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Second Life as an Elemental.

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18 / Gen
13.12.2018
20.06.2020
21
124.349
9
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23.08.2019 5.625
 
Einen Moment lang nach der Einverleibung des gegnerischen Anführers bleibe ich an Ort und Stelle regungslos stehen. Meine Augen habe ich die ganze Zeit geschlossen, da ich den Sieg mental würdigen will. Es gibt jedoch noch einen anderen Grund warum ich mich nicht bewege.
Eine Vielzahl von Bildern schwebt in meinem Kopf. Zweifelsohne sind es Erinnerungen, aber nicht meine eigenen. Es sind die des von mir besiegten Dämonenlords Geld. Ich kann mir nicht wirklich erklären warum ich seine Erinnerungen sehen kann, da so etwas bisher noch nie passiert ist. Möglicherweise ist dies ein Nebeneffekt beim Verschlingen eines lebendigen Wesens. Vielleicht passiert es aber auch nur weil der Ork-Lord kein gewöhnliches Monster war. Was auch immer diesen Effekt hervorruft, es zeigt mir wichtige Informationen über die Beweggründe der Orkinvasion.
Zum Beispiel kann ich sehen dass der Ork nicht erst nach seiner Verwandlung in den Lord zum Anführer wurde, sondern auch vorher der König seiner Artgenossen war. Die in meinen Gedanken abspielenden Erinnerungen zeigen mir dass die Orks von einer Hungersnot heimgesucht wurden. Bevor er seinen Namen erhielt versuchte der König eine Lösung zu finden und ging dafür sogar auf eine Wanderung. Bis er schließlich in einem vertrockneten Gebiet zusammenbrach und seinen Tod erwartete.
Dies war der Augenblick als der Majin Gelmud ihn fand und mit seiner Benennung die Invasion einleitete. Ich kann ebenso sehen dass Geld nicht einfach nur eine Marionette war, sondern von seiner Ausnutzung wusste. Mit der Verantwortung für seine Artgenossen folgte er allerdings die Anweisungen vom Majin und begann andere Klans zu überfallen. Er war sich seiner Sünden bewusst, aber konnte auch nicht mehr zurückgehen und marschierte somit weiter. Das Eine, was er mit seinem Tod wirklich bereute, war das er seine Sünden nun auf seine Artgenossen übertrug.
Seine Reue war die letzte Erinnerung, die ich gedanklich sehen konnte. Mit einem leichten Verständnis seiner Situation öffne ich meine Augen wieder und richte meinen Blick auf die Orks. Längst haben sie ihre Bewegungen eingestellt und viele von ihnen haben sogar ihre Waffen auf den Boden fallen lassen. Es ist deutlich zu spüren dass die Auswirkung der Fähigkeit Ausgehungert verschwunden ist. Der noch lebende der beiden Leibwächter von Geld sieht sogar etwas erleichtert aus.

„Der Ork-Lord ist besiegt. Stellt eure Angriffe ein, außer ihr werdet noch attackiert“ sage ich über das mentale Netzwerk zu all meinen Gefolgsleuten und bekomme auch direkt eine Bestätigung meiner Anweisung. Anschließend stelle ich mit einem einfachen „Souei?“ eine Einzelverbindung zu dem Kijin her.

„Ja?“

„Wie sieht es bei dir aus?“

„Die Gefahr wurde neutralisiert und die Echsenmenschen sind befreit“
antwortet er ziemlich monoton als wäre seine Aussage eine Selbstverständlichkeit.

„Sag dem Häuptling er soll eine Versammlung vorbereiten. Es gibt ein paar Dinge zu besprechen.“

Nachdem er mir dies verbal bestätigt beende ich unsere Verbindung und richte meinen Blick auf den verbleibenden Leibwächter des Ork-Lords. Ich will gerade einen Schritt in seine Richtung machen als eine andere Stimme in meinem Kopf erklingt.

[Einzigartige Fähigkeit Absorption hat sich zu einzigartiger Fähigkeit Gluttony entwickelt.]

Wie üblich ist Libra´s Stimme komplett monoton. Sogar noch mehr als Souei´s gerade eben, aber der Inhalt ihrer Aussage weckt meine Interesse. Oder ruft eher Überraschung in mir hervor. Mittlerweile ist es ja so ziemlich normal dass von Gegnern aufgenommene Fähigkeiten dank dem Skill Überlegenheit verbessert werden und sich dadurch entwickeln, aber dass sich meine eigene Fähigkeit entwickelt ist bisher noch nicht vorgekommen. Zumal ich Absorption bereits als vollkommen angesehen habe. Dies war wohl eine Fehleinschätzung. Leider habe ich im Augenblick aber auch keine Zeit zu testen was sich dadurch verändert hat. Es stehen immerhin wichtigere Sachen auf dem Plan.

Nun gehe ich also langsam auf den Leibwächter zu. Ich bleibe natürlich etwas vorsichtig, aber zeige dies nicht nach außen. Als ich nur noch ein paar Schritte von meinem Ziel entfernt bin, gehen ein paar der hinteren Orks in eine defensive Haltung. Was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man bedenkt was ich eben mit ihrem Anführer gemacht habe. Erstaunlicherweise zeigt der Leibwächter selbst keine Furcht. Noch immer hat er einen eher erleichterten Gesichtsausdruck während er nur zusieht wie ich näher komme.
Zwei Meter vor ihm bleibe ich dann stehen und gucke ihm für einen kurzen Moment nur in die Augen.

