Heart of Courage

OneshotDrama, Romanze / P12
06.12.2018
06.12.2018
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Guten Abend,

ich wollte einmal einen OS zu den Harry Potter-FFs dazu steuern. :)
Bitte wundert euch nicht, ich habe die Zeit ein bisschen gedreht und gewendet, also Dumbledore ist quasi erst kurz vor der Endschlacht ermordet worden, ihr werdet die Unterschiede aber denke ich merken, die entstanden sind.
Ich weiß dass es von dieser Idee ganz viele Geschichten gibt, trotzdem hoffe ich dass euch der OS doch ein wenig Freude bringen wird, es ist mein erster in der Harry Potter-Welt und ich möchte mich demnächst dann mal an einer längeren Geschichte versuchen.

Sonst habe ich nicht viel zu sagen, die Handlung gehört mir, ansonsten sind die Charaktere, Orte etc. Eigentum von der genialen J.K.Rowling.

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Schwer keuchend rang Hermione nach der lebenswichtigen Luft nach welcher ihre Lunge schrie, sich mit einem stechenden Schmerz danach verzerrte und sich zu entspannen schien als sie wieder damit ausreichend gefüllt war. „Hermione!“ Zwei junge Herren stürzten sich regelrecht auf die junge Frau mit den buschigen braunen Locken und den haselnussbraunen Augen, welche sie noch immer weit aufgerissen hatte.

Kaum nahm sie wahr wie Harry und Ron sich neben sie knieten, nicht darauf achtend dass ihre Schuluniformen schmutzig werden könnten. Der Rothaarige hatte seine Hand auf ihre Schulter gelegt, während Harry sie nur mit großer Sorge in den dunklen Seelenspiegeln ansah. „Hermione bitte sag doch was“, flehte Ron mit Verzweiflung in der Stimme.

Noch immer hatten sie nicht glauben können was Albus Dumbledore mit Hermione gemacht hatte. Als sie erfahren hatten dass er sie zurück in die Zeit geschickt hatte mithilfe eines sehr dunklen und umso mächtigeren Zaubers, war es ihnen schwer gefallen nicht an dem Verstand des Älteren zu zweifeln und ihn ein für alle Mal für verrückt zu erklären.

„W-Was?“ Hermiones Augenlider flatterten verwirrt, die Irritation stand ihr ins Gesicht geschrieben als sie nun scheinbar wirklich realisierte dass sie wieder in ihrer Realität zurückgekehrt war und ihre besten Freunde sie umrundeten, sich scheinbar riesige Sorgen um sie gemacht hatten. „Merlin sei dank, du kannst noch sprechen“, atmete Ron erleichtert auf, etwas wofür er Merlin vermutlich nicht sehr häufig dankte, wie es ihm später ins Gedächtnis gerufen werden sollte.

„Was ist passiert? Als Dumbledore uns sagte dass er dich zurückgeschickt hätte, waren wir krank vor Sorge“, drängte sich nun Harry in den Vordergrund und eignete sich Hermiones Aufmerksamkeit an. „Dumbledore…“, flüsterte sie, ihre Augenbrauen zogen sich leicht zusammen und auf ihrer Stirn machten sich Denkfalten bemerkbar. Während Ron noch immer Merlin dankte, sah Harry sie recht ungeduldig und fragend an, die Neugier brannte wie ein loderndes Feuer in ihm.

„Mione uns fehlt die Zeit, Voldemort ist bald hier“, lies er nun auch den Grund für seine Neugierde verlauten. „Voldemort?“ Hermione riss die Augen noch weiter auf und ehe die beiden etwas tun konnten, war die Braunhaarige auf die Füße gesprungen und stürzte zur Tür hinaus. „Nein!“ Sie stürzte an eines der großen Fenster im Flur und sah hinaus.

Eine bedrohliche Dunkelheit hatte sich über die Schule gelegt, eine Kuppel der Sicherheit war von einigen Zauberern heraufbeschworen worden, nahm die Schule für sich ein und wollte Schutz vor den mordlustigen Todessern bieten. „Hermione! Renn nicht weg“, schrie Harry und stürzte ihr nun ebenfalls hinterher, bis ihm klar wurde dass Hermione so unfassbar viel verpasst hatte.

Panisch drehte die junge Frau sich zu ihren Freunden um, auch Ron hatte sich aufgerappelt und war ihnen hinterher. „Wie lange war ich weg?“, fragte sie etwas außer Atem, denn die Angst schnürte ihr die Kehle zu. „Etwa zwei Wochen ungefähr“, antwortete Ron ihr und auch wenn es nicht möglich zu sein schien, weiteten sich Hermiones Augen noch mehr.

„Zwei Wochen?“, wiederholte sie und obwohl ihre Stimme leise war, war die Panik darin deutlich heraus zu hