Live and Love

von Kosakoni
GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Echizen Ryoma Fuji Syusuke
08.12.2018
08.12.2018
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Hallo meine lieben Leser,

ich hoffe euch gefällt diese Geschichte über Ryoma und Fuji.
In dem Fall hoffe ich natürlich auf Kommentare. :)

Viel Vergnügen,
Kosa

~*~

Ryoma wusste, dass er ein Workaholic war. Zwar nicht im Sinne, wie andere Leute. Denn statt zwölf Stunden im Büro zu sitzen, verbrachte er die meiste Zeit damit, sein Team zu trainieren, zu fördern und natürlich die organisatorischen Aufgaben für das Seigaku-Tennisteam zu übernehmen. Nachdem Ryuzaki-san vor zwei Jahren gegangen war, übernahm Ryoma diese Position, obwohl er gleichzeitig seine eigene Karriere nicht vergessen durfte.

Zugegeben, er war keine Ryuzaki-san und manchmal fragte er sich wirklich, wie sie es geschafft hat, so viel Verantwortung über so viele Personen zu übernehmen und nicht im Chaos zu versinken. Und hätte er nicht Oishi sowie Inui, die ihn zwischendurch unterstützten, würde er untergehen. Nicht zu vergessen Tezuka, der ihm seit Jahren mit seiner Zuneigung zur Seite stand und mit dem er – wenn er nicht reisen musste – in seinem Zuhause zusammenwohnte, nachdem letztes Jahr sein Vater zurück nach Amerika ging und Nanako-san zu ihrer Freundin in die Stadt gezogen war. Und da er das Haus um keinen Fall aufgeben wollte … schließlich hatte er dort einen eigenen Court, zog er mit Tezuka dort eben ein.

Ryoma stieg gerade aus dem Taxi, als sein Handy vibrierte und er mit gemischten Gefühlen auf die Nachricht von Eiji blickte. Hey, Ochibi, Lust heute in den neuen Club zu kommen? Ein paar von uns treffen sich dort. Der Rothaarige hatte von ausnahmslos allen, nie aufgehört, ihn zu allen möglichen Feiern, Treffen oder sonstigen Zusammenkünften einzuladen. Aber Ryoma war eben keine Tanzmaus, wie der Rothaarige ihn einmal nannte, nachdem dieser zu viel Sake getrunken und versucht hat, ihn dazu zu bringen, die Hüften zu bewegen.

Sein Blick fiel auf das Licht im obersten Stock des Hauses und dann zurück auf sein Handy. Er vermisste es insgeheim Zeit mit seinem alten Team zu verbringen, aber er kam gerade aus London, nach einem zwei Wochen langen Turnier, und wenn er ehrlich war, sehnte er sich nach nur zwei Dingen. Einer Umarmung und einem heißen Bad.

Gomen, Eiji-senpai, aber ich glaube nicht, dass ich es heute schaffen werde. Grüß das Team bitte.

Er starrte für einen Moment auf seine Antwort, bevor er sie absendete und fast sofort einen traurigen Smiley zurückgeschickt bekam. Schließlich schob er das Gerät zurück in die Hosentasche und betrat dann sein Haus. Achtlos ließ er seine Taschen neben die Tür fallen, nur um sogleich auf die Knie zu sinken, als Karupin ihm entgegen lief. In ihrem stolzen Alter von fünfzehn Jahren auch noch recht schnell, wie er lächelnd fand. „Karupin.“, hauchte er sogleich in das warme, weiche Fell und nahm seine beste Freundin in seine Arme. Okay, Karupin kam definitiv vor der Umarmung und dem Bad, dachte Ryoma glücklich und fühlte sich sofort zu Hause. „Tezuka?“, fragte er in das Haus, erhielt jedoch keine Antwort.

„Na, wo ist Buchou?“, fragte er kurios seine Katze, welche nur maunzte, sich aber nicht eine Sekunde gegen seine Umarmung wehrte, während er aufstand und dann die Treppe nach oben ging, wo Tezukas Büro lag. Wahrscheinlich arbeitet der noch an dem Geschäftsmodell für die Firma seines Vaters. Manchmal wunderte es ihn, wie Tezuka diese Entscheidung hatte treffen können. Einen Bürojob über Tennis zu stellen. Aber wenn es den Älteren glücklich machte, dachte Ryoma, als er Karupin sanft mit seinem linken Arm festhielt, während er mit der rechten Hand die Tür zum Büro öffnete.

„Bin zu Hause, Kunimitsu.“, sagte er mit einem sehr leichten Lächeln, nur um entgeistert im Türrahmen einzufrieren und den Älteren anzustarren, welcher hinter seinem Laptop zusammenzuckte und ihn anstarrte, so, als hätte er nicht mit ihm gerechnet. „Ryoma, du ... bist da.“ Er blinzelte. Nicht … weil sein Freund doch sonst nie vergesslich war. Nein. Er blinzelte, weil er diese belegte Stimme kannte. Sie klang nach Sex und einem kurz bevorstehenden Höhepunkt. Somit grinste er kurz darauf und setzte Karupin sanft dann ab.

„Hast du mich etwa so sehr vermisst, dass du dir schmutzige Sachen ansiehst …?“, sagte er mit einer leichten Erregung in der Stimme, denn … er hatte es auch vermisst. Den Sex. Zumal er sich nicht einmal mehr daran erinnern konnte, wann sie zuletzt … Aber das war jetzt nicht wichtig, dachte er, als er um den Schreibtisch herumtrat und sich gerade auf den Schoß seines Freundes sinken lassen wollte, jedoch innehielt, weil er etwas auf dem Laptop sah, das …

Sein Mund öffnete sich sprachlos, während Ryoma auf das, mit pinken Rosen bedruckte Hemd blickte, welches achtlos auf dem Boden eines recht großen Zimmers lag. Dann sah er zu dem Himmelbett im Hintergrund des Monitorbildes und zuletzt auf schlecht versteckte, dunkelblaue Haare unter einer Bettdecke. „Sag mir nicht, du wichst dir einen auf Atobe ab.“, sagte er erstaunlich ruhigen Ton, bevor er sich zu Tezuka drehte, der ihn emotionslos ansah.

„Ich hab dich schon lange nicht mehr gesehen, … es war … es ist einfach passiert.“

Ryoma erwiderte Tezukas Blick und versuchte zu erkennen, ob es dem Älteren leidtat oder er zumindest die Wahrheit sagte, denn … einfach so passiert, war die schlimmste Ausrede, die er jemals gehört hat. Dennoch, wenn er zurückdachte, dann war er wirklich viel weg. Sehr viel ...

„Fein … ich will nicht sagen erfreut zu sein, aber … zumindest habt ihr nicht gevögelt.“
„Nicht heute.“, kam es aus den Lautsprechern des Laptops und Ryoma spürte jetzt wirklich einen Teil in sich zucken. „Was?“

„So war das nicht – ...“
„Es fing vor einem Jahr an. Ore-sama kann es ihm nicht verübeln, du hast mehr gearbeitet, als er.“

Seine Hände ballten sich zu Fäusten. „Raus.“, fauchte er in einem Tonfall, der selbst Karupin zusammenzucken ließ, Tezuka ihn jedoch beschwichtigend ansah. „Ryoma, das hat absolut nichts bedeutet – ...“

„Wie nichts bedeutet? Ore-sama dachte, du wolltest mit Echizen Schluss machen?!“

Er schloss die Augen und knirschte mit den Zähnen. „Ich gebe dir zehn Sekunden, um aus dem Haus zu kommen ...“, hauchte er tonlos, woraufhin er nur hörte, wie der Bürostuhl zurückgeschoben wurde und dann folgten rasche Schritte. Sein Herz schlug so hart, dass es wehtat, aber noch mehr seine Fingernägel, die sich in seine Handflächen bohrten. „Hm … Ore-sama nimmt an, unser Spiel morgen ist dann abg– ...“, mehr hörte Ryoma nicht mehr, weil er herumfuhr und den Laptop sowie den Rest von Tezukas Sachen vom Tisch fegte. Karupin lief erschrocken aus dem Zimmer und Ryoma schnappte fassungslos nach Luft.

Was zur Hölle ... war gerade passiert?

~*~

Der Beat war unnatürlich laut und tat für einen Moment seinen sensiblen Ohren weh, aber Ryoma ignorierte es. Ebenso die Tatsache, dass er praktisch noch in seinem schwarzen Trikot steckte. Stattdessen bahnte er sich den Weg zwischen die vielen, viel zu vielen Körpern, direkt zur Bar. Eigentlich wusste er nicht, was ihn geritten hatte herzukommen. Vielleicht der intensive Drang nach hartem Alkohol. Aber der Gedanke in seinem Zuhause – dem riesigen Haus – ganz alleine zu sein, widerfuhr ihm ungemein.

An der Bar angekommen, wurde ihm allerdings erst bewusst, dass er vorher noch nie Alkohol getrunken hatte. Er war zwanzig Jahre alt, … warum hatte er noch nie ...? Doch sogleich fiel ihm Tezuka ein, welcher sagte, dass das ungesund für Sportler war. Und es sich nicht zierte …

Alleine der Gedanke … „Was willst du, Süßer?“, wurde er von dem Barkeeper gefragt und blinzelte leicht entgeistert. Süßer? „Eh … das Härteste?“, fragte er somit verwirrt zurück, woraufhin der Typ sofort suggestiv grinste und sich zu ihm lehnte. Doch dann legte sich ein Arm von rechts um seine Hüfte und eine Stimme, die er bestimmt seit drei Jahren nicht mehr gehört hatte, sprach süßlich, jedoch eindringlich. „Saa, gib ihm einen doppelten Flashdrive und mir das Gleiche, aber mit mehr Erdbeere, als Wodka.“

Sofort zog der Typ ab, doch Ryoma konnte nur in azurblaue Augen starren, die im Stroboskoplicht wahnsinnig intensiv schimmerten. Fuji Syusuke, dachte er langsam blinzelnd, sich darüber bewusst, dass die Hand immer noch auf seiner Hüfte lag und es ewig her war, dass er so berührt worden war. So, … als gehörte er zu jemandem. „Saa … ich hab heute mit jedem gerechnet, aber nicht mit dir.“, grinste der Brünette, wobei es jedoch nicht so glücklich schien, wie Ryoma glaubte, dass es der Ältere zeigte.

„Ach? Eiji-senpai hat mich eingeladen ...“, erwiderte er, als der Arm sich schließlich doch noch zurückzog, nachdem ihre Getränke vor ihnen erschienen und er skeptisch auf sein Glas sah. Es war gefüllt mit einer pinken Flüssigkeit, die ihn zu verhöhnen schien. Er hasste Pink.

„Hab ich gehört. Ebenso die Entschuldigung. Solltest du deine Heimkehr nicht mit Tezuka im Bett feiern?“ Die Stimme Fujis klang gen Ende bitter, selbst durch den lauten Beat und Ryoma zuckte zusammen. Jedoch nicht deshalb, sondern weil es so sein sollte. Somit starrte er nur noch intensiver auf sein Getränk. „Er ist gewiss in einem Bett, aber nicht in meinem.“, zischte Ryoma mehr zu sich, als zu dem Tensai, bevor er das Glas nahm und dann ohne darüber nachzudenken, hinunterkippte. Sich dabei jedoch fast verschluckte, weil – scheiße … war das stark! „Saa … vielleicht fängst du mal langsamer an.“

Langsamer stand heute nicht auf seinem Zettel, dachte Ryoma, als er dem Barkeeper andeutete, ihm noch so ein verfluchtes Teil zu machen. Somit den gut gemeinten Rat des Anderen geflissentlich ignorierte. „Willst du andeuten, Tezuka vergnügt sich woanders?“ Irrte er sich, oder klang Fujis Ton nun nicht mehr bitter, sondern …

Fassungslos drehte er den Kopf und verengte die Augen, als er in amüsiert blitzendes Azurblau erkannte. „Nein. Ich muss gar nichts andeuten, weil ich ihn erwischt habe, wie er sich über einen Livechat mit Atobe, einen abgewichst hat.“ Es war befriedigend so laut fauchen zu können, ohne dass es irgendjemand hören konnte. Den Schmerz und die Verhöhnung. Schließlich hatten die Personen um sie herum genug Alkohol im Blut, um sich einen Dreck um andere zu kümmern, und die Musik war laut genug, seine Gefühle zu schlucken. Apropos schlucken, dachte Ryoma, als sein zweiter Drink erschien und er auch diesen hinabkippte. Dieses Mal schien er auch einfacher runter zu gehen.

Eine weitere Handbewegung folgte, welche dieses Mal aber nicht so abgehakt schien, wie zuvor. Der Alkohol begann endlich zu wirken. Er wollte dennoch jemanden töten. Am Liebsten einen Brillenträger … „Das … tut mir leid.“, wurde ihm ins Ohr geflüstert, aber Ryoma schnaubte nur und warf Fuji einen verächtlichen Blick unter seinen grünschwarzen Haaren zu. „Schau das nächste Mal in den Spiegel, wenn du versuchst zu lügen, Fuji.“

Doch tatsächlich lächelte dieser plötzlich nicht mehr und die azurblauen Augen sahen nicht mehr so belustigt drein, was ihn ein wenig seiner Wut nahm. Doch nicht genug, um ihn völlig zu entwaffnen. „Ich meine es aber ernst, Echizen. Was … mich selbst überrascht, da ich immer gedacht habe, mich hierüber zu freuen. Schließlich ging es mir damals nicht anders, nachdem er mit dir zusammenkam.“

Ryoma beobachtete erstarrt, wie Fuji einen Schluck des pinken Höllengetränks nahm, und blinzelte dann. „Was?“ Azurblaue Augen schlossen sich, während sich ein undurchsichtiges Lächeln auf die zarten Lippen legte und Ryoma glaubte, sie wären fünf Jahre zurück, auf ihren Courts. „Tezuka und ich waren gerade zusammen, als du ins Team gekommen bist. Und als ihr vor drei Jahren zusammengekommen seid, waren wir es immer noch.“

Ihm wurde schlecht. Sein Blick glitt über den Tresen, zu dem pinken Getränk und er fragte sich, sollte er es trinken und sich dann übergeben oder gleich brechen? Aber jahrelange Erfahrung und Abhärtung mit einem gewissen Inui-Juice, ließen ihn das Gefühl zurückdrängen. Fassungslos schüttelte er den Kopf, als er sich begann zu erinnern, wie alles angefangen hatte. Warum Fuji nie auf seine dauernden Anfragen eingegangen war, wann sie ihr Spiel zu Ende führen würden … Warum der Tensai und er nie eine wirkliche Freundschaft eingegangen waren, obwohl Ryoma es sich damals tatsächlich gewünscht hat. Aber Tezuka sagte, dass Fuji kein Freundschaftsmaterial für ihn war, da er Ryoma nur wehtun würde und … „Dieser … verdammte Mistkerl!“

„In den letzten Jahren hab ich mir so oft gewünscht, er würde dir genauso wehtun, wie mir, … aber ich hab es damals zumindest geahnt, Echizen. Habe selbst den Schlussstrich gezogen. Ihn dabei zu erwischen, … das ist grausam.“

Seine Finger griffen nach dem dritten Glas, das er an seine Lippen führte und hinabkippen wollte, als ihn im selben Moment ein Gedanke kam. „Weißt du, … seine Sachen sind alle noch bei mir im Haus ...“ Er sah langsam zu Fuji, der seinen Blick lange erwiderte, bevor die azurblauen Augen sich öffneten und dämonisch funkelten.

~*~

Das Erste, das Ryoma spürte, war ein unsagbarer Schmerz zwischen seinen Augen. Das Zweite, der harte Boden unter seinem Kopf. Gefolgt von etwas Warmen, Weichen, das neben ihm lag und sich ganz und gar nicht, wie Karupin anfühlte.

Schwerfällig öffnete er die Augen, nur um diese sofort wieder zu schließen, als er das Chaos vor sich sah und leise stöhnte. „Oh Gott ...“ Mühevoll, sich nicht sofort zu übergeben, drückte er sich vom Boden ab, wobei etwas von seiner Hüfte rutschte und sein Blick auf den warmen Körper fiel, der auf dem Bauch lag. Angezogen in furchtbar engen Klamotten, die sich farblich gegenseitig so sehr abstießen, dass ihm für einen Moment übel wurde. Doch was ihn erneut fassungslos aufstöhnen ließ, waren die brünetten Haare, die er unter tausenden erkennen würde. „Oh Gott!“

„Saa … ich fühle mich etwas ausgelassen ...“, hauchte Fuji amüsiert, mit einem Hauch von Schmerz in der Stimme und Ryoma vergrub beschämt das Gesicht in den Händen. „Oh Gott!“

~*~

Nach einer sehr, sehr, sehr langen und sehr, sehr, sehr heißen Dusche, zog sich Ryoma seinen Pyjama an und tapste die Treppe barfuß hinunter. Bedacht sich nicht zu schnell zu bewegen. Vor der Haustür, auf seinem Weg zur Küche, blieb er jedoch fassungslos stehen, als er auf die Turnschuhe sah, die Tezuka gehörten und auf deren Außenseite, groß mit schwarzen Edding Bitch stand.

