Die drei ??? und der Taylor-Burton

GeschichteDrama, Krimi / P16
Bob Andrews Inspektor Cotta Justus Jonas Peter Shaw
08.12.2018
03.09.2019
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Hallo ihr Lieben,
ihr möchte wissen, was Peter so treibt? Dann lest mal fleißig weiter.
Viel Spaß.

Eure Ambrose.

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Ca. 24h zuvor am Freitagabend
Peter war wütend. Mit dem Verklingen des letzen Schulgongs heute Mittag hatten offiziell die langen Sommerferien begonnen. Wunderbare Wochen voll Sonne, Strand und Surfen. Vielleicht zwischendurch einen kleinen, undramatischen Fall lösen und mit Kelly ins Kino gehen.

Für den Abend hatte er sich wie zu jedem Ferienbeginn mit Justus und Bob auf dem Schrottplatz verabredet. Aber Kelly hatte auf einmal ganz andere Pläne für sie beide gehabt. Sie wollte ihn unbedingt zu dieser Party in einem neuen ultra-hippen Beachclub überreden. Der ganze Jahrgang würde kommen, und es wäre doch super und so weiter. Nur hatte er das etwas anders gesehen. Strand ja, Party gerne, aber nicht so eine Massenveranstaltung mit zu viel Alkohol und grauenvoller Musik. Ein Wort gab das andere, und schließlich hatten sie sich fürchterlich gestritten. Nach einem letzten „ Ich hasse dich“, war Kelly tränenüberströmt davongelaufen. Das hatte er nicht gewollt. So hatte er sich nach einem viel zu kurzen Treffen mit Bob und Justus noch auf den Weg zu der Strandparty gemacht. Vorher war er noch zu Hause vorbeigefahren und hatte das Armband mit dem Muschelanhänger geholt, das er schon vor einer Woche für Kelly gekauft hatte. Er hatte sie damit bei ihrem ersten romantischen Treffen in den Ferien überraschen wollen, nun würde es eben ein Versöhnungsgeschenk werden.

Aber was hatte er sehen müssen? Kelly in Begleitung eines anderen Typen, den Peter noch nie gesehen hatte. Er war etwas älter als sie, groß, blond und durchtrainiert. Beide schienen sehr vertraut miteinander und hatten sehr viel Spaß. Das war zu viel für ihn gewesen. Er versetzte seine beiden besten Freunde, fuhr zu dieser blöden Party und was machte Kelly? Auf jeden Fall schien sie sich auch ohne ihn prächtig zu amüsieren. Ohne Nachzudenken und blind vor Wut und Enttäuschung hatte er sich auf sein Rennrad geschwungen und war losgefahren.

Zunächst radelte er ziellos durch die abendlichen Straßen, bis er sich schließlich vor der Shopping-Mall wiederfand, den Ort ihrer aktuellen Ermittlungen. Na ja, wirklich viel ermittelt hatten sie noch nicht, also beschloss er spontan, dem ruinierten Abend etwas Nützliches abzugewinnen und das Gebäude ein wenig zu observieren.

Er kettete sein neues neongrünes Rennrad, ein Geschenk seiner Eltern zu seinem unerwartet guten Zeugnis, sorgfältig an den Fahrradständer und griff nach seinem Handy. Vielleicht hatten seine Kollegen ja Lust, sich zu ihm zu gesellen. Gerade, als er die Nachricht absenden wollte, gab der Akku seinen Geist auf. Wie passend. Vielleicht war es auch besser so, er war ohnehin gerade nicht die beste Gesellschaft.

Der Kundenparkplatz lag – jetzt, einige Stunden nach Geschäftsschluss – bis auf einen dunklen Lieferwagen in der hinteren Ecke verlassen vor ihm. Er ging zum Haupteingang und fand diesen verschlossen und vergittert vor. Die Tür war aus Glas und er versuchte, in das Innere des Gebäudes zu sehen, konnte aber kaum etwas erkennen. Die einzige Lichtquelle dort waren die grünen Exit-Schilder über den Türen und Durchgängen, es gab noch nicht einmal eine Notbeleuchtung im Erdgeschoss.

Er beschloss, die anderen Eingänge zu prüfen und begann, das Gebäude zu umrunden. An der Ostseite trennte eine schmale Gasse das Einkaufszentrum vom anliegenden Gewerbegebiet. Sie sah verlassen und ebenfalls nicht gut beleuchtet aus. Peter griff in seine Jackentasche und wollte die kleine Taschenlampe herausholen, die er für Notfälle immer dabei hatte. Seine Hand ertastete stattdessen jedoch einen Schlüsselbund. Verwundert zog Peter ihn heraus, es waren Jeffreys Autoschlüssel. Wie kamen die in seine Tasche? Er sah sich die Jacke noch mal genauer an und stellte fest, dass er die Jacke seines Freundes trug, die seiner sehr ähnlich sah. Er musste sie bei seinem überstürzten Aufbruch verwechselt haben. Nun stand er hier ohne seine Ausrüstung und überlegte, was er tun sollte. Eine Durchsuchung der anderen Jackentaschen förderte lediglich einen alten Kugelschreiber und ein verwaschenes Parkticket zu Tage, das half ihm nicht weiter. Er entschied sich, nur den Rundgang zu beenden und dann zur Zentrale zu fahren. Dort würde er bestimmt noch seine Kollegen treffen und sie könnten ihr weiteres Vorgehen besprechen.

Die Gasse passte so gar nicht zu dem frisch sanierten Gebäude. Der Asphalt war uneben, und die größeren Schlaglöcher waren nur notdürftig repariert worden, überall lag Müll herum. Peter setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Weitere Eingänge fand er nicht, er wäre nur fast gegen ein paar Müllcontainer gelaufen, die an der Außenwand standen. Es war aber auch einfach verdammt dunkel hier. Er ging langsam weiter und seine Augen gewöhnten sich an die Lichtverhältnisse. So konnte er das nächste Hindernis erkennen, bevor er sich eine Beule holte. Die Feuerleiter an dieser Seite des Gebäudes war heruntergelassen. Er blickte nach oben, konnte aber nichts Ungewöhnliches erkennen. Kurz entschlossen machte er sich an den Aufstieg.

Auf jedem Absatz fand sich eine Metalltür, die ins Gebäude führte. Peter rechnete nicht damit, eine davon geöffnet vorzufinden. Umso erstaunter war er, dass die Tür in der dritten Etage aufschwang, als er am Griff zog. Er blickte vorsichtig ins Innere. Ein kurzer dunkler Flur, der an einer Glastür endete, lag vor ihm. Das beleuchtete Notausgangsschild sorgte für ein wenig Licht. Neugierig geworden trat Peter ein. Sollte er den Fall so einfach im Alleingang lösen können? Da würden seine Kollegen staunen. Auch die zweite Tür war nicht verschlossen.

Er fand sich auf der Etage mit den Bekleidungsgeschäften wieder. Aufmerksam blickte er nach rechts und links, alles schien normal zu sein. Auf gut Glück schlich er in Richtung der großen Rolltreppe und bemühte sich, kein Geräusch zu machen. Unterwegs lauschte er angestrengt, aber nichts war zu hören. Hoffentlich gab es hier wirklich keinen Wachmann, sonst würde er großen Ärger bekommen.

An der Rolltreppe angekommen blieb er stehen und überlegte. Er könnte jetzt die ganze Shopping-Mall absuchen, aber diese erstreckte sich über fünf Etagen und auf jeder davon befanden sich mehrere Korridore. Das war zu viel für einen alleine, vor allem ganz ohne Anhaltspunkt. Am besten würde er schnell zur Zentrale fahren und mit Bob und Justus wieder herkommen. Auf dem Rückweg blieb er noch bei seinem Lieblings-Sportgeschäft stehen. Er brauchte dringend ein paar neue Laufschuhe und musterte im Schein der Notbeleuchtung interessiert die neuen Modelle. Im Weitergehen überschlug er im Kopf sein restliches Taschengeld.

Er war so in Gedanken versunken, dass er zu langsam reagierte, als nur wenige Meter vor ihm drei Gestalten aus einem kleinen Seitengang in sein Blickfeld traten. Er duckte sich in den Eingang des Geschäftes direkt neben ihm. Aber zu spät, sie hatten ihn bemerkt und kamen schon auf ihn zugerannt. Peter sah seinen Ausweg nur in einer schnellen Flucht und wollte seinerseits lossprinten. Aber die Außentasche seiner Jacke hatte sich hinter dem Türgriff verhakt, er kam ins Stolpern und schon waren seine Verfolger bei ihm.

…....................

Samstag spät abends
Auf dem Polizeirevier angekommen, führte Inspektor Cotta Justus und Bob in sein Büro.

