Eternity ~*~ Für immer ist eine lange Zeit ~*~

von Diavolo07
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
Inu-Yasha Kagome Kikyou Naraku Sango Sesshoumaru
09.12.2018
08.10.2019
34
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~*~  Eternity ~*~ 
~ Für immer ist eine lange Zeit ~



Wer ewig lebt, hat lange Zeit über alles nachzudenken.
Über das Leben.
Über den Tod.
Selbst über etwas belangloses wie Gefühle.
Etwas wozu ich schon lange nicht mehr im Stande war.

Ich spürte keine Angst, kein Leid, keine Freude.
Nur die Erinnerung daran war geblieben...

Es gab eine Zeit da hatte ich den Tod herbeigesehnt, wie einen Freund, der einfach nicht kommen wollte, egal wie sehr ich ihn bat.

Ich wurde nicht Unsterblich geboren...ich wurde erschaffen.

Mein Vater riet mir mein ganzes Leben dem Wind zu folgen, er würde mich hinbringen wo man mich brauchen würde.
Er sagte jedes Leben verlangt nach etwas höheren, einem Sinn.
Einen Sinn...denn ich vor langer Zeit verloren hatte.

Genau wie meine Menschlichkeit...





1 ~*~ Vision ~*~


Abwesend fiel mein Blick auf mein Spiegelbild.
Bekannte goldene Irden schimmerten mir entgegen, nach all den Jahren hatte ich mich an die außergewöhnliche Farbe gewöhnt.
Ich fasste meine Strähnen zusammen, band sie locker zurück.
Kurz fiel mein Blick durch den dunklen Raum, aus welchen ich jegliches Tageslicht verbannt hatte.
Und trotz allem war meine Sicht geschärft.

Viele Jahre waren ins Land gezogen, Jahre in denen ich vergeblich versucht hatte mich wieder zu finden.

Wer ich bin?
Oder wer ich war...?

Wenn ihr mich dies vor fünfhundert Jahren gefragt hättet, hättet ihr mir vermutlich kein Wort geglaubt.

Ich hatte Krieg und Frieden erlebt, Hoffnung und Zerstörrung.
Über Jahrhunderte hinweg.

Ich hatte die Welt bereist...mehrmals.

Von Europa in den Süden hinunter nach Afrika, in den Westen nach Amerika bis  hin zu den Östlichen Hügelkämmen Japans.

War auf dem Eifelturm spaziert, hatte auf dem Rücken der Sphinx gefrüstückt und am Mount Everest zu Abend gegessen.

Ein etwas anderes Leben als ihr euch vorgestellt hattet, nicht wahr?!

Ich hatte nichts ausgelassen, aber dennoch,  schlussendlich war ich wieder hier angekommen.


Seufzend wanderte mein Blick über den Schulhof, es war noch alles genau wie damals.

Die Goshinboku Privatschule war noch genauso wie am ersten Tag.
Die gleiche graue Schuluniform, die gleiche Blumendekoration am Empfang, die selben Schulgruppen welche sich bereits vor dem Unterricht zusammen schlossen, und der rießige Baum am Schulhof, welcher Ruhesuchenden die nötige Kraft schenkte.

Mir kam es vor als wäre es erst gestern gewesen dass ich selber einer der Schüler war.
Natürlich diente dies damals nur zur Tarnung, denn ich war schon seit Jahrhunderten mit einer der letzten lebenden Hexen befreundet.
Und das ein oder andere mal hier auf ihrem Grund und Boden tätig.

Ein Seufzen entwich meiner Kehle, zögernd stellte ich den lauten Motor ab.
Setzte die braunen Kontaktlinsen ein, verschreckte meine Goldenen Irden vor der Welt.

Nichts hatte sich verändert und doch war einfach alles anders...
Lange Zeit hatte ich die moderne Welt gemieden, hatte die letzten Jahre im Exil verbracht.
Ich fühlte mich müde, müde von der Welt und all den Jahren des dahin Vegitierens.

Abwesend stieg ich aus meinen garagengepflegten Oldtimer aus.
Zog etliche Blicke auf mich, wusste dass dies nicht nur am Wagen lag.

Eilig zog ich meine Lederjacke vom Beifahrersitz des Mustangs, und warf sie gedankenverloren über meine Schulter.
Versuchte meine Bewegungen weniger flüssig wirken zu lassen, mich anzupassen.

Gleichgültig ignorierte ich die neugierigen Blicke der Schüler und setzte meinen Weg Richtung Direktorat fort.
Vollkommen in Gedanken versunken, blickte ich empor ins Blätterdach des großen Baumes.
Ein Baum welcher mir schon vor Jahren Trost geschenkt hatte.

