Lotta

von Jantin
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16
Jan Ammann Kerstin Ibald OC (Own Character) Pia Douwes Uwe Kröger
11.12.2018
14.08.2019
45
58841
11
Alle Kapitel
72 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
Wie Kerstin versprochen hatte, holte sie Pia am nächsten Morgen vom Flughafen ab. Sie war viel zu früh dran, aber sie war zu nervös gewesen, um zuhause zu warten. Jan wollte mit Lotta zum Indoor Spielplatz, sodass Pia und Kerstin genug Zeit hatten zum Reden.

Nach endlosen 30 Minuten, landete endlich der Flieger. Kerstin hielt nach Pia Ausschau und erblickte sie die Holländerin. Kerstin winkte ihr zu und Pia kam völlig verweint auf sie zu und fiel ihr sofort in die Arme. Ohne Worte nahm Kerstin sie und wiegte sie hin und her. So aufgelöst hatte sie Pia das letzte Mal nach der Fehlgeburt erlebt.
„Wir fahren erstmal nach Hause“, flüsterte Kerstin liebevoll und nahm sie mit zum Auto. Ohne weitere Worte fuhren sie zur Wohnung. „Wo ist Lotta?“ fragte Pia schniefend.
„Jan geht mit ihr zum Indoor Spielplatz, wir können zu uns, wenn du möchtest.“
Pia nickte und Kerstin parkte das Auto.

„Möchtest Du einen Tee?“ fragte Kerstin, als sie in die Wohnung kamen. Pia nickte nur, stellte ihren Koffer auf dem Flur ab und ging durch ins Wohnzimmer. Kerstin ging in die Küche und setzte Wasser für den Tee auf. Sie holte zwei Tassen aus dem Schrank und kam 5 Minuten später zu Pia ins Wohnzimmer.

„Und nun erzähl mal, was ist passiert? Warum bist du jetzt schon zurück? Wieso hat dich Uwe überhaupt gehen lassen?“
Als Kerstin Uwe erwähnte, fing Pia wieder an zu weinen. Sofort zog sie Pia in ihre Arme. „Was ist in Wien passiert? So kenne ich dich gar nicht.“
„Er… er hat eine Beziehung… er will mich nicht… er liebt mich nicht“, weinte Pia bitterlich.
„Konntet ihr über die Fehlgeburt reden?“
Pia nickte.
„Und?“
Pia musste sich erst einmal beruhigen, bevor sie antworten konnte.
„Er wurde laut und fragte, warum ich erst jetzt damit ankomme. Er wäre für mich dagewesen und und und… ich war auch mit bei der Vorstellung… es war sehr schön. Ich hatte Uwe für mich allein und ich dachte, ich könnte es noch kitten… wir waren was trinken und na ja, wir haben miteinander geschlafen. Ich weiß nicht, ob Uwe davon noch was weiß, er hat nichts gesagt. Und irgendwann kam Chris. Er ist nett, keine Frage, aber…“
„Mooooment, ER? Uwe und… er?“
Pia nickte und senkte ihren Kopf.
„Oh je Süße, dass macht die Sache nicht einfacher. Das tut mir so leid. Hast Du Uwe nicht mal gefragt, wegen der Nacht? Vielleicht hatte er einfach nur Angst, was zu sagen.“
„Ich will ihm nicht sein Glück zerstören, Kerstin. Sie sind so verliebt und..“
„Denk nicht an Uwe, denk an DICH. Uwe kann nicht mit dir machen, was er will. Er spielt mit dir, Pia. Was wird in Zukunft passieren? Landet ihr immer im Bett zusammen, wenn sein Typ nicht da ist? Wird er ihn weiterhin hintergehen und dich unglücklich machen? Ihr müsst das klären. Weiß er überhaupt, dass du schon wieder weg bist?“
„Nein, ich habe den Flug gestern umgebucht, als Chris aufgetaucht ist. Uwe hat so blöd reagiert, da will ich ihnen nicht im Wege stehen. Ich gehöre da nicht mehr hin.“

Während Kerstin und Pia sich unterhielten und Pia auch so langsam wieder aufhörte zu weinen, war Uwe aufgestanden, um Frühstück zu machen. Er hatte nicht mitbekommen, dass Pia die Wohnung in der Früh verlassen hatte. Er glaubte, sie würde seelenruhig schlafen.
Als er ihren Tee fertig hatte, klopfte er leicht an die Tür und öffnete sie schließlich. „Pia? Aufstehen, ich…“ weiter kam er nicht, denn sofort sah er das gemachte Bett und das Pia nicht da zu sein schien.
Er hätte fast die Tasse fallen lassen, weil es ihn sehr schockierte, dass Pia nicht da war, dass sie sich heimlich aus der Wohnung geschlichen und ihm nichts gesagt hatte.
Uwe wollte gerade die Tür schließen, als er einen Zettel auf dem Nachttisch erblickte. Er ließ sich auf dem Bett nieder, stellte die Teetasse ab und nahm den Zettel zur Hand.

„Uwe, ich weiß, dass ich erneut weglaufe, dass ich mich den Problemen wieder entziehe, aber ich kann das nicht. Dich mit Chris zu sehen, tut mir unendlich weh. Ich habe gedacht, dass aus uns vielleicht doch noch etwas werden würde, aber nach gestern… Werdet glücklich miteinander und vergiss mich. Es ist besser, wenn ich keine Rolle mehr in deinem Leben spiele, es macht alles einfacher. Leb wohl Uwe. In Liebe Pia“

Uwe stand auf und suchte sein Handy. Als er endlich auf dem Küchentisch gefunden hatte, wählte er Pias Nummer. Ihr Handy war aus, da sofort die Mailbox anging. Er legte wieder auf und suchte nach Flügen. Ihm war momentan egal, wie teuer der Flug sein sollte, er wollte einfach nur zu Pia und mit ihr reden. Sie konnte doch nicht einfach so aus seinem Leben verschwinden.

*
„Jan Papi? Lotta huga. Waff ess möcht.“ Lotta war zu Jan gelaufen, der am Rand saß und ihr beim Spielen zugesehen hatte. „Die Mami hat dir aber so was Tolles eingepackt“, meinte er liebevoll. „Aba Lotta Waff möchte da.“  Sie deutete mit dem Finger zum Waffelstand. „Dann komm mal mit. Ich habe auch Hunger und die Waffeln riechen wirklich sehr gut“, lächelte Jan und gemeinsam holten sie sich eine Waffel.
Jan genoss den Vormittag mit Lotta sehr. Sie war so ein liebes Mädchen und sie war sehr ausgeglichen. Kerstin hat Lotta wundervoll erzogen, obwohl sie nicht ihr leibliches Kind ist. Je länger er Lotta dabei zusah, wie sie friedlich ihre Waffel aß, umso wärmer wurde ihm ums Herz. Er wollte und konnte nicht mehr ohne dieses kleine Wesen. In dieser kurzen Zeit, hatte sie sich in Herz geschlichen und ihm alles geraubt, was man nur rauben konnte.

Gerade als er in seinen Gedanken fest versunken war, holte Lotta ihn wieder in die Gegenwart zurück. „Jan Papi? Rum du nee wohn Mami Lotta? Lotta miss Jan Papi nee da. Mami au miss Jan Papi imma.”
Verwundert über Lottas Frage, sah er sie an. „Wie kommst du denn jetzt darauf?“
„Mo au Mama Papa habt. Mo Papa wohn Mo Mama. Jan Papi nee wohn Mami. Rum?”
Review schreiben