„Der Kampf ist vorbei“ breche ich dann das Schweigen nach ein paar Sekunden. Mit dieser Aussage verändert sich sein Ausdruck auch ein wenig. Er wirkt leicht überrascht als ob er mit anderen Worten gerechnet hat. „Es gibt einiges zu besprechen. Versammle deine Artgenossen an einer Stelle und komm dann mit euren Abgeordneten zu mir.“

Dies ruft einen noch größeren Schock in ihm aus wie ich anhand seines Blickes ganz klar erkennen kann. Eine Besprechung war wohl nicht in seinen möglichen Szenarios dabei.

„In Ordnung“ antwortet er nachdem er seine Fassung zurückgewonnen hat.

Ich drehe mich nun um und mache mich auf den Weg zu meinen Verbündeten. Nach ein paar Schritten bleibe ich aber noch einmal stehen und drehe lediglich meinen Kopf zu ihm.

„Ich brauche es vermutlich nicht zu erwähnen, aber sollte jemand von euch versuchen zu fliehen oder einen Angriff starten, dann werdet ihr vernichtet“ spreche ich mit tiefer und bedrohlicher Stimme um ihnen diesen Punkt zu verdeutlichen.

Kein bisschen erstaunt darüber nickt er meine Drohung nur ab und geht dann zu seinen Kameraden. Daraufhin richte ich meinen Blick wieder geradeaus und gehe ein paar Schritte bevor ich ein weiteres Mal Flügel aus Blut aus meinem Rücken erzeuge und mich in die Luft erhebe. Während ich im entspannten Flug den Heimatfelsen der Echsenmenschen ansteuere, teile ich meinen Gefolgsleuten mental mit sich dort zu versammeln.
Ich kann auch in der Luft bereits erkennen wie sich die Orks an einem Punkt zusammenfinden und allem Anschein nach meiner Anweisung zu warten nachgehen. Obwohl so einige der Monsterart von unserer Seite vernichtet wurden, ist es noch immer eine gewaltige Masse. Wenn ich es mit dem Bild vor dem Kampf vergleiche, dann würde ich sagen dass nicht einmal ¼ der Armee besiegt wurde. Demnach sind noch locker 150.000 Orks übrig. Da stellt sich sofort die Frage was mit ihnen geschehen soll. Sie einfach gnadenlos abzuschlachten sehe ich gar nicht erst als Alternative an, jetzt wo ich den Hintergrund ihrer Invasion kenne.
Aber da liegt auch das Problem. Die Hungersnot. Dank des Einflusses vom Lord haben sie überlebt, aber dieser ist nun weg und es wird nicht lange dauern bis ihr Hunger zurückkehrt. Irgendetwas muss also geschehen um dem entgegenzuwirken. Es ist zwar schwer vorzustellen dass sie erneut versuchen zu attackieren nachdem sie jetzt unsere Stärke kennen, aber Verzweiflung kann alle möglichen irrationalen Entscheidungen hervorrufen.
Allerdings habe ich auch schon einen Plan was ich mit den verbleibenden Orks anstelle. Nur ist dies eine Entscheidung, die ich nicht mehr einfach so alleine treffen kann. Immerhin stehe ich in einem Bündnis, was meinen Verbündeten ein Mitspracherecht gibt. Es besteht natürlich die Möglichkeit mein Willen mit Gewalt durchzusetzen, da ich nun mit Sicherheit sagen kann dass wir den Echsen überlegen sind, aber die Ehre mich an meinen Teil der Vereinbarung zu halten habe ich schließlich noch. Gewalt oder Drohungen sind daher Tabu.

Kurze Zeit später komme ich am Felsen inmitten des Sumpflandes an und lande direkt vor dem Eingang zum Höhlensystem. Meine Kampftruppe ist bereits anwesend und begrüßt mich auch sofort. Shion ist dabei besonders enthusiastisch und fällt mir regelrecht um den Hals. Man kann deutlich erkennen dass diese Reaktion durch ihre Freude über mein Wohlergehen hervorgerufen wird. Mich versetzt ihre sehr innige Umarmung allerdings in einen panischen Zustand. Nicht weil sie so fest drückt dass es beinahe weh tut, sondern weil ich ihre prachtvolle Oberweite so stark spüren kann wie noch nie zuvor. Trotz der Kleidung kann ich fast die Form und Weichheit ihrer Haut wahrnehmen. Dies sorgt auch für den bisher heftigsten inneren Kampf sie nicht an Ort und Stelle vor aller Augen zu nehmen. Ich schaffe es zwar mich dagegen zu wehren, aber die Reaktion meines anderen Ich´s im Unterleib und dessen Auferstehung kann ich nicht unterbinden.
Was die Sache schlimmer macht ist dass der vollbusigen Kijin-Dame die Bewegung meines männlichen Teils anscheinend nicht verborgen bleibt, denn direkt darauf drückt sie sich noch fester an mich.

„Meister, es freut mich dass ihr wohlauf seid“ spricht eine sehr bekannte Stimme in einer Tonlage, welche tiefer als vorher ist.

