslosen Ablauf der Namensgebung helfen. Sobald die ersten Orks benannt sind, werde ich diese ebenso dafür einsetzen. Mit der Aufteilung der Aufgaben fertig, gebe ich nun den Befehl zur Umsetzung. Sofort verschwinden die Parteien in verschiedene Richtungen um ihre Missionen zu erledigen.
Da auch mittlerweile von den ersten eine Reihe gebildet wurde mache ich mich ebenso an die Arbeit.

Der Ablauf ist glücklicherweise ziemlich gut geregelt und verläuft daher recht flüssig. Immer wieder lege ich nach einer gewissen Zeit eine Pause ein um wieder Ordnung zu schaffen. Zumal die anderen im Gegensatz zu mir erschöpft werden und Hunger bekommen. Daher dienen die Pausen auch für die Mahlzeiten, welche an sich nur aus gebratenem Monsterfleisch bestehen. Auch die Beute meiner Jäger wird einfach nur gegrillt, denn aktuell zählt für mich nur das Überleben der Orks und nicht deren Freude an leckeres Essen. Gott sei Dank sehen sie das genauso.
Mit der täglichen Nachtruhe wiederholt sich dieser Ablauf immer wieder. Und ehrlich gesagt ist das auch für mich gut, denn aufgrund der Masse werden selbst meine Magicules nach einem ganzen Tag der Benennung knapp. Ohne die Regeneration in der Nacht würde ich keine zwei Tage durchhalten.
Die Namen werden wie geplant von den Orks selbst bestimmt und ich gebe ihnen diesen dann lediglich. Einzige Ausnahme ist der ehemalige Leibwächter von Geld, dem ich als dessen Nachfolger und somit Anführer der Orks bestimme. Er wurde zwar schon als solcher von seinen Artgenossen angesehen, aber damit habe ich es offiziell gemacht. Allerdings fand ich den Namen Geld irgendwie komisch, daher erhielt er stattdessen den Namen Geldas. Aus irgendeinem Grund befand sich dieser in meinem Kopf und daher habe ich mich dafür entschieden.
Ganze 10 Tage dauert es bis endlich jeder einzelne Ork einen Namen bekommen hat und ich muss zugeben dass es mental echt kräftezehrend war. Wie ein schlechter Film, der sich immer wiederholt. Nun habe ich es zum Glück hinter mir und trotz der investierten Zeit, sowie mentaler Anstrengung da ich die Registrierung im Gedankennetzwerk auch gleich erledigt habe, hat es sich im Endeffekt gelohnt.
Bis auf die Orks vom heutigen letzten Tag haben sich alle bereits entwickelt. Etwas überraschend ist dass es äußerlich keine sehr großen Veränderungen gab. Ihre Gesichtszüge sind etwas menschengleicher geworden, aber was das Aussehen angeht war es das auch schon. Der eigentliche Unterschied liegt in der magischen Kraft, denn diese hat sich wie gewünscht auf dem Level zur Zeit des Ork-Lords gehalten. Genau genommen ist sie sogar noch etwas gestiegen und die Orks wurden zu High-Orks. Geldas wurde dazu zum Ork-König, was sich auch in seiner Kraft spiegelt. Er ist nun locker doppelt so stark wie seine Artgenossen.
Ein positiver Nebeneffekt ihrer Entwicklung ist auch ihr interner Energiehaushalt, denn sie bekommen nun wesentlich weniger Hunger als zuvor. Vielleicht ist das ja auch kein Nebeneffekt, sondern generell der Fall bei deren Evolution. Beantworten konnten sie mir diese Frage nicht, da sich noch keiner von ihnen entwickelt hatte. Wenigstens sollte das die zukünftige Versorgung ein wenig vereinfachen.

