Die drei ??? und der Taylor-Burton

GeschichteDrama, Krimi / P16
Bob Inspektor Cotta Justus Peter
08.12.2018
07.07.2019
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Hallo alle zusammen und ein frohes neues Jahr!
Vielen Dank für eure Reviews, das hat mich doch gleich motiviert, das nächste Kapitel hochzuladen.
Viel Spaß !

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Freitagnacht oder schon Samstagmorgen?

Peter saß zusammengesunken in der hinteren Ecke und hielt die Augen geschlossen. Seine Entführer hatten ihn nach dem Verhör wieder in kleine Kammer zurückgebracht. Die Flasche Wasser hatten sie ihm gelassen und gefesselt war er auch nicht mehr. Aber ihm war übel und sobald er die Augen öffnete, sah er Doppelbilder. Wahrscheinlich hatte er eine Gehirnerschütterung. Und er fror. Seine Haare klebten ihm klatschnass am Kopf und sein Shirt war durchweicht von dem eiskalten Guss. Aber das war wohl nicht der einzige Grund für das Zittern, das seinen Körper erfasst hatte. Wie sollte es jetzt weitergehen? Was hatten sie mit ihm vor? Er hatte immer noch keine Ahnung, wo er sich befand und wer die Typen waren, die ihn gefangen hielten. Wie sollten Justus und Bob ihnen auf die Spur kommen und ihn hier rausholen, so ganz ohne Anhaltspunkte? Oder viel schlimmer, wenn die Gangster ihm nicht geglaubt haben, das er alleine unterwegs war? Würden sie auch seine Freunde entführen? Ihre Namen standen ja auf der Visitenkarte und dank der vielen Berichte über sie in den Zeitungen und im Internet waren sie nicht schwer zu finden. Entschlossen öffnete er die Augen und fixierte die Tür gegenüber. Er musste hier raus und seine Kollegen warnen.

Immerhin konnte er mittlerweile schon wieder etwas klarer sehen. Er nahm einen Schluck aus der Wasserflasche und stand langsam auf. Jetzt, wo er die Hände frei hatte, durchsuchte er sein Gefängnis nochmal gründlich. Irgendetwas musste es doch hier geben, das er als Dietrich verwenden konnte. Fehlanzeige. Das Einzige, was er fand, war ein dünner Nagel, der in den Spalt zwischen Wand und Bodenbelag gerutscht war. Damit konnte er nichts ausrichten. Also nahm er sich nochmal seine Jacken- und Hosentaschen vor. Hatte er nicht vorhin noch einen Kugelschreiber dabei gehabt? Doch die Taschen waren leer, sie hatten ihm alles abgenommen, sogar das Muschelarmband für Kelly war weg.

Tränen der Wut und der Verzweiflung liefen ihm über die Wangen und vermischten sich mit dem Wasser, das noch immer aus seine Haaren tropfte. Konnte er denn gar nichts tun? Er blickte auf den Nagel, den er immer noch in der Hand hielt. Als Waffe oder Werkzeug taugte er nicht, aber vielleicht konnte er damit eine Botschaft in die unverputzte Wand ritzen. Nur was würde das bringen? Wer außer ihm und seinen Entführern würde diesen Raum betreten? Niemand. Niemand suchte hier nach ihm. Vielleicht würde er auch diese Zelle nie mehr verlassen? Vielleicht ließen sie ihn einfach hier, wo ihn nie jemand finden würde? Nein, das durfte er nicht denken. Er musste auf seine besten Freunde vertrauen, auf Justus und Bob. Sie würden diesen Raum finden, und wenn er dann nicht mehr hier sein sollte, mussten sie wenigstens wissen, dass sie auf der richtigen Spur waren.

…..........

Sonntagnachmittag

„Das war ja zu erwarten gewesen“, konstatierte Justus und nahm einem Schluck von seinem alkoholfreien Cocktail. Sie saßen an einem Tisch in der neuen Standbar und sahen hinaus auf das Meer. Ihre Ermittlungen hier hatten nichts ergeben. Keiner der Angestellten konnte Informationen zu Peters Aufbruch geben, niemandem war etwas Ungewöhnliches aufgefallen. Nur Peters Jacke lag noch verloren hinter der Theke. Bob nahm sie an sich und steckte sie in seinen Rucksack.