Dann ging er in die Küche, wo Fuji in den Klamotten von gestern stand und Frühstück machte. „Das ist absolut nicht nötig.“, hauchte Ryoma tonlos und setzte sich dann langsam auf einen der Küchenstühle, wo er einen Fuß mit nach oben zog, sodass ein Bein angezogen war und er seinen Kopf auf sein Knie ablegen konnte. Beschämt schloss er die Augen. Er fühlte sich furchtbar. „Saa, glaub mir, Echizen, das ist es.“

Kurz darauf hörte er, wie ihm etwas vorgesetzt wurde und er zögernd die Augen öffnete, nur um überrascht zu blinzeln und Fuji verwirrt anzusehen. Dieser lächelte etwas, bevor er sich ihm gegenübersetzte, nur mit einer Tasse Kaffee in den filigranen Händen. Jetzt wo er Fuji sah, bei wachem Verstand und Sonnenlicht, fiel ihm auf, wie verflucht erwachsen der Tensai geworden war. Und wie gut es ihm stand. Ryoma hingegen hatte immer noch die gleiche Frisur wie früher – Fuji zwar auch, aber irgendwie … irgendwas war anders, er konnte es nurnicht greifen –, Ryomas Augen waren immer noch viel zu groß und ließen ihn viel jünger aussehen, als er es war. Und seine Größe – doch davon wollte Ryoma nicht anfangen. „Saa, ich kann dir gern eine Fotografie schenken, die du einrahmen und an dein Bett stellen kannst ...“, schnurrte der Ältere amüsiert, woraufhin er sofort den Blick senkte und dann die Stäbchen in die Hand nahm.

„Danke, aber ich mag keine Fotos.“, erwiderte er trocken und schob sich dann ein Stück Sushi in den Mund. Er liebte Sushi und Gott, er hatte es so vermisst. Es war zwar nicht so, wie das von Nanako-san, und ein wenig schärfer, aber im Augenblick war es genau das, was er brauchte. Etwas Gewohntes, das er liebte.

„Saa, du hast dich kein bisschen verändert.“ Ryoma fragte sich, ob das eine Beleidigung oder ein Kompliment sein sollte. Es klang nach nichts von beidem, dachte er kauend. Aber er hatte gute Gründe, Fotos nicht zu mögen. Und war umso mehr glücklich über diese Abneigung, denn sonst hätte er nun tausend Erinnerungen an seine Zeit mit Tezuka. Eine Zeit, die von der ersten Sekunde an, eine komplette Lüge war. „Ich nehme an, du weißt nicht, was wir gestern noch getan haben?“, schnurrte Fuji so unvermittelt, dass seine Hand einfror und er dem Älteren einen fast schon geschockten Blick zuwarf. Sofort lachte Fuji und dann wurde es ihm klar, was sich verändert hatte. Fuji war nicht mehr so verschlossen wie früher.

„Glaub mir, Echizen, wenn … würdest du es spüren.“ Sogleich wurde er wieder von den intensiven azurblauen Augen angesehen, wodurch seine Wangen begannen zu brennen und er wieder auf sein Sushi sah. „Du bist echt noch wie früher. Genauso leicht aus der Fassung zu bringen und ebenso süß.“

„Fuji ...“, er warf diesem einen warnenden Blick zu.

„Entschuldige. Ich meinte einen anderen Spaß. Dabei wusste ich noch nicht einmal, wie wundervoll sadistisch du sein kannst.“

Sadistisch? Fragte sich Ryoma und trank dann einen Schluck Milch, bevor er sich in seinem Stuhl zurücklehnte und den Tensai aufmerksam musterte. War Fuji eigentlich bewusst, dass das blutrote Hemd sich mit seinen blauen Augen biss? Oder viel blasser machte, als er es war? Und so überhaupt nicht zu der grau-karierten, mit orangefarbenen Streifen durchzogenen, engen Stoffhose passte, die er trug. Wahrscheinlich nicht.

„Ich bin nicht sadistisch.“
„Nicht? Du hast Tezukas Turnschuhe mit sehr netten Dingen beschriftet. Ganz zu schweigen, dass du seine Klamotten zerschnitten und sein Büro zerstört hast.“

Ryoma blinzelte. Er hatte … nein, absolut unmöglich.

Auf den ernsten, doch amüsierten Blick des Blauäugigen jedoch, sprang Ryoma von seinem Stuhl auf und fand sich kurz darauf im ersten Stock wider, in Tezukas Büro oder dem … was davon übrig war. Die linke Wand sah aus, als hätte er mit irgendetwas sehr Hartem darauf eingeschlagen. Dann aber sah er den Tennisschläger von Tezuka und er wusste, was er benutzt hatte ...
Die Schränke waren komplett ausgeräumt. Überall lagen Mappen, Akten und Unterlagen.

„Saa … ich muss zugeben, die Wand war mein Werk. Aber nachdem du einmal losgelegt hattest, wollte ich es auch mal versuchen. Es sah so lustig aus.“
„Oh Gott ...“
„Sagst du das beim Sex auch so oft?“

~*~

Nachdem Fuji gegen Nachmittag sein Haus verlassen hatte, war Ryoma zum ersten Mal, seit einem Jahr, alleine in seinem eigenen Haus. Das Ironische an der Sache war, dass er früher noch glücklich über die Stille gewesen wäre. Er hätte sich Ponta aus dem Kühlschrank genommen, sich unter den Orangenbaum gelegt, Karupin würde sich zu ihm gesellen und er würde die Sonne mit ihr genießen. Jetzt, … nachdem er sich daran gewöhnt hatte, mit einer anderen Person zu leben und Zeit zu verbringen, … wusste er nicht, wie er mit der Stille umgehen sollte.

„Maunz.“ Sein Blick fiel bei dem zarten Laut Karupins, zu dieser hinab und er lächelte ein Lächeln, das nur zwei Lebewesen je erhalten haben. Tezuka und sie. Es tat weh, … egal, wie gerne er es leugnen wollte. „Du hast Recht.“, sagte er entschieden zu seiner Katze und strich ihr durch das Fell. Es wurde Zeit, sein Leben zurück zu bekommen.

Somit ging er nach oben, ignorierte das Chaos aus dem Büro und ging in Nanakos altes Zimmer, wo Tezuka und er damals einen begehbaren Kleiderschrank draus gemacht hatten. Ryoma selbst, hätte keine Probleme mit einem Schrank gehabt. Aber es musste ein ganzer Raum werden, weil Tezuka unendlich viele Anzüge besaß und jetzt, wo er auf diese blickte – teils zerschnitten, teils mit ziemlich klaren Ausdrücken beschrieben, fand er es fast schon bedauerlich um die teuren Stoffe. Dann jedoch fiel Ryoma etwas auf, das wahrscheinlich weder seinem betrunkenen Verstand, noch Fuji im Rausch der Rache aufgefallen war.

Mit rasenden Herzen stieg er über ein paar Anzüge und Kleiderhaufen, nur um sich neben die Kommode zu knien, welche halb aufgerissen war und öffnete sie ganz. Mit zugeschnürter Kehle starrte er auf die lila- und rosafarbenen Shorts, die ganz hinten in der Schublade lagen. So, als habe sie jemand verstecken wollen. Und plötzlich wurde ihm bewusst, dass Tezuka nicht nur sein hauseigenes WLAN mit seiner Affäre beschmutzt hatte, sondern offensichtlich auch sein Haus, wann immer Ryoma nicht zu Hause gewesen war.

Und je länger er auf diese Wäsche blickte, desto mehr wusste er, was er tun musste.

~*~

Fuji hatte ein Meeting mit einem neuen Kunden, der ein Gartenmagazin mit monatlichen Ausgaben veröffentlichte, als er einen bekannten – nein, zwei bekannte – Haarschöpfe über die Köpfe der Restaurantbesucher erkannte und spürte ein leicht unangenehmes Gefühl in sich aufkommen. Er erinnerte sich daran, wie es war, als er Echizen und Tezuka zum ersten Mal miteinander gesehen hat und wie sein Herz bei dem Anblick brach. Damals wusste er, selbst schuld gewesen zu sein. Schließlich wusste Fuji immer, dass für Tezuka nichts mehr zählte, als Tennis. Und gleichzeitig sich niemals in so jemanden verlieben sollte. Doch tat Fuji es, weil es nicht in seiner Macht gelegen hatte. Dann jedoch zog sich Tezuka zurück, immer mehr zu dem einen Jungen, der furchtbar faszinierend und atemberaubend leidenschaftlich spielte. Mehr, als Fuji es je als wichtig empfunden hätte. Das einzige Mal, bei dem er Tezuka ein bisschen verstehen konnte, war, nachdem Echizen und er im Regen gespielt hatten. Danach wäre auch er für den Jungen gefallen, wäre nicht der Fakt, dass er sich A – in einer Beziehung befand und B – der Jüngere noch sehr viel verrückter nach Tennis war, als Tezuka selbst.

Seine Gedanken wurden unterbrochen, als ihm der Kunde sein Portfolio zurückgab und ihn für seine wundervollen Arbeiten lobte, was ihn aufrichtig lächeln ließ. „Vielen Dank, die Naturfotografie war schon immer meine Leidenschaft.“ Womit er auch nicht übertrieb. Ebenso wenig damit, als er erkannte, wie selbstgerecht Atobe da saß und Tezukas Hand tätschelte. Das Schlimmste an der Sache war, dass Atobe von Tezukas Beziehung mit Echizen wusste. Jeder wusste von der Beziehung zwischen den Beiden. Spätestens nachdem beide zusammengezogen waren. Fujis Beziehung damals zu dem Brillenträger, war geheim und so, wie Echizen gestern reagiert hat, hatte er es tatsächlich weder geahnt, noch gewusst. Er sah sogar genauso betrogen aus, wie sich Fuji damals gefühlt hat.

„Also mich haben Sie überzeugt, Fuji-san. Wenn Sie dann keine Fragen mehr haben, müsste ich zu einem weiteren Termin ...“, entgegnete ihm der ältere Mann, woraufhin Fuji freundlich mit dem Kopf schüttelte. „Iie, vielen Dank für Ihre Zeit und ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit.“

Der ältere Mann nahm seine Tasche auf, bevor sie sich beide erhoben und kurz voreinander verbeugten, dann ging der Kunde und Fuji sank zurück auf seinen Stuhl. Unweigerlich glitt sein Blick zurück zu Atobe und Tezuka. Von allen Personen, die hinterfotzig und unehrlich waren, lag Atobe für ihn schon immer an Platz eins, doch inzwischen teilte dieser sich den Platz mit Tezuka. Der gleichen Person, die ihm damals sagte, es täte ihm leid, aber er konnte nichts für seine Gefühle.

Es war einfach passiert …

Offensichtlich passierte einfach, immer wieder und ziemlich strategisch, wie Fuji erkannte und dann den Blick wieder senkte. Er nahm schließlich den letzten Schluck von seinem Zitronenwasser, griff nach seinem Portfolio und wollte gerade aufstehen, als er erkannte, wie ein grünschwarzer Haarschopf durch das Restaurant streifte. Zielstrebig, und, sobald er den Kopf leicht wandte, erkannte Fuji auch den gefassten, wie fixierten Blick in goldgrünen Augen.

Echizen wirkte durch und durch wie auf dem Court. Alleine dessen flüssigen Bewegungen, zogen alle Blicke auf sich, obwohl er glaubte, dass das, das Letzte war, das der Jüngere wollte. Oder … nein. Nein! Echizen war hier, weil er die Aufmerksamkeit wollte. Ohne es verhindern zu können, besonders, weil es ihn auch interessierte, stand er von seinem Platz auf und trat näher an den Tisch der beiden, versteckte sich geschickt hinter einem dichten Farn und blickte durch zwei Äste hindurch. Keine Sekunde später ging ein Klirren durch das Restaurant, nachdem Echizen ein Paar Turnschuhe auf Tezukas Teller pfefferte, auf denen das stand, was er war. Bitch. Amüsiert grinste Fuji, als er die geweiteten Augen seines Ex-Freundes sah. „Ich wollte dir deine Schuhe bringen und dir … deine Dreckwäsche.“ Ein weiteres Klirren ertönte, nebst einem Kreischen, als ein Müllbeutel ebenfalls auf dem Tisch geschmissen wurde und damit das Weinglas umkippte, welches seinen Inhalt über Atobe verteilte. Der Blauhaarige starrte fassungslos auf den, sich sofort ausbreitenden, roten Fleck, auf dem pinken Hemd und Fuji biss sich grinsend auf die Lippen. „Ryoma, bitte … können wir das nicht unter uns, in Ruhe klären?“, versuchte Tezuka leise, sich darüber bewusst, wie sie angestarrt wurden. Doch Echizen blickte ihn nur kalt an. „Unter uns gesagt, … nein. Das würde nämlich bedeuten, mir einen rationalen und logischen Grund zu nennen, wie seine Unterwäsche, in mein Haus kommt. Ich nehme an, es ist einfach so passiert.“ Damit blitzten goldgrüne Augen mörderisch, aber im selben Moment drehte sich Echizen um, wie Tezuka dessen Handgelenk packte und festhielt. Alleine bei dem Anblick zuckten Fujis Fingerspitzen. Er wollte instinktiv dazwischen gehen …

„Kann ich zumindest … Ryoma … bitte.“

Eine lange Sekunde verging, in der niemand es wagte, etwas zu sagen oder sich gar zu bewegen. Alle Augen lagen auf Echizen und Tezuka. Atobe vergessen, der immer noch auf den Weinfleck starrte. Dann drehte Echizen den Kopf und erwiderte den Blick aus haselnussbraunen Augen kämpferisch. Der Ausdruck ließ in Fuji etwas kribbeln. Etwas, das er zuletzt in ihrem einen einzigen Spiel im Regen gespürt hat.

„Nein, kannst du nicht.“, damit entriss der Jüngere sich Tezuka, „Deine Klamotten musst du übrigens nicht abholen … sie sind alle kaputt. Es ist einfach so passiert.“, und ging endgültig. Er ließ die beiden sitzen, während nach und nach, einige Gäste begannen zu tuscheln, und Fuji musste grinsen. Dann wandte er sich aus seinem Versteck heraus und folgte Echizen, nur um zu beobachten, wie dieser mit Sanada leise Worte austauschte, welcher hier am Wochenende immer jobbte. Eine freundschaftliche Berührung wurde seitens des Größeren, an Ryoma weitergegeben, woraufhin dieser nur nickte und dann das Restaurant verließ, mit Fuji auf seinen Fersen.

„Du hast dich auch nicht sonderlich verändert, Fuji.“

Überrascht blieb er stehen und blickte gen den Rücken Echizens, welcher sich langsam zu ihm drehte. Mitten auf dem Bürgersteig. Inmitten von Dutzenden Personen. „Es war ein angenehmer Zufall.“, entgegnete er, während Echizens Augen ihn skeptisch musterte. Dann zuckte er jedoch mit den Schultern und schloss die Augen. „Was auch immer.“ Und plötzlich fiel Fuji auf, wie furchtbar müde der Jüngere eigentlich aussah. Und Echizen gar nicht mehr getrieben oder kämpferisch aussah, sondern … ernsthaft traurig.

Fuji wusste nicht, was in ihn fuhr, aber … das war der einzige Ausdruck, den er in diesen Augen nie sehen wollte. Und das, obwohl er eigentlich geglaubt hatte, Echizen zu hassen, dafür, dass er ihm Tezuka damals weggenommen hat. Nur, dass er das eigentlich gar nicht konnte. Es war Tezuka gewesen, der sie beide an der Nase herumgeführt hat. Belogen und betrogen. Schließlich trat er zwischen den vielen Personen hindurch, zu Echizen und schenkte ihm ein aufrichtiges Lächeln. „Ich treffe mich nachher noch mit Eiji, bei Taka-san zum Sushi, … er vermisst dich wirklich sehr, Echizen.“

Er sah deutliche Zurückhaltung sowie Zweifel. „Solltest du – ...“, begann der Jüngere, hielt sich dann jedoch davon ab weiterzusprechen. Aber Fuji wusste, was er fragen wollte. Was er wissen wollte. Woraufhin er nur mit der Schulter zuckte und Echizen eine Strähne aus der Stirn strich, die ihn störte, weil sie zu lang war und goldgrüne Augen verdeckte. „Vielleicht, wenn es wirklich in deiner Absicht gelegen hätte. Aber … du bist zu ehrlich, in einer Welt voller Heuchler. Also kann ich es nicht.“

Ryoma wusste nicht, was er von Fuji halten sollte. Er hatte ihn damals wirklich gemocht und das nicht nur, weil er – wenn er es denn wirklich mal tat – ausgezeichnet spielen konnte und er selbst nach fünf Jahren nicht über dieses eine Spiel im Regen hinweggekommen war. Es hatte ihn sogar persönlich gekränkt, dass dieser nie auf die Versuche eingegangen war, es fortzusetzen. Heute wusste er warum und genau darum zögerte er. Er hatte sich damals damit abgefunden. Es akzeptiert, mit Fuji nur einen Teamkameraden zu haben, aber keinen Freund. Aber … es war auch das erste Mal, dass dieser sich ihm nun näherte. Vielleicht sollte er also das tun, was Fuji damals nicht konnte. „Hm.“, war somit seine Antwort, was den Älteren wieder lächeln ließ und ihn dann sanft am Rücken berührte und dann mit in eine andere Richtung leitete.

