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Second Life as an Elemental.

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18 / Gen
13.12.2018
20.06.2020
21
124.349
9
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„Endlich Feierabend.“

Mit diesen Worten lehne ich mich zurück in meinen Schreibtischstuhl und strecke meinen Oberkörper durch. Jetzt muss ich nur noch meinen Computer herunterfahren und dann ist es endlich soweit. Wochenende.
Dann richte ich noch meinen Arbeitsbereich so her damit es einigermaßen ordentlich aussieht. Nur im Falle, dass mein Chef mal wieder eine seiner geliebten Inspektionen vornimmt. Zu guter Letzt lege ich noch meinen Bericht auf seinen Schreibtisch und schon geht es in Richtung Fahrstuhl.
Auf dem Weg dorthin sehe ich mich noch einmal flüchtig im Raum um. Obwohl es gerade einmal 16.00 Uhr ist, sind bereits viele meiner Kollegen nicht mehr anwesend. Allerdings ist das an einem Freitag nichts Besonderes. Fast jeder versucht seine Aufgaben schnell zu beenden um nach Hause zu können. Naja, das ist vermutlich die normale Herangehensweise. Dann steige ich in den Fahrstuhl ein und drücke den Knopf für das Erdgeschoss.

Ehrlich gesagt hätte ich auch schon lange Feierabend haben können, aber wenn ich vor alle anderen fertig geworden wäre, dann würde ich zu sehr auffallen. Und genau das wollte ich nicht mehr. Ein normaler Mensch der Masse sein, dafür habe ich mich vor Jahren entschieden.
Wie lange ist es jetzt her? 10 Jahre? Nein, es waren noch mehr. Immerhin ging ich damals noch zur Schule. Zu der Zeit wurde ich ständig als Genie bezeichnet. Ich weiß bis heute nicht ob das treffend war. Zugegeben fiel es mir schon immer leicht Dinge zu lernen. Ob nun akademisch, athletisch oder andere Sachen, meine Resultate waren immer an oberster Stelle. Ich glaube jedoch nicht dass ich nur deswegen mit den wirklichen Genies der Welt mithalten kann. Zumindest habe ich mich nie als solches bezeichnet.
Trotzdem schien es meine Mitschüler nicht zu gefallen. Ich kann mich noch an zahllose Situationen erinnern, an denen sie mir deutlich zeigten was sie wirklich von mir hielten. Die Spitze war dann als ich nach einer ziemlich derben Aktion ins Krankenhaus musste.
Das war der Zeitpunkt an dem ich beschloss nur noch eine reguläre Person zu sein. Bloß nicht auffallen. Egal ob positiv oder negativ, Hauptsache nicht auffallen. So lebt es sich am besten.

Seitdem hatte ich auch keine Probleme mehr. Mein Abschluss war mittelmäßig, aber genug um zu studieren. Das Studium schloss ich ebenso mit einer mittleren Note ab. Trotzdem bekam ich ohne Probleme einen Job in einer stabilen Marketing-Firma.
Ja, ein Mensch der Masse zu sein macht das Leben einfacher. Genau das bin ich. Leo Nishino, 27 Jahre alt, Angestellter und Single. Ein ganz normaler Mensch der Mittelklasse, der in der Masse untergeht.
Endlich im Erdgeschoss angekommen, verlasse ich den Fahrstuhl und kurz darauf auch das Gebäude. Die Straße ist vollgepackt mit Autos und auch der Bürgersteig ist mit Menschen überfüllt. Die berühmte Rush Hour. Allerdings war das nichts Besonderes um diese Zeit.
Gemütlich passe ich mich der Bewegung der Menschenmenge an und mache mich auf den Heimweg. Glücklicherweise ist meine Wohnung gerade einmal 20 Minuten von meinem Arbeitsplatz entfernt. Da kann ich Bahn und Bus komplett ignorieren.
Eine Sache habe ich aber noch vor. Nämlich neue Bücher kaufen. Besser gesagt die neu erschienenen Mangas. Ja, ich liebe Mangas. Light Novels natürlich auch. Diejenigen, die mir dabei wirklich gut gefallen, schaue ich mir selbstverständlich auch als Animes an. Mich als Otaku zu bezeichnen ist also durchaus passend.
Wobei ich mich noch nicht als absolut hardcore bezeichnen würde, da ich kein Interesse daran habe Figuren oder sonstige Fanartikel zu sammeln. Mir reicht es die Werke der verschiedenen Künstler zu lesen. Das sind die wirklichen Genies. Allein deren Fantasie beeindruckt mich immer wieder. Und dann das Ganze noch in Schriftform bzw. Manga-Format umzusetzen. Das würde mir wahrscheinlich nie gelingen.