Nachdem diese Angelegenheit nun endlich hinter uns ist, machen wir uns alle auf den Weg nach Hause. Fürs erste können sie sich im Bereich um Bloodheaven aufhalten. Mit ihrer Stärke und Anzahl sollten sie schließlich keine Probleme haben, selbst wenn sie andere Monster antreffen. Und es ist ja nur solange bis ich die richtigen Orte für die Außenposten gefunden habe und sie dorthin ziehen können.
Der Rückweg dauert ein paar Tage. Ich freue mich schon auf die Ruhe und die Zeit für mich. Natürlich werde ich zuerst eine Versammlung abhalten um den Werdegang zu besprechen, aber danach sollte ich dann endlich Zeit haben um meine privaten Vorhaben wie Training zu erledigen.
Bei der Ankunft werden wir auch gleich von Benimaru und Rigurd begrüßt. Auch Shuna ist anwesend und schmeißt sich mir regelrecht um den Hals, was Shion augenscheinlich nicht sehr zusagt. Allerdings ist da noch etwas anderes was meinen Blick auf sich zieht. Unterschiedlich große Bäume mitten im Weg. Es braucht nicht gerade einen Superdetektiv um zu erkennen dass es sich dabei um die Treants handelt. Immerhin steht Treyni auch bei ihnen. Es sind 10 dieser Wesen und ihre Ähnlichkeit zu wirklichen Bäumen ist echt verblüffend.
Ihre Größe variiert von 2 bis 3 Meter und alle besitzen eine dunkelbraune Farbe. Ihren Formen sind auch eher verschieden, aber alle bestehen grundsätzlich aus Holz und Blätter. Sie haben jedoch keine Baumkronen, sondern kleine Büsche als Hände. Der Körperbau besteht aus einem dicken Stamm, welcher vermutlich den Oberkörper darstellt, und Äste als Hände und Füße. Hier und da wachsen vereinzelt kleinere Äste mit Blätter empor. Sie haben erstaunlich menschenähnliche Gesichter am oberen Ende des Baumstammes. Gesamt betrachtet sehen sie genauso aus wie man sich ein Baumvolk vorstellt.

Wie geplant rufe ich auf der Stelle eine Versammlung ein. Zum Glück sind alle wichtigen Personen vorhanden, denn auch die Späher sind bereits von ihrer Erkundung zurückgekehrt. Den Orks gebe ich die Anweisung sich um die Stadt zu verteilen und zu warten. Zusätzlich sollen sie mögliche Beute in ihrer Nähe selbst erlegen und soweit es geht in der Stadt helfen.
Als ersten Punkt der Besprechung lasse ich mir die Berichte von allen geben um den aktuellen Stand zu erfahren. Was die Stadt angeht gibt es nicht wirklich viele Neuigkeiten. Der Aufbau wurde wie gewünscht weiter fortgesetzt und verlief reibungslos. Die Schmiede haben mehr Waffen und Rüstungen erstellt und viel mit den Goblins geübt. Shuna war extrem fleißig und hat eine gewaltige Menge an Kleidung hergestellt. Nun kommen wir zu den wichtigen Themen im Zusammenhang mit den Orks.
Und als ich die Berichte erhalte, sehe ich erneut schwarz für meine ruhige Zeit des Friedens. Alleine der Spähtrupp hat eine überraschend große Zahl an möglichen Standorten für die Erschaffung von Posten entdeckt. Es sind locker 30 Orte auf einer von Hakurou erstellten Karte markiert. Ich hatte zwar schon geplant die Riesenmenge in ein paar Gruppen auszuteilen, aber meine Höchstgrenze waren 10 Posten. Das ist dann immer noch eine ganze Menge an Orks an einem Punkt, aber sie sollen ja auch als zukünftige Verteidigungslinie dienen. Aber egal ob ich 10 oder 30 Posten wähle, ich muss trotzdem jeden einzelnen Platz überprüfen bevor ich mich entscheide. Das alleine wird mich einige Zeit beschäftigen.