Er kam dabei nicht umhin, den Anzug Fujis zu mustern, insbesondere die orangefarbene Krawatte, die sich mit dem himmelblauen Hemd darunter furchtbar biss und er sich wunderte … „Sag, Fuji, bist du farbenblind?“

„Saa, schön, dass du deinen Charme nicht verloren hast.“, kicherte Fuji und Ryoma spürte zum ersten Mal, seit gestern Abend, etwas anderes außer Traurigkeit in sich, als sich der Arm seines einstigen Teamkameraden um ihn legte und er es sich erlaubte, den Kopf gegen dessen Schulter zu lehnen. Schließlich waren Senpais doch dazu da, auch mal ihre Schulter anzubieten, wie Ryoma fand …

~*~

Drei Wochen später lag Ryoma, mit Karupin auf seinem Sofa eingerollt – ein Teller mit Sushi stand neben ihm. Währenddessen lief im Fernsehen ein Film, dessen Handlung an ihm vorbeigegangen sein musste, weil er ihn einfach nicht zu verstehen schien – oder er sich zumindest jedes Mal fragen musste, warum drehte jemand so einen unlogischen Horrorfilm – gleichzeitig aber vermisste er das Gefühl langer Finger in seinen Haaren. Allerdings blieb ihm die Sehnsucht nicht lange, denn plötzlich knallte die Haustür auf und Ryoma erschrak sich so heftig, dass er fast vom Sofa fiel. „Geh an dein Handy, Echizen.“ Ertönte die Stimme Fujis, kurz bevor dieser das Wohnzimmer betrat und Ryoma ihn fassungslos, und nahe des Herztodes, anstarrte.

„Was … zur Hölle? Du weißt, dass man sich vorher anmeldet?“
„Saa, hab ich. Ich hab dir mehrere Nachrichten geschrieben. Du hast nicht geantwortet, also sah ich es als meine Pflicht, sicherzugehen, dass du noch lebst.“

Sich immer noch die Brust haltend, wo er das heftige Rasen seines Herzens ausmachte, setzte sich Ryoma vom Sofa auf und fixierte den Brünetten giftig. „Das glaubst du doch wohl selbst nicht.“

„Nun nicht so negativ, junger Mann.“, grinste Fuji und trat an ihn heran. „Es ist Freitagabend. Zieh dich um und dann gehen wir aus.“

Stirnrunzelnd blickte er in Fujis Augen, dann zum Boden, wo sein Teller mit dem Sushi gerutscht war. „Kann nicht, ich muss morgen das Training leiten.“, sagte er monoton und zu Fujis Glück, war sein Sushi nur auf dem Teller umgefallen, aber nicht auf den Boden gekullert. Weshalb er die Beine vom Sofa nahm und Karupin sich wieder neben dem Kissen einrollte. Er bückte sich grade zu dem Teller, als er Fujis Worte hörte. „Echizen, wir alle müssen arbeiten. Aber du bist der Einzige, der es als Ausrede nimmt, nicht zu leben.“

Schnaubend nahm er seinen Teller und stand dann auf. Ohne den Anderen zu beachten, ging er an ihm vorbei in die Küche. „Ich muss nicht jeden Freitagabend ausgehen, um zu leben, Fuji.“

„Saa … wann hattest du denn das letzte Mal Spaß, Echizen?“, wurde er gefragt, woraufhin er neben dem Kühlschrank inne hielt und Fuji zweifelnd ansah. „Erst heute Vormittag, ich hab mit Yukimura gespielt.“ Die azurblauen Augen blitzten belustigt auf. „Abgesehen vom Tennis.“ Ryoma öffnete den Mund, um zu antworten, bevor er jedoch mit den Augen rollte. „Unwichtig.“, schnaubte er in den Kühlschrank hinein, wo er sein Sushi packte und dabei ignorierte, dass er tatsächlich nicht mehr wusste, wann er wirklich zum letzten Mal das Gefühl von Freude gespürt hat, und zwar ohne Tennis oder Karupin. Ganz zu schweigen diesem wichsenden Vollidioten.

„Saa, im Moment klingst du tatsächlich wie Tez– ...“ „Yadda!“ „–uka.“ Giftiges Goldgrün, blickte in herausforderndes Azurblau. Eine halbe Minute später schnaubte Ryoma und knallte die Kühlschranktür zu. „Fein!“

Der Ältere kicherte zufrieden und drehte sich dann um. „Na dann … zieh dich um.“
„Was? Wieso, was ist denn verkehrt an … dem hier?“

Er trug eine schwarze, lange Hose, ein weißes T-Shirt und Socken … das reichte doch oder etwa nicht? Aber Fuji drehte sich zu ihm und neigte den Kopf, während azurblaue Augen aufmerksam über seinen Körper glitten, was ihm das Gefühl gab, gerade ziemlich intensiv gemustert zu werden. Wenn nicht sogar ausgezogen … „Alles.“

~*~

„Vergiss es, das zieh ich nicht an.“
„Saa … wieso nicht?“
„Das sind Schwimmshorts.“
„Sie würden aber bestimmt deine langen Beine zur Geltung bringen.“

Ryoma schloss die Augen und fuhr sich angestrengt über die Stirn.

„Nein.“, hauchte er bedacht geduldig. Jetzt waren sie bestimmt über eine halbe Stunde dabei, sich über ein Outfit zu streiten, das Ryoma nicht anziehen würde. Beziehungsweise glaubte er, dass Fuji ihn einfach nur fertigmachen wollte.

„Hm … das ist eine Katastrophe, Echizen. Wirklich. Das hier sieht aus, als kaufst du dir deine Sachen mit dem Hintergedanken, spontan Tennis spielen zu können.“, murmelte Fuji, während seine langen Finger durch Ryomas recht eintönige Bekleidung fuhren. Ryoma wagte es sich nicht, darauf zu antworten. Seufzend schloss Fuji die Tür und blickte zur anderen Hälfte des Raumes. „Saa, was ist da drinnen?“

„Alte Klamotten, die ich der Kleidersammlung spenden will.“
„Tatsächlich?“

Ryoma erkannte sofort seinen Fehler, doch Fuji war bereits an dem Schrank und öffnete die Tür, nur um sofort breit zu grinsen. „Vergiss es sofort wieder!“, fauchte er energisch, als ihm klar wurde, was Fuji so anstarrte. Der jedoch griff sofort nach dem schwarzen Stoff und hielt ihn Ryoma hin. „Oh doch.“

~*~

Fuji musterte Echizen, welcher zwischen Eiji und Jirou saß. Ihm gegenüber und alleine durch den abwesenden Blick in den goldgrünen Augen, fragte er sich, ob der Jüngere gerade an Tennis dachte oder daran, wie er ihnen am Schnellsten, unbemerkt entwischen konnte. Dann legte sich zum sechzehnten Mal, seitdem sie den Club betreten hatten, eine fremde Hand auf Echizens Schulter und ebenso wie die fünfzehn Male zuvor, drehte dieser den Kopf, jedoch ohne den fremden Typen anzusehen und fauchte entschieden eine Abfuhr. Unterbewusst fragte er sich, ob Echizen jemals mit einer anderen Person Sex gehabt hatte, als mit Tezuka.

Der junge Mann öffnete leicht den Mund, doch dann nickte er geknickt und ging genauso schnell wieder, wie er gekommen war. Ebenso wie die anderen Typen zuvor. Sich darüber bewusst, wann sie keine Chance hatten. Egal wie hübsch und attraktiv sie alle waren. Und das waren sie, selbst Fuji dachte so. Und dabei hatte er einen ganz bestimmten Typ. „Nya … der war doch süß, Ochibi.“

„Eiji-senpai … ich bin zwanzig Jahre alt, … kannst du mich bitte inzwischen bei meinem Namen nennen?“, fragte Echizen, was Fuji aber auch nur deshalb durch die Musik hören konnte, da sie etwas weiter entfernt von der Tanzfläche saßen und er ein sensibles Gehör hatte. Somit ging ihm auch ein gewisser Unterton nicht verloren. „Nya, aber, du bist immer noch so süß. Außerdem nennst du mich immer noch Senpai, dabei sind wir nicht mehr in der Schule ...“

„Ich bin nicht süß!“ Auf das leise Fauchen hin musste Fuji amüsiert lachen und erwiderte den giftigen Blick, den ihm Echizen zuwarf, amüsiert. „Fufu, zu seiner Verteidigung, Kiku-kun, heute sieht er heiß aus.“

„Ich bin – ...“ „Saa, nicht heiß?“, unterbrach Fuji, sein ehemaliges Teammitglied und grinste nun offen. Jirou musste ebenfalls lachen, ebenso wie Eiji, den Jirou so freundschaftlich Kiku-kun nannte. Zugegeben, Fuji war nie ein Freund Hyoteis gewesen, aufgrund Atobes arroganter Art, doch nach dem Spiel gegen Jirou erkannte nicht nur er, dass der Rest des Teams voller aufrichtiger sowie sehr loyaler Personen bestand. Es war etwas, das Fuji wirklich vermisste im Hinblick auf bestimmte Personen, die er mal seine Freunde nannte.

„Na gut, Ryo-kun ...“, lächelte Eiji, wodurch Echizen mit den Augen rollte und dann einen großen Schluck von dem Flashdrive nahm. Dabei leicht das Gesicht verzog. Wie konnte der nur von sich nicht als süß denken, dachte Fuji und neigte den Kopf. „... aber Jirou hat nicht unrecht. Du siehst echt – also wenn ich nicht mit Syuichirou zusammen wäre ...“, mutmaßte Eiji nachdenklich.

„Bitte töte mich.“, murmelte der Jüngste, aber Fuji sah zwischen all den Mauern hindurch, die dieser um sich gezogen hatte. Nicht, weil sie nicht dick genug waren, denn das waren sie sehr wohl. Doch weil er sie kannte. Sie erinnerten ihn an seine immer zu lächelnde Maske. Während er der Welt vermitteln wollte, glücklich und unzerstörbar zu sein, war Echizen abweisend und kämpferisch. Aber auch nur, um niemanden hineinzulassen. Jetzt wahrscheinlich – nach Tezuka – mehr denn je, dennoch … war er hier. Sogar in dem reizenden Outfit, das Fuji ihm zusammengestellt hatte. Aus einer wirklich engen, schwarzen Hose, die nichts versteckte sowie einem dunkelgrünen Hemd, das diese wahnsinnig schönen Augen hervorbrachte.

„Nya, ganz ehrlich, Ryo-kun. Lass dich doch mal auf – oh Gott, ich liebe diesen Song, komm mit!“, sofort sprang Eiji von dem Platz auf, wobei Echizen fast sein Getränk verschüttete, als der Rothaarige ihn am Arm packte und mitzog. „Yadda! Eiji-senpai!“ Lange Finger krallten sich in die Tischkante, als Jirou kichernd aufstand und Echizens Griff sanft löste und seinen anderen Arm nahm. „Jirou, ich warne dich! Wir machen Hyotei so was von fertig, nächste Woche!“, versuchte es Echizen, scheiterte aber an den beiden, als diese ihn zur Tanzfläche zerrten. Doch wagte er einen letzten Versuch, sich zu Fuji zu drehen und ihm einen flehenden, Hilfe suchenden Blick zu zuwerfen.

„Saa, viel Spaß.“, hauchte er jedoch nur grinsend und zwinkerte Echizen zu, bevor dieser in der Menge zusammen mit Eiji und Jirou verschwand. Dann senkte sich sein Blick auf den Tisch, der im Stroboskoplicht hellblau schimmerte. Er hatte sich eigentlich nicht viel dabei gedacht, den Jüngeren mal aus seinem Haus der Einsamkeit zu ziehen, sondern nur, wie lange und intensiv dieser sich schon seit Jahren davor drückte, mit ihnen zusammen Spaß zu haben. Klar, damals konnte er auch gut auf ihn verzichten. Aber in den letzten drei Wochen … musste er zugeben, sich wieder daran zu erinnern, warum er Echizen – bevor der ganze Scheiß mit Tezuka passiert war – mochte. Nicht zuletzt, weil sie mehr gemein hatten, als den gleichen betrügerischen Ex-Freund.

Die Sache mit dem Outfit war eigentlich nur, um ihn zu ärgern und völlig aus seiner Komfortzone zu bringen. Nicht, um das offensichtlich zu machen, was sie eigentlich alleine schon davor wussten, weil sie einander früher schon unbekleidet gesehen haben. Und zwar, dass unter den lockeren Trikots, ein verflucht heißer Körper steckte. Im Vergleich zu anderen Tennisspielern war Echizen nicht enorm muskulös wie Sanada oder Momoshirou. Aber sehnig und seine Haut war immer noch makellos sowie hell, wodurch es einfach war, die Muskeln und Sehnen darunter arbeiten zu sehen. Es hatte etwas sehr Delikates mit einer verflucht hohen Dosis Verführung.

Steckte man das nun in die enge, schwarze Hose, die Echizen vor fünf Jahren bestimmt noch nicht so gut gepasst hat sowie einem smaragdgrünen Hemd …

~*~

Stur blickte er in die dunklen Augen Eijis, welcher seine Handgelenke umfasst hielt und grinsend auf der Stelle herum hüpfte. Es hatte absolut nichts mit Tanzen zu tun. Noch passte es zum hämmernden Beat, weshalb er auch keine Anzeichen machte, sich zu bewegen. Jirou, welcher neben ihm gestanden hatte, stimmte mit Eijis Euphorie ein. Jemand stieß ihn von der Seite an, was für Ryoma schon eindeutig zu nahe an seine Privatsphäre kam und er sich automatisch mehr versteifte. Wieso hatte er sich eigentlich hierauf eingelassen? Fragte er sich gerade, als er eine Chance darin sah, sich den beiden Hampelmännern zu entziehen. Sich im gleichen Moment jedoch zwei Hände ungefragt von hinten auf seine Hüften legten.

Er schnappte fast schon empört nach Luft, bereit sofort zu fauchen und abzudampfen, als warme, weiche Lippen sein Ohr streiften und ihm eine heiße Gänsehaut über den ganzen Körper jagte. So … wurde er schon ewig nicht mehr berührt, was ihn bewusst machte, wie sehr er sich körperlich hiernach sehnte. Die Stimme jedoch brachte ihn augenblicklich zurück ins Hier und Jetzt. „Saa, entspann dich, Echizen.“

Sein Blick fokussierte sich wieder, wodurch er nach vorne sah, allerdings konnte er die beiden Nervensägen von eben nicht mehr erblicken, sondern nur noch viel zu viele Menschen und flackerndes, buntes Licht, während sich warme Hände fast schon verführerisch über seine Hüften bewegten. Er wusste, dass er Fuji von sich stoßen und davon gehen sollte, aber es fühlte sich einfach zu gut an. „Du hast doch gewiss schon mal getanzt oder?“, fragte die Stimme warm und prickelnd an seinem Ohr, woraufhin er den Kopf leicht drehte, um furios in azurblaue Augen blicken zu können. Doch alles, was er sah, waren Fujis Lippen, welche verführerisch und fast ein wenig feucht schimmerten, wodurch er sofort wieder nach vorne blickte, weg von der Versuchung. „Ich tanze nicht.“

„Saa, das spüre ich. Und wenn du dich entspannen würdest, könnte ich es dir beibringen.“
„Das fühlt sich mehr nach Belästigung an.“, fauchte Ryoma mehr zu sich, als Fuji, doch lachte dieser amüsiert. Heiß, direkt gegen seinen Hals, was ihn schaudern ließ und er automatisch die Augen schloss. Schließlich wusste er, dass es nichts bringen würde, sich gegen Fuji zu wehren und er gewiss schneller hier weg kommen würde, wenn er sich ihm einfach beugte. Somit versuchte er sich, so weitestgehend wie möglich, zu entspannen. „Saa … schon besser.“

Nichts war besser, dachte er, verzweifelnd dabei, sich nicht erneut anzuspannen, als sich Fujis rechter Arm vollends um ihn legte und er dessen langen, schmalen Körper an seiner gesamten Rückseite spürte. Gleichzeitig fuhren lange Finger über seine verkrampfte, linke Hand, zwischen seine Finger. Umfassten sie zärtlich und führte sie dann nach oben, hinter sich, soweit bis er weiche, seidene Haare spürte und versucht war, die Hand zurückzuziehen, doch machte Fuji einen leisen Laut gegen sein Ohr. „Fass mich an, Echizen.“ Die Worte waren wie ein Blitzschlag, der ihm direkt in seiner Mitte traf, und dessen Prickeln sich durch seinen gesamten Körper bahnte.