Der Wind umspielte meine Strähnen, Erinnerungen flammten vor mir auf,
Fetzen aus längst vergangener Zeit.


"Mr.Diavolo?!" eine warme Stimme ließ mich aus meinen Gedanken schrecken.
Irritiert drehte ich mich um blickte in das Gesicht einer jungen Frau.
Ihr braunes Haar war streng zurück frisiert, unter ihrem Arm hatte sie ein Ipad eingeklemmt.
Heut zu Tage waren Klemmbretter wohl out..?
"Ich bin Sango Taijiya" lächelte sie, musterte mich neugierig.
Sie war adrett gekleidet, weitaus moderner als ihr Name erahnen ließ.

Eine Taijiya Nachkommin?
Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Ernsthaft?
Ob sie wohl wusste was ihre Vorfahren für eine Aufgabe gehabt hatten?

"Kaede hat viel von ihnen erzählt, sie erwartet sie in ihrem Büro"
Ich nickte abwesend, die Blicke der Schüler lagen nun komplett auf mir.
Neugieriges Getuschel folgte.

Sie führte mich durch den blühenden Innenhof der alten Gemäuer.
Ich schloss meine Lieder, die Geräuschkullise war gewaltig, voralllem wenn man die letzten Jahre andere Geräusche gewöhnt war.
Wie Fledermäuse, oder Tropfen von der Höhlendecke...

Gut gelaunt erzählte Sie mir von der Schule, von den verschiedenen Direktoren.
Und dass es seit seiner Gründung im Familienbesitz war.
"Früher war es ein Tempel..." fügte sie stolz hinzu.
Ich hielt inne, blickte auf ein altes schwarz weiß Bild, aus dem Gründungsjahr der Schule vor über 140 Jahren.
"Es war nicht nur ein Tempel" hauchte ich abwesend.
"Ich habe gehört sie waren hier selbst Schüler?" fragte sie, wahrscheinlich nur um die Stille zwischen uns zu überbrücken.
Die Schüler wichen uns respektvoll aus, und grüßten Ms.Taijiya beim vorbei gehen freundlich.

"Dass ist lange her..." bestätigte ich leise, sie runzelte verdattert die Stirn.
Besah mich prüfend "so lange aber auch noch nicht, hmm?" lächelte sie amüsiert.
Ich schwieg, verkniff mir die ein oder andere Bemerkung.
Der bekannte Duft der Schule umfing mich als eine der Türen automatisch aufging.
Erinnerungsfetzen schwirrten vor meinen Augen, es fühlte sich komisch an, nach all den Jahren wieder hier zu sein.
Auch wenn die Schule in den letzten Jahren deutlich modernisiert worden war, hatte sie von ihrem alten Charme nichts verloren.
"Nagut..." entwich es ihr geschlagen als sie die Türe des Direktorats öffnete und mich hinein wies.
"Danke Ihnen" entwich es mir bevor ich fließend an ihr vorbei schritt.

Es war mehr ein Zufall dass ich Kaede vor drei Wochen bei dem traditionellen Totenfest getroffen hatte. Aber vielleicht war es auch das Schicksal, wie sie es nannte.
Schweigend betrat ich den lichtdurchfluteten Raum zog die Türe hinter mir ins Schloss.
Kaedes wachsame Augen funkelten auf.
"An der Pünktlichkeit müssen wir wohl noch üben" zwinkerte sie mir zu.
"Gerade ihr solltet wissen dass ich steht's so erscheine wie ich es beabsichtigt hatte" kam es leise über meine Lippen.
Sie nickte schmunzelnd.

