Pirates of the Sea

von Verrine
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
Otabek Altin Victor Nikiforov Yuri Katsuki Yuri Plisetsky
09.12.2018
24.11.2019
20
20.563
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09.12.2018 1.391
 
Eine kleine Fantasie-Geschichte. Ich hoffe, sie wird euch gefallen =)
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In einer großen Hafenstadt lachte ein kleiner, schwarzhaariger Junge. Ausgelassen und voller Fröhlichkeit rannte er durch die Erwachsenen, die zufrieden ihre Einkäufe verrichteten. Jeder lebte ohne Geldsorgen und sie waren zufrieden mit ihrem Leben ohne Krieg und ohne Angst.  

Die Hafenstadt wurde von einer Gruppe Piraten geführt. Die Altin Familie herrschte über diese Stadt und jeder der ihnen in die Quere kam, wurde beseitigt. Der Herrscher der Stadt war zwar fast nie Anwesend, jedoch regierte seine Frau, eine wunderschöne schwarzhaarige mit hellen blauen Augen die Stadt. Jaina Altin war ihr Name. Sie war damals dem jungen Piraten verfallen, der sie verschleppte und mit in seine Stadt genommen hatte. Schnell merkte der junge Pirat doch, dass er sie nicht erobert hatte, sondern sie ihn. Sein Herz verfloss in ihren Fingern, wenn sie alleine waren. Er schenkte ihr alles und die bis dahin kaputte und in Angst lebende Stadt, wurde der Mittelpunkt des Landes. Jaina Altin hatte diese Stadt reich gemacht und ihr Mann legte ihr die Welt zu Füßen, bis sie ihm schließlich das größte Geschenk machte, was er sich hätte vorstellen könnte. Ein Kind. So wunderschön, wie die Sterne am Himmel. Otabek. Otabek wuchs als kleines Piratenkind ohne Sorgen oder Ängste auf. Seine schwarzen Haare von der Mutter, die dunklen Augen vom Vater. Schnell lernte der kleine Junge zu herrschen, doch mit Güte und ohne Angst. Streng war er, aber niemals grausam.  
Doch mit Neun Jahren sollte sich sein bis dahin glückliches Leben von Grund auf ändern...  

※ ※ ※


Seine Mutter hatte das Fieber ergriffen und sein Vater war bei einem Sturm auf Hoher See.  
Der kleine Junge bangte an der Seite seiner so kranken Mutter und weinte die halbe Nacht, bevor er erschöpft neben ihr einschlief.  
Jaina weinte leise. Sie weinte um die Zukunft des Kleinen und um ihren Mann. Sie fühlte, dass er nie wieder nach Hause kommen würde. Doch dann musste sie noch umso stärker kämpfen.. Ihr Sohn dürfte niemals ohne seine Mutter aufwachsen..  

Eine Woche später kam die Nachricht, dass das Schiff mit der Mannschaft auf offener See untergegangen war. Der Sturm hatte sie überrascht und dazu waren sie wohl von Meerwesen angegriffen worden. Otabek stand Still bei der Menge, als dies verkündet wurde. Das sonst so fröhliche Gesicht schaute Ausdrucklos in die Gegend. Sein Vater war fort, seine Mutter krank und er alleine.  
Betäubt und ohne seine Umgebung wahrzunehmen lief der kleine Altin durch seine Stadt zum Strand. Er starrte aufs offene Meer und dachte über die vorhin gesprochenen Worte nach. Der Sturm und.. Was? Niemals hätte ein Sturm seinen Vater überrascht. Er kannte das offene Meer sein ganzes Leben lang. Selbst Otabek konnte es in seinen Fingerspitzen fühlen, wenn ein Sturm naht und sein Vater war noch besser gewesen. Sagten die Bewohner seiner Stadt nicht Meerwesen? Aber es waren doch nur Geschichten.. Bis auf Fische und Pflanzen gab es dort nichts.. Oder doch? Gab es diese Monster von Meermenschen wirklich?  


※ ※ ※



Die Dämmerung war weit vorangeschritten, nur noch die letzten rotgoldenden Sonnenstrahlen erhellten den Strand und ließen Otabek registrieren wo er sich gerade befand. Die sich am Strand brechenden Wellen, die so sanft wirkten und ihm doch seinen Vater genommen hatten, trieben ihm die Tränen in die Augen. Tränen die er nicht weinen durfte, weil er nun stark für seine Mutter und diese Stadt sein musste. Er kniff seine Augen zu, um die Tränen im Keim zu ersticken und begann all diese schmerzhaften Gefühle und die Wut über seinen Verlust ins Meer hinaus zu schreien, wollte diese Gefühle in seinem Inneren abzutöten, um ein würdiger Nachfolger seines Vaters zu werden. Er schrie bis er nicht mehr konnte, bemerkte dabei die Tränen nicht, die sich ihren Weg über seine Wangen stahlen.  

Ohne es zu merken, ging der kleine Junge immer weiter ins Wasser, bis er schließlich schwamm. Er liebte das schwimmen.  Einige Neugierige Fische um schwammen ihn, gaben ihm kleine Küsschen, als ob sie sein Kummer spürten. Otabek schwamm immer weiter. Irgendwann sah er nichts mehr und er wollte auftauchen. Seine Mutter würde sich Sorgen machen und langsam Schmerzen seine Lungen vor Luftnot.  
Plötzlich schlang sich eine Alge um seinen Knöchel und Otabek strampelte verzweifelt. Mit Gewalt versuchte der kleine Junge sich loszumachen, doch es half nichts. Ihm wurde schwindelig und er öffnete instinktiv seinen Mund um Luft zu schnappen. Otabek spürte, wie er langsam Ohnmächtig wurde. Er wollte nicht sterben.. Nicht hier. .. Das Letzte was er sah, war ein kleiner, blonder Junge mit stechenden grünen Augen, der sanft seinen Knöchel berührte und seinen Körper umfasste, bevor er das Bewusstsein verlor.  


Als Otabek das nächste Mal seine Augen öffnete, spürte er kalte und feuchte Lippen auf seinen. Schnell drehte er seinen Kopf weg und hustete Wasser. Nach Luft schnappend sah er sich verwirrt um. Was war passiert? Er war ertrunken.. Oder?? Hektisch sah er sich um und entdeckte einen noch kleineren Jungen, der versuchte zum Wasser zurückzukommen. Er hatte blonde, lange Haare und eine .. Flosse? Otabek sah ihm gebannt zu, bevor er erschrocken nach Luft schnappte.  
Vor ihm war eine Meerjungfrau! Oder Meermann? Wie nannte man sowas? “Eh..” Otabek hustete, bevor er seine Stimme wiederfand. “Eh, warte!” Otabek versuchte sich aufzurappeln, stolperte jedoch über seine eigenen Füße und landete mit dem Gesicht im Sand. Er war ziemlich weit weg vom Wasser und der kleine schwarzhaarige Junge bemerkte, dass die Ebbe eingesetzt hatte, weshalb der Blonde wohl so verzweifelt versuchte zum Wasser zu kommen.  

Otabek betrachtete ihn, bzw. seine Kehrseite. Seine Flosse schimmerte im Mondlicht golden, leichte Smaragd-farbende Punkte glitzerten. Seine Ohren zierten Gold/gelbe transparente Flossen, ebenso wie seine Rücken. Es waren hauchzarte Membranen, die leicht zerreißen konnten. Seine Finger, die sich in den Sand gruben waren lang und zart und zwischen jedem Finger befand sich wieder eine hauchzarte gelbe Membran. Der Junge kämpfte verzweifelt und schrie vor Anstrengung.  
Otabek stand langsam auf und wartete kurz, dass seine Beine ihn wieder trugen, bevor er sich zu diesem Meermenschen auf dem Weg machte. Nach ein paar Schritten war er vor ihm und schaute verwundert in dessen Gesicht. Es war wirklich ein Junge. Seine Augen waren die eines Kämpfers.  

Er weinte im Kampf des Überlebens. Wie Otabek vorhin.. Dem schwarzhaarigen Jungen wurde mit einem Schlag bewusst, dass die Rasse dieses Jungen, seinen Vater umgebracht hatten. Vor Wut und Kummer schloss der Junge seine Augen und atmete tief durch. Als er sie wieder öffnete starrten diese smaragdgrünen, kämpferischen Augen misstrauisch an. Otabek kniete vor diesem Meermann und kniff leicht die Augen zusammen. Er konnte fast nicht glauben, dass solche Wesen seinen geliebten Vater auf dem Gewissen hatten, bevor diese blonde Schönheit ihn anfauchte. Spitze, haifischartige Zähne zeigten sich.

“Fass mich nicht an.” zischte das fischartige Wesen. Jetzt verstand Otabek und hielt dem blonden Wesen einen kleinen Dolch an die Kehle. “Ihr habt meinen Vater umgebracht. Stirb!” Die Augen des blonden wechselten von Unglauben, zu Hass, Misstrauen und wieder zu Unglauben. Es schaute so unschuldig und fragend, dass Otabek verwirrt die Klinge lockerer ließ und bemerkte, dass er dieses zarte Wesen wirklich verletzte hatte. Blut quoll auf dem Hals des Meerkindes. Ungläubig fasste sich das blonde Kind an den Hals, bevor es vor Otabek zurückschreckte.

“E-..entschuldige..” Otabek wusste nichts mit sich oder diesem Ding vor sich anzufangen. Schließlich steckte er seinen Dolch weg, packte das blonde, schöne Ding, welches im Mondschein schimmerte und hob es hoch. Es war leicht wie ein kleiner Fisch. Das Meerwesen sagte nichts, schlang jedoch seine dünnen Arme um dessen Hals. Otabek stützte den kalten Rücken und die Schwanzflosse, wo bei einem Menschen die Kniebeuge gewesen wäre. Die Flosse fühlte sich kalt und feucht an, doch die Schuppen waren so wunderschön, dass er darauf nicht achtete. Otabek war angewidert und fasziniert zugleich. Langsam trug er den Jungen zum Wasser und trat ein Paar schritte hinein, bevor er ihn sanft absetzte.

“Dein Leben für meines, ich hoffe, dass wir uns nie wiedersehen. Sonst töte ich dich und alle die zu deinem Volk gehören. Ihr habt mir meinen Vater genommen...” Ein letztes Mal sah er dem Blonden Jungen ins Gesicht, bevor dieser sich abwandte und in den Wellen verwand. Otabek machte sich langsam auf dem Weg zu seiner trauernden Mutter und einer Stadt die ihn brauchte und die er regieren musste.
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