Beide hingen ihren Gedanken nach. Hier war Peter am Freitagabend gewesen, seither hatte ihn niemand gesehen oder von ihm gehört, nur sein Fahrrad stand verlassen an der Shoppingmall. Was war nur passiert?

„Aber immerhin können wir wohl davon ausgehen, dass sich hier nichts Entscheidendes zugetragen hat. Es ist nur mal wieder zu dem üblichen Streit mit Kelly gekommen, der Peter dazu bewogen hat, die Party frühzeitig zu verlassen“, fuhr Justus fort. Bob stimmte zu, Streitereien zwischen den beiden waren schon fast Routine, genauso wie die Versöhnungen danach.

„Also machen wir weiter wie geplant. Treffen in drei Stunden in der Zentrale.“ Mit diesen Worten stand Justus auf, schwang sich auf sein Rad und fuhr davon. Bob sah ihm kurz nach und machte sich auf den Heimweg.

Zu Hause angekommen setzte er sich an den Rechner und rief das Archiv der Los Angeles Post auf, der Zeitung, bei der sein Vater arbeitete. Früher musste er für jede Recherche nach LA fahren, um im Keller des Verlagshauses das Archiv zu durchforsten, aber mittlerweile stand alles online zur Verfügung. Er loggte sich unter dem Zugangscode seines Vaters ein und begann mit der Suche. Natürlich gab es viele Treffer, die eingegebenen Stichworte waren ungenau und Verbrechen in einer Großstadt nun mal keine Seltenheit.

Doch ein Bericht fiel ihm ins Auge. Bei einem Einbruch in das Hammer Museum war ein extrem seltenes Schmuckstücke erbeutet und zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes schwer verwundet worden. Er liebte dieses Museum. Wieso hatte er davon nichts mitbekommen? Die Abschlussprüfungen diese Jahr hatten ihn wohl doch stärker in Anspruch genommen, als er geahnt hatte. Er sah sich den Artikel näher an: Das Hammer Museum stellte gerade einige Leihgaben aus dem Louvre aus, darunter auch eine Diamantensammlung. Das Prunkstück der Kollektion war ein sehr seltener gelber Diamant, der Sancy. Wie alle berühmten Steine hatte auch er eine facettenreiche Geschichte, die Bob allerdings gerade weniger interessierte. Vor drei Wochen, in der Nacht von Freitag auf Samstag, war nun eben jener Diamant gestohlen worden. Zwei Wachleute hatten wohl versucht, die Diebe aufzuhalten, es war ihnen jedoch nicht geglückt. Sie wurden mit schweren Verletzungen in Krankenhaus gebracht und konnten bislang keine Aussage machen. Als der Artikel in den Druck ging, waren beide noch nicht vernehmungsfähig gewesen.

Ein weiterer Bericht zog Parallelen zwischen diesem Raub und weiteren Vorfällen in Boston und Vancouver im letzten Jahr. Jedes mal waren wertvolle Juwelen gestohlen worden, nur war bislang niemand zu Schaden gekommen. Der Autor vermutete, dass eine zunehmende Selbstüberschätzung die Gangster, von denen bislang jede Spur fehlte, unvorsichtig hatte werden lassen. Und dadurch auch unberechenbarer und gefährlicher. Bob schluckte. Konnten das die gesuchten Verbrecher sein? Nur was wollten sie hier in Rocky Beach? Hier gab es zwar ein paar Juweliere, Bob hatte seinen Vater zu einigen begleitet, als der ein Geschenk für seine Frau gesucht hatte. Aber an herausragende Stücke, die die Aufmerksamkeit von professionellen Dieben auf sich ziehen würden, konnte er sich nicht erinnern. Oder gab es in der Shoppingmall einen neues Geschäft, das solche Schmuckstücke im Angebot hatte? Hastig suchte er in seinem Rucksack nach dem Lageplan, den Justus ihm am Samstag gegeben hatte. Auf dem Faltblatt war auch ein Verzeichnis sämtlicher Geschäfte gewesen. Er fand es ganz unten in seiner Tasche. Aufgeregt ging Bob die Liste durch. Bekleidungsgeschäfte, Elektronikzubehör, Sportartikel, Accessoires, Spielwaren, Modeschmuck, aber kein Juwelier. Enttäuscht ließ er das Blatt sinken. Die beiden Zeitungsartikel druckte er trotzdem aus. Bevor er seine Recherche fortsetzen konnte, klingelte sein Handy. Es war Justus.

„Komm sofort in die Zentrale. Wir haben eine Spur. “




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