Ihre Züge hatten trotz der Jahre nichts an Stärke verloren.
"Hattet ihr nicht gesagt ihr würdet euch zu Ruhe setzen?" fragte ich ruhig.
Besah abwesend die alten Bilder.
Ich hörte ihr leises Lachen "Du hast Recht, etwas dass ich nur zu gerne tun würde. Aber, ich glaube, wir haben es hier mit einem Yokai zu tun"
Ich hob irritiert eine Augenbraue, schüttelte ungläubig den Kopf.
Einen Dämon?!
Knarrend wich der Stuhl zurück als sie langsam aufstand.
Ihr graues Haar war locker zurück gebunden, etliche Falten zierten ihr Gesicht.
Anders als bei uns Dämonen, hingen die Kräfte einer Hexe am Gleichgewicht der Welt und am Glauben der Menschen.
Der Glaube nahm ab...genau wie Kaedes Unsterblichkeit.
"Gerüchte verbreiten sich in der Welt, fast wie ein Lauffeuer...schon seit Monaten habe ich Visionen von dem Juwel der vier Seelen" fuhr sie langsam fort.
Mein Atem stockte.
Was?!
Visionen?
"Ich glaube es ist in unsere Zeit zurück gekehrt" betonte sie leise "Genau wie der Dämon der es damals schon begehrte"
Das Juwel?! Unmöglich!
"Dass kann nicht sein...und du weißt dass!" zischte ich fassungslos.
Wollte nicht mit der Vergangenheit konfrontiert werden.
Sie nickte "Ja, dass habe ich anfangs auch gedacht. Vor allem, da in den letzten Jahren Ruhe herrschte..."
Ich schwieg, seit unserem letzten Aufeinandertreffen waren über siebzig Jahre vergangen.
Ich erinnerte ich noch gut an die letzten Tage des zweiten Weltkrieges.

Seit die Feuerwaffen das Tageslicht erblickt hatten, und sie uns ebenbürtig waren, wurden wir immer weniger.
Sie machten Jagd auf uns, drängten uns immer weiter zurück.
Und schon bald gerieten wir in Vergessenheit, dienten nur noch als Schauermärchen für schlimme Kinder.

Die Welt hatte sich seitdem verändert...genau wie wir.
Heute glaubte niemand mehr an Hexen oder Dämonen. Die Menschen stellten ihre Macht nicht länger in Frage.

"Wie kommst du darauf Kaede? Ich meine du weißt genauso gut wie ich, dass das Juwel vor 500 Jahren von der Erde verschwunden ist" kam es trocken über meine Lippen.
Sie nickte traurig.
"Ich möchte dir den Grund für meine Bitte vorstellen. Schließlich habe ich dich nicht grundlos hier her gebeten" fing sie gedankenverloren an, wich vom eigentlichen Thema ab.
Ich seufzte leise, wusste dass sie dieses Gespräch nicht vertiefen würde.
Schloss kurz meine Augen, immer noch war der Alltagslärm für mich ohrenbetäubend.

"Ich möchte dass du eine Weile hier bleibst..." hörte ich ihre gefasste Stimme, welche dennoch bittend war.
"Zu viele seltsame Dinge sind in letzter Zeit passiert, fasst als würden sich die Dämonen erneut aus ihren Verstecken wagen..."
"Die meisten Dämonen haben sich angepasst, andere leben in unserem letzten Rückzugsort" hauchte ich kopfschüttelnd, wollte ihre Ängste verharmlosen.
"InuYasha..." meinen richtigen Namen zu hören ließ mich erschaudern, schließlich hatte mich seit dem Mittelalter niemand mehr bei meinen eigentlichen Namen genannt.

Nicht mehr seit ich kein Halbdämon mehr wahr.

"Ich bleibe natürlich...wenn ihr es für richtig erachtet" versprach ich leise.
Sie nickte beruhigt.
"Dann wird ja ein bisschen Unterricht kein Problem für dich sein..." lächelte sie amüsiert.
Ich schluckte "Kaede, Ernsthaft... Nicht nochmal, ich bin echt zu alt für den Schülerscheiß..." meinte ich genervt.
"Ach...ich dachte da eher an einen Lehrposten, als Geschichtslehrer machst du dich sicher prima"
Ich stockte.
Ernsthaft?!
Ich sollte Menschen Kinder unterrichten...?!
Ich?!
"Dass kann nicht euer Ernst sein!" entwich es mir fassungslos.
Sie kicherte leise "Oh doch...denn so weiß ich dass meine 16te Ur Enkelin in guten Händen ist"

Die 16te?!
Ernsthaft?! Verdammt, wann war nur die Zeit vergangen?!