Jedenfalls ist mein aktuelles Ziel der Buchladen in der Nähe meiner Wohnung. Da er auf dem Weg liegt, brauche ich noch nicht einmal einen Umweg machen. Aber zuvor muss ich noch einen Zwischenstopp einlegen. Ohne Geld ist es schließlich schwierig etwas zu kaufen. Daher mache ich noch einen Abstecher bei einer nahegelegenen Bank.
Wie erwartet ist es recht voll, aber da es mehrere Automaten gibt sollte es nicht zu lange dauern. Ich stelle mich am Ende der Schlange des Automaten ganz links an. Da die Leute vor mir recht jung sind, geht es gut voran. Keine 5 Minuten später bin ich auch schon an der Reihe. Der Vorgang meiner Abhebung dauert ungefähr eine Minute. Nachdem ich die Bankkarte und das Geld in meine Brieftasche gesteckt habe, verlasse ich die Reihe.

PENG.

Plötzlich war ein lauter Knall zu hören. Noch ehe ich reagieren kann ertönt eine laute,  tiefe Stimme.

„Alle die Hände hoch!“

Wie alle anderen Anwesenden blicke ich zum Ursprung der Stimme. Ziemlich in der Mitte der Bank steht eine Person und schwingt eine Handfeuerwaffe umher. Die Person trägt eine schwarze Lederjacke, eine schwarze Lederhose und schwarze Lederstiefel.
Keine Ahnung wieso, aber meine erste Frage beim Anblick dieser Situation ist: Leder-Fetisch?
Ich meine mir ist klar dass es sich um einen Banküberfall handelt. Aber warum komplett in schwarzem Leder?
Oh, nein, halt. Ich habe ja ganz die Maske vergessen. Eine Ski-Maske. Aus Stoff. Trotzdem muss ich mich anstrengen nicht zu lachen oder an Szenen aus Pornos mit Frauen in Leder zu denken. Wobei ich mir ziemlich sicher bin dass es sich bei dieser Person um einen Mann handelt.

„Hände hoch habe ich gesagt!“

Er wiederholt seinen Befehl bevor er seine Waffe nach oben richtet und einen weiteren Schuss los lässt.
Nun zeigen die Leute auch endlich eine Reaktion und heben wie befohlen die Hände hoch. Ich schließe mich natürlich der Menge an.
Dann geht der Typ zu einem der Bankschalter und legt seine große Tasche, welche er bisher über seine linke Schulter zu hängen hatte, auf den Tisch.

„Na los! Vollmachen!“

Verängstigt nimmt die Angestellte die Tasche und öffnet einen der Geldbehälter. Während sie die Tasche langsam befüllt, schaue ich mich vorsichtig im Raum um und suche nach den versteckten Kameras. Ich meine ist das nicht normal? Wie hoch ist denn schon die Wahrscheinlichkeit in einem echten Banküberfall verwickelt zu werden? Man hört ja oft davon in Nachrichten, aber glaubt ja nie so wirklich dass es einem mal selbst widerfährt.
Ist es da nicht normal nach den versteckten Kameras zu suchen? Und wenn dieser Leder-Fetischist tatsächlich echt ist, wie dumm ist er denn eigentlich?
Komplett alleine zur Rush Hour eine Bank dieser Größe zu überfallen kann doch nicht gut enden. Was ist denn wenn nun alle Anwesenden versuchen ihn zu stoppen? Von der Größe seiner Waffe hat er vermutlich nicht mehr als 6 Schüsse übrig. Flüchtig gezählt sind allein schon mehr als 10 Männer anwesend. Ohne das Bankpersonal einzurechnen. Wie kann man da auf so eine hirnrissige Idee kommen?
Die Härte dabei ist, dass der Typ noch nicht einmal Handschuhe trägt und sich gemütlich mit seiner Hand auf dem Tisch abstützt. Ich weiß nicht ob er einfach nur total dumm oder total verzweifelt ist, aber es ist ein sicherer Kandidat für die Sendung „Dümmer geht´s nicht“.
Ach und habe ich erwähnt, dass er nicht bemerkt hat wie ein Bankangestellter den Notruf-Knopf gedrückt hat. Jap, ich tendiere eher zu dumm.

Naja, wie auch immer. Einfach ruhig abwarten, dann ist die Sache bald erledigt und ich kann endlich zum Buchladen.
Dann bemerke ich wie ein recht großer Mann sich langsam an den Täter heranschleicht. Vermutlich jemand, der gerne den Helden spielt. Warum sonst sollte jemand bei diesem Witz von Überfall versuchen einzugreifen? Na gut, vielleicht will er ja auch einfach nur helfen. Von seiner körperlichen Größe her, hat er zumindest den Vorteil.
Mein altes Ich hätte vermutlich ebenso reagiert und versucht den Täter zu fassen. Nein, nein, das überlasse ich lieber den Leuten, die gerne auffallen.

