Die 201. Legion

von kweenron
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
CT-21-0408 / Echo Fives und Fox Hardcase Obi-Wan Kenobi OC (Own Character)
08.12.2018
12.07.2019
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A/N: Ich werde es einfach gar nicht die "große Wiederaufnahme" von meiner Star Wars Fanfiction von vor ziemlich genau drei Jahren nennen. Erstens, weil diese grandiose EIN Kapitel hat. Zweitens, weil diese Wiederaufnahme einen komplett anderen Plot hat. Und drittens, weil ich gar nicht weiß, wie gut es mit der hier überhaupt laufen wird. Wer sich trotzdem an dem einen, schlechten Kapitel zu Review-technischen Gründen ergötzen will, sucht nach "The Woman That I Used To Know"
Zum eigentlichen Projekt: Nach einem fertiggestellten Forumprojekt (Hier) über Lusiys Vorgeschichte, welches ich so ungefähr ab September 2017 bearbeitet habe, hat es über ein Jahr gedauert, bis ich endlich weitestgehend mit der eigentlichen Geschichte zufrieden war. Ich will gar nicht sagen, wie oft ich das Charakter Design über den Haufen geworfen habe - ganz zu schweigen von den vier verschiedenen Anfängen, die ich innerhalb von einer Woche geschrieben habe. Wer sich ein bisschen spoilern lassen will, ließt sich "Die Beste Bar Der Stadt" durch und erfährt so schon einmal ein bisschen mehr über die Charakter, um die es letzten Endes gehen wird.
Ansonsten bleibt mir nur noch, euch viel Spaß beim Lesen zu wünschen. Ich hoffe wir sehen uns auch nach dem Prolog noch.



Prolog - Lusiy

Keuchend schreckte sie auf. Ihre Blicke schnellten durch das Zimmer und schnell musste sie feststellen, dass sie sich in einer Gefängniszelle befand. „Das darf doch nicht wahr sein“, murrte sie. Sie fasste sich an den Rücken, wo der Betäubungsschuss sie getroffen hatte. Verdammt, wäre sie nur aufmerksamer gewesen. Die Blondine stand auf, ging einige Schritte auf und ab, während die Erinnerungen an letzte Nacht schleichend zurück kamen.
Sie war von Scheinwerfern und Helmlampen aus dem Schlaf gerissen worden. Die Soldaten schienen perfekt auf die Begegnung vorbereitet gewesen zu sein, obwohl sie mehr an eine zufällige Gegebenheit glaubte. Schließlich hatte sie ihre Spuren immer gute verwischt. Es war unmöglich, dass sie ihr auf die Schliche gekommen waren – nicht nach all der Zeit.
„Hey, schaut mal wer aufgewacht ist.“ Mit düsterem Blick wandte sie ihre Aufmerksamkeit den Wachen zu. Die dünne Strahlentür hüllte die Welt vor ihrer Zelle in einen Rosaton.
„Wie wäre es wenn du, statt dumme Sprüche zu klopfen, mir deinen Vorgesetzten bringst?“, fragte sie bitter süß.
„Keine Sorge, General. Unsere Vorgesetzten sind schon auf dem Weg um sich der Euren anzunehmen.“ Der Mann in der Rüstung wandte sich von ihr ab, ging zurück zu seinen Kameraden. „Dass sich so etwas überhaupt Jedi nennen darf.“
„Ich weiß nicht, warum man sie wieder in der Armee haben will. Sie will doch ganz klar nicht dabei sein und wird so nur unnötig Tote bringen.“
„Unnötig Tote gibt es nur wenn ihr weiter so über mich redet.“
Die Soldaten sahen einander an. „Jetzt droht sie uns schon.“
Plötzlich platzte die Leuchtröhre über ihnen, ließ die Gruppe zusammen zucken, während Funkten auf den Boden regneten. „Ich bin eine Jedi – das habt ihr doch selbst gesagt.“ Mit diesen Worten wandte sie sich von ihnen ab, setzte sich auf das Bett und lehnte den Rücken gegen die kalte Wand.