"Dass kostet extra" knurrte ich verärgert, während sie mir zwinkernd ein IPad reichte.
"Ernsthaft?" fragte ich tonlos "Du solltest lernen mit der Zeit zu gehen InuYasha, vor allem so lange du hier bist" fügte sie hinzu.
Kopfschüttelnd nahm ich das iPad an "Und Diskretion, ich meine, du weißt was passieren wird wenn man herausfindet dass ich einen Dämonenjäger eingestellt habe"
Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen.
"Du meinst eher wenn Sie herausfinden dass ich selber einer bin?" kam es süffisant über meine Lippen.
Sie nickte seufzend.
"Nagut, Klasse 7c ist deine. Und, ich hoffe wirklich dass ich falsch liege" sagte sie nach einer kurzen Pause.
Ich nickte, während ich das iPad aktivierte.
"Stundepläne, Klassenlisten, Fehlstunden...sowie Dienstpläne und Schulausflüge sind alle eingetragen"
"Gibt es sonst noch etwas dass ich wissen sollte?" hakte ich desinteressiert nach.
Sie hielt inne, biss sich kurz auf die Lippe.
"Meine Enkelin weiß nichts von meinen Kräften, noch von meinen wahren Alter"
"Dass wusste die letzte auch nicht..." meinte ich leise.
"Heut zu Tage ist es eben nicht mehr In eine Hexe in der Blutlinie zu haben" belächelte sie.
Ich schüttelte amüsiert den Kopf.
"Hat sich ja nichts verändert" stichelte ich, dachte an die letzte Higurashi zurück die ich beschützt hatte.
"Aber...InuYasha... Sie ist anders" sagte sie gedankenverloren.
"Wir werden sehen" hauchte ich dünn und ließ Kaede alleine im Direktorat zurück.

Die Schulglocke leutete, ich schloss schmerzhaft die Augen, auch wenn das Gerede der Schüler verstummt war, so schien die schrille Glocke um ein vielfaches lauter.
Ich seufzte genervt, bereute es schon   wieder zurück gekommen zu sein.
Die Klasse 7c befand sich laut Klassenplan am anderen Ende des Gebäudes, dafür am schnellsten Weg Richtung Innenhof.
Meine Schritte halten in den alten Mauern wieder, auch die Kapelle befand sich hier.
Ich verfluchte Kaede innerlich, immerhin wusste sie wie mein Körper auf geweihten Boden reagierte.
Kopfschüttelnd wich ich der Kapelle so gut es ging aus.

Ohne weiter darüber nachzudenken öffnete ich den Klassenraum, wusste dass nun eine ungewöhnliche Stille folgen würde.
Alle Augenpaare huschten zu mir, Gespräche fanden aprubt ein Ende und auch die letzten Schüler fanden ihre Plätze.
"Ich bin auf den Wunsch eurer Direktorin hier und euer neuer Klassenlehrer" sagte ich kühl ohne meinen Blick in die Runde zu werfen.
Getuschel folgte, wahrscheinlich waren sie von der Tatsache genauso überrascht wie ich selbst.
Ich nahm wortlos am Lehrerpult platz, legte das IPad zur Seite.
"Mein Name ist Chino Diavolo, und ich bin nur solange hier wie es nötig ist" legte ich die Grenzen klar.
"Sie sind Lehrer...?" fragte ein Mädchen ungläubig, schwärrmende Blicke folgten.
Ich seufzte innerlich, hing meine Lederjacke über den Stuhl und nahm darauf Platz.
"Ja, also..." meinte ich abwesend und öffnete am iPad den Stundenplan.
"Eine Einführung in euren Wissensstandart wäre hilfreich" seufzte ich, blickte nun bewusst durch die Reihen.
Sie schienen amüsiert "Shakespeare" kam es aus der letzten Reihe.
"Ernsthaft?" fragte ich unterkühlt "Man lehrt euch immer noch über einen Dramatiker des 16 Jahrhunderts...?" 
Erstaunte Blicke folgten, ich schüttelte ungläubig den Kopf.
"Sein oder nicht sein..." hauchte ich dünn, konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen.
Schnell fand ich den Anschluss an die siebzähnjährigen, auch sie schienen nach den Ferien noch topmotiviert.
Immer wieder blickte ich in die Runde, fragte mich wer von ihnen Kaedes Enkelin war.
Denn normalerweise war es für mich ein leichtes sie heraus zu filtern...doch diesmal?!
Ich verwarf den Gedanken als die Glocke ertönte und die Pause ankündigte.
Als nächstes stad Sport am Programm.
Die Schüler hingen erneut ihren Gesprächen über die Sommerferien nach.

Gelangweilt blickte ich den Sitzplan am iPad durch, suchte nach Kaedes Nachfahrin.
"Entschuldigt meine Unpünktlichkeit, doch das Klassensprecher Meeting hat länger gedauert als gedacht" hörte ich eine gefasste Stimme.
"Kein Problem..." ich brach ab, alles in mir zog sich zusammen, als mich ein bekannter Duft umfing.
Unmöglich.
Fassungslos blickte ich in braune Irden.

Was...?!

Kikyou...?!

"Meine Oma hat mir bereits von ihnen berichtet, ich bin Kagome. Kagome Higurashi"

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Willkommen zum Auftakt einer neuen Fantasy Fanfiction.
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LG Diavolo
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