Shion wird dadurch wieder in die Realität zurückgeholt und beendet die Umarmung, was mich überraschenderweise mehr enttäuscht als erwartet. Ohne mir dies anmerken zu lassen richte ich meine Sicht auf den Ursprung der Stimme.

Heilige Scheiße!

Fassungslos starre ich einfach nur zu ihm. Sämtliche Lust durch Shion´s Berührung verfliegt auf der Stelle. Vor mir steht Raiga in seiner vollen, entwickelten Pracht. Klar habe ich ihn bereits während des Kampfes in seiner neuen Form gesehen, aber trotz meiner speziellen Sicht war dies aus der Entfernung. Jetzt wo er direkt vor mir steht hat er eine komplett andere Wirkung.
Egal wie lange ich ihn ansehe und wie sehr ich es in meinen Gedanken drehe und wende, vor mir steht ein knapp 3 Meter großes Monster. Nein, eine Bestie. In dem Augenblick, in welchem ich ihm direkt ins seine blutroten Augen sehe überkommt mich ein Gefühl, welches ich in dieser Welt noch nicht hatte. Panik. Nicht die Panik nach einer überraschenden Situation wie mit Shion kurz zuvor, sondern wahre Panik. Schiere Angst ums Leben. Ich habe das Gefühl als würde ich einer Naturgewalt gegenüber stehen.
Es ist aber nicht seine magische Kraft, die mir diesen kalten Schauer durch den Körper jagt. Es ist schlicht und einfach die Kombination seiner Augen und seines Äußeren. Sein kalter, stechender Blick übertrifft selbst dem von Jorn. Es fühlt sich so an als hätte der Teufel persönlich seine Augen auf mich gerichtet um mich in seine Welt zu ziehen. Aber auch sein Körper trägt dazu bei. Mal abgesehen von der Größe an sich, wirkt er nicht einfach nur wilder, sondern durch und durch gefährlich. Seine Statur, die dunklere Fellfarbe und andere Feinheiten. Die Hörner und Zähne, einfach alles. Obwohl ich vom Kopf her weiß dass ich vom Kraftverhältnis her überlegen bin, sorgt mein Instinkt dennoch für eine extreme Einschüchterung.

„D-Danke“ erwidere ich und versuche dabei noch einigermaßen normal zu klingen.

Leicht schockierend ist auch die Tatsache, dass die anderen Anwesenden anscheinend kein Stück beeindruckt von Raiga´s neuer Form sind.

„Entschuldigung…“ meldet sich eine Stimme und zieht damit meine Aufmerksamkeit auf sich.

„Ah, da seid ihr ja“ entgegne ich als ich sechs Orks, darunter der Leibwächter, entdecke.

Sie waren schneller als gedacht, aber umso eher ich die Angelegenheit hinter mich bringen kann, umso schneller kann ich beim Aufbau meiner Stadt weitermachen. Zusammen betreten wir die Höhle und gehen in Richtung des Thronsaales. Wie beim letzten Besuch werden wir von Wachen geführt. Raiga habe ich den Befehl gegeben draußen zu warten. Zugegeben war seine extreme Wirkung auf mich ein kleiner Teil dieser Anweisung, denn bei einem Gespräch mit unserem verbündeten Häuptling sollte ich es vermeiden eingeschüchtert zu sein. Der eigentliche Grund ist jedoch seine Größe. Der Wolf würde zwar hineinpassen, aber viel Platz hätte er dann nicht mehr.
Unterwegs frage ich Kezan wo Gabiru ist und bekomme die Information dass er von seinen Artgenossen gefesselt und bereits hereingebracht wurde. Das gilt auch für seine Gefolgsleute. Für einen Augenblick denke ich darüber nach was wohl seine Strafe sein wird, obwohl ich mir bereits sicher bin dass ihm nicht viele Optionen gegeben werden.

Diesmal gelangen wir etwas schneller zum gewünschten Raum als bei unserem letzten Aufenthalt. Ich gehe davon aus dass die Wachen jetzt nicht mehr so übervorsichtig sind wie zuvor. Endlich angekommen kann ich gleich die abgeschlossenen Vorbereitungen erkennen. In der Mitte des Saales sind mehrere Stühle in einem Kreis gestellt. Der Häuptling der Echsenmenschen sitzt auch nicht auf seinem Thron, sondern auf einen der Stühle in der Mitte. Seine Tochter sitzt auf dem Platz neben ihm. Etwas weiter hinten kann ich Gabiru neben dem Thron erspähen. Er sitzt auf Knie am Boden und hat noch immer seine Hände hinter seinem Rücken gefesselt.
Aber ich kann noch eine Person im Raum entdecken mit der ich so gar nicht gerechnet habe.

„Treyni-san?“ spreche ich sie verwundert über ihre Anwesenheit an.

Auch sie sitzt auf einem Stuhl, steht nach meiner Ansprache jedoch auf und kommt mir ein paar Schritte entgegen.

„Was bringt euch denn hierher?“ frage ich als sie nicht weit vor mir stehen bleibt.

„Wir haben von eurem Erfolg und dieser Versammlung erfahren. Da wir mit Sicherheit sagen können dass die hier getroffenen Entscheidungen die Zukunft unseres Landes beeinträchtigen werden, sehen wir es als unabwendbar an davon Zeuge zu werden“ antwortet sie mit ihrem üblichen freundlichen Lächeln.

