Wer mit dem Feuer spielt

von Lelema
GeschichteDrama, Familie / P12
Gabriela Dawson Kelly Severide Matthew Casey OC (Own Character)
10.12.2018
12.11.2019
84
89752
6
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Kapitel 65 - Männertrip & Mädelsabend

Kelly verstaute Matt und Liams Rucksäcke in seinen Wagen. Ein echter Männertrip, so wie sie es sich schon Monatelang vorgenommen haben. Campen in der Natur. Er drehte sich zu Matt um, welcher gerade seiner Frau einen Kuss auf die Lippen drückte. Liam saß bereits im Auto, hörte Musik und ignorierte seine Umgebung, obwohl er aktuell kein Ärger bekommen hat. Überraschenderweise blieben Matt und Gabby ruhig wegen der Sache mit Leslie’s Bein oder der Tatsache, dass Laurel zu Besuch war als sie ihren Hochzeitstag feierten.

“Ich liebe dich”, flüsterte Gabby.

“Ich liebe dich auch”, sagte Matt und drückte einen allerletzten Kuss auf ihre Lippen. Sie sind ja kein Jahr weg, sondern nur ein Wochenende. Eigentlich sogar nur eine Nacht. Früh morgens fahren sie los und spät Abends des nächsten Tages kehren sie wieder zurück. Länger könnte Matt aktuell auch nicht von seinen Mädels getrennt sein.

“Dann kann's ja endlich los gehen!”, grinste Severide und startete sein Wagen als Matt sich endlich auf dem Beifahrersitz setzte.

“Auf dem Rückweg kommen wir bei einem sehr guten Steakhouse vorbei”, erzählte Kelly.

“Klingt fantastisch”, meinte Matt, “Was sagst du dazu, Liam?”

“Joa kann man mal machen”, murmelte er.

Kelly blickte im Rückspiegel. Ganz so begeistert schien der 15-Jährige nicht zu sein. Na gut, die Internetverbindung ist in der Natur kaum oder gar nicht vorhanden. Aber irgendwie wird er das Gefühl nicht los, dass Liam irgendwas auf dem Herzen hat.  
Am Parkplatz angekommen, teilen sie das Gepäck pro Kopf auf. Kelly trug sein Rucksack, Verpflegung und Zelt. Matt die Stangen vom Zelt, sein Rucksack und Gaskocher. Liam hingegen nahm nur sein Rucksack.

“Merkst du was?”, fragte Kelly und deutete auf die restliche Verpflegung, die Liam eigentlich in sein Rucksack packen sollte.

“Ich hab kein Platz mehr”, antwortete Liam, “Außerdem will ich mich nicht zu Tode schleppen.”

“Achso und bei uns ist es okay, oder was?”, fragte Kelly

“Habe ich nicht gesagt”, sagte Liam und lief voran. Kelly und Matt tauschten kurze Blicke aus. Liam war nun mal in der Pubertät und dementsprechend schwierig. Während Matt und Kelly trotz zusätzlichem Gewicht Liam einholten, voran maschierten und Plaudern, schlenderte Liam seelenruhig hinterher. Es interessierte ihn nicht, dass auf einmal 100 meter Abstand zwischen ihnen lagen. Sie sind doch nicht in der Armee, dass sie durch den Wald rennen müssen, oder?

Immerhin waren Kelly und Matt so freundlich und warteten an der Weggabelung auf Liam. Nicht, dass sich der 15-Jähriger im Wald verläuft.

“Ich hab nachgedacht”, sprach Liam. Überrascht drehte sich Matt zu seinem Sohn um. Allein die Tatsache, dass Liam einfach so laut sagt, er hätte nachgedacht, machte Matt stutzig. Liam führte doch nichts im Schilde oder?

“Es gibt da die Möglichkeit für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Man kann seine Sprachkenntnissen verbessern und sammelt persönliche Erfahrungen und es fördert die Entwicklung”, zählte Liam auf.

“Du willst was?”, fragte Matt irritiert. Ihm blieb fast die Stimme fern. Sein erstgeborener, sein einziger Sohn, sein gemeinsames Kind mit Hallie möchte von hier weg?

“Wo willst du denn hin?”, fragte Kelly neugierig.

“Chile”, sagte Liam, “Dann kann ich direkt vorort meine Spanischkenntnisse verbessern.”

“Du kannst mit Gabby lernen”, sagte Matt. Begeistert war er von der Idee seines Sohnes überhaupt nicht.

“Komm schon es sind nur 11 Monate, Dad!”, sagte Liam, “Du willst mich doch nicht in meiner Entwicklung zum freiem Indivium hindern!”

