The Unexpected Reunion  (Eine kleine Weihnachtsgeschichte)

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Chester Bennington Mike Shinoda OC (Own Character)
12.12.2018
31.12.2018
6
9.649
1
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12.12.2018 1.444
 
Ich hoffe, Ihr habt Freude an dieser „kleinen Weihnachtsgeschichte“ mit etwas Humor, Spannung, Kitsch und viel Gefühl, die all uns Trauernde aufmuntern soll.



Eine kleine Weihnachtsgeschichte
 

Kapitel 1: Unheimliche Begegnung

 
„Na los komm Sally, sei keine Spielverderberin!“
„Ich kann nicht…“ seufzte die junge Frau, „ich war doch gestern schon mit euch aus und der Job ist stressig genug.“
„Deshalb muss man abschalten und der Abend ist noch jung.“
„Nein“ entschied Sally schließlich und ignorierte den übertrieben traurigen Ausdruck in den Augen ihres Kollegen. „Im Gegensatz zu euch muss ich einen eigenen Haushalt führen und wann soll ich das machen, wenn ich morgen früh um sieben schon wieder hier bin?“
Sie mochte ihren Job, nein sie liebte ihn sogar, das neue Projekt bereitete ihr großen Spaß und gerade deshalb wollte sie am Morgen mit klarem Kopf auf der Arbeit erscheinen. Sie grinste den Größeren an. „Geht Ihr mal, ich koche euch dann morgen früh einen starken Kaffee.“
„Na schön, aber beim nächsten Mal bist du dabei, versprochen?“
Sally lachte kurz. „Ja Mark, versprochen.“

Nachdem sich die kleine Truppe von ihr getrennt hatte, fuhr sie nach Hause. Es dämmerte bereits und Sally freute sich auf einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher. Nun setzte auch noch leichter Regen ein, so dass sie schnell in den nächsten Laden flüchtete, um noch etwas einzukaufen.
Voll bepackt erreichte sie wenig später das Haus ihrer Vermieter, in dem sie unter dem Dach eine kleine gemütliche Wohnung angemietet hatte.
Sie parkte den Wagen davor und stieg aus. Es regnete noch immer und sie konnte nur mit Mühe die Haustür aufschließen, ohne etwas von ihren Taschen auf die nasse Straße stellen zu müssen.  Plötzlich riss die Tüte mit den Einkäufen und der gesamte Inhalt fiel auf den Gehsteig. Einen Fluch unterdrückend versuchte sie, alles wieder aufzusammeln, was ihr nur mühevoll gelang.
Endlich fiel die Tür hinter ihr zu und sie musste nur noch eine Treppe hinaufsteigen.
In ihrer Wohnung angekommen ließ sie alles zu Boden sinken, zog ihre Jacke aus und eilte zur Toilette. Danach packte sie die Einkäufe aus und räumte zunächst in der Küche auf. Das Geschirr vom Frühstück stand noch dort und war inzwischen fest angetrocknet. Sie ließ Wasser ins Spülbecken und stellte das benutzte Geschirr hinein. Anschließend ging sie ins Schlafzimmer und zog sich etwas Bequemeres an. Gedanklich war sie bereits beim Abendprogramm im Fernseher, denn das Wetter dort draußen lud regelrecht dazu ein.

Mit Jogginghose und T-Shirt bekleidet schlenderte sie ins Wohnzimmer… und erschrak zu Tode…
Dort unter dem Fenster hockte ein fremder Mann und sie dachte im ersten Moment an einen Einbrecher.  Sie schrie auf und blickte sich hektisch nach etwas um, mit dem sie sich ihm gegenüber zur Wehr setzen konnte, doch es gab nichts.
Etwas an ihm irritierte sie zudem und sie hielt in angespannter Haltung inne. Sein Blick war ebenso erschrocken wie der ihre.
Was hatte das zu bedeuten?
Er hockte dort in eher defensiver als in angriffsbereiter Haltung und es sah auch nicht so aus, als hätte er bislang etwas von ihren Sachen angerührt. Hatte sie ihn frühzeitig ertappt und bei seinem Vorhaben gestört?
„Was machen Sie hier?“ fragte sie mit zusammengezogenen Brauen.
Langsam und mit erhobenen Händen kam er auf die Füße. Er trug eine dunkelgraue Jeans und ein rot kariertes Hemd. Sein Kopf war beinah kahl rasiert und seine dunklen Augen blickten sie ängstlich und sichtlich verwirrt an, womit der Gedanke an einen Einbrecher eigentlich auszuschließen war.
„Wo bin ich?“ stellte er seinerseits eine Frage und Sally erblasste. Fantastisch, ein geistig Verwirrter hockt in meiner Wohnung, dachte sie und suchte fieberhaft nach einer Möglichkeit, ihn möglichst schnell und ohne Zwischenfälle loszuwerden. Ohne auf seine Frage einzugehen, sagte sie: daher:  „Sagen Sie mir, woher Sie kommen und ich hole Ihnen Hilfe, in Ordnung?“