Ich habe ja bereits erfahren dass die Dryaden alles wissen was im Wald passiert, aber hiermit wird dies noch einmal so richtig deutlich. Der Sieg und mein Ausrufen der Versammlung sind ja immerhin noch nicht lange her und trotzdem ist sie bereits vor Ort. An sich ist diese Fähigkeit unglaublich, aber ein bisschen Unwohl bereitet es mir schon. Schließlich bedeutet es auch dass ich nichts ohne ihr Wissen machen kann solange wir im Wald sind. Fürs erste werde ich mich zurückhalten und dahingehend nichts unternehmen, aber wenn diese Spionage zu extrem wird muss ich etwas dagegen tun.

„Ich verstehe“ entgegne ich mit einem neutralen Lächeln.

Auf einmal ändert sich ihr Gesichtsausdruck. Er wandelt sich vom regulären freundlichen in einen sehr ernsten.

„Leo Shuiro“ sagt sie mit einer passenden Stimme, welche sogar ein wenig Autorität in sich trägt. „Im Namen der Dryaden und allen anderen Bewohnern von Jura möchte ich euch für die Vollendung des Auftrages danken“ fährt sie fort und verbeugt sich anschließend. „Vielen Dank“ fügt sie noch hinzu und verbleibt in der verbeugten Haltung.

Bei diesem Anblick erscheint sie mir wahrlich wie eine Politikerin. Wegen ihrem Ausdruck und ihrer Stimme habe ich schon mit wer weiß was gerechnet, aber dabei ist es lediglich ein danke.

„Kein Grund so formell zu werden. Die Angelegenheit hat uns schließlich auch betroffen und es war meine Entscheidung den Auftrag anzunehmen. Natürlich erledige ich eine angenommene Mission, immerhin bin ich ein Mann meines Wortes“ erwidere ich ihr.

Nun erhebt sie sich auch wieder und bekommt erneut ihr freundliches Gesicht.

„Auch ich muss mich bei euch bedanken“ meldet sich nun auch der Häuptling und steht dabei auf. „Ich weiß nicht was ohne euch geschehen wäre. Ihr habt uns gerettet. Vielen Dank“ spricht er weiter und verneigt sich ebenso.

Seine Tochter tut es ihm gleich indem sie sich neben ihren Vater stellt und eine Verbeugung macht.

„Hah…“ seufze ich laut bevor ich weiterspreche. „Dazu sind Verbündete doch da.“

Nach diesen Worten erheben die Beiden ihre Köpfe wieder und schauen zu mir.

„Außerdem bekomme ich ja eine Bezahlung dafür“ füge ich mit einem Zwinkern zur Tochter hinzu, welche dadurch auf der Stelle leicht rot im Gesicht wird.

Erst als ich das sehe realisiere ich was ich gerade gesagt habe. Wieso habe ich das gesagt? Eigentlich wollte ich doch aus der Sache rauskommen. Warum habe ich dann diese Worte ausgesprochen? Habe ich mich tatsächlich schon daran gewöhnt? Mit steigender Irritation schiebe ich diese Gedanken in den Hinterkopf und wende mich wieder dem eigentlichen Grund dieses Treffens zu.

„Aber genug davon, kommen wir zum Thema“ fahre ich fort und begebe mich zu einem der Stühle gegenüber von denen auf den die beiden Echsenmenschen eben noch saßen.

Meine Gefolgsleute sehen dies als ein Signal an und steuern nun ebenso jeweils einen Platz neben mir an. Auch die beiden Echsen und Treyni gehen wieder zu ihren Stühlen. Die Orks, welche bisher absolut schweigsam waren, nehmen die freien Sitze zwischen meiner Fraktion und den der Echsen.  Um Höflichkeit zu vermitteln warte ich bis sich alle am passenden Platz befinden und setze mich dann zusammen mit dem Rest hin.
Nach einem kurzen Moment der Stille ergreife ich dann das Wort.

„Ok, dann können wir ja anfangen. Grund für diese Versammlung ist der Absprache wie wir nun vorgehen werden.“ Aufmerksam haben alle ihre Blicke auf mich fixiert und hören zu. „Beginnen wir also gleich mit dem wichtigsten Punkt: den Orks“ spreche ich weiter und wende meinen Blick auf die Vertreter der angesprochenen Rasse.

Natürlich lenken auch die anderen ihre Sicht auf die schweineähnlichen Monster. Es ist nicht schwer die dadurch hervorgerufene Anspannung bei ihnen zu erkennen. Zweifelsohne sind sie sich dem Ernst der Lage bewusst und haben sich auf eine entsprechende Strafe bereits vorbereitet.

„Ich bin einfach mal ganz direkt und sage es frei heraus: Ich habe nicht vor die Orks in irgendeiner Weise zu bestrafen.“

Mit ungläubigen Gesichtern schauen die Lizardmen nun zu mir. Noch geschockter sind jedoch die Orks selbst. Mit fragenden Blicken schauen sie wortlos in meine Richtung. Treyni und meine Untergebenen sind erstaunlich ruhig. Zumindest bei den Kijin habe ich eine heftigere Reaktion vorausgesehen.

„Ihr wollt die Orks also ohne Strafe freisprechen?“ fragt der Häuptling zur Absicherung nach.

