Stille Nacht

OneshotRomanze / P12 Slash
Simon Snow Tyrannus Basilton "Baz" Grimm-Pitch
07.12.2018
07.12.2018
1
823
4
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
07.12.2018 823
 
Hallöle!
Um ehrlich zu sein, ruht diese FF schon länger bei mir in meinem Notizbuch. Nach dem sehr stressigen Nano-Vorbereitungen und Schreiben hatte ich jetzt allerdings mal die Zeit, sie ordentlich zu verfassen.
Viel Spaß dabei!



Simon wird wie jede Nacht von Albträumen gejagt. Und wie jede Nacht wirft er sich dabei im Bett umher, als würde er den Todeskampf seines Lebens ausfechten. Wahrscheinlich tut er das auch und er weiß es bloß nicht.
Das Problem an der Sache ist nur, dass es Simon Snow ist. Und das bedeutet, dass jeder in seiner Umgebung auch schlecht schläft, was mich also daran hindert, hier meinen erholsamen Schlaf zu bekommen.
Gerade wirft er sich wieder in Richtung Wand, als er aufstöhnt. Damit raubt mir dieser Idiot jede verdammte Nacht den Schlaf. Schlimm genug, dass ich am Tage mit diesem Typen klar kommen und so tun muss, als wäre mir dieses wandelnde Pechknäuel vollkommen egal. Bei Nacht mich so zu quälen, gleicht einer masochistischen Vorliebe meinerseits. Aber muss man die nicht sowieso haben, wenn man in Simons Nähe ist? Permanent zerstört er etwas oder die Nerven anderer Leute. Und höchstwahrscheinlich merkt er es nicht einmal. Das sind so ziemlich die einzigen Dinge, worin er wirklich gut ist. Zerstörung und Verpeiltheit.
Ich atme tief ein und aus. Immer wieder, bis ich mich wieder beruhigt habe. Kurz vor dem Einschlafen stehe.
Er stöhnt nochmals auf. Gern würde ich ihm das Kopfkissen auf sein dämliches Gesicht drücken. Würdest du bitte weniger aufstöhnen, während du hier schläfst? Nimm doch mal Rücksicht auf andere!
Aber das wird nicht passieren. Ebenso wenig wie mein Wunsch, dass Simon Snow mich anschaut und sagt, es wird alles gut.
Nichts. Wird. Wieder. Gut.
Ich bin froh, dass das hier eine der letzten Nächte im fünften Schuljahr ist. Noch eine Woche und ich bin wieder Zuhause. Und kann beruhigt durch schlafen!
Allein …
Ohne Simon.
Macht mich das wütend. Jetzt hat er mir auch noch mein Zuhause madig gemacht. Wirklich hervorragend. Noch etwas, das er wohl doch ganz gut beherrscht. Anderen Leuten ihre Laune verderben. Ich starre immer noch die Decke an. Meine Arme liegen über der Decke, dicht an meinen Körper gepresst. Vielleicht würde man mir ja glauben, dass Simon sich selbst stranguliert hatte. Oder aus dem Fenster gefallen ist. Sich selbst im Schlaf erstickt hat. Nach fünf Jahren glaube ich nicht mehr, dass es irgendjemanden wundern würde, wenn das passieren sollte. Immerhin zieht er das Pech geradezu an und ist der schlechteste Zauberer aller Zeiten.
Ich seufze schwer, ehe ich die Decke von mir schiebe und endgültig aufstehe. Das Mondlicht sickert durch die Vorhänge und ich höre, wie die letzten Vögel ihr Lied beenden. Die Vorhänge bewegen sich leicht im Wind. Ich gehe zum Fenster, schiebe sie etwas beiseite. Das Schulgebäude liegt im Dunkeln, obwohl sich immer wieder das Licht in den Fenstern bricht. In der Ferne sieht man den See glitzern.
Wieder seufze ich. Ich bin kein Tagmensch, weshalb es mir schwer fällt, überhaupt nachts zu schlafen. Aber ich muss so tun, als ob, damit Snow mich in Ruhe lässt.
Simon rollt sich wieder im Bett umher. Einer meiner kurzen, verstohlenen Blicke streift sein Bett.
Ich bin in ihn verliebt und niemand wird es je erfahren. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich das wollen würde. Oder mir meine Gefühle jemals offen, laut, vor anderen eingestehen kann.
Sein Kissen fällt zu Boden. Ich gehe zu ihm, hebe es auf und lege es ihm ins Bett. Sein  verschlafener Blick trifft direkt meinen. Er lächelt und schläft unbekümmert wieder ein.
Es sind Momente wie diese, in denen sich dieses Gefühl tiefer in meine Brust bohrt und mich glauben lässt, mich im Strudel meiner Gedanken zu verlieren. Ich liebe ihn einfach so sehr. Und ich weiß nicht einmal, wieso. Gedankenverloren streiche ihm über sein Haar, ehe ich mich zurück in mein Bett lege. Einzuschlafen stellt sich als Qual heraus. Nicht nur, weil ich die Nacht bevorzuge.
Ein Tag näher am Ende, ohne ihn.
Ein Tag weniger, an dem ich so tue, als sei seine bloße Anwesenheit ein Impfgrund, während sich mein Herz nach ihm verzehrt.
Ein Tag näher am Ende, damit ich nicht permanent solch peinliches Schmachten ausstehen muss.
Ich schlafe doch noch ein, obwohl ich mir nichts sehnlicher gewünscht hätte, als die ewige Nacht zu haben, um Simon beim Schlafen zuzusehen. Ihn nicht mehr gehen sehen zu müssen. Nicht von ihm getrennt zu sein.

Am nächsten Morgen sagt er zu mir, dass er einen ungeheuer abgefahrenen Traum mit mir hatte und wir irgendwas gemeinsam getan haben. Er erinnert sich nicht mehr genau, was es war, aber dass er es toll fand.
Mein Herz will Alles vor Freude in Brand stecken.
Ich sage ihm nur, dass er das nächste mal einen gebrochenen Arm hat, wenn er von mir träumen sollte und die Frechheit besäße, mir das zu sagen.

Vier Tage. Vier Nächte.
Ich hoffe, ich verrate mich nicht, wie sehr mir dieser Abschied wehtut.
Review schreiben