Sein Herz schlug mit einem Mal so heftig, dass er glaubte, Fuji musste es selbst durch seinen Rücken spüren können, bevor er seine Finger zögernd in die weichen, seidenen Strähnen schob, um sie dann um Fujis warmen, leicht feuchten Nacken legte – ausgelöst durch die Hitze hier auf der Tanzfläche – und sich auf die Innenseite seiner Lippen biss. Sein Innerstes begann auf eine Weise zu flattern, wie schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr. Was sich intensivierte, als warme, weiche Fingerspitzen über die bloße Haut zwischen seinem Hemd und dem Bund seiner Hose glitten und Fuji begann, sie beide sehr langsam mit dem Rhythmus zur Musik bewegte. „Ich weiß, wie du dich bewegen kannst, … du musst nur loslassen.“

Ryoma spürte, wie die Hitze ihm langsam in den Kopf stieg. Und zwar ganz anders, als auf einem Court. 35° im Schatten und ein Spiel, das über vier Stunden ging? Kein Problem. Fujis langer und verflucht scharfer Körper, der sich gegen seine gesamte Rückseite rieb und bewegte? … Großes Problem. Ganz besonders, weil es nicht einmal gelogen war. Er wusste genau, sich zu bewegen. Und das nicht nur auf dem Court. Er mochte vielleicht nicht tanzen gehen oder sich anderen körperlichen Aktivitäten hingeben, die das implizierten. Doch gab es nebst Tennis eine einzige Sache, in der er genauso gut wusste, wie er sich zu bewegen hatte, um seinen Gegner – Partner – in den Wahnsinn zu treiben. Auch wenn das bisher nur einer gewesen war.

Als Fujis heißer Atem plötzlich unvermittelt über seinen feuchten Nacken glitt, entkam Ryoma der letzte Halt um seine Beherrschung sowie die Tatsache, mit wem er sich hier befand. Seine Hand in Fujis Nacken bewegte sich etwas, nur um seine Finger durch die weichen Strähnen des Älteren gleiten zu lassen und sich in diese zu verkrallen und seinen Körper dann gegen Fujis zu bewegen. Dabei spürte er sogleich, wie die langen Finger sich sachte um seine Hüfte festigten. Kaum merklich, jedoch definitiv, ebenso wie der heiße Atem auf seiner Haut, der immer prickelnder wurde, wann immer er von weichen Lippen gefolgt, über sie glitt. Und gerade als Ryoma glaubte, bereits in einem Strudel der Hitze zu versinken, legten sich diese Lippen bestimmend auf seine empfindliche Haut, hinter seinem rechten Ohr, während lange Finger unter sein Hemd, über seinen flachen Bauch fuhren, woran er noch enger gegen den heißen Körper hinter sich gedrückt wurde.

Der Laut, der ihm entkam, ging in der lauten Musik unter, doch nicht der sinnliche Laut, den Fuji an seinem Ohr machte. Und plötzlich fühlte er sich fünf Jahre in die Vergangenheit zurück katapultiert. In ein leidenschaftliches Spiel, im heftigen Sommerregen, der sie binnen Sekunden so heftig durchnässte, dass ihre Trikots auf ihrer Haut klebten. An ein unglaubliches Kribbeln, das mit jedem parierten Tennisball, intensiver wurde. An das Gefühl von Turnschuhen, die über den nassen Court rutschten, wodurch heißes Adrenalin durch seinen Körper jagte, durch die Gefahr auszurutschen und sich zu verletzen. Aber es war einfach unmöglich aufzuhören …

Und genauso fühlte es sich an, als er seinen Hintern gegen Fujis Becken drängte, wo er dessen Erregung spürte. Gefährlich, aber unmöglich aufzuhören. Stattdessen drehte Ryoma seinen Kopf, während er im gleichen Augenblick an den warmen Strähnen zog und seine Lippen auf Fujis presste. Er wusste nicht wirklich, was er da tat, aber es war ihm auch egal, so wie sich die weichen Lippen gegen seine bewegten, bevor sich eine Zunge in seinen Mund schob und Ryoma vollends aufhörte zu denken. Sich jedoch in den Armen drehte und die eigenen um Fujis Nacken schlang, je leidenschaftlicher sie sich küssten und er seinen Körper immer enger an den anderen entlang bewegte.

~*~

Sein Kopf sank in den Nacken zurück, während feuchte Lippen über seinen entblößten Hals glitten. Sich zwischendurch neckend an ihm festsaugten und eine heiße Zunge darüber leckte. Ryoma stolperte zurück, während er Fuji mit sich zog. Kurz darauf stieß er hart gegen die Kante eines Tisches, woraufhin sich Hände auf seine Hüften legten und ihn bestimmt dort packten, um ihn auf die Oberfläche zu heben. Willig spreizte er sogleich die Beine, die er augenblicklich um Fuji schlang, der ihn nach hinten, über den Tisch beugte und erneut leidenschaftlich küsste.

Mit den Händen fuhr er einen langen, sehnigen Rücken hinab, unter ein dünnes Shirt, das er am Bund zu fassen bekam und dann ungeduldig nach oben zog. Nur widerwillig löste sich Fuji von ihm, damit er das Shirt über seinen Kopf ziehen konnte und Ryoma konnte nicht glauben, wie sexy Fuji aussah und dass er das definitiv nicht durfte. „Fick mich.“, hauchte er atemlos, als seine Fingerspitzen über Fujis Brust fuhren, hinab über den flachen Bauch. Fuji war wirklich … erwachsen geworden, dachte er hungrig, bevor ihm bewusst wurde, dass er starrte und Fuji leicht grinste. „Saa, das hatte ich vor.“, schnurrte der Brünette, nahe an seinen Lippen, während Ryoma die Finger langsam unter den Bund der beigefarbenen Hose gleiten ließ und dann die Augen schloss, als sich ein Arm unter ihn schob und ihm fast schon energisch die Hose hinabgezogen wurde. Gott … ja!

~*~

Als Fuji am nächsten Morgen wach wurde, dann nicht in seinem eigenen Bett. Und ebenso wenig alleine. Es dauerte keine Sekunde, da brachen die Geschehnisse der letzten Nacht über ihn herein, wie ein Eimer mit heißem Wasser. Nicht zuletzt, weil direkt neben ihm ein grünschwarzer, leicht zerzauster Haarschopf auf seinem Oberarm gebettet war und delikate, weiße Haut sich von einem langen Nacken, über einen strammen, perfekten Rücken erstreckte. Er hob seine rechte Hand und fuhr mit den Fingerspitzen hauchzart über die roten Male, die er im Rausch der Leidenschaft über diesen verteilt, während er tief in diese unbeschreibliche Enge gestoßen hatte.

Alleine die Erinnerung ließ ihn hart werden. Und das bereits zum vierten Mal innerhalb der letzten Stunden, denn … nun wusste er, dass die Leidenschaft des Jüngeren sich nicht nur auf einen Tennisplatz zu beschränken schien. Er wusste ja von ihrer Zeit in Seigaku sowie den Spielen, die er während der letzten Jahre verfolgte, wie sich Echizen bewegen konnte, wenn er Tennis spielte. Aber der Sex in der Küche, hier im Bett … ebenso wie der Tanz im Club … Es erinnerte ihn sofort an Regen und harten Bällen sowie einem provokanten Grinsen, wann immer Ryoma seinen Counter durchbrach.

Es sollte ihn somit wenig überraschen, dass, sobald dieser zu wissen schien, was er wollte, er es sich nehmen würde. Das Fuji dabei für gewöhnlich die aktivste Rolle – in seinem bisherigen Sexleben jedenfalls – einnahm, schien den Jüngeren kaum zu interessieren, als ihn Ryoma sobald sie in dessen Schlafzimmer angekommen waren, auf das Bett schmiss und sich auf sein Becken setzte.

Fuji biss sich bei der Erinnerung auf die Unterlippe und fuhr mit den Fingern nun, von den roten Malen, unter das Laken, das über den schmalen Hüften lag, über den festen Hintern des Jüngeren, wobei er ein sachtes Schnurren, gepaart mit einem leisen Stöhnen hörte. „Saa … in dir steckt ja doch ein wilder Kater.“, schnurrte er in Ryomas Ohr, dessen Wangen sich zart röteten.

„Fuji ...“, murmelte dieser verschlafen, aber Fuji drehte ihn auf den Rücken und blickte in verschlafene, aber tiefe goldgrüne Augen. „Wir hatten Sex.“

„Hm, dreimal ...“, erwiderte er, eh er sich zwischen die, sich automatisch spreizenden, langen Beine schob und mit seinen Fingerspitzen über die erwachende Erregung fuhr, mit der ihn der Jüngere willkommen hieß.

Allerdings hielt Fuji inne, als er Ryomas nächste Worte hörte. „Das ist komisch.“ Ein wenig überrascht sah er ihn an und blinkte. Er … empfand eigentlich nicht so. Was merkwürdig war, weil, wenn er an sein erstes Mal mit Tezuka dachte – okay, damals waren sie noch jung gewesen und unerfahren. Allerdings hatte sich diese Empfindung nie wirklich verändert. „Wenn du nicht willst ...“, sagte er somit mit einem merkwürdigen Gefühl der Zurückweisung in sich.

„Nein, ich –...“ Er wollte aufstehen, als Ryoma ihn am Handgelenk sanft festhielt, keineswegs so, als würde er ihn zum Bleiben zwingen. Somit beobachtete Fuji geduldig, wie die Wangen des Jüngeren sich noch mehr röteten. „Ich meinte … komisch, nicht komisch.“

„Saa?“

Ryoma biss sich auf die Lippen und blickte ihn für einen Moment in die Augen, eh er seinen Kopf schüttelte und das Laken über sich zog, ebenso wieder seine Mauern. Aber Fuji war neugierig, weshalb er sich über ihn beugte und sanft ein paar Strähnen aus der Stirn strich. „Saa … komisch, nicht komisch?“ Aber irgendwas musste an der Aussage so persönlich sein, dass Ryoma ihm den Blickkontakt verweigerte. Womit er mit der anderen Hand langsam wieder das Laken wegzog und dann Ryoma am Hals küsste. „Meinst du … vielleicht, wie gut es sich anfühlt, wenn ich … dich hier berührte?“, fragte er ihn rau, sobald die Erregung ihn wieder übermannte und er mit seinen Fingern, die immer noch ausgeprägte Härte umfasste. Er erntete sofort ein leises Keuchen als Antwort. „Oder … so gar nicht merkwürdig, weil ich vier Jahre dein Senpai war?“ Seine Lippen glitten über eine von Ryomas Brustwarzen, über die er neckisch mit den Zähnen kratzte, eh er darüber leckte und sogleich lange Finger in seinem Haar spürte.

„Fuji, … hör auf zu reden.“, keuchte Ryoma atemlos und hob sein Becken ihm entgegen. Doch er hatte das Gefühl, dem Ganzen näherzukommen.

„Vielleicht meinst du aber auch komisch, weil wir beide den – ...“, seine Lippen waren nur noch Millimeter von Ryomas feuchter Spitze entfernt, als ihn ein harscher Griff um seine Haare zurückzog und er leidenschaftlich geküsst wurde. Kurz darauf fand er sich auf dem Rücken wieder. „Sprich weiter, wenn du wirklich willst, dass es komisch wird.“ Herausfordernd sah Ryoma ihn an, der sich geschickt über seine Erregung positioniert hatte, welche nun direkt zwischen dessen perfekten Pobacken lag. Es ihm schwer machte, etwas sagen zu wollen. Schließlich sandte er ihm einen ebenso herausfordernden Blick aus seinen blauen Augen, welcher allerdings nicht lange hielt, bei dem Gefühl von Ryomas, immer noch von der letzten Nacht geweiteten Öffnung, die sich neckend gegen seine Spitze drängte. „Hm … saa … das ist … sadistisch.“

„Wirklich? Ich dachte, darauf stehst du.“, erwiderte Ryoma heiß gegen seine Lippen und dann krallte er sich in dessen Hüften, je tiefer er von der feuchten Hitze eingenommen wurde.

Allerdings hatte Ryoma recht.

Denn es sollte sich merkwürdig anfühlen.
Und nicht wie das Beste, auf dieser gottverfluchten Welt.

~*~

Das beste Gefühl auf der Welt verflog auch nicht nach einer Woche, als Ryoma sich von ihm auf einen Videoabend einladen ließ, der damit endete, dass der Jüngere ihn ab Mitte des Films bestieg. Nicht mal am darauffolgenden Morgen …

„Ist es nicht üblich seinem Gast Frühstück zu machen?“, fragte Ryoma, während Fuji auf seinem PDA ein paar Termine umstrukturieren musste. Sein Kunde von dem Gartenmagazin hatte die Deadline nach vorne gelegt. „Saa, ich erinnere mich daran, dir Katerfrühstück gemacht zu haben.“

„Das war vor fünf Wochen und zählt nicht.“ Fuji grinste leicht amüsiert aufgrund des schmollenden Untertons. „Saa, als dein Gast damals, zählt das sogar doppelt. Wo bleibt mein Frühstück also?“, damit blitzte er Ryoma herausfordernd über den Rand des grauen Geräts an, welcher ihn so anblickte, als hätte er einen Schlag. Schließlich schüttelte er amüsiert den Kopf und senkte den Blick auf die letzten vier Termine, die er noch schieben musste. „Saa, gib mir zehn Minuten oder bedien dich selbst.“

Damit trat Stille in sein Schlafzimmer ein, jedoch nur so lange, wie sich plötzlich kühle Zehen über seinen Innenschenkel schoben und er mit dem Stift auf seinem PDA innehielt. „Das bringt dich deinem Frühstück auch nicht näher ...“, versuchte er seine eigene Erregung runterzuschrauben, doch als er beobachtete, wie geschickt sich Ryoma von der Position ihm gegenüber aufrichtete und sich zwischen seine Beine schob, dabei die gleiche Grazilität, wie eine Katze anwendete, wurde sein Mund etwas trocken … „Hmm … das sagst du.“, murmelte Ryoma mit einem frechen Grinsen, das er nicht sehen musste. Er spürte es jedoch kurz darauf auf seinem Schaft und kämpfte sogleich gegen das Verlangen, die Finger in die weichen, grünschwarzen Haaren zu krallen und Ryomas Mund zu stopfen, allerdings … tat der das bereits selbst.

„Himmel, Ryoma!“, entkam es ihm atemlos eine Minute später und verwarf dann sein Vorhaben Termine zu verschieben. Stattdessen warf er den Kopf in den Nacken. Berauscht von heißen Lippen und einer unglaublich geschickten Zunge …

~*~

„Du bist sicher, dass das nicht zu viel Aufwand ist?“, fragte Ryoma, Fuji, der lächelnd über Karupins Fell streichelte, welche sich in Fujis Arme schmiegte. Er wusste nicht, ob er eifersüchtig oder begeistert sein sollte, wie gut die beiden sich miteinander verstanden. Denn Karupin hatte Tezuka nicht leiden können. Und hätte sich schon gar nicht von ihm nehmen lassen. Es war sowieso ein Wunder gewesen, dass die beiden es zusammen in seinem Haus ausgehalten hatten, wenn Ryoma außer Landes war.

„Ach was, als wenn die alte Dame mich auf Trab halten könnte.“, schmunzelte der Brünette, aber Ryoma sah ihn warnend an. „Unterschätze sie nicht. Besonders nicht, wenn du keinen Lachs mehr hast, dann wird sie echt zur Diva.“

„Saa, woher sie das nur hat ...“ Auf diese Bemerkung hin, verschränkte Ryoma die Arme leicht pikiert vor der Brust. Aber ihm blieb keine Chance zur Erwiderung, weil hinter ihm der Fahrer des Taxis hupte und er diesem mit einer kurzen Handbewegung andeutete, bitte noch zu warten. Dann drehte er sich zu Fuji, dessen azurblaue Augen ihn sanft musterten. Und das gar nicht mehr so belustigt oder spöttisch. „Keine Sorge, sie wird es hier gut haben, versprochen.“

Das wusste Ryoma, andernfalls hätte er Karupin nie Fuji gegeben. Schließlich war sie seine beste Freundin und seine Familie in einem. Das Wichtigste für ihn, das sogar noch vor Tennis kam. Darum wollte er für sie auch den besten Platz, wenn er für eine Woche nach Europa fliegen würde, um einen japanischen Spieler zu vertreten, der durch einen gebrochenen Knöchel, sein Spiel nicht fortsetzen konnte, und die Europäer es erlaubten, dass Japan einen Ersatz schickte. „Ich weiß.“, murmelte er schließlich und sah dann zu Karupin, die ihn wissend aus tiefblauen Augen ansah. Sie hatte diese Augenblicke schon so oft miterlebt, sie wusste, dass er jetzt gehen musste.