„Richtig“ entgegne ich simple, aber überzeugt. „Ich habe den Ork-Lord Geld verschlungen. Somit sind all seine Sünden nun meine eigenen. Wenn ihr jemanden bestrafen wollt, dann mich.“

Erneut läuft eine Welle der Überraschung durch die Anwesenden. Selbst die Kijin zeigen nun etwas Verunsicherung und scheinen sich über meine Aussage zu wundern.

„Bitte wartet…“ mischt sich der ehemalige Leibwächter von Geld ein und steht daher auf. „Es besteht keine Logik darin. „Wir-“

„Das ist eine Entscheidung die ich getroffen habe und dazu stehe. Ich habe sämtliche Schuld auf mich genommen, also bin ich auch derjenige, der bestraft werden sollte“ unterbreche ich den Ork mit eiserner Stimmlage.

Kapitulierend lässt sich das Monster wieder auf seinen Sitz fallen und schaut beschämt zum Boden.

„Ich verstehe“ meldet sich nun der Häuptling wieder und zieht damit meinen Blick auf ihn. „Allerdings muss ich zugeben dass dies etwas unfair ist.“

Aus ihren Standpunkt ist seine Reaktion durchaus verständlich. Immerhin haben sie Opfer erlitten, aber ihren Verbündeten, der sie gerettet hat, dafür zu bestrafen kann man auf jeden Fall als unfair bezeichnen. Für mein Vorhaben muss ich ihn allerdings davon überzeugen die Orks freizusprechen und mir zu überlassen.

„Was genau ist der Grund für eure Entscheidung?“ fragt der Echsenmann mich anschließend.

„Als ich den neugeborenen Dämonenlord Geld verschlang, konnte ich auch ein paar seiner Erinnerungen sehen. Der ursprüngliche Grund für sein Handeln war eine Hungersnot. Mit der Verzweiflung des Verhungerns seiner Artgenossen sah er sich gezwungen diesen Weg zu gehen. Dazu kommt noch dass er im Endeffekt als Werkzeug von einem anderen Dämonenlord ausgenutzt wurde. Natürlich sage ich nicht das es so einfach zu entschuldigen ist was die Orks taten, aber wie würden wir handeln wenn wir in ihrer Situation sein würden?“

Nach meiner Erklärung herrscht für etwas Zeit Stille. Die Echsenmenschen und auch die Kijin scheinen diese Information zu verarbeiten und darüber nachzudenken.

„So ist das also“ bricht Benimaru als erster das Schweigen.

„Du wirkst entspannter als ich erwartet habe“ spreche ich meine ehrliche Meinung aus.

„Ich würde lügen wenn ich sage ich wäre nicht sauer, aber ich habe mich an die unveränderliche und eiserne Regel von uns Monstern erinnert“ erwidert er mit einem schwachen Lächeln.

„Regel?“

„Das Überleben der Stärksten. Mein Zorn und die Frustration haben meine Sicht getrübt, aber dies ist die einzig wahre Regel unter Monstern. Egal welche Hintergründe ein Kampf hat, die gerechte Seite ist die Überlebende.“

Auch wenn dies aus meiner Sicht, einer Person aus einer anderen Welt mit einer Gesellschaft und unzähligen Regeln, recht antik klingt, so ergibt es Sinn. Dies ist schließlich schon immer das Gesetz der Natur gewesen und auch wenn die Personen um mich herum große Ähnlichkeit mit Menschen haben, so sind es aus der Natur geborene Monster.

„Das ist ein faires Argument und entspricht der Wahrheit“ mischt sich nun der Anführer der Lizardmen wieder ein. „Bevor ich jedoch eine endgültige Entscheidung treffen kann muss ich noch eine Sache wissen“ fährt er fort und sieht nun direkt zu mir. „Was soll mit den verbleibenden Orks geschehen? In Anbetracht der Menge ist das Risiko der Hungersnot noch immer bestehend, was somit weiterhin eine Gefahr für uns darstellt.“

Da ist es. Das Argument, dessen Erklärung mich zu meinem Plan bringt. Dann wollen wir doch mal sehen wie sie darauf reagieren.

„Es stimmt dass wir erneut in dieser Lage enden können wenn wir uns nicht um die Orks kümmern. Wenn alle damit einverstanden sind, dann habe ich dafür bereits eine Idee.“

„Und was für eine Idee ist das?“ fragt der Häuptling auch direkt nach.

„Es klingt wahrscheinlich verrückt, aber mein Ziel ist es meine eigene Nation zu erschaffen. Ein freies Land das durch Zusammenarbeit in Frieden existiert und sich immer weiter entwickeln kann. Das von mir übernommene Goblin-Dorf ist der Grundstein und soll zur Hauptstadt meiner Nation werden. Aber um dies alles zu erreichen brauche ich natürlich eine entsprechend große Arbeitskraft. Genau dafür habe ich die Orks vorgesehen. Mit ihrer Unterstützung sollte es leichter und vor allem schneller gehen die Stadt aufzubauen und die Nation zu erschaffen.“

Ein weiteres Mal entsteht Stille. Der Echsenmann behält einen ernsten Blick und denkt über mein Vorhaben nach. Die Orks hingegen wirken überrumpelt. Ich kann jedoch nicht richtig deuten ob es daran liegt dass sie nicht damit gerechnet haben oder der Sache abgeneigt sind.

