Das Semesterprojekt

von Chumino
GeschichteHumor, Romanze / P6
Jasper Lapis Lazuli Peridot
08.12.2018
08.12.2018
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08.12.2018 1.019
 
Die Schulglocke klingelte und Peridot schlug mit einem Seufzen ihr Lehrbuch zu. „Warum werde ich eigentlich von einem Haufen unfähiger Amateure belehrt?“, murmelte sie grummelnd in sich hinein als sie sich zu ihren Freunden umdrehte. Das kleine Mädchen mit dem Afro und dem roten Stirnband stützte sich cool auf dem Tisch eines anderen Mädchens ab. Sie redeten vergnügt als würden sie schon länger dort so stehen. Länger als es her ist, dass die Schulglocke klingelte. „Hey Ruby, Hey Sapphire. Worüber... ah ich wills gar nicht wissen...“ Sapphire, das andere Mädchen kicherte und hatte ihre Hände auf ihrem Schoß gefaltet. „Ich sehe großes Glück in deiner Zukunft, Peridot!“
„Hä?“ Peridot hob nur skeptisch eine Augenbraue. „Glück? Es wäre Glück wenn ich endlich von dieser Schule könnte und diese unfähigen Wesen hier nicht mehr Tag für Tag anschauen müsste!“ Ruby musste nun ebenfalls kichern. „Vertrau Sapphy! Sie weiß wovon sie redet!“ Rubys Stimme war quietschig hoch als sie dabei überschwänglich grinste, aber das schien irgendwie zu ihrer Persönlichkeit zu passen. Peridot hingegen klang eher etwas nasal. Sie verdrehte die Augen und sah auf das noch original verschweißte Lehrbuch auf Sapphires Tisch. „Wirklich, es ist mir ein Rätsel wie du die letzten Schuljahre bestehen konntest.“ Ihr Blick schweifte zu Rubys Tisch, welcher sich direkt daneben befand. Der Platz war unaufgeräumt und in dem aufgeschlagenen Buch waren Strichmännchen unsauber hinein gekritzelt. Das genaue Gegenteil zu Sapphires Platz. „Ich korrigiere: Wie ihr sie bestehen konntet.“ Die beiden grinsten sie nur an. „Njeh... vielleicht ist ja doch irgendwas an deiner...“ Sie formte mit den Fingern Anführungszeichen, „Hellseherei...dran.“ Die Schulglocke ertönte erneut und mit einem weiteren Augen verdrehen setzte sich Peridot wieder an ihren Platz, die Arme vor der Brust verschränkt. „Viel Glück, Peri!“ Als sie sich noch einmal nach hinten drehte sah sie Sapphire winken, schüttelte aber nur den Kopf. Viel Glück...viel Glück mit was? Grübelnd zückte sie ihr Smarthpone und tippte ein paar Gedanken unter dem Tisch ab. Murmelnd versetzte sie sich selbst in Raserei und erschrak urplötzlich als ein Zeigestock auf ihren Tisch knallte. Vor lauter Schreck flog ihr Handy in die Luft, welches sie mit viel Mühe wieder zu fassen bekam und verteidigend an ihre Brust drückte. „Was?!“, fragte sie vorwurfsvoll, als der Lehrer sie genervt ansah. „Perdiot, zum dritten Mal. Hast du die Aufgabe verstanden? Denn Lapis wird das nicht alleine machen.“
„Was? Wovon redest du?!“
„Und du sollst mich nicht dutzen. Ich bin immer noch dein Lehrer. Du arbeitest mit Lapis für das Semesterprojekt zusammen. Und strengt euch beide diesmal etwas mehr an als beim letzten Mal...bitte.“ Er sah von Peridot zu Lapis und ging wieder nach vorne. Lapis hingegen saß nur gelangweilt am Fenster und sah hinaus. Sie schien undurchdringlich, als wäre sie ein Buch mit tausend Ketten. Peridot starrte das andere Mädchen eine Weile an bis ihr unteres Augenlied etwas zu zucken begann. Dann schien sie endlich realisiert zu haben was er sagte. „WAAS! Du kannst mich doch nicht mit der in eine Gruppe stecken! Ich habe doch gar keine Ahnung von ihr! Eine Zusammenarbeit wäre unter diesen Umständen äußerst uneffizient!“ Der Mann am Pult seufzte nur. „Peridot, stell dich vor die Tür und warte dort leise bis der Unterricht vorbei ist. Komm damit klar. Vielleicht lernt ihr euch ja besser kennen.“ Offensichtlich im Ärger stand sie mit ihrem Smartphone auf und stampfte zur Tür. „Das Telefon bleibt hier.“
„NIEMALS!“, brüllte sie ihn an. Er deutete nur auf sein Pult und Peri sah abwechselnd und nun etwas unsicher zwischen dem Pult und ihrem Handy hin und her. Grummelnd gab sie es schließlich ab und stapfte noch verärgerter hinaus.