Zu seiner eigenen Überraschung allerdings fiel es ihm nicht nur schwer, sich von ihr zu verabschieden. Sondern auch von der anderen Person mit unglaublich tiefen, blauen Augen. „Saa, du kannst ja anrufen, wenn du Sehnsucht hast.“, schmunzelte Fuji und für einen Moment glaubte Ryoma, dass es diesem vielleicht ebenfalls etwas schwer fiel …

„Ich … schon, wenn du nichts dagegen hast, mitten in der Nacht angerufen zu werden.“
„Saa, worin liegt der Unterschied zu einem Anruf oder von dir, um drei Uhr mit Sex überfallen zu werden?“ War Fuji eben auch so nahe bei ihm gestanden, fragte sich Ryoma, als er aufblickte und spürte, wie es in seinem Bauch begann zu kribbeln. Seine Erwiderung jedoch wurde ein weiteres Mal durch eindringliches Hupen unterbrochen, was ihn kurz entnervt die Augen schließen ließ. Doch verflog dieses Gefühl, als warme Lippen seine Wange streiften und er überrascht die Augen wieder aufschlug. „Mach sie fertig, Ryoma.“, wisperte Fuji in sein Ohr. Rau und dunkel sowie … stolz. Was ihn für einen Moment den Atem nahm, weil es ewig her war, dass jemand so geklungen hatte. Schließlich strich er ein letztes Mal über Karupins Fell und zu seiner eigenen Überraschung sowie mit brennenden Wangen, küsste er Fuji flüchtig auf die weichen Lippen, bevor er sich rasch abwandte und zum Taxi spurtete, in das er einstieg und es peinlichst vermied, einen letzten Blick zu zwei Wesen zurückzuwerfen, die es irgendwie geschafft hatten, dass die Sicht vor seinen Augen verschwamm ...

~*~

„Karupin, bitte … Ryoma kommt doch schon in drei Tagen wieder.“

Verzweifelt blickte er unter sein Bett, wo die Katze seit heute Morgen lag. Ihr Essen stand unberührt daneben auf einem Teller und das Einzige, das davon zeugte, wie viel sie von seinen Versuchen hielt, sie zu beschwichtigen, war ein netter Haufen, den er vor einer halben Stunde gefunden hatte. Ebenfalls unter seinem Bett. Noch nie war er dankbarer um das Laminat in seiner Wohnung. Andernfalls wäre es nicht so einfach gewesen, ihr Geschenk an ihn, zu entfernen und die Stelle zu säubern.

„Nya, vielleicht ist sie krank?“, spekulierte Eiji hinter ihm, woraufhin er seinen besten Freund kühl ansah. „Wage es nicht, das zu sagen.“ Sofort zuckte der Rothaarige zusammen, bevor dieser sich auf die Knie stützte und ihm in die Augen sah. „Kann es sein, dass du dich wirklich sorgst, Fujiko-chan?“

Fuji ließ die Frage unbeantwortet, als er sich wieder zu Karupin drehte, die ihn aus ihren blauen Augen fast schon höhnisch anblickte. So, als wüsste sie ganz genau, wie sehr er sich kümmerte. Schließlich hatte er für den Lachs auch fast genauso viel gezahlt, wie für eine Woche Essen …

~*~

„Saa, was hast du an?“, schnurrte es ihm ins Ohr, woraufhin Ryoma knallrot wurde und sich die Kappe in die Stirn zog. „Fuji, ich kann hören, dass du das Spiel im Fernsehen verfolgst, du weißt, was ich trage.“ Er hatte versucht eine Zeit zum Anrufen zu finden, in der er Fuji nicht unbedingt aus den Schlaf reißen würde, weil er wusste, an wie vielen Projekten der Brünette aktuell arbeitete.

Ein amüsiertes Schmunzeln erklang durch die Verbindung. Aber Ryoma fand es nicht so witzig, wie Fuji, schließlich war er nicht unsichtbar. Sei es nun für die Zuschauer hier vor Ort oder den Dutzend Kameras. „Stimmt, es aber aus deinem Mund zu hören, ist aufregender.“

„Schamlos.“, erwiderte er nur knapp, konnte sich aber ein Grinsen nicht verwehren. Er gab es nicht zu, aber er vermisste Fuji genauso sehr, wie Karupin. „Ich muss Schluss machen ...“ Ryoma nickte auf die Andeutung seines Trainers und stand dann auf. „Saa, dabei hatten wir so gute Zukunftsaussichten.“ Er schüttelte grinsend den Kopf und griff mit der freien Hand nach seinem Schläger. „Bis übermorgen, Syusuke.“ Damit beendete er das Gespräch und trat dann, nachdem er sein Handy zurück in seine Tennistasche gelegt hatte, aufs Spielfeld.

Es dauerte keine Stunde, da hatte er mit 6 – 2 gewonnen und doch dauerte es genauso lange, wie ihm klar wurde, dass er Fuji zum ersten Mal beim Vornamen genannt hat.

~*~

Sofort sprang ihm seine Katze in die Arme, woraufhin Ryoma fast schmerzerfüllt fauchte, weil scharfe Krallen, seine Haut an seiner Schulter punktierten, doch nachdem sich Karupins Kopf so zärtlich gegen seinen schmiegte, konnte er ihr nicht einmal böse sein. „Saa, … willkommen zu Hause.“, wisperte Fuji gegen seine Lippen und Ryoma erwiderte den Kuss fast sofort. Überwältigt von dem Hunger sowie der tiefen Begierde, die mit einem Mal seine Hände zittern ließ, womit er die Hand, mit der er Karupin nicht festhielt, in das hässliche, grüne Hemd des Tensais krallte. Leicht mürrisch maunzte Karupin aufgrund der nun fehlenden Beachtung seinerseits, bevor sie sich über seine Schulter, zwischen sie heraus wandte und er schmerzerfüllt in den Kuss keuchte, weil die spitzen Krallen ihn, bei ihrem Sprung kratzten. Aber die Arme, die sich sogleich um ihn schlangen und ihn eng an Fuji zogen, ließen den Schmerz sogleich in den Hintergrund rücken. Stattdessen schlang er die eigenen Arme um Fujis Nacken und presste sich an seinen warmen Körper. Gott … er hatte ihn so vermisst.

Achtlos kickte er die Tür mit dem Fuß hinter sich zu, bevor Fuji ihn gegen diese drückte und ihm eine Hand in die Hose schob. Kühle, lange Finger schlangen sich sogleich um sein erhitztes, hartes Fleisch, was sich nach sieben Tagen wirklich sehnsüchtig nach diesen Fingern verzehrte. „Fuji ...“, entkam es Ryoma atemlos, sich darüber bewusst, dass es zu sehnsüchtig klang. Aber in der Art, wie intensiv ihn azurblaue Augen anblickten … konnte er sich vollends fallen lassen.

~*~

„Das ist nicht fair ...“, schmollte Ryoma und konnte es nicht fassen. Wie konnte Fuji, der seit fünf Jahren nicht mehr regelmäßig trainierte, geschweige denn Tennis spielte, es schaffen, ihn zu besiegen?

„Saa, darum nennt man mich ja auch Tensai.“ Damals vielleicht, dachte Ryoma immer noch ein wenig atemlos sowie innerlich schmollend. Sein Blick fiel auf Karupin, welche sich auf den Rücken gerollt hatte und sich nun ausgiebig sonnte und ihm nicht einmal das Gefühl gegeben hatte, bei seinem Spiel zu unterstützen. Die Woche mit Fuji musste sie korrumpiert haben. „Komm her.“, verlangte der Ältere zärtlich vom Netz aus, welchem Ryoma nur sehr widerwillig Folge leistete. Lange Finger legten sich jedoch, sobald er dort war, sanft unter sein Kinn, während azurblaue Augen ihn intensiv musterten. „Sieh es als persönlichen Sieg, … du bist die erste Person seit fünf Jahren, die mich dazu brachte einen Court zu betreten.“

Entgeistert blinzelte Ryoma. Dann aber verengte er die Augen. „Willst du mich verarschen? Das macht meine Niederlage ja nur no– ...“ Doch weiter kam er mit seiner Schimpftirade gar nicht mehr, da ihn Fuji zu sich, über das Netz zog und einfach küsste.

Er kämpfte gegen den Drang, den Kuss zu erwidern.
Er versagte hoffnungslos.

Sein Schläger entglitt seinen Fingern, die er, nachdem er die Arme um Fujis feuchten Nacken schlang, sofort in den ebenso feuchten Haaren verkrallte. Viel zu schnell löste Fuji den sinnlichen Kuss, fuhr aber kurz darauf mit den weichen Lippen über Ryomas Hals, was ihn leise stöhnen ließ. Mistkerl! „Saa, Lust mir ein weiteres Mal zu erliegen?“

„Du kannst es ja versuchen.“, erwiderte Ryoma fast so atemlos, wie eben, nachdem er verzweifelt versuchte, den letzten Satz zu gewinnen, nur um zu versagen. Allerdings fühlte sich das hier tatsächlich viel besser an. „Saa … so wahr. Mein dominanter Uke.“, schmunzelte Fuji gegen seinen Hals, woraufhin er Fuji einen Stoß in die Seite gab und dieser nur kicherte.

Ryoma konnte sich nur wiederholen.
Mistkerl!

~*~

„Hmm … bitte sag, du hast was ...“, keuchte Ryoma atemlos, der auf seinem Schoß saß und es Fuji unmöglich machte, Nein zu sagen. Schließlich konnte er nicht damit rechnen, dass ihn Ryoma in seinem Büro wortwörtlich besteigen würde. Seine Finger festigten ihren Griff um die schmalen Hüften, welche sich trotz seines Griffs bewegten, woraufhin sich Ryomas Becken gegen seine Erregung drängte. Ihm ein leises Stöhnen entlockte. Dann aber erinnerte er sich daran, dass er in seiner Mittagspause einkaufen gewesen war und unter anderem Kokosöl gekauft hatte. „Wenn du unter den Tisch greifst … da ist Kokosöl.“

Fast sofort drehte sich der Jüngere auf seinem Schoß, bevor der sich unter den Tisch beugte und Fuji sich über die Lippen leckte, bei dem Anblick, wie gelenkig Ryoma doch sein konnte. Etwas, das ihm schon in der ersten Nacht aufgefallen war, als er die langen Beine über seinen Schultern liegen hatte und tief … „Du musst aufpassen, es kann sein, dassahhh.“ Er krallte sich kehlig stöhnend an Ryomas Hüften fest, als dieser das kleine Glas etwas zu forsch öffnete und dadurch die halbe Flüssigkeit über sich und Fujis Glied sowie seinen Anzug verschüttete.

Was – beachtete man wie warm es draußen und hier im Büro war – sich entsprechend geil anfühlte. Allerdings weniger, wenn es durch sein Hemd sickerte und zwischen seine Beine, auf das Leder des Bürostuhls. Plötzlich spürte er, wie Ryomas Körper begann zu beben und er atemlos die Augen aufschlug, nur um zu erkennen, wie sich der Jüngere eine Hand auf den Mund presste und versuchte nicht zu lachen. „Gomen ...“, brachte Ryoma hervor, bevor er nach vorne sank, mit der Stirn gegen Fujis Schulter und begann leise zu lachen.

So herzhaft und so wunderschön, dass Fuji gar nicht anders konnte, als ebenfalls zu lachen und gleichzeitig ein warmes sowie überaus intensives Gefühl in seinem Brustkorb aufsteigen spürte. Denn Ryoma so lachen zu hören und zu sehen, war extrem selten und noch nie, hatte er so viel Spaß beim Sex gehabt, wie wenn er mit Ryoma zusammen war, aber das hier … war einfach perfekt. „Na warte.“ Grinsend packte er Ryoma erneut an den Hüften und schob ihn dann auf seinen Schreibtisch, wo er sich zwischen die langen Beine schob und mit öligen Fingern, zwischen die festen Pobacken glitt, wodurch Ryoma einen teils überraschten, teils sinnlichen Laut von sich gab. Ihm jedoch einen versucht schmollenden Blick zuwarf. „Ich dachte, ich soll diahh ...“

Fuji grinste dreckig, während er seine Finger tief in Ryoma versenkte und dieser sogleich den Rücken, sehnsüchtig nach mehr, durchdrückte. Von absolut allen Sexpartnern, die Fuji in den letzten Jahren hatte – zugegeben, es waren nicht wenige, aber auch nicht mehr als zehn – so war noch nie einer dabei gewesen, der so begierig und bestimmend beim Sex war und das, obwohl diese den mehr inaktiven Part einnahmen. Und Fuji liebte es, wie bestimmend Ryoma sein konnte. „Vielleicht in der zweiten Runde.“, raunte er somit in Ryomas Ohr, während er die Finger zurückzog und sein öliges Glied dann in ihn schob. Fast augenblicklich nahm er einen drängenden Fuß auf seinem Hintern wahr sowie lange Finger in seinem Haar und erkannte hungrige, goldgrüne Augen, die sein Innerstes brennen ließen. „Ich nehm' dich beim Wort!“, bestand Ryoma, bevor dessen Lider flatterten und er sich ihm dann ausnahmsweise Mal hingab.

~*~

Wenn er daran dachte, wie es gewesen war mit Tezuka zusammen zu sein und dann zum Vergleich die Zeit nahm, die er mit Ryoma verbrachte … es war, wie den Tag mit der Nacht zu vergleichen. Begonnen beim Sex, wo Fuji mehr Arbeit darin hatte, seinen Ex-Freund überhaupt mal aus der steifen Beherrschung zu holen, bis zu ihrer gemeinsam verbrachten Zeit außerhalb eines geheimen Treffpunkts, wo er dann mal ein wenig Regung bekam.

Mit Ryoma war es das komplette Gegenteil. Auch hier, begonnen mit dem Sex, der niemals leidenschaftlicher oder spektakulär sowie aufregender gewesen war. Noch nie konnte er mit einer Person so viel lachen, wie mit ihm. Und das, obwohl Ryoma selten lachte. Aber wenn er es tat, fühlte es sich für ihn so an, als ginge die Sonne auf.

Und doch, … fiel es Fuji erst auf, als es zu spät war …

~*~

„Ach, da fällt mir ein, Tachi-kun hat sich heute wieder gemeldet. Er ist aus Rio zurück und fragte, ob du am Freitag Zeit hättest, um euer Date nachzuholen.“, sagte Yuuta beiläufig, während er das Sushi vor ihnen auf den Tisch abstellte und sich dann an den Tisch setzte. Fuji wollte gerade fragen, wer Tachi-kun sein sollte, als er sich gleichzeitig daran erinnerte, dass sein kleiner Bruder ihn mit einem Bekannten zusammenbringen wollte, der – laut Yuuta – gut zu ihm passen würde. Doch bevor er antwortete, sah er zu Ryoma, der neben ihm saß und plötzlich ziemlich ruhig wurde. Es deutlichst vermied, ihn anzusehen. „Yuuta, sei so lieb, magst du mir bitte noch mehr Wasabi bringen?“

„Ernsthaft? Das reicht für eine ganze Familie.“, schnaubte sein jüngerer Bruder leicht genervt, der auf die Müslischale mit Wasabi starrte, bevor er dann aber doch in die Küche streunte und Fuji sich sogleich zu Ryoma drehte. „Das war bevor wir uns getrof–...“, allerdings ließ ihn Ryoma nicht aussprechen. Stattdessen schob dieser den Stuhl etwas zurück, als der sich zu ihm wandte und nur flüchtig in die Augen sah. „Ist schon okay. Ich meine, … ist ja nicht so, als hätten wir irgendwelche – ich meine, … es ist ja nur Spaß … oder?“ Fuji blickte auf Ryomas Hände, die steif auf dessen Oberschenkeln lagen, dann in sein Gesicht, wo er dem Blick begegnete, der ihn jedoch sofort augenblicklich aufrechter sitzen ließ, weil er glaubte, etwas dort zu erkennen. Allerdings blieb ihm nicht die Zeit es zu verifizieren, als Ryoma ruckartig aufstand und dabei fast über den eigenen Stuhl stolperte. Sanft wollte er ihn am Unterarm berühren, aber Ryoma trat bereits einen Schritt zurück. „Mir fällt gerade ein, ich hab … so 'ne Sache. Sag Yuuta, danke für die Einladung … wir … ähm … viel Spaß am Freitag.“

Fuji beobachtete, wie Ryoma sich hastig umdrehte und dann aus dem Esszimmer stürmte, nur um dann selbst ruckartig aufzustehen, doch in dem Moment hörte er auch schon, wie die Tür ins Schloss fiel und Fuji fror ein. Schließlich hörte er Yuuta, der perplex auf Ryomas leeren Platz blinkte. „Nanu … wo ist denn Ryoma?“

„Weg ...“, wisperte Fuji, im selben Augenblick, wie ihm klar wurde, dass es ihm nicht so sehr wehtun dürfte, Ryoma gehen zu sehen. Noch dürfte sich seine Kehle so zuschnüren, bei dem Gedanken, ihm wehgetan zu haben …

~*~

Ryoma sank auf die Bank und vergrub das Gesicht in den Händen. Seine Ellbogen fanden dabei Halt auf seinen Knien. Neben ihm ließ sich Seiichi auf die gleiche Bank fallen. „Hm … irre ich mich, oder … geht’s dir nicht gut.“

„Alles bestens.“, murmelte er in seine Hände.