„Ich verstehe es also richtig dass ihr sämtliche Orks unter eure Fittiche nehmen wollt um diese Nation zu erschaffen?“

„Richtig, sofern sie und ihr nichts dagegen habt.“

„Ihr meintet ihr seid im Aufbau eurer Stadt. Habt ihr denn genug Ressourcen um solch eine Anzahl zu befriedigen?“

Eine durchaus berechtigte Frage, die ich mir selbst auch schon gestellt habe. Und da ich dies tat, habe ich selbstverständlich auch schon eine Lösung dafür gefunden. Die grundlegende Idee ist Monsterfleisch. Es mag sich dabei nicht gerade um gute Küche zu handeln, aber dafür ist es mehr als ausreichend um den Hunger zu stillen. Das Beste daran ist dass ich noch eine hohe Menge an Fleisch in meinem Inventar habe, welches sogar Verfaulung unterbindet. Zusätzlich befinden sich jeden Tag neue Monster in Bahamut´s Höhle als ob sie täglich neu beschworen werden. Damit sollten wir lange genug auskommen bis die Landwirtschaft aufgeht. Bisher habe ich mich da wegen dem Platz ja zurückgehalten, aber jetzt kann ich Joren freien Lauf geben.

„Zum Glück habe ich eine gute Quelle um an Nahrung zu kommen. Es ist zwar nicht die beste was den Geschmack angeht, aber ich schätze das Überleben ist wichtiger. Außerdem habe ich vor einige Felder zu erstellen um eine ertragreiche Landwirtschaft in den Gang zu bringen. Die Versorgung sollte also kein Problem darstellen“ erkläre ich der Person mir gegenüber.

„Ich glaube bei dem Punkt können wir ebenso behilflich sein“ bringt sich Treyni nun auch wieder ins Gespräch ein.

„Inwiefern?“ richte ich mich an sie und bin dabei erstaunt dass sie sich in die Angelegenheit mit reinhängt.

Auch wenn sie und ihre Art ein Teil der Bevölkerung von Jura sind und die Gefahr durch hungernde Orks auch auf sie zutrifft, so habe ich sie eher als neutrale Zeugin angesehen.

„Die unter unserem Schutz stehenden Treants wären die perfekte Unterstützung wenn es um Feldbau geht.“

Treants? Echt jetzt? Die Wesen, die wie Bäume aussehen und mit der Natur verbunden sind? Obwohl es wenn ich genau darüber nachdenke nicht sehr überraschend ist dass diese mit den Dryaden in Verbindung stehen. Nur frage ich mich wirklich so langsam was noch alles für Rassen in diesem riesigen Wald leben.

„Und wie würde diese Unterstützung aussehen?“ frage ich nachdem mein Interesse definitiv geweckt wurde.

Natürlich gilt das Interesse nicht nur der Art allgemein, sondern vor allem wie sie helfen können. Wenn es sich rentiert sehe ich keinen Grund abzulehnen.

„Die Treants sind spezielle Wesen, welche aus der Natur heraus entstehen und dadurch eine besondere Verbindung zu ihrer natürlichen Umgebung haben. Ihre Fähigkeit geht so weit dass sie in der Lage sind die Natur direkt zu beeinflussen. Ein Beispiel dafür ist dass sie die Wachstumsrate von Pflanzen durch ihr bloßes Dasein beeinflussen können. Auch die Fruchtbarkeit und dadurch resultierende Erntemenge kann von ihnen manipuliert werden“ erklärt die Frau des Waldes.

Ok, wie auch immer der Skill heißt der so etwas ermöglicht, ich will ihn!

„Na das klingt doch perfekt. Sie sind angeheuert“ antworte ich direkt mit Vorfreude auf eine schnelle erste Ernte.

„Wenn sie es wünschen werde ich gerne mit den Treants reden und um ihre Hilfe bitten. Vorausgesetzt sie erlauben es dass wir und unsere Schützlinge uns eurer Nation anschließen können.“

„Eh?“ kommt es von mir und den Kijin gleichzeitig.

Habe ich das echt gerade richtig verstanden? Dem Lächeln der Dryade nach zu urteilen war dies kein Witz.

„Verratet ihr mir den Namen eurer Stadt?“ fragt sie plötzlich mit einem erstaunlich interessierten Gesichtsausdruck.

„Ähm…“ meine ich nur noch immer perplex über die Aussage mit dem Anschließen.

Bloß gut dass ich es mittlerweile geschafft habe einen Namen für die Stadt auszudenken. Selbst für die Nation habe ich bereits einen Namen. Beide sind nicht wirklich eigenständig ausgedacht, sondern Wörter aus meiner alten Welt, aber immer noch besser als wenn ich jetzt ohne da stehen würde. Das wäre dann ziemlich peinlich.

„Bloodheaven“ sage ich kurz darauf und gebe zum ersten Mal den Namen der Stadt bekannt.

Alle sehen mich verwirrt an.

„So einen Namen habe ich noch nie gehört. Steckt eine Bedeutung dahinter?“ spricht Treyni während der Rest buchstäblich die gleiche Frage im Gesicht hat.