Sally war fest davon überzeugt,  einen Mann vor sich zu haben, der aus der Psychiatrie geflohen war oder sich aus anderem Grund auf der Flucht befand. Dass er tatsächlich ein Einbrecher war und eine kriminelle Handlung hinter ihm lag, schloss sie aus. Aber wie er in ihre Wohnung gelangt war, war ihr noch immer ein Rätsel.
„Ich…“ begann er zögerlich und stand leicht gebeugt noch immer an derselben Stelle, „Da war ein Tor. Ich wollte hindurch  gehen, aber etwas hielt mich zurück“ gab er in Sallys Augen verständnislos von sich.
Seine Stimme war sanft, jedoch etwas rau und auch ein klein wenig höher als der Durchschnitt. Fast könnte man glauben, er habe wochenlang kein Wort gesprochen.
„Zu welchem Haus oder Grundstück gehört denn das Tor?“ Sally wollte seinen Aufenthaltsort so schnell wie möglich herausfinden, um ihn dorthin zurückbringen zu lassen. Doch sein verzweifelter Blick ließ sie zögern. Schließlich hob er die Schultern und blickte sich befremdlich um. Zweifellos wirkte er desorientiert und schien sich ebenso wenig erklären zu können, wie er hierher gelangt war.
Sally verlor dadurch etwas von ihrer Angst. „Hören Sie, wenn Sie mir Ihren Namen verraten, dann kommen wir sicher auch einen Schritt weiter, um sie nach Hause bringen zu können.“
„Nach Hause…“ murmelte er, sich weiterhin umschauend. Sein Blick wirkte dabei fast verzweifelt. „Ja, nach Hause… aber ich bekomme keinen Zutritt. Warum…?“
Die junge Frau war sicher, dass dieser Besucher nicht Herr seiner Sinne war und glaubte nicht mehr daran, von ihm eine vernünftige Antwort zu erhalten. „Ich werde jetzt jemanden anrufen, der Ihnen helfen wird, in Ordnung?“ sprach sie die Frage mit Bestimmtheit aus und griff nach dem Mobiltelefon auf dem Tisch.

„Nein, bitte…“ rief er und hob erneut die Hände. „Bitte sagen Sie mir zuerst, wo ich bin. Welche Stadt… welches Land und… welches Datum…“ seine Stimme wurde zum Ende hin immer leiser, offenbar war er sich der Tragweite seiner Fragen bewusst.
Sally blieb der Mund offen stehen, dennoch nannte sie ihm langsam ihren Namen, ihre Straße, den Wohnort sowie das heutige Datum, der 20. Januar 2018.
Nun war es an ihm, sie fassungslos anzustarren. In seinem Kopf arbeitete es, das konnte sie deutlich an dem Spiel seiner Augen erkennen. Schließlich sagte er leise, wie zu sich selbst. „Ein halbes Jahr… genau ein halbes Jahr… was hat das zu bedeuten?“
„Ja genau“ sagte die junge Frau nun entschlossener, „was hat das zu bedeuten?“
Kraftlos sank er erneut zu Boden. „Es muss einen Grund haben…“ murmelte er gedankenverloren.
Sally riss derweil der Geduldsfaden, sie wollte diesen Irren nicht länger in ihrer Wohnung haben. Beherzt ging sie auf ihn zu, packte ihn am Arm und zog ihn auf die Füße. Tatsächlich wehrt er sich nicht, stammelte vielmehr eine Entschuldigung und stolperte hinter ihr her zur Tür. Sie zog die Wohnungstür kurzerhand auf und wollte ihn hinausschieben. „Leben Sie wohl, ich kann Ihnen leider nicht helfen.“
Doch als würde der Mann gegen eine imaginäre Wand laufen, prallte er genau an der Türschwelle zurück. Verdutzt starrten beide sich an und Sally wurde wütend. „Was soll das?“ fragte sie und wollte ihn ein zweites Mal über die Schwelle schieben. Doch es passierte das Gleiche, der Fremde stieß dagegen, als wäre die Öffnung aus Glas.
Nun wurde es der blonden Frau unheimlich und sie entfernte sich einige Schritte von ihm. „Was passiert hier?“
Hilflos hob er die Schultern, während seine Augen den Türrahmen in Erwartung einer Antwort absuchten. „Ich weiß es nicht, glauben Sie mir.“
Sally versuchte es selbst und gelangte problemlos in das Treppenhaus und wieder zurück. „Versuchen Sie es noch mal, na los“ forderte sie ihn ungeduldig auf. Der Mann hob eine Hand und tastete sich vorwärts. Genau in Höhe des Türschlosses fühlte er den Widerstand und befühlte die ganze Fläche. Von oben bis nach unten gab es kein Durchkommen für ihn, was der jungen Frau eine furchtbare Angst einjagte. Der Fremde war in ihren vier Wänden gefangen, durch welche verrückte Macht auch immer und sie spielte tatsächlich mit dem Gedanken, ihn dazu zu überreden, es mit einem Sprung aus dem Fenster zu versuchen.
Doch stattdessen zog sie die Tür wieder zu und drehte sich langsam zu ihm um. Um Fassung ringend sagte sie. „Wir sollten uns erst einmal hinsetzen.“
Von ihm erntete sie ein zustimmendes Nicken und wenigstens deutete nichts in seinen ebenso verwundert dreinblickenden dunklen Augen auf eine Bedrohung seinerseits hin.

Nachdem sie ihm einen Platz auf ihrem Sofa angeboten hatte und zwei Gläser Wasser auf den Tisch stellte, fragte sie: „Verraten Sie mir jetzt Ihren Namen? Und was meinen Sie mit genau ein halbes Jahr, was Sie vorhin erwähnten.“
Sie sah ihn schlucken und zunächst ließ er eine Antwort vermissen. Doch dann sagte er etwas, das der Frau den Boden unter den Füßen wegzog: „Ich heiße Chester und habe mir auf den Tag genau vor sechs Monaten das Leben genommen…“
 


tbc

Lasst mich wissen, ob Euch das erste Kapitel gefallen hat. GGGLG Andrea
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