„Wirklich? Das heißt, ich hab dich mit 6 – 4 besiegt, weil ich so gut geworden bin?“, fragte der Ältere neben ihm sanft, woraufhin er den Kopf drehte und den ehemaligen Rikkaidai-Buchou lange musterte. „Ich hab mit Fuji geschlafen.“

„Und darum konntest du nicht so spielen, wie sonst? Ist er denn so groß?!“, grinste Seiichi mit einem Mal interessiert sowie neugierig.
„Wa-nein, ich meine, er ist sehr- oh Gott!“ Ryoma vergrub sein brennendes Gesicht wieder in den Händen, bevor er sich in der Bank zurückwarf und in den Himmel starrte. In den letzten Jahren war der Blauhaarige so was wie eine Art … Familienmitglied für ihn geworden. Da war ein Verständnis, das nur sie teilten. Ihre Bekannten und Freunde sagten, es wäre, weil sie gleichermaßen tennisverrückt waren, aber Ryoma wusste es schon damals, während ihres Spiels bei den Nationals. „Nicht gestern. Das hat vor drei Monaten angefangen, nachdem ich Tezuka mit Atobe erwischt habe. Wir haben – Es ...“ Er musste leicht grinsen und schüttelte fassungslos den Kopf für seine nächsten Worte. „... ist einfach passiert. Und daran war absolut nichts komisch. Weißt du, was ich meine? Es hätte doch eigentlich total gruselig und abstoßend sein sollen, ich meine … mit dem Ex, meines Ex … oder komisch, weil er mein Senpai war. Aber es ist – war … einfach unglaublich.“

Seiichi neigte leicht den Kopf und musterte ihn eindringlich, bevor er begann zu lächeln und Ryoma glücklich über den Arm strich. „Deswegen strahlst du in letzter Zeit auch so. … Du hast dich in ihn verliebt!“

„Was? Yadda! Ich meine, … wir haben nicht nur, aber ...“ Er wollte sich herausreden. Wollte dem Älteren sagen, wie sehr er sich irrte, nur um sich daran zu erinnern, warum er gestern praktisch aus Yuutas Wohnung getürmt war. Wie er sich auf dem Flur zuerst sammeln musste, um nicht mit feuchten Augen, auf die, von Menschen überfüllte, Straße zu treten. Warum er hier saß und es ihm wehtat daran zu denken, das Fuji sich noch mit jemand anderes traf. „Scheiße.“, hauchte er atemlos, während er Yukimura anstarrte, der besorgt blinzelte.

„Warum scheiße? Du warst doch so glücklich, Ryoma. Und Fuji-kun ist keine Person, die sich mit jemand einlässt, den er nicht mag.“, versuchte ihn sein Freund zu beruhigen, aber Ryoma schüttelte leicht den Kopf. „Er hat morgen ein Date mit einen von Yuutas Bekannten.“

Er beobachtete, wie Seiichi den Mund öffnete, nur um ihn wieder zu schließen und dabei ein leises Oh zu wispern.

Ja, … oh!

~*~

Das Restaurant war sehr teuer und sehr eitel. Ryoma hätte es hier gehasst, dachte Fuji mit einem leichten Lächeln, welches sich falsch anfühlte. „Yuuta sagte, du arbeitest als freiberuflicher Fotograf?“

„Ja.“ Er nickte dem Schwarzhaarigen zu, während er einen Schluck von seinem Zitronenwasser nahm, und den Blick wieder schweifen ließ. Gleichzeitig dachte er an vorgestern zurück. An das zarte Schmunzeln von Ryoma, als Fuji ihn, vor Yuutas Wohnung gegen die Wand gedrückt hatte und ihm schmutzige Dinge ins Ohr wisperte, was er, nach dem Abendessen noch alles mit ihm anstellen wollte ... Und dann dachte er an den zutiefst verletzten Ausdruck in den goldgrünen Augen, bevor Ryoma aus der Wohnung geflohen war. Dazwischen lag nicht mal eine Stunde, in der es doch unmöglich sein sollte, eine so wundervolle Sache, so fürchterlich zu versauen.

„Er sagte auch, du hast früher in Seigaku Tennis gespielt.“
„Hm. Ja, wir waren echt richtig gut.“, sagte er rückblickend und daran, dass sie es ohne Ryoma niemals soweit gebracht hätten. Manchmal war es tatsächlich der Jüngere, welche für sie den Sieg eingebracht hat und nicht Tezuka. Gewillt, wirklich alles aufs Spiel zu setzen, nur um für sie zu siegen. Fuji war selten so ehrgeizig gewesen. Er besiegte seine Gegner, weil es dazugehörte, das für sein Team zu machen, doch nicht aus der Leidenschaft heraus. Dabei fragte er sich, wäre es andersherum, würde Ryoma ihn so mögen, wie er tatsächlich gedacht hatte, es in den goldgrünen Augen zu erkennen, würde Ryoma versuchen, um ihn zu kämpfen? Oder würde er, weil es eben nicht zu Tennis zählte, es auf sich beruhen lassen?

„Ich mochte Tennis nie, um ehrlich zu sein. Der Ball, der von einer Seite, zur nächsten geschlagen wird …“
„Was ist es denn, das dich interessiert?“, unterbrach er höflich, um sich von seinen betrübten Gedanken abzulenken. Dabei musterte er den Schwarzhaarigen, welcher attraktiv nach außen hin schien. Und er glaubte Yuuta, wenn der ihm sagte, Tachi-san wäre nett.

Aber nett war nicht gleich leidenschaftlich.
Nett war nicht frech und unverhohlen ehrlich.
Nett … war nicht Ryoma.

~*~

Was machte er nur mit seinem Leben? Fragte sich Ryoma, während er in den Spiegel sah und an einer seiner grünschwarzen Haarsträhnen zupfte, welche ihm viel zu lang und ein wenig länger, als die anderen, in die Stirn fiel. Die eine Strähne, die Fuji wahnsinnig zu machen schien, weil er sie ihm immer aus der Stirn strich. Warum hatte er sich auch auf ihn einlassen müssen?

Weil er dich fordert. Wisperte eine Stimme in ihm und sie hatte nicht unrecht. Tezuka war nie so leidenschaftlich gewesen. Der Sex … war ehrlich gesagt langweilig gewesen. Alleine, weil der Brillenträger es sich einfach nicht traute, ihn mal fester anzupacken, gar zu ficken und dabei wollte er nur einmal das Gefühl haben, wirklich gewollt und gebraucht zu werden.

Mit Fuji hatte er diese Sehnsucht nicht, weil dieser es ihm einfach immer vermittelte, ohne es zu sagen. Er spürte es in der Art, wie der Brünette ihn im Schlaf an sich zog oder beim Sex so tief in ihn stieß, dass Ryoma sogar seinen eigenen Namen vergaß.

Tezuka brachte ihn nicht zum Lachen.
Fuji wiederum machte es ihm verdammt schwer ernst zu bleiben.

Zusammen mit Tezuka fühlte er sich eingeschlossen.
Doch mit Fuji war er frei. Er konnte nichts machen, das diesen wirklich überfordern würde. Stattdessen schien es, als wollte er Ryoma immer ein bisschen mehr aus sich rausbringen. Weil er ihn wollte. Sein Innerstes, von dem Ryoma nicht einmal selbst wusste, wie es wirklich aussah.

Und doch war Fuji nicht hier, sondern bei einem anderen Mann und Ryoma machte es schier wahnsinnig.

Auf eine Weise, wie er zuvor noch nie empfunden hatte. Denn … der Augenblick mit Tezuka und Atobe, war enorm kränkend gewesen. Schmerzhaft und demütigend. Er vermisste es, berührt sowie gehalten zu werden, aber Tezuka selbst fehlte ihm nicht. Es war ihm jetzt sogar egal, ob dieser sich gerade mit Atobe vergnügte oder über die Tasten eines neuen Laptops abspritzte.

Doch mit Fuji machte es ihm alleine schon wahnsinnig zu wissen, dass dieser mit einem anderen Mann, in einem Restaurant saß und sich mit ihm unterhielt. Ihm persönliche Sachen erzählte, die nur Ryoma wissen sollte. Vielleicht sogar mit dem Mann Spaß hatte. Und später die Person so berühren würde, wie noch Tage zuvor, Ryoma … Und dabei waren sie nicht einmal zusammen. Aber der Gedanke ...

„Was … tu ich hier eigentlich?“, fragte er sein Spiegelbild, bevor er aus dem Badezimmer stürmte, die Treppe runter und dann die Haustür aufriss. Allerdings im selben Moment erschrocken zurück stolperte, wäre da nicht ein langer Arm gewesen, der sich sanft um ihn legte und vor dem Fallen bewahrte. „Saa, das nenne ich eine Begrüßung.“

Ryoma blinzelte zweimal. Wie? „Was … hast … du nicht ein Date?“, stammelte er ebenso atemlos, wie verwirrt. Der Gedanke war schon ärgerlich genug, sodass sich seine Finger automatisch in das türkisfarbene Hemd des Älteren verkrallten, der ihn sanft musterte. „Ja, aber es hat mir nicht gefallen.“

„Ach.“ Er wusste nicht, wie er diese Erwiderung nehmen sollte. Besonders, weil da dieser menschenhassender Teil in ihm war, der einfach niemanden vertraute. Der fürchtete, Fuji war nur hier, weil … er bei ihm zumindest zu Sex kam. Allerdings gab es da noch etwas anderes in ihm. Etwas, das in den letzten Monaten so groß geworden war, das ihn erfüllte, und zwar mit einem beängstigenden Vertrauen. „Und wieso nicht?“, fragte er somit, weil er trotz allem wusste, dass Fuji ihn nie anlügen würde. Und sollte er nur Sex wollen, … nun, dann wusste er es zumindest.

Doch absolut nichts in den azurblauen Augen schrie danach. Was sein Herz wie wahnsinnig schlagen ließ. „Er war nicht du.“, wisperte Fuji schließlich so entschieden, das es ihm den Atem nahm. Wortwörtlich. Und es ihm absolut alles abverlangte nicht zu blinzeln. Stattdessen erwiderte er den liebevollen Blick energisch. „Wehe du triffst dich noch mal mit einer anderen Person.“

„Heißt das, du willst Exklusivrechte?“
„Ich will die absolute Vollmacht.“
„Gleich alles, also ...“

Fuji schob ihn lächelnd zurück ins Haus, bevor dieser die Haustür mit dem Fuß ins Schloss trat und Ryoma dann leidenschaftlich küsste. Seine Augen schlossen sich ergebend, während seine Hände sich in Fujis Nacken schoben und er beschämt spürte, wie seine Wimpern feucht wurden. Nicht vor Schmerz, sondern purer Erleichterung sowie Erfüllung. Denn zum ersten Mal, fühlte er sich wirklich absolut und bedingungslos geliebt. Und dafür musste Fuji nicht einmal etwas sagen.

„Saa … wohin wolltest du eigentlich im Pyjama hin?“, wurde er etwa eine halbe Stunde später gefragt, nachdem sie sein Sofa beschmutzt hatten. Zweimal. Ryoma öffnete den Mund, nur um dann rot zu werden. Er hatte in der Hitze des Gefechts nicht mehr daran gedacht, bereits im Pyjama zu sein, als er zu Fuji laufen und … „Die Post holen ...“, murmelte er somit, bedacht Fuji nicht anzusehen, dessen Lippen gegen seinen Nacken breit grinsten. „Saa … ich liebe dich auch.“ Sein Lächeln, das diese Worte auf sein Gesicht brachten, presste er gegen Fujis Handfläche, bevor er seine Augen schloss und dann glücklich einschlief.

~*~ A few months later ~*~

Ryoma wusste nicht, was genau ihn zu dieser Idee brachte, aber es kam ihm spontan in den Sinn, während er neben Fuji im Bett lag, auf seinem Bauch und die Sonnenstrahlen, die sich in den honigbraunen Strähnen brachen, beobachtete. „Lass uns zusammenziehen.“ Sogleich öffneten sich die azurblauen Augen einen Spaltbreit, wodurch es ihm kaum möglich war, eine Emotion aus ihnen zu lesen. „Saa … meinst du das ernst?“

„Wieso nicht?“, murmelte er und schloss dann genießend die Augen, als warme Fingerspitzen über seinen Nacken glitten, dann nach unten, über seinen Rücken … Das war das Beste nach dem Sex mit Fuji. Die sanften Streicheleinheiten. „Okay.“, sagte Fuji schließlich mit einem warmen Lächeln in der Stimme, was fast erfüllender war, als die Finger, die über seine Haut fuhren.

Und so einfach war es, dachte Ryoma zufrieden schnurrend mit einem Lächeln auf den Lippen.

~*~

Müde, aber gleichzeitig schwungvoll öffnete Ryoma seine Haustür, die mit einem dumpfen Geräusch zurückschmetterte und … “Itaii!“, schrie er schmerzerfüllt auf und hielt sich die pochende Stirn, nachdem er sich gerade noch am Türrahmen festhalten konnte, um nicht auf den Arsch zurückzufallen. Kurz darauf hörte er eilige Schritte, gefolgt von einem Schieben sowie Murmeln, bevor die Tür geöffnet wurde. „Geht es dir gut?“, fragte Fuji ernsthaft besorgt, was er in seiner Stimme hören konnte. „Ich hab die Tür an den Kopf bekommen, was denkst du wohl?“ Und nein, er klang nicht wehleidig, aber der heutige Tag war eine einzige Katastrophe gewesen, weshalb er das nicht noch zu Hause fortsetzen wollte ...

„Saa … entschuldige. Wir hatten die Sachen eben erst ausgeladen.“
„Was für Sachen?“, fragte Ryoma leicht verwirrt, als ihn Fuji sanft ins Haus führte und Ryomas Hand kraftlos von seiner Stirn, an seine Seite zurückfiel. Was …?

„Die Sachen aus meiner Wohnung.“, erklärte ihm der Ältere aus der Küche. Kurz darauf strichen sanfte Fingerspitzen ihm die Haare aus der Stirn und ein Eiswürfel, in einem Küchenpapier wurde vorsichtig über seine pochende Stirn bewegt. „Das … das ist unmöglich, ich war in deiner Wohnung und … wie viele Wohnungen hattest du denn?“, fragte Ryoma fassungslos. Er sah nur noch Kartons, die bis zur Decke gingen …

„Saa, so ist das nun mal bei einem Umzug. Das müsstest du doch noch von Tezuka kennen oder?“

Langsam blickte er von Karton Nummer dreizehn weg, sich darüber bewusst, dass im Wohnzimmer noch mehr Kisten standen, und sah stattdessen in amüsiert blitzende, azurblaue Augen. „Er hatte zwei Kisten und einen Koffer.“, murmelte Ryoma leicht überfordert.

„Überrascht mich nicht.“, grinste Fuji und Ryoma blinzelte. Das konnte doch unmöglich alles hier ins Haus passen oder? Aber bevor er sich darüber den Kopf zerbrechen konnte, wurde der Eiswürfel von seiner inzwischen weniger schmerzhaft pochenden Stirn genommen und durch warme Lippen ersetzt, wodurch seine Lider leicht flatterten. „Saa … wieder besser?“, wurde er gefragt, was ihn automatisch den Kopf schütteln ließ. Allerdings verstand sein Freund sofort, was er wollte, woraufhin die Lippen über seine Schläfe glitten, zu seiner Wange und dann endlich seine Lippen fanden.

Kurz darauf wurde er sehr sanft an eine Wand gedrückt und Ryoma glaubte zum ersten Mal heute, vergessen zu können, wie furchtbar sein Tag bisher gewesen war.

~*~

Sie wohnten jetzt seit fast zwei Wochen zusammen und Fuji musste zugeben, er war erstaunt. Trotz der Tatsache, dass Ryoma früher immer so wirkte, als wäre er recht schlampig und faul, war er das komplette Gegenteil. Er ließ sich zwar echt gerne von ihm bedienen, besonders wenn sie vor seinem Einzug noch bei Fuji waren. Aber tatsächlich war der Jüngere ordentlich, auch wenn etwas chaotisch. Allerdings fand er recht schnell den Grund dafür heraus, als er Karupin dabei erwischte, wie sie die neuen Schnürsenkel seiner geliebten Businessschuhe zerkaute.

„Du darfst solche Sachen eben nicht rumliegen lassen.“, sagte Ryoma ihm, nachdem er es ihm erzählte. Ryoma sich währenddessen die Zähne putzte und er den Jüngeren dabei beobachtete, wie er die eigene Zahnbürste neben Fujis in den Becher stellte und sich dann neben ihn an das Waschbecken lehnte. Keine Sekunde später kam Karupin ins Badezimmer geschlendert, an ihm vorbei, nur um sich dann von hinten gegen seine Waden zu schmiegen. Lächelnd blickte Ryoma zu ihm hoch und Fuji schüttelte den Kopf. „Saa … ich will Satisfaktion.“

„Was?!“, lachte Ryoma amüsiert, bevor er sich abwandte und aus dem Bad ging, aber Fuji meinte es ernst und folgte ihm, wobei er kurz darauf die Arme um Ryomas Körper schlang und sich von hinten an ihn schmiegte. „Saa, eine Wiedergutmachung. Es waren immerhin neue Senkel.“

„Du bist selbst schuld. Karupin ist wundervoll und hat dir die Senkel bestimmt nur zerbissen, weil du was gemacht hast.“
„Saa?“ Fuji vergrub die Nase, in den weichen, grünschwarzen Haaren seines Geliebten. „Ich dachte, weil ich sie liegen gelassen hätte.“, wiederholte er seine vorherigen Worte neckisch.