„In gewisser Weise schon. Das ist der Name einer Stadt aus meiner alten Welt. Der Ort symbolisiert einen Neuanfang nachdem man sehr viel durchgemacht hat.“

Der Stadtname existiert in meiner vorherigen Welt nicht in der Realität, sondern kommt aus einem Buch. Dort wurde es als Bludhavn bezeichnet, aber die Beschreibung stimmt. In der Fantasiewelt aus dem Buch gelangt man ausschließlich dorthin wenn man einen emotional großen Verlust erlitten hat. Dort beginnen die Leute ein neues Leben. Von der Aussprache her klingt es ziemlich ähnlich zu meinen gewählten Bloodheaven und da mir der Hintergrund dazu gefällt habe ich mich dafür entschieden.

„Alten Welt?“ meldet sich nun auch Benimaru wieder.

Verdammt! Ich habe ganz vergessen dass noch niemand weiß wo ich herkomme und es eigentlich vorerst geheim halten wollte. Na was soll´s, die Katze ist nun sowieso schon aus dem Sack.

„Stimmt, ihr wisst das ja noch gar nicht“ entgegne ich und schaue zum Häuptling der Lizardmen. „Zu aller erst einmal muss ich euch noch etwas offenbaren. Ich bin kein gewöhnlicher Mensch, sondern ein Blutelementar“ spreche ich weiter und hebe meine rechte Hand an bevor ich sie zu Blut verwandle und kurz die Form mehrfach verändere.

Es ist wohl nicht weiter erwähnenswert wie überrascht meine Verbündeten auf einmal sind.

„Aber das ist noch nicht alles“ rede ich erneut, während ich meinen Blick in die Runde richte ohne jemand bestimmtes anzusehen und das Blut wieder zum Arm ändere. „Es ist vermutlich schwer zu glauben, aber ich stamme auch nicht aus dieser Welt, sondern aus einer anderen. Nur wurde ich nicht hierher beschworen. Ich bin gestorben und wurde hier als Elementar wiedergeboren.“

„Eine Reinkarnation…“ meint Treyni verwundert, was sich sogar in ihrem Gesicht spiegelt.

„Ihr klingt überrascht. Ich dachte ihr wusstet das bereits?“

„Alles was wir wahrnahmen war eure Ankunft im Wald und eure wahre Form. Diese Tatsache blieb uns jedoch verborgen.“

Der Rest der Anwesenden schaut mich weiterhin geschockt an, wobei die Kijin sich bereits beginnen zu beruhigen. Da sie ja bereits über meine echte Gestalt Bescheid wussten, ist diese Info vermutlich nur bedingt überraschend.
Allerdings fällt mir ein dass meine Frage noch nicht beantwortet ist.

„Aber vergessen wir mal meine Geburt hier. Was meintet ihr mit Anschließen bei meiner Nation?“

„Euer Vorhaben ist es ein Land zu erschaffen indem die Einwohner in Frieden leben können. Es gibt also keinen Grund euch nicht beizutreten. Weiterhin bestehen durch die Zusammenarbeit mit euch für beide Seiten Vorteile. In einem Reich unter einer kraftvollen Existenz wird Schutz gewährleistet. Die Treants sind kein gewaltsames Volk und bedauerlicherweise müssen wir zugeben nicht für absoluten Schutz sorgen zu können. Im Gegenzug für den Schutz in eurer Nation können wir unsere Fähigkeiten anbieten. Als Repräsentantin der Dryaden und Treants möchte ich euch daher um die Erlaubnis bitten uns eurer Nation anschließen zu dürfen“ erklärt sie ihren Standpunkt.

„Gutes Argument“ erwidere ich daraufhin bloß.

Nachdem ich ihre Erklärung gehört habe ist mir aufgefallen dass ich bisher gar nicht richtig darüber nachgedacht habe wie ich meine Untergebenen erlange. Bisher hat es sich in gewisser Weise fast von selbst getan dass sich meine Gefolgsleute mir angeschlossen haben. Klar habe ich sie gerettet oder für sie gekämpft, aber über eine Verhandlung zum Beitritt meiner Nation habe ich bisher noch nicht nachgedacht. Schließlich ist es ein Unterschied mit jemandem eine Allianz abzuschließen oder ihn dazu zu bringen mir zu folgen.

„Ich habe absolut nichts dagegen. Ihr könnt euch also gerne anschließen“ antworte ich ihrer Bitte, woraufhin sie sich dankend verbeugt.

„Auch wir würden dieses Angebot gerne annehmen“ mischt sich nun der Echsenanführer ein.

„Wir haben doch bereits ein Bündnis. Sicher das ihr euch stattdessen unterwerfen wollt?“

Diese Frage stelle ich jedoch nicht aus Überraschung seiner Aussage, sondern um etwas klarzustellen. Ich bin nicht der Typ, der seinen Leuten eisern sagt was sie zu tun haben. Sicherlich stelle ich Regeln auf um dafür zu sorgen dass es kein Chaos gibt und kein Schaden entsteht, aber mal abgesehen davon lasse ich den Personen ihre Freiheit so gut es geht. Trotz dessen gibt es zu einer Allianz einen klaren Unterschied. Kommt es hart auf hart bin ich der Anführer und habe das Sagen. Bei so einer Situation haben sie sich also zu unterwerfen und gehorchen. Und genau das will ich mit dieser Frage herausfinden. Ob sie dazu in der Lage sind.