Als nächstes gibt mir Joren sein Grundriss für den Ackerbau. Und der hat es in sich. Die von ihm als notwendig gekennzeichnete Fläche ist nicht gerade klein, was andererseits verständlich ist wenn man bedenkt wieviel Mäuler zu füllen sind. Das würde ein gutes Stück Wald kosten und ebenso Zeit beanspruchen.
Ich richte mich daher an Treyni, welche in Vertretung für die Treants anwesend ist, um zu erfahren wie die Fähigkeit dieser Wesen wirkt und hilft. Als ich davon erfahre bin ich wirklich beeindruckt über diese Kreaturen. Kurzeitig habe ich sogar das Verlangen eines von ihnen zu verschlingen um diesen Skill zu bekommen.
Laut ihrer Erklärung sind die Baumwesen dazu in der Lage die gesamten Pflanzen in einem gewissen Umkreis von ihnen so zu beeinflussen, dass sie innerhalb von zwei Wochen komplett reif und somit fertig für die Ernte sind. Sie beeinflussen sozusagen die Wachstumsrate direkt, weswegen die Pflanzen so schnell wachsen können und reif werden. Natürlich ist es notwendig dass der Boden auch entsprechend Nährstoffe, sprich Dünger und Wasser bekommt, da sie die gleiche Menge brauchen als würden sie über eine ganze Saison wachsen. Es müssen also genug Arbeitskräfte vorhanden sein um dies umzusetzen.
Nachteil dieser Fähigkeit ist jedoch dass sich der Boden im Anschluss für etwas Zeit erholen muss bevor der Skill erneut eingesetzt werden kann. In dieser Zeit sollte auch sonst nichts angepflanzt werden um den Boden nicht zu strapazieren. Selbstverständlich sollte man auch in der Erholungszeit dafür sorgen dass der Boden mit Wasser und Dünger versorgt wird damit die Naturenergie der Erde regeneriert wird. Die Ruhephase sollte mindestens doppelt solange sein, also vier Wochen. Kein Zweifel dass eine Rotation der Felder notwendig ist.
Treyni hat sogar noch genauere Informationen und erklärt dass alle 10 Treants zusammen eine Fläche von einem Quadratkilometer mit ihrem Skill abdecken können. Dementsprechend schauen wir auf einen Ernteertrag von 100 Hektar alle zwei Wochen. Ich weiß zwar nicht wie es sich mit den möglichen Pflanzen hier verhält, aber das sollte zumindest genug sein um mit den anderen Nahrungsmitteln unsere gesamte Anzahl zu versorgen. Zusätzlich sollte dies auch helfen die notwendige Fläche zu verkleinern um nicht zu viel vom Wald zu zerstören.

Joren stimmt mir dabei zu und meint er kann somit die Fläche grundsätzlich halbieren, da er trotzdem plant einige Felder mit normalem Wachstum zu nutzen. Da Wasser eine sehr wichtige Rolle spielen wird gebe ich ihm die Anweisung den Bau der Felder nahe am Fluss und am Berg mit Bahamuts Höhle durchzuführen. Zur Sicherheit werde ich einen Außenposten direkt in der Nähe platzieren, welcher dann auch die Arbeitskräfte für die Landwirtschaft abstellen wird. Außerdem plane ich auch für die kommende Zeit das Fleisch der Monster aus der Höhle zu verwenden, sowie eine weitere Produktion in der Höhle selbst. Transportmäßig macht es also Sinn die Felder in der Nähe zu positionieren.
Der von mir ernannte Chef der Feldwirtschaft akzeptiert dies und meint dass er sich direkt nach der Besprechung an die Arbeit macht die Landschaft dahingehend zu prüfen. Aus Interesse frage ich die Dryade dann noch was die Baumwesen selbst eigentlich als Nahrung brauchen und bekomme eine sehr erfreuliche Antwort. Wie echte Bäume brauchen sie neben den Nährstoffen aus dem Boden lediglich Wasser und Sonne. Das heißt sie brauchen kein sonstiges Essen und leben im Grunde von all dem was auf dem Feld ohnehin benutzt wird.

Damit sind die wichtigen Punkte geklärt, weswegen ich die Versammlung beende und die Anweisung gebe die anliegenden Arbeiten umzusetzen. Die einzelnen Aufgaben bleiben wie vorher an sich bestehen, also was Produktion von Waffen, Rüstungen und Kleidung angeht. Auch der fortlaufende Aufbau der Stadt liegt weiterhin in Eren´s Hand. Zur Unterstützung soll er sich so viele Orks wie er will nehmen. Dies trifft auch auf Joren und seiner wichtigen Mission zu.
Anschließend wird es für mich Zeit die möglichen Plätze für die Außenposten zu prüfen. Bevor ich mich allerdings dem widme, gebe ich Gabiru seine erste Anweisung als mein Sklave. Ich bringe ihn mit ein paar Goblins und Orks zur Höhle im Berg. Sein Auftrag ist es dort gegen die Monster im Inneren zu kämpfen um dessen Fleisch als Nahrung zu erlangen.
Zur Sicherheit erkläre ich ihm mit was für Gegner er zu rechnen hat und auf welche Dinge er dabei zu achten hat um nicht selbst zu sterben. Er soll bei den Kämpfen möglichst alleine antreten und den Rest der Gruppe nur einsetzen wenn es notwendig ist. Zusätzlich soll er die ganze Sache so organisieren, dass jeden Tag das erbeutete Fleisch abgeholt werden kann. Daher soll er anfangs auch nicht zu weit hinein gehen.
Diesen in meinen Gedanken als Test angesehenen Auftrag nimmt er widerstandslos an und macht sich auch direkt an die Arbeit.