Dort nahm er hinter seinem Schreibtisch Platz, die Jungen setzten sich wie immer auf die Besucherstühle davor. Justus wollte schon anfangen, von ihrem Auftrag zu berichten, aber der Inspektor unterbrach ihn mit einem Handzeichen. Er schaltete ein Aufnahmegerät ein und sprach Namen der anwesenden Personen sowie Datum und Uhrzeit auf das Band, dazu noch eine Aktennummer.

„So, nun erzählt mal, was ihr bei der Shoppingmall zu suchen hattet“, forderte er die Detektive auf.

Justus und Bob sahen sich verwundert an, so viel Aufhebens nur wegen des Vandalismus´ schien ihnen doch etwas übertrieben. Aber sie gaben bereitwillig Auskunft. Der Inspektor stellte viele Zwischenfragen, und so dauerte die Aussage fast zwei Stunden. Am Ende des Gesprächs stellte Cotta das Aufnahmegerät aus und rieb sich mit den Händen die müden Augen. Er sah bleich und erschöpft aus.

„Ok, vielen Dank. Und nun fahrt nach Hause, und haltet euch von der Shoppingmall fern.“

„Aber, ...“ wollte Justus ansetzen, wurde aber erneut unterbrochen.

„Nein Justus, kein Aber. Ihr tut diesmal einfach, was ich sage, und damit ist Schluss. Ich kann mich doch darauf verlassen, oder? Und das gleiche gilt selbstverständlich auch für Peter. Schickt ihn bitte Montag vorbei, damit ich aus seine Aussage aufnehmen kann. Ach ja, dein Käfer bleibt erst mal hier in der Garage des Präsidiums. Ich sage Officer Mooney Bescheid, dass er euch nach Hause bringen lassen soll.“ Mit diesen Worten waren die Jungen entlassen.

„Was war denn das bitte?“ ereiferte sich Bob, kaum dass sie das Zimmer verlassen hatten. Justus antwortete nicht, sondern sah den Gang entlang, an dem das Büro des Inspektors lag. Bob folgte seinem Blick. Mehrere Büros schienen noch besetzt zu sein, und das große Besprechungszimmer weiter hinten war hell erleuchtet. Auf den Tischen dort konnten sie mehrere Computer erkennen, und an den Wänden waren mehrere dicht mit Notizen und Bildern bedeckte Stellwände aufgestellt. Drinnen schienen sich mehrere Personen aufzuhalten. Das war für die späte Uhrzeit an einem Samstagabend sehr ungewöhnlich. Die Jungen sahen sich an und nickten sich zu. Sie hatten die gleiche Idee. Leise schlichen sie zu der geöffneten Tür. In der Mitte des Raumes hatten sich mehrere Personen um einen großen Aufsteller geschart. Sie hörten Stimmengemurmel, konnten aber nichts verstehen. Viel erkennen konnten sie auch nicht, aber zumindest eine Zeichnung kam ihnen bekannt vor. Es war der Grundriss der Shoppingmall von Rocky Beach. Ein Bereich auf der dritten Etage war rot markiert. Bevor sie mehr in Erfahrung bringen konnten, hörten sie Schritte hinter der Tür rechts von ihnen. Schnell liefen sie zur Durchgangstür am Ende des Ganges und die Treppe hinunter zum Empfangstresen. Dort warteten schon ein ungeduldiger Officer Mooney und ein junger Streifenpolizist auf sie.

Sie ließen sich zum Schrottplatz bringen und gingen schnurstracks in die Zentrale. Sie waren viel zu aufgekratzt, um zu schlafen. Im Campinganhänger nahm sich Justus sofort den Plan des Einkaufszentrums vor und sah sich den von den Ermittlern markierten Bereich genauer an. Bob sah ihn über die Schulter.

„Also, ich kann nichts Besonderes erkennen“, konstatierte er.

„Ich kann es mir auch noch nicht erklären“, musste Justus zugeben. „In dem markierten Bereich befinden sich hauptsächlich Bekleidungsgeschäfte, dazu einige Sportartikelhersteller, aber nichts so Exklusives, dass es so ein Polizeiaufgebot rechtfertigen würde. Oder die aufwendige Observation. Wir müssen etwas übersehen haben.“ Sie diskutierten noch eine Weile, kamen aber zu keinem Ergebnis und legten sich schließlich schlafen.
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