Es war ungewohnt wieder von Metall umgeben zu sein. Die letzten Monate hatte sie in der Wildnis verbracht. Sie war auf der Flucht von Planet zu Planet gereist, hatte ihre Spur so schon am Anfang gut verwischen können. Irgendwann war sie auf Endor gestrandet und dort geblieben – die Freiheit und die Natur hatten ihr gefallen. Fern ab von Raumflughäfen und großen Städten war sie zur Ruhe gekommen. Sie hatte sich so etwas wie ein Zuhause aufgebaut. Das Leben dort war sicherlich nicht leicht gewesen, doch mit der Zeit hatte sie die Eigenheiten der Einheimischen kennen gelernt und war darauf eingegangen. Anfangs noch als „die Komische“ beäugt, war sie zum Ende ihrer Zeit ein willkommener Gast gewesen. Bis – ja, bis der Krieg auch diesen Planeten erreichte und eines Tages die Soldaten in strahlend weißer Rüstung vor ihrer Tür standen.
Sie hatte sich natürlich zur Wehr gesetzt. Für nichts im ganzen Universum wäre sie freiwillig mit ihnen gegangen. Sie hatte gekämpft, hatte einige der Männer niedergeschlagen, doch ohne eine Waffe hatte sie kaum eine Chance gehabt, und so war es ihnen gelungen sie mit einem Schuss zu betäuben. Bei dem Gedanken daran kochte in ihr die Wut auf. Sie ballte die Hände zu Fäusten, spannte jeden Muskel ihres Körpers an. Warum war sie der Republik und dem Rat der Jedi so wichtig? Warum hatten sie sie nicht einfach für tot erklären können?

Die Antwort auf ihre Fragen stand einen Standarttag später vor der Strahlentür. „Du machst mir nach all den Jahren nichts als Sorgen.“ Sie wollte nicht hier sein und das merkte er ihr sofort an. Sie machte sich gar nicht erst die Mühe ihre schlechte Laune zu verbergen und wenn Blicke töten könnten, hätte sie ihn wohl umgebracht.
„All diese Jahre und ich brauche deine Fürsorge noch immer nicht.“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust während er die Strahlentür deaktivieren ließ und in die Zelle trat. Der rosa Schirm flimmerte hinter ihm sofort wieder auf.
„Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich mir nicht mehr sicher ob du diese überhaupt noch verdienst.“
„Warum bin ich dann wieder hier, Kenobi?“, fragte sie mir kalter Stimme und zog die Brauen zusammen. Der Mensch musterte sie abschätzend von oben bis unten.
Auf den ersten Blick wirkte sie menschlich - sie hatte blondes Haar, welches ihr in einem etwas zu langem Pony ins Gesicht hing, und tiefblaue Augen. Ihre Haut war hell, vielleicht etwas blasser als es für Menschen üblich wäre. Schaute man sie länger an, so merkte man schnell, dass sie auf keinen Fall ein Mensch sein konnte. In der Mitte der blauen Iris ihrer Augen befand sich keine Pupille. Und auch die hellblauen Tätowierungen auf ihren Schultern und der Hüfte, sowie um die Handgelenke waren nicht aus einer Lust oder Laune heraus entstanden, sie waren angeboren.
„Lusiy-“, begann der Braunhaarige, unterbrach sich dann aber selbst.
„Meinen Namen konnte ich mir dann doch merken.“ Ein leichtes Lächeln erschien auf den Lippen des Menschen: „Immerhin hast du deinen Humor nicht verloren.“ Er setzte sich auf das Fußende des metallenen Bettes und faltete die Hände ineinander. „Du steckst in großen Schwierigkeiten.“
„Dann fragte ich einfach noch einmal: Warum bin ich wieder hier?“ Er seufzte schwer. Lusiy Kambo hatte schon immer ihren eigenen Kopf gehabt. Sobald sie kein Padawan mehr gewesen war, hatte sich das nur noch weiter ausgeprägt. Ihre Eigensinn hatten sie des öfteren in Konflikte mit dem Rat geführt – auch wenn es nie nennenswerte Konsequenzen gehabt hatte.
„Du bist eine Jedi, Lusiy. Du kannst nicht einfach abhauen und denken, dass dich niemand suchen wird.“ Sie verdrehte die Augen. „Wir haben uns Sorgen gemacht. Wenn wir nicht vor kurzem einen Hinweis auf dich bekommen hätten, hätten wir dich für tot erklären müssen.“
„Du sprichst wie immer von diesem großen Wir. Waren deine Motive wirklich die gleichen wie die des Rates, oder hast allein du dir Sorgen um eine langjährige Freundin gemacht?“
„Du weißt dass es noch andere, neben mir, gibt, denen du wichtig bist“, erwiderte ihr Gegenüber.
Sie schüttelte den Kopf. „Mir fallen zwei weitere ein – kannst du mir mehr nennen?“
„Die Jedi sind eine große Familie in der sich jeder um den anderen sorgt. Die Sorge um dich teilen sich nicht nur dein alter Meister, Anakin und ich – aber das sollte ich dir auch nicht erzählen müssen.“ Er musterte sie erneut. Als sich ihre Wege getrennt hatten, hatte es nicht gut um Lusiy gestanden – Obi-Wan konnte kaum glauben, dass sie noch lebte. „Der Leiter des Trupps, der dich aufgegriffen hat, hat mir erzählt dass du dich ziemlich zur Wehr gesetzt hast als man dich mitnehmen wollte.“ Lusiy verschränkte die Arme vor der Brust und meinte trotzig: „Ein bisschen Stolz habe ich noch in mir.“ Der Mensch schüttelte den Kopf. „Hey, ich bin nicht ohne Grund abgehauen, okay? Es hat mir bei den Jedi nie sonderlich gut gefallen und das weißt du. Da kannst du nicht ernsthaft erwarten dass ich mich ohne Widerstand wieder hier her schleifen lasse.“
„Nur wegen deinem Widerstand bin ich überhaupt hier.“
„Glaubst du, das wäre mir nicht bewusst gewesen?“ Ihre Haltung wurde mit einem Mal offener, sie wandte sich ihm zu, sah ihn nun nicht mehr ganz so feindselig an. „Du bist der einzige, der mich hier raus boxen kann. Wenn du einen Deal für mich machst, kann ich vielleicht wieder gehen.“
„So einfach wird das nicht.“ Der Jedi stand auf. „Du wirst der Republik wieder dienen müssen, ob du willst oder nicht. Der Rat der Jedi ist zwar nicht erfreut über deine Flucht, aber wir brauchen deine Fähigkeiten in diesem Krieg.“
Wenn da so etwas wie ein Hoffnungsschimmer in Lusiys Augen gewesen war, so war er nun erloschen. Sie lehnte wieder gegen die Wand, verschränkte erneut die Arme. „Ihr hättet mich einfach in Ruhe lassen sollen, dann wären wir alle glücklich geworden.“
„Es liegt weder in deiner noch in meiner Hand das zu entschieden.“ Er griff in die Tasche seines Mantels und zog ein Lichtschwert hervor. „Willst du es wieder haben?“
„Unterzeichne ich damit so etwas wie meinen Wiedereinstieg?“ Ein Lächeln erschien auf Obi-Wans Lippen.
„Das Lichtschwert ist deine Lebensversicherung. Du und der Rat mögen keine Freunde sein, aber sie wollen sich genau so wenig sterben sehen wie ich.“ Die Blondine verdrehte die Augen. Dann erhob sie sich doch, nahm die Waffe entgegen. Nach einem kurzen fragenden Blick in seine Richtung zündete sie die Klinge.
Der Raum wurde augenblicklich von einem Sirren erfüllt, die Luft schien zu vibrieren. Der blaue Laserstrahl erlosch, kaum dass sie den Auslöser erneut drückte. Einen Moment lang strichen ihre Blicke über den Griff der Waffe – über jede kleine Delle, jeden Kratzer und Riss. Das Metall war dunkelgrau und der Griff mit dunkelblauen Ringen abgetrennt.
„Wenn ich dich damit jetzt umbringe komme ich vermutlich nie wieder hier raus, oder?“ Obi-Wan schmunzelte.
„Nein, vermutlich nicht.“
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