„Ohne euch wären wir mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgelöscht worden. Auch wenn ihr euch an euren Teil der Allianz gehalten habt, so steht es außer Frage dass ihr uns gerettet habt. Ich schätze euch auch als eine ehrenvolle Person ein, die gerecht regiert und habe daher keine Bedenken meine Artgenossen unter eurer Führung zu stellen“ erklärt er seine Sicht. Dann dreht er seinen Kopf leicht und schaut zu seiner Tochter. „Mal abgesehen davon besteht zwischen uns bereits eine Verbindung die über eine gewöhnliche Allianz hinaus geht“ fügt er mit einem stolzen Ausdruck hinzu.

Mir ist natürlich sofort bewusst worauf er damit hinaus will. Dies gilt auch für seine Tochter, da sie ihren Blick von ihrem Vater zu mir dreht, rot anläuft und anschließend schüchtern zum Boden guckt.

„Ja, das ist wohl korrekt“ entgegne ich, da ich es nicht übers Herz bringe die Echsenfrau bei so einem Anblick zu enttäuschen. „Selbstverständlich nehme ich die Lizardmen in meiner Nation auf, aber es ging ursprünglich um die Orks“ rede ich weiter und schaue nun zu den Angesprochenen.

Nachdem die Monster die ganze Zeit schuldig nach unten schauten, richten sie durch die plötzliche Ansprache ihre Blicke nun auf mich.

„Ich habe nicht vor euch zu etwas zu zwingen, also liegt die Entscheidung letztendlich bei euch. Nehmt ihr mein Angebot an und werdet zu meiner Arbeitskraft oder wollt ihr lieber selbst versuchen etwas Neues aufzubauen?“

Eine positive Sache hat die unerwartete Unterwerfung der Echsen und Dryaden. Sie unterstehen nun meinem Befehl. Das heißt die Entscheidung was mit den Orks passiert liegt nun komplett in meiner Hand.
Der ehemalige Leibwächter schaut seine Kameraden jeweils kurz an und diese Nicken nur als könnten sie seine Gedanken lesen. Auf einmal erheben sie sich von ihren Stühlen und lassen sich direkt auf die Knie fallen. Mit einer so tiefen Verbeugung dass ihre Gesichter beinahe den Boden berühren sprechen sie synchron ihre Antwort.

„Wir unterwerfen uns!“ rufen sie regelrecht.

Ich kann sogar Tränen in ihren Augen ausmachen. Die Erleichterung dass sie trotz ihrer vergangenen Aktionen so einfach davonkommen steht ihnen deutlich im Gesicht geschrieben.

„Perfekt. Mit eurer Hilfe sollte der Aufbau unserer Nation ein gutes Stück vorankommen“ erwidere ich mit einer entsprechend freudigen Stimme.

Mit so viel Arbeitskraft kann ich den Fortschritt schon fast vor Augen sehen. Auch wenn die Organisation am Anfang so einige Nerven kosten wird.

„Wie heißt unsere Nation denn?“ fragt Treyni mit Interesse.

Wann immer es um die Namen geht scheint sie aus ihren üblich gelassenen Charakter herauszufallen. Es kommt mir beinahe so vor als ob sie was für Namen übrig hat. Allerdings gucken auch die anderen Anwesenden zu mir und zeigen ebenso Neugier am Namen unseres Landes.

„Kurenai.“

Es ist ein einfaches Wort, welches ich aufgrund der Übersetzung gewählt habe. Ich kann mich nicht mehr an die Ausgangssprache erinnern, aber es bedeutet so viel wie tiefes rot. Es gibt sogar einen Charakter in einem Manga mit diesem Namen. Mein selbst gewählter Nachname Shuiro hat im Grunde die gleiche Übersetzung und stammt ebenso von einem bekannten Protagonisten. Und da ich aus Blut bestehe, welches rot ist, fand ich es als Name der mich repräsentiert ideal.
Es mag nicht gerade einfallsreich sein, aber bei der Wahl habe ich an nichts weiter gedacht außer meinem eigenen Interesse. Und da es meine Nation ist, entscheide ich mich für den Namen. Die Nation unter dem tiefroten Banner: Kurenai.
Nachdem ich den Name nun offiziell preisgegeben habe und die ersten Mitglieder sich angeschlossen haben ist meine erträumte Nation nun endlich gegründet. Ein weiterer Schritt zu meinem Traum ist gemacht.



Autoren-Nachwort:

Und damit ist ein weiteres Kapitel abgeschlossen.

Es gibt nicht viel dazu zu sagen, außer das ich bei gluttony englisch gewählt habe, da Völlerei/Gefräßigkeit/Fresserei und die sonstigen Übersetzungen dafür einfach scheußlich klingen.

Mir ist auch bewusst dass die Namen für die Stadt und die Nation merkwürdig klingen, aber ich fand es passend für ein Blutelementar. Und beim Namen der Nation wollte ich unbedingt etwas was mit blutrot oder tiefem rot zu tun hat. Durch Zufall habe ich mal wieder bei Naruto reingeschaut und bin irgendwie zur Bedeutung des Namens von Kurenai gekommen. Daher habe ich mich dafür entschieden ^^
Wenn jemand etwas besseres hat was zu dem Thema rot und Blut passt bin ich natürlich offen, da ich nicht 100%ig mit meinen gewählten Namen zufrieden bin.

So, das war´s erst einmal von mir. Bis zum nächsten Kapitel ;-)
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