Auch ich beginne daraufhin meine Aufgabe der Prüfung. Dafür treffe ich mich mit Jorn und Souei um die gefundenen Stellen nach und nach auszukundschaften. Es dauert nicht lange bis ich feststelle dass es sich dabei tatsächlich um eine stressige Angelegenheit handelt. Mit jeder neuen Position steigt meine Irritation und ich denke mehrmals daran die Orks einfach zu eliminieren um diesen Stress zu entgehen. Allerdings ist mir der resultierende Vorteil von ihnen durchaus bewusst, wodurch ich mich der Versuchung widersetzen kann.
Eine ganze Woche dauert es bis endlich alle Positionen überprüft sind. Dank der Fähigkeit Schattenschritt ist das sogar eine sehr gute Zeit, denn wenn wir zu jeder Stelle gelaufen wären, hätte es um einiges länger gedauert. Trotzdem musste ich zwischendurch immer wieder zur Stadt zurückkehren um verschiedene Angelegenheiten zu klären, daher ging es nicht schneller.
Zum Glück hatte ich meine treuen Untertanen, welche sich um viele Sachen gekümmert haben. Wie geplant hat auch bereits der Aufbau der Feldwirtschaft begonnen und geht gut voran. Dank der Orks sollte es nicht länger als zwei Wochen dauern bis genügend Fläche zum Anbau verfügbar ist.
Was die Außenposten angeht habe ich mich letztendlich für alle Plätze entschieden. Die von den Spähern vorgeschlagenen Orte sind alle nutzbar und eignen sich daher für einen Aufbau. Dies wiederum bedeutet noch mehr Stress für mich, da es nun an die Umsetzung geht. Und da die anderen Führungspersonen unter mir schon einige Aufgaben zu erledigen haben, bleibt diese Arbeit an mir hängen.

Nachdem ich die Orks zusammengerufen habe, erstelle ich die entsprechenden Gruppen für den Bau der Posten. Das alleine nimmt schon etwas Zeit in Anspruch, da es immerhin 30 Gruppen sind, welche ja auch Wachleute für eventuelle Angriffe benötigen.
Anschließend bringe ich die einzelnen Gruppen zu den gewählten Orten und bestimme dort einen leitenden Ork. Eren hatte in den letzten Tagen eine Anzahl von ihnen sein Wissen beigebracht, wodurch der Aufbau selbst keine großen Schwierigkeiten bringen sollte. Es geht ja auch nicht gerade darum Hightech-Gebäude zu bauen. Außerdem sollen die Schüler von Eren ihr erlangtes Wissen an die anderen Orks weitergeben. Daher sind die Anführer der Gruppen, Vorarbeiter sozusagen, diejenigen, die mir Eren als besonders fähig empfohlen hat.
Mit den weiterhin anhaltenden Zwischenarbeiten wie Versorgung und Klärung von Angelegenheiten in der Stadt dauert es weitere sieben Tage bis alle Gruppen an den Positionen angekommen sind und ihre Arbeit beginnen können. Für die Verteilung der Nahrung habe ich drei Trupps aus je fünf Wölfen und zwei Goblins aufgestellt, welche mit einem Holzkarren das Essen ausliefern. Gott sei Dank brauchen Monster nicht jeden Tag etwas zu Essen, sonst wären noch mehr Trupps notwendig gewesen. Und Gabiru leistet erstaunlich gute Arbeit, wodurch wir genügend Nachschub an Fleisch haben. Genug dass mit den Lieferungen auch kleine Vorräte bei den Posten angelegt werden können.