„Das kommt dazu.“ Mit dieser Erwiderung wurde er belustigt aus goldgrünen Augen angesehen. Belustigt schüttelte Fuji den Kopf. „Saa, du bist verrückt.“

„Hm, ich weiß.“, grinste Ryoma zurück, der ihn weiter amüsiert über die Schulter anblickte. Er sich für einen Moment unweigerlich an den sinnlichen Moment in dem Club erinnerte. Dort, wo alles begonnen hatte. Die Feststellung traf ihn mit einem Mal so heftig, dass er blinzeln musste. „Was? Schockiert, dass es mir bewusst ist?“

„Saa … nein. Ich – mir wurde nur gerade klar, dass wir schon fast ein Jahr zusammen sind.“ Mit seinen Worten änderte sich Ryomas Ausdruck etwas nachdenklich. Dann drehte dieser sich in seinen Armen und warme Hände legten sich auf seine Brust. „Stimmt. Fast ein Jahr, seit du mich belästigt hast.“, grinste Ryoma frech, aber Fuji sah die Wärme in seinen tiefen Augen. Weshalb er eine Hand von Ryomas Hüfte löste und mit den Fingerknöcheln sanft über seine Wange strich. „Ich wünschte, wir hätten einander früher gefunden.“, hauchte er sanft.

„Hm. Ich glaube … wir mussten diese Fehler machen.“
„Fehler?“, fragte er leise und Ryoma nickte, während dieser sich an ihn kuschelte. Es ihm scheinbar ebenso egal war, wie Fuji, dass sie mitten im Flur standen, der anders als ihr Schlafzimmer, nicht so warm war. Doch die perfekte Ausrede bot, ihn enger an sich zu ziehen. „Hm. Tezuka. Versteh mich nicht falsch, als Buchou war er der Beste. Aber ich hab mit ihm gewohnt und dennoch fühlte ich mich … Er war da, aber irgendwie auch nicht. Und gegen Ende hab ich nicht ihn vermisst, sondern einfach nur als jemand gesehen, der da war.“

Fuji streichelte Ryoma sanft durch die Haare und hörte ihm aufmerksam zu. Es war eine unwiderrufliche Tatsache, dass Ryoma nicht viel über seine Probleme sprach. Und ebenso wenig über seine Emotionen. Aber wenn er es tat, dann erfüllte es ihn mit einem unglaublichen Gefühl der Liebe, weil er wusste, dass ihm Ryoma vertraute. Aber es ging ihm nicht anders. Schließlich hatte er zwar mal hin und wieder Sex mit einer fremden Person gehabt, bevor er Ryoma damals in dem Club an der Bar gesehen hat. Doch nie übernachtete er oder ließ jemanden bei sich schlafen. Noch hätte er je geglaubt, mit jemandem zusammenzuwohnen … Und was Tezuka anging …

„Ich weiß, was du meinst. Er war emotional so in sich gekehrt, dass es einen automatisch einsperrte.“, murmelte er leise in Ryomas weiche Haare, als dieser plötzlich schmunzelte und er ihn blinzelnd ansah. „Gomen, aber … ich komm darüber nicht hinweg. Dass wir den gleichen Ex haben … die selben schlechten Erfahrungen mit ihm und … was denkst du, wie groß sind die Statistiken, dass so was, wie wir …“ Ryoma stoppte plötzlich und Fuji beobachtete, wie sich die Augenbrauen unter dem langen Pony leicht zusammenzogen. Und dann verstand er und küsste ihn sanft auf die Stirn, bevor Ryoma sich seinen hübschen Kopf zerbrechen würde. „Saa, ich denke, das mit uns ist ebenso einzigartig, wie beständig.“

„Wieso?“, fragte Ryoma ihn leise, woraufhin er den Kopf zurückzog und tief in die Augen blickte, in die er sich so unglaublich schnell verliebt hatte. Und zwar irgendwann zwischen dem Moment, in dem er Ryoma seit drei Jahren zum ersten Mal wiedersah und ihrem verwegenen Tanz, der ihm selbst heute noch heiße Schauer über den Körper sandte. „Weil wir beide dann nicht hier wären. Darum.“

Lange erwiderten die goldgrünen Augen seinen Blick, eh sich Ryoma auf die Zehenspitzen stellte und ihn dann hingebungsvoll küsste. Die Reaktion ließ ihn sanft in den Kuss lächeln, bevor er Ryoma an seinen Hüften anhob und dann gegen die nächste Wand drückte.

Es war einfach so. Wenn das zwischen ihnen sich nicht einzigartig und einfach richtig anfühlte, dann wäre Fuji dabei, sich zu vergnügen und Ryoma auf der nächsten Tennistour oder plante Trainingseinheiten. Aber sie waren hier. Redeten miteinander. Öffneten sich. Sie beide waren intelligent und instinktiv belebte Menschen, die genau wussten, was sie wollten. Und Ryoma hatte recht. Sie mussten einen gemeinsamen Fehler machen, um genau zu wissen, was sie wollten … und wen.

~*~

Ryoma wusste nicht, was es war, aber er wurde mitten in der Nacht plötzlich hellwach.

Für einen Moment lauschte er angestrengt in die Dunkelheit, wobei er Fujis ruhigen, sanften sowie gleichmäßigen Atem hinter sich wahrnahm, der zart gegen seinen Nacken streifte. Mehr nicht. Also glaubte er nicht, durch ein Geräusch wach geworden zu sein. Automatisch fuhr er mit der rechten Hand über das Laken neben sich. Es war kalt. Eine weitere Weile lauschte er, ob Karupin vielleicht nur aufs Katzenklo gegangen war, aber er hörte kein bekanntes Schaben. Nichts. Woraufhin er sich vorsichtig, um Fuji nicht zu wecken, aufsetzte und über ihr Bett blickte. Aber da war ebenfalls keine Karupin. Schließlich stand er leise aus dem Bett auf, wobei er sich über die bloßen Arme strich, weil es so kalt war. Beiläufig, auf dem Weg aus dem Schlafzimmer heraus, nahm er Fujis Hemd, das über der Türklinke hing und schlüpfte in den weichen Baumwollstoff, das er an ein paar Knöpfen schloss. Er trug zwar ein T-Shirt und Shorts, aber in der Nacht war es ihm außerhalb des Bettes dann doch zu kalt.

Allerdings machte ihn das gerade weniger Sorgen, als die Tatsache, dass Karupin nicht im Bett war. Was einfach untypisch für sie war, weil sie sonst immer bei ihnen schlief. Ganz besonders jetzt, wo die Nächte wieder kälter wurden. Er suchte also die typischen Stellen ab. Das Badezimmer sowie den Hauswirtschaftsraum, wo jeweils ein Katzenklo stand, dann die Küche und das Wohnzimmer, aber sie war nirgendwo und Ryoma spürte, wie das unangenehme Gefühl in ihm immer deutlicher wurde. Dann aber erinnerte er sich daran, am Vorabend einen Korb mit frischer Wäsche in den begehbaren Kleiderschrank gestellt zu haben. Und wie sehr sie es liebte, sich da hineinzulegen. Also ging er die Treppe eilig wieder nach oben, trat in das Zimmer und machte das gedimmte Licht an, um Karupin nicht mit dem normalen LED-Licht zu erschrecken. Aber ihre blauen Augen blickten ihm bereits halb offen entgegen. Sie sah unglaublich müde aus, was ihn kurz stocken ließ. Dann aber kniete er sich neben den Wäschekorb und fuhr sanft über ihr Fell, welches sich kühler als normal anfühlte. „Karupin ...“, hauchte er leise, erhielt jedoch nur einen kaum hörbaren Laut als Antwort.

Ryoma presste sofort die Lippen zusammen, bevor er sich über den Korb lehnte und Karupin dann sanft aus der Wäsche herausnahm, in seine Arme und sich dann mit ihr gegen eine der Kommoden lehnte. Seine Kehle zog sich stark zusammen, sobald ihm bewusst wurde, dass sie sich kaum mehr bewegte und er das Gefühl hatte, nicht mehr atmen zu können. „Ich hab dich so lieb, … ich hoffe das weißt du.“, wisperte er fast lautlos in ihr Fell, während er unter seiner Handfläche, die zwischen ihren Pfoten, auf ihrem Brustkorb lag, spürte, wie ihr Herzschlag immer langsamer wurde.

„Ryoma?“ Er fuhr leicht zusammen, bei dem Geräusch von Fujis sanfter Stimme vom Türrahmen aus, woraufhin er blinzelnd aufsah. Es fiel dabei noch nicht die erste Träne über seine Wange, da war Fuji bereits an seiner Seite und zog ihn sofort an sich heran, während eine seiner Hände, sich über Ryomas, in Karupins dichtes Fell schob und sie mit ihm hielt. Ihr das Gefühl gab, nicht alleine zu sein, in ihren letzten Augenblicken ...

Es dauerte ab da nicht mal mehr eine Minute, da stoppte ihr kaum hörbares Schnurren und Ryoma schloss zitternd die Augen, eh er seine Stirn atemlos gegen Fujis Schulter presste. Fujis Arme legten sich gleichzeitig so fest um ihn, wie er es brauchte, um nicht unter dem Schmerz zu zerbrechen.

Wie … hatte er auch nicht eine einzige Sekunde daran denken können, dass sie ihn irgendwann verlassen könnte? Seine treue, beste Freundin seit fast sechzehn Jahren und dem einen Lebewesen, für das Ryoma absolut alles getan hätte, nur, um diesen Moment hier nicht erleben zu müssen. Aber er hat … nicht daran gedacht, weil es für ihn keine Option gewesen war. Ein Leben ohne Karupin.

„Es tut mir so leid.“, wisperte Fuji, während Ryoma, Karupin mit dem einen Arm an sich drückte, während er sich mit der anderen Hand an Fuji krallte und zum ersten Mal, seit über zehn Jahren über den Verlust eines geliebten Lebewesens weinte.

~*~

Es brach ihm wortwörtlich das Herz.
Weniger Karupins Tod, obwohl er Ryomas Katze in den Monaten ihrer Beziehung und auch schon während ihrer Schulzeit damals, wirklich lieb gewonnen hatte. Allerdings gehörte der Tod zum Leben dazu und egal wie furchtbar es war, musste man sich darüber Gedanken machen. Was Fuji in dem Fall tat, weil er nicht dumm war. Er wusste, wie lange Ryoma die alte Katzendame schon besaß und manchmal fragte er sich, ob er ihn darauf aufmerksam machen sollte. Doch dann beobachtete er, wie lebhaft die Katze für ihr Alter noch mit Ryoma spielte oder über Fujis Senkel herfiel, die er ihr schließlich schenkte … und er schenkte Ryoma einen weiteren Tag, ohne sich damit auseinandersetzen zu müssen.

Nur, als es dann tatsächlich so kam und Karupin in Ryomas Armen einschlief, hatte er sich selbst nicht darauf vorbereiten können, wie die Reaktion des Jüngeren sein würde. Aber Fuji hätte wirklich nicht gedacht, Ryoma so herzzerbrechend weinend zu erleben. Was nicht nur sofort seinen Bruderinstinkt in ihm erweckte, sondern auch seine Liebe um Ryoma, in romantischer Sicht. Weshalb es ihm auch egal war, dass seine Knie auf dem harten Boden und unter Ryomas Gewicht auf seinen Oberschenkeln, schmerzten. Und ebenso egal war ihm die Kälte, die über seinen nackten Rücken sowie den Armen glitt, weil Ryoma sein Hemd trug. Alles was für ihn zählte, war, dass er für Ryoma in dessen schlimmsten Augenblick da sein und ihm Halt geben konnte.

Es dauerte lange, aber Fuji hätte auch die Ewigkeit für ihn hier gesessen und ihn gehalten, da spürte er nur noch Ryomas ruhigen Atem gegen seinen Hals schlagen und hin und wieder feuchte Wimpern über sein Schlüsselbein streifen, wenn er blinzelte. „Denkst du … sie wusste, dass wir da waren?“, fragte Ryoma mit belegter Stimme, woraufhin er sich zu ihm lehnte und sanft die Stirn küsste. „Natürlich. Und ebenso, wie sehr du sie geliebt hast.“ Er strich Ryoma sanft über die feuchte Wange, die sich bereits ziemlich kalt anfühlte. „Wollen wir aufstehen?“, fragte er leise, aber dann sah Ryoma auf die friedliche Form Karupins und Fuji erkannte, wie er innerlich kämpfte. Dann aber schlossen sich für einen Moment die goldgrünen Augen, deren Lider kurz flatterten, bevor Ryoma dann nickte und Fuji ihm sanft auf die Beine half. Was selbst nicht so einfach war, nach so langer Zeit auf dem kühlen Boden. Sowie mit eingeschlafenen Beinen ...

Seine Hände fuhren sanft über Ryomas Oberarme, der Karupin andächtig im Arm hielt und dann langsam zu Fuji aufblickte. „Hilfst du mir, … sie im Garten zu vergraben? Unter dem Orangenbaum?“, alleine das auszusprechen, musste schrecklich wehtun, so schnell, wie sich die großen Augen seines Freundes wieder mit Tränen füllten und Fuji ihn sofort wieder an sich heranzog. „Natürlich … da hat sie es am Meisten geliebt.“, hauchte er sanft in Ryomas Haare, während dieser leise schniefte und sich an ihn lehnte. „Darf ich … ihr ein paar von deinen Hemden dazu legen?“, fragte Ryoma, als er erneut schniefte und Fuji leicht blinzelte. „Was immer du möchtest.“ Und so war es auch, weil er sich nicht vorstellen konnte, für Ryoma etwas nicht zu machen, sollte es ihn glücklich machen.

„Das … das ist gut, weil … sie hat … darein gepinkelt.“, schluchzte Ryoma mit einem Mal und Fuji blickte über seinen Haarschopf, zu dem Wäschekorb, indem seine frische Wäsche lag. Oder … nun, einstige frische Wäsche. Allerdings konnte er weder ihr noch Ryoma böse sein. Stattdessen küsste er Ryoma auf den Kopf und strich beruhigend über seinen Rücken. „Ist okay. Sie mochte meine Sachen sowieso schon immer lieber, als deine.“ Seine Worte, die eben darauf anspielten, dass, wenn Karupin etwas kaputt machte, es meistens – zu 100% – Fujis Sachen waren, aber nie Ryomas, ließen seinen Freund leise lachen. Trotz der Tränen.

„Alles nur Taktik, um zu sehen, ob du ...“, da brach der Versuch, den Satz frech klingen zu lassen, ab und Fuji schüttelte fast den Kopf, als nun seine eigenen Augen begannen, feucht zu werden. Verflucht! „Natürlich hab ich sie lieb gehabt, Ryoma. Sie war dir schließlich das Wichtigste auf der Welt.“, murmelte er sanft und danach dauerte es eine weitere halbe Stunde, bis sie das Ankleidezimmer verließen und bis zum Vormittag die letzten Tränen versiegt und Karupin den schönsten Platz unter dem Orangenbaum in ihrem Garten bekommen hatte. Mit seinen besten Hemden, in denen sie es besonders flauschig haben würde. So, wie sie es eben liebte. Wobei er, nachdem er ein Loch ausgehoben hatte, sanft beobachtete, wie Ryoma die Hemden im Badezimmer zuerst noch selbst mit den Händen wusch und mit einem Föhn trocknete, eh er ihm dabei half, weil er wusste wie wichtig Ryoma das war.

Als sie am Abend dann zusammen ins Bett gingen und Ryoma sich auf sein Becken setzte, glaubte Fuji, dass Ryoma mit ihm schlafen wollte, doch stemmte sich der Jüngere nur auf seiner Brust ab und starrte ihm in die Augen. So intensiv, dass es seine Haut kribbeln ließ. Und als er es am Wenigsten erwartete, lehnte sich Ryoma über ihn und küsste ihn sehr zärtlich sowie sehr kurz. Er gab ihm nicht die Möglichkeit, den Kuss zu erwidern, doch erfüllte es ihn mit einem überwältigenden Gefühl von Wärme.

„Ich liebe dich.“

Drei Worte, die ihm noch nie jemand gesagt hatte.
Drei Worte, die er sich nicht wagte zu hoffen, in naher Zukunft von Ryoma zu hören, eben weil er wusste, wie schwer sich dieser manchmal damit tat, emotional weiter zu öffnen.
Drei Worte, die so ehrlich, so gefühlvoll ausgesprochen waren, wie es ihn für einen Augenblick sprachlos zurückließ.

Doch dann konnte er wieder atmen und strich die weichen Strähnen aus Ryomas Stirn, während goldgrüne Augen ihn etwas unsicher anblickten. „Und ich liebe dich, mein Kätzchen.“ Sofort wurde Ryoma rot und blickte zur Seite, aber Fuji sah es. Das leichte Lächeln sowie der erfüllte Ausdruck, in tiefem Goldgrün, bevor Ryoma etwas an ihm hinabrutschte und sich dann auf ihn legte. Dabei das Gesicht in seine Halsbeuge schmiegte. Lächelnd schloss Fuji die Arme um seinen Geliebten, zog gleichzeitig die Bettdecke über Ryomas Form höher, damit ihm auch nicht kalt werden würde, und streichelte über die zarte Haut. So lange, bis er spürte, dass Ryoma eingeschlafen war. Erst dann gewährte er sich, diesen Tag in Ruhe, mit der Liebe seines Lebens in den Armen, abzuschließen.