“Du wirst nirgendwo hingehen.”

“Warum nicht? Ich könnte so viel für mich selbst lernen. Du kannst es dir ja erstmal ansehen!”

“Liam hat Recht”, sagte Kelly.

“Du kannst dich noch nicht einmal in Chicago benehmen und dann soll ich dir erlauben tausende Kilometer entfernt in einem fremden Land zu leben?”, hinterfragte Matt. Er verstand gar nicht warum sie hier diskutieren. Niemals würde er zulassen, dass Liam soweit von ihm entfernt ist.

“Was willst du überhaupt da?”, fragte Matt, “Du hast hier alles! Deine Familie, deine Freunde und deine Schule!”

“Bitte Dad”, sagte Liam ruhig, “Es wäre eine einmalige Gelegenheit für mich. Neues Land, neue Kultur und Leute kennenlernen. Ich würde bei einer Gastfamilie leben.”

“Nein! Du bleibst hier in Chicago, wo du hingehörst!”

“Kelly würde mich gehen lassen”, meinte Liam.

“Hey habe ich gar nicht gesagt. Nur, dass Matt sich das erstmal anschauen soll”, verteidigte sich Kelly.

“Kelly hat aber auch keine Kinder und weißt daher nicht wie es ist, wenn das Kind tausende Meilen entfernt ist!”, zischte Matt.

“Ouch, das tat jetzt aber weh. Ich kann mich sehr wohl in deine Lage versetzen und dennoch ist es eine tolle Erfahrung für dein Sohn”, sagte Kelly.



Derweil machten sich Gabby, Sylvie und Stella einen schönen gemütlichen Abend. Leslie durfte ausnahmsweise sogar länger wach bleiben.

Stella flechtete ihrer kleinen Freundin die Haare zu einem französischen Zopf beisammen. Gabby und Sylvie tranken ein Gläschen Wein und lästerten über die aktuelle Trash-TV-Show, welche Kandidaten als nächstes hinausfliegen bzw. welchen Kandidaten sie ganz süß oder eklig finden.

“Oh mein Gott”, Stella verzog das Gesicht als sie ein Blick auf den Fernseher warf. Diese Szenen waren eindeutig zum Kotzen. Dieser Mann da im Fernsehen geht gar nicht! Und die Intelligenz war unterirdisch. Er brauchte noch nicht einmal sein Mund zum sprechen öffnen, denn man wusste sofort es kommt nur etwas bescheuertes bei raus.

“Sag mal ist das nicht Rick? Gabby’s Vertretung während ihrer Elternzeit?”, fragte Sylvie geschockt. Eindeutig war es der Ersatz-Sanitäter, der gerade in der Sendung herumhüpft.

Gabby, welche gerade Saure Gurken mit Senf aß, verzog ebenfalls das Gesicht. Dieser Typ hat sie doch nicht ernsthaft vertreten, oder?

Leslie hingegen nutzte die Unaufmerksamkeit der Erwachsenen und holte sich auch was zu Essen aus der Küche. Wenn ihre Mama schon Gurken mit Senf kombinieren darf, dann darf sie doch auch endlich ihr neues Lieblingsessen essen ohne das sie ärger bekommt.

“Ih Leslie”, sagte Sylvie, “Du kannst sowas doch nicht essen! Man könnte sonst noch meinen du bist Schwanger!”

“Wieso? Mama isst auch Gurken mit Senf!”, sagte Leslie während sie sich ein großen Löffel Banane mit Ketchup in den Mund schiebt.

“Ich nasche gerne mal saure Gurken mit Senf”, sagte Gabby zu ihrer Verteidigung.

“Und ich esse gerne Banane mit Ketchup.”

“Ihr beide seid nicht mehr normal”, lachend schüttelte Stella ihren Kopf und widmete sich wieder der TV-Show.

So ganz konnte sich Gabby aber nicht konzentrieren. In letzter Zeit war sie tatsächlich anders drauf: Stimmungsschwankungen, Heißhunger und Übelkeit am Morgen. Sofort stand sie und rannte ins Badezimmer. Sie hatte gerade einen Tropfen Alkohol angerührt. Zum Glück ihr erster Wein seit Wochen, aber dennoch hatte sie ein winzigen Schluck schon dran genippt. Sie hing vor der Kloschlüssel und spukte den Inhalt hinein. Vermutlich bringt das gar nichts mehr, aber egal. Alkohol wird ein Tabuthema sein bis sie weiß ob sie tatsächlich schwanger ist.


Na da kommen wir der Schwangerschaft schon näher oder nicht? ;) Ob Liam wirklich ein Auslandsjahr macht, was denkt ihr?
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