Leider endet auch hier der Stress nicht, denn selbst nach dem Beginn der Arbeiten werde ich immer wieder zu verschiedene Posten gerufen um Entscheidungen zu treffen. Ich habe den leitenden Orks keine komplette Freiheit gegeben wenn es um wichtige Entscheidungen geht, da ich lieber gleich alles nach meinem Wunsch  und vor allem richtig machen will anstatt es später zu bereuen. Das wiederum bedeutet aber auch mehr Arbeit für mich. Viel mehr als ich erhofft habe.
Es dauert doch tatsächlich weitere zwei Wochen bis endlich ein fast reibungsloser Ablauf vorhanden ist und ich nicht ständig von einer Stelle zur anderen gehen muss. Der einzige Trost ist dass in dieser Zeit auch der Feldbau sehr guten Fortschritt gemacht hat und wir beinahe bereit sind die Bewirtschaftung zu starten. Auch der Stadtbau ist gut vorangekommen, sodass wir nun auch richtige Straßen aus Pflastersteinen und Steinhäuser besitzen. Natürlich noch nicht in der ganzen Stadt, aber es ist zumindest ein Fortschritt.
Es hat auch geholfen dass ich Eren durch eine spezielle Form des Mental-Link enorm motivieren konnte. Dabei habe ich ihn mental Bilder aus meiner Welt, besonders von der Architektur, gezeigt und ihn damit neue Möglichkeiten für seine Konstruktionen gegeben. Nun ist es richtig enthusiastisch bei der Arbeit und hat auch eine menge Ideen die er umsetzen will.
Ich hingegen freue mich nun endlich etwas mehr Ruhe zu haben und Zeit für mich selbst zu nutzen, da sich der gesamte Aufbau nun fast von alleine gestaltet. Aus diesem Grund nehme ich mir vor nach der heutigen Versammlung kurz vor dem Mittag endlich wieder etwas Training zu vollziehen. Besser gesagt möchte ich mir einen Ort dafür suchen, da die Höhle ja nun auf meine Anweisung von Gabiru besetzt ist.
Nachdem die Besprechung erledigt ist mache ich mich daher auf den Weg zum Berg. Anstatt in der Höhle zu trainieren kann ich genauso gut einen passenden Platz auf dem Berg suchen. Ich bin kurz davor die Stadt zu verlassen als sich eine mentale Verbindung zu mir öffnet.

„Leo-sama?“

Ich kann zwar was die meisten Goblins und Orks angeht die Stimmen noch nicht genau zuordnen, aber meine bekannten und wichtigen Gefolgsleute kenne ich mittlerweile schon gut genug. Daher weiß ich auch dass es sich um die Stimme von Jorn handelt.

„Was gibt es denn?“

„Ich habe Eindringlinge am Rand der Stadt entdeckt“
antwortet er ernst, wobei er meistens so klingt.

„Verstanden. Bleib wo du bist, ich komme zu dir.“

Soviel zu meiner Ruhe. Der ganze Stress in letzter Zeit war wohl noch nicht genug, nun kommen auch noch Eindringlinge. Ich hoffe nur sie sind nicht wie die letzten, welche im Endeffekt in einem Krieg gegen die Orks resultierten. Sofort mache ich mich auf dem Weg zur Position des Wolfs um zu erfahren was diesmal auf mich zukommt.




Autoren-Nachwort:

So, endlich ein weiteres Kapitel erledigt und..........ein Cliffhanger ^^

Was die Landwirtschaft angeht habe ich versucht einigermaßen korrekte Zahlen zu nutzen was Hektar angeht, aber es ist und bleibt eine Fantasiewelt, daher habe ich auch die Reifezeit mit den Treants verringert. Ich fand es immer komisch dass trotz des ständigen Zuwachses der Bewohner im Anime nie wirklich soetwas erwähnt wurde (mal abgesehen von dem bisschen Jagen). Aber zu sehr ins Detail gehen wollte ich da auch nicht.

Ich bin ja mal gespannt ob jemand darauf kommt um was es sich für eindringlinge handelt. Ich sage aber schonmal vorweg, dass es niemand aus dem originalen Anime ist.

Also dann bis zum nächsten mal ;-)
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