~*~

Es dauerte, bis sich Ryoma daran gewöhnte, dass Karupin nicht mehr da war. Dass ihn keine zärtliche Schmuseeinheit erwartete, wenn er nach Hause kam. Und ebenso wenig jemand, dessen Klo er reinigen oder Essen nachfüllen musste. Wobei er Letzteres immer noch automatisch machte, bevor er sich daran erinnerte, dass Karupin es ja nicht mehr brauchen würde …

In dem Fall war er wirklich mehr als froh, dass es geschehen war, als Fuji da war. Der Gedanke, er wäre dabei alleine gewesen, behagte Ryoma nicht. Besonders weil, wann immer er sich besonders nach ihr sehnte, er sich auf den Schoß des Älteren setzten und sich von ihm streicheln lassen konnte. Aber der schlimmste Gedanke, der eine, den er nicht erlaubte bewusst durchzuspielen, war, was gewesen wäre, wenn Ryoma gerade bei einem Turnier spielte … Außer Landes, ohne die Chance, für sie da zu sein.

Und es war dieser eine, schier unmögliche Gedanke, der ihn, als er die Post durchging und eine Einladung auf die Weltmeisterschaft fand, sich nicht freute. Sondern fragte, ob er wirklich so lange von Fuji getrennt sein wollte ...

~*~

Fuji blickte auf das Display seines Handys und er lächelte.

„Saa, Yuuta-kun. Wie schön von dir zu hören.“
„Aniki … stimmt es? Wurde Ryoma für die Vertretung Japans bei der Weltmeisterschaft ausgewählt?“

Seine Augen öffneten sich und er blickte auf den prächtig blühenden Sakura vor sich, den er gerade mit seiner Spiegelreflex, beim nächsten Windstoß fotografieren wollte, welcher auch direkt kam und so, wie die Blüten weggetragen wurden, war es, als nahmen sie etwas von ihm mit sich …

~*~

Ryoma saß mit dem Rücken gegen das Kopfteil auf dem großen Bett, den Laptop auf den Knien, als er die Haustür unten hörte und auf die Uhr blickte. Fuji war heute nicht nur spät, er hatte auch auf keine seiner Nachrichten reagiert, was ihm deutlich machte, wie wahnsinnig viel dieser im Moment zu tun hatte. Sein Blick fiel automatisch zum Schreibtisch, unter dem Fenster zu seiner Rechten, wo er die Einladung in die unterste Schublade gesteckt hatte. Unter Rechnungskopien und sonstigem Papierkram von ihm, durch den Fuji nicht schauen würde, auch wenn es Ryoma egal wäre, wenn Fuji es täte.

„Saa, rate mal, was ich erfahren habe?“

Er blickte leicht ertappt zur Tür, weil er in den Gedanken vertieft gewesen war. Aber sobald er in die azurblauen Augen sah – durch die sich in ihm für gewöhnlich ein verliebtes, warmes Kribbeln ausbreitete – wusste Ryoma, das etwas nicht in Ordnung war, weil das Gefühl ausblieb. Langsam klappte er das Gerät auf seinen Knien zu. Nicht sicher, ob er antworten sollte. Doch Fuji lächelte nur mehr durch und durch falsch, was ihn zusammenzucken ließ. „Wann gehst du?“, fragte ihn Fuji dann so plötzlich, wie dessen Lächeln fiel und Ryoma nach Luft schnappte. „Was?!“

„Yuuta erzählte mir, … wann musst du abreisen?“ Ryoma beobachtete sprachlos, wie Fuji zum ersten Mal, seit er ihn kannte, den Blickkontakt abbrach. Sofort verfrachtete er den Laptop achtlos auf der Matratze neben sich, bevor er ruckartig aufstand, um zu Fuji zu gehen, doch wusste Ryoma nicht, ob der überhaupt seine Nähe jetzt willkommen heißen würde, weshalb er etwa einen halben Meter vor ihm stehen blieb und schluckte.

„Ich wollte es dir sagen, Fuji, wirklich, aber ich – ...“
„Wollen, ist aber nicht das Gleiche, wie es zu tun, Ryoma. Ich bin mir darüber bewusst, was es bedeutet mit dir zusammen zu sein, aber dennoch hab ich das Recht zu erfahren, wenn du für ein halbes Jahr das Land verlassen musst.“

Er beobachtete mit einem schweren Gefühl in der Brust, wie Fuji sich abwandte und seine Kameratasche sorgfältig auf den Schreibtisch stellte, bevor er sich das graue Sakko auszog und es über die Stuhllehne hängte. Alles, nur um ihn nicht anzusehen, weil … er es dann erkennen würde.

Weil Ryoma der Einzige auf dieser Welt war, den Fuji hinter sein Lächeln blicken ließ.
Weil Ryoma der Einzige auf dieser Welt war, der Fuji verletzen konnte …

Und in dem Augenblick tat er es. Er stellte sich die eine, unmögliche Frage.

Was wäre, wenn er sie verloren hätte, wenn er nicht da gewesen wäre?
Vielleicht sogar, weil er nicht da war und es schnürte ihm für einen Moment die Kehle zu.
Nicht alleine, weil es wehtat, sondern unweigerlich auch auf sie beide passte.

Zugegeben, er stand schon einmal vor dieser Entscheidung. Damals hieß es, das Team Seigaku gegen die US-Open. Ryoma hatte sich damals für Letztes entschieden, weil es sich so anfühlte, als erwarteten es alle von ihm. Und dieses Mal fühlte es sich ebenso an, nur mit dem einen, immensen Unterschied, dass es eine Person gab, die ihn niemals dazu bringen würde, zwischen Karriere und Liebe zu entscheiden. Aber das bedeutete nicht, dass sie kein Recht auf eine Entscheidung hatte. Denn auch wenn er wusste, dass sie es schaffen würden, stand die Frage im Raum, ob Ryoma das überhaupt wollte …

Und als sich Fuji zu ihm drehte. Mit diesem einen Blick, von dem Ryoma glaubte, so habe er ausgesehen, als Karupin ihn verlassen hatte, wusste er die Antwort.

„Ich hab es nicht gesagt, weil ich nicht wusste, ob ich gehe ...“, wisperte er, weil es ihm schwer fiel, lauter zu sprechen, wenn Fuji ihn so anblickte.

„Und jetzt …?“
„Ja.“ Rauschte es wispernd aus ihm raus, woraufhin Fuji zusammenzuckte und sofort den Blick senkte, aber Ryoma schnappte nach Luft und trat nun doch an ihn heran. Unsicher, was er machen sollte, schüttelte er nur mit dem Kopf. „Nicht, nein, ich … meinte, ich – ich wollte mich nicht entscheiden.“, sagte er schließlich, als Fuji ihn wieder anblickte und er den Blick erwiderte.

„Ich will nicht gehen.“
„Aber du gehst.“, sagte Fuji und Ryoma griff langsam nach Fujis Hand und schüttelte dann entschieden den Kopf. „Nein.“

„Was?“ Zum ersten Mal in ihrer Beziehung und sogar seit er Fuji kannte, sah der ihn vollkommen überrascht an, was Ryoma lächeln ließ, eh er das letzte bisschen Abstand zwischen ihnen verringerte und Fuji sanft küsste. „Ich sagte, ich gehe nicht.“

„Aber … nein. Bist du wahnsinnig? So eine Chance bekommst du nur einmal, Ryoma. Und ich … ich will nicht der Grund dafür sein, dass du deine Karriere so leichtfertig aufs Spiel setzt. Ich kann dich besuchen oder … wir skypen. Wir bekommen das hin, aber … Warum grinst du so?“

Fuji stoppte und Ryoma konnte nicht anders, als seinen Freund anzugrinsen, weil er sich ernsthaft fragte, warum er sich Sorgen gemacht hatte. Natürlich war es eine Entscheidung, die er immer treffen musste. Karriere und Liebe. Damals schon mit Tezuka. Und jedes Mal fiel es ihm zu leicht, zu gehen.

Nicht seit er mit Fuji zusammen war.

„Weil es mir egal ist.“, erwiderte er somit, woraufhin Fujis Augen blitzten und er Ryoma sanft aber bestimmt an den Schultern nahm und tief in die Augen sah. „Ryoma. Tu das nicht, um mir einen Gefallen zu tun. Ich will, dass du glücklich bist und ich weiß, dass du immer – ...“

„Dich wähle.“ Ryoma atmete tief durch. „Ich liebe Tennis. Das ist mein Leben, Fuji und ich weiß, dass es mich zerstören würde, wenn ich es nicht mehr spielen könnte. Aber meine Karriere ist mir egal, ich weiß, ich bin gut genug, um zu gewinnen.“ Er funkelte Fuji warnend an, als die blauen Augen für einen Moment amüsiert blitzten, mit dem leisen Unterton, dass er immer noch, wie der fünfzehnjährige, leicht arrogante Frechdachs von früher klang. Allerdings wussten sie beide, dass er es sich erlauben konnte. „Aber zu gewinnen ist nicht der Grund, warum ich spiele, Syusuke. Es fiel mir nie schwer zu gehen, weil ich immer das Gefühl hatte, dass da mehr für mich ist. Immer ein besserer Gegner oder eine bessere Herausforderung, aber tatsächlich, … war hier nur nie … genug, um mich zu halten.“

„Saa, willst du mir einen Antrag machen?“, fragte Fuji amüsiert, woraufhin Ryoma ihn hart auf den Arm boxte. „Leck mich! Ich wollte sagen, dass ich den Gedanken nicht ertragen kann, von dir Idiot getrennt zu sein!“ Sofort lachte Fuji und schlang die Arme um ihn, aus denen Ryoma sich versuchte zu winden, jedoch hoffnungslos scheiterte. Besonders, weil sich Fujis Lippen auf seine pressten und ihn so hingebungsvoll küssten, dass er leicht erzitterte.

„Saa … und da dachte ich, du gehst vor mir auf die Knie.“
„Du kannst mich mal, ich geh doch!“, schnaubte er verlegen, weil Ryoma sich geöffnet hatte und das Gefühl verspürte, dass Fuji ihn nun ärgern wollte. Aber insgeheim war er froh darum, dass es zwischen ihnen nicht komisch wurde. Sondern wieder normal. „Saa, ich glaube nicht.“, schnurrte Fuji und dann wurde er gepackt und auf das Bett geschmissen. „Was zur Hölle denkst du, was du da tust?!“, fauchte er leicht störrisch, sobald sich Fuji zwischen seine Beine schob und ihm die Handgelenke über den Kopf zusammendrückte.

„Du sagtest, ich soll dich lecken, Ryoma ...“ Alleine bei der Suggestion, rollte ein erregender Schauer über seinen Körper und dann küsste ihn Fuji, während die geschickten Hände seine Hose hinab schoben. Er wusste, worauf er gefasst sein sollte, wenn Fuji so schnurrte und umso glücklicher war er, bereits geduscht zu haben.

Später, nach mehrfach spektakulären Höhepunkten, versuchte Ryoma immer noch zu Atem zu kommen. Dabei fuhr er mit einer Hand über Fujis Seite, welcher über ihn lag, und er glaubte, der Sex war tatsächlich noch nie so berauschend gewesen. So, als wollten sie einander komplett verzehren. „Und du bist dir sicher?“, fragte Fuji rau in sein Haar, wobei Ryoma nicht einmal viel Blut im Kopf benötigte, um zu wissen, was er meinte. Lächelnd küsste er die zarte Haut seines Geliebten, über dessen Schulter, bis zu seinem Hals, während sein Bein, von dessen Hüfte glitt und er mit dem Fuß an Fujis entlangglitt. „Absolut.“

Er sah Fujis Gesicht nicht, welches in seinem Haar vergraben war, doch er spürte das Lächeln sowie etwas Feuchtes, bevor sich die langen Arme unter seinen Körper schoben und er eng an Fuji gedrückt wurde. Noch enger, als es eigentlich kaum mehr möglich sein sollte, mit diesem immer noch tief in ihm. Aber genauso wollte Ryoma es. Und nicht anders.

Zwischen Tennis und Fuji, hatte Fuji gewonnen. Und zwar bedeutend in Führung.

~*~ Bonus ~*~

Den Antrag, stellte nicht Ryoma, sondern Fuji, der ein paar Wochen später von Ryoma, mit einem unglaublichen Kampf beim Tennis besiegt wurde. Welcher so glücklich strahlte, dass Fuji wusste, er wollte nichts mehr, als den Rest seines Lebens mit ihm verbringen. Und genau das sagte er Ryoma, nachdem sie sich am Netz gegenüberstanden. Wobei die großen Katzenaugen sich weiteten. Unsicher, ob Fuji ihn erneut ärgern wollte.

„Ernsthaft, Ryoma … ich liebe dich mehr, als alles Andere und ich weiß, wir brauchen kein Dokument, um das zu bestätigen, aber ich will das Ganze. Ich will nur dich, für immer.“

Ryoma starrte atemlos, und das nicht nur, weil er gerade tatsächlich an seine absoluten Grenzen gehen musste, um den Tensai zu besiegen, in dessen tiefe und absolut ernsten Augen. Und es war so lächerlich einfach, dass er fassungslos mit dem Kopf schütteln musste. „Natürlich, will ich.“, hauchte er glücklich und schob dann seine rechte Hand, die sich leicht taub anfühlte – von zu harten Rückschlägen – in Fujis feuchten Nacken, woran er ihn zu sich hinabzog und küsste. Leider immer nur kurz, weil ihm immer noch der Sauerstoff fehlte und irgendwie wurde ihm auch ein wenig schummerig. Aber das musste aufgrund der Hitze sowie dem atemberaubenden Spiel kommen. Wie sollte er zudem auch nein zu jemand sagen, der, trotz fehlendem Training oder regelmäßigem Tennis, ihn so fordern konnte, wie kein Anderer. Da wäre er doch völlig bescheuert!

Und tatsächlich unterschrieben sie schon vier Wochen später die Papiere. Es war vollkommen unspektakulär. Sie brauchten keine Ringe oder einen Priester. Nur die gültigen Dokumente, einen Richter sowie einen funktionalen Kugelschreiber, den ihm Inui schließlich gab, nachdem der des Richters keine Tinte mehr hergab.

Kurz dachte er an den einen kurzen Augenblick, in dem Ryoma ihn heute Nacht unsicher fragte, ob er wirklich absolut sicher war, ihn zu wollen.

„Du bist wirklich sicher, dass du das willst?“, fragte Ryoma leise neben ihm, woraufhin er sich herumdrehte und durch weiche, leicht zerzauste Haare streichelte. „Saa, natürlich, wieso auch nicht?“

„Denkst du nicht … was, wenn du dich bei mir je so fühlst, wie mit Tezuka? Ich meine, … du bist immer so liebevoll und aufmerksam mir gegenüber, während ich manchmal gar nicht fähig bin, dir zu sagen, wie viel du mir überhaupt bedeutest ...“ Fuji brauchte kein Licht, um zu wissen, dass Ryoma ziemlich zerrissen aussah und dessen Augen leicht feucht schimmerten. Er hörte es, wodurch er sofort die Arme um ihn schlang und eng an sich zog. „So denke ich nicht, Ryoma. Ganz und gar nicht. Es stimmt, du bist ruhig und manchmal in dich gekehrt, aber genauso bist du leidenschaftlich und kämpferisch und wahnsinnig loyal sowie ehrlich und ich habe noch nie jemanden so herzensguten Menschen getroffen, wie dich. Selbst gegenüber den Menschen, die es nicht verdienen.“ Sanft streichelte er über Ryomas Wange, wobei er sich zu ihm lehnte und sanft auf die Stirn küsste. „Und du sagst mir jeden Tag, wie viel ich dir bedeute, wenn du lieber mit mir essen gehst, als mit Seiichi Tennis zu spielen oder mir erlaubst, dich zu fotografieren. Selbst mich zu einem Seminar über Kakteenkunde zu begleiten … das alles gibt mir so viel mehr, als du es dir vorstellen kannst. Nicht zu vergessen, dass du mich über deine Karriere gestellt hast … denkst du nicht, dass das nicht der absolut wertvollste und größte Beweis deiner Zuneigung mir gegenüber ist?“

Ryoma machte einen Laut unter seinem Kinn, bevor der Jüngere den Kopf langsam zurückzog. „Wieso sagst du immer die perfekten Sachen?“

„Saa, Tensai.“, schmunzelte er und spürte regelrecht, wie die goldgrünen Augen sich verdrehten. Wie konnte Ryoma nur an sich zweifeln ...

Die Antwort dazu war so einfach, wie seinen Namen unter das Dokument zu setzen, neben Ryomas und dann lächelnd in die glücklichen Augen seines Geliebten zu sehen, die leicht feucht vor Freude schimmerten, während der Richter ihnen sagte, sie seien nun offiziell verheiratet.

Er war sich sicher, weil Ryoma sein Leben war.

~*~ Finish ~*~
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