Behutsam und leise nähert sich der Held immer weiter an. Bis er ca. 2 Meter vom Räuber entfernt auf etwas tritt und so ein Geräusch produziert. Beide reagieren augenblicklich. Der Räuber dreht sich um und der Held macht einen Satz um die Entfernung zu überwinden. Er schafft es den Täter zu packen und drückt ihn durch die Wucht zu Boden.
Allerdings konnte er die Waffe nicht direkt ergreifen und so versucht der Täter auf den Helden zu zielen. Dieser schafft es aber gerade noch rechtzeitig die Hand, in der die Waffe gehalten wird, zu ergreifen und von sich weg zu lenken. Für einen Augenblick ringen die Beiden über die Herrschaft der Waffe. Dann passiert es.

PENG!

Ein Schuss hat sich gelöst. Wieso nur habe ich damit bereits gerechnet? Vermutlich weil das ein üblicher Ablauf in Manga oder Film ist. Wer hätte gedacht dass sowas---

Hmm?

Schmerzen?

Wieso habe ich auf einmal Schmerzen?

Nein… Das kann jetzt nicht wahr sein…

Ich richte meinen Blick nach unten auf meinen Körper. Dann kann ich es sehen. Ein größer werdender Blutfleck auf meinem Anzug in Brusthöhe. Meine Augen weiten sich bei dem Anblick.
Plötzlich verliere ich die Kraft in meinen Beinen und falle auf die Knie.

„Das ist doch ein schlechter Witz…“

Mit diesen Worten falle ich zur Seite und auf meinen Rücken. Kaum dass ich liege, muss ich husten. Dabei spucke ich Blut aus. Mit meiner rechten Hand fasse ich an meine Wunde und hebe die Hand dann vor meine Augen. Die Handfläche ist komplett in rotes Blut getränkt.
Trotz der Schmerzen bin ich erschreckend ruhig. Mir ist bewusst dass ich im Sterben liege. Ich meine, ich huste Blut, habe Schwierigkeiten zu atmen und die Wunde ist in Brusthöhe. Ein glatter Lungentreffer. Chance auf Überleben sehe ich da keine mehr. Es wird mir auch schon schwarz vor den Augen.

Wieso zur Hölle ist der menschliche Körper so verdammt verwundbar?

[Ein Körper mit geringer Verwundbarkeit wird gewählt. Als Baustein wird das aktuell meist vorhandene Medium verwendet]

Mein Körper fühlt sich heiß an.

[Aneignung der Fähigkeit Hitzeresistenz……….. erfolgreich]

Mein Sehvermögen schwindet immer mehr. Ich kann gerade noch so die Gesichter über mir erkennen. Vermutlich von Leuten, die mir helfen wollen. Was wohl aus dem Täter geworden ist? Mir fehlt die Kraft mich umzusehen. Die Schmerzen sind zu stark.

Warum tut es so weh?

[Aneignung der Fähigkeit Schmerzneutralisation……….. erfolgreich]

Warum muss es gerade mich erwischen? Ich habe mich doch extra der Masse angepasst um nicht mehr aufzufallen und solche Probleme zu vermeiden. Und das ist der Dank dafür?
Zur Hölle damit! Zur Hölle mit der Masse!
Das nächste Mal werde ich sämtliches Talent und Wissen nutzten!

[Aneignung der einzigartigen Fähigkeit Gottes Bibliothek……….. erfolgreich]

Ich werde über alle anderen stehen!

[Aneignung der einzigartigen Fähigkeit Überlegenheit……….. erfolgreich]

Ich werde nehmen was auch immer ich will! Macht, Status, Geld, Frauen…einfach alles!

[Aneignung der einzigartigen Fähigkeit Absorption………… erfolgreich]

Ich werde meine Wünsche umsetzen und erschaffen was immer ich will!

[Aneignung der Fähigkeit Alchemist……….. erfolgreich. Entwicklung der Fähigkeit Alchemist durch einzigartige Fähigkeit Überlegenheit in einzigartige Fähigkeit Erschaffer…….. erfolgreich]

Halt die Klappe! Was soll dieses wirre Gerede von Fähigkeiten? Oder halluziniere ich etwa? Eigentlich dachte ich ja immer das Leben läuft einem vor dem Tod nochmal vor Augen ab. Aber anscheinend halluziniert man von Fähigkeiten.
Ah, die Schmerzen sind weg. Aber dafür ist mir kalt.

[Aneignung der Fähigkeit Kälteresistenz…….. erfolgreich. Fähigkeiten Hitzeresistenz und Kälteresistenz entwickeln sich zu Fähigkeit Thermalresistenz….... erfolgreich]

Sei endlich still! Ich will doch einfach nur in Ruhe sterben. Mit diesem Gedanken schwindet meine letzte Kraft und alles hüllt sich in Dunkelheit.
So ist es also zu sterben.

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Hmmm????

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Ich lebe????



Nachwort vom Autor: Hier nochmal kurz die Daten von Leo Nishino.
Alter: 27 Jahre
Größe: 1,78m
Haarfarbe und -länge: blond, mittellang
Augenfarbe: blau
(Für ein Bild vom Charakter könnt ihr auf meinen Account von animexx schauen. Accountname ist dort genau wie hier)
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