Ungeduldig tippte sie mit dem Fuß auf den Boden und wartete bis die die Stunde endlich vorbei war. Schon nach einer Minute raufte sie sich schließlich ihre blonden Haare und starrte schließlich aus dem Fenster im Korridor. Was diese Lapis da draußen eigentlich immer beobachtete? Da gab es doch nichts außer … Bäume? Und...Autos… Vielleicht hatte sie ja eine geheime Kraft intus und sie sah Sachen...so wie Sapphire, nur indem sie nach draußen sah…oder es liegt an dem Fensterglas?! Angestrengt musterte sie die Scheibe und suchte irgendetwas das ihr einen Hinweis darauf geben könnte. Vergeblich. Seufzend rutschte sie die Wand runter. Wieso gerade…Lapis? Es hätte jeder sein können. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass es eine gute Zusammenarbeit werden würde. Peridot war gut in dem was sie tat, auch wenn ihre Noten durch ihr Verhalten manchmal litten und dadurch dass sie mal am Thema vorbei schrieb. Aber die vorgegebenen Themen waren laut Peridot eh zu primitiv und die Lehrer konnten sich glücklich schätzen einen so brillanten Kopf wie den ihren bei sich zu haben um ihnen die Weiten des Wissens vorzuführen, die sie mit ihrem mickrigen Verstand wahrscheinlich eh niemals erreicht hätten. Sie fand ein zusammengeknülltes Stück Papier neben ihr auf dem Boden und warf es frustriert gegen die Klassentür. In diesem Moment jedoch ging eben diese auf und Lapis trat hinaus. Der Papierknäul traf sie an ihrem Rock und Peri bekam einen undeutbaren Blick ab, bevor die Papierkugel zu Boden kullerte. Etwas überrascht starrte sie Lapis an, senkte dann aber ihre Lieder und wandte das Gesicht ab. Lapis sollte sehen dass es ihr zuwider war mit ihr zu arbeiten. Doch anstatt an ihr vorbei zu gehen oder es einfach zu ignorieren stand sie plötzlich genau vor Peri und reichte ihr einen Zettel. „…was ist das?“, fragte der Blondschopf und musterte die Notiz skeptisch. „Meine Adresse. Es wäre für uns beide leichter, wenn wir es einfach schnell hinter uns bringen.“ Mit einer schnellen Handbewegung nahm Peri die Notiz an sich, machte aber offensichtlich keine Anstalten ihr endlich richtig in die Augen zu sehen. „Wir hätten auch bei mir arbeiten können! Oder hier!“ Lapis blinzelte nur einmal. „Komm oder komm nicht. Ich habe einen Computer zuhause.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging in Richtung der Toiletten. „Ich habe auch einen Computer!“ Grummelnd sah sie ihr hinterher und las noch einmal die Notiz. Sie schien eine recht schöne Handschrift zu haben, wie Peridot empfand. Naja, vielleicht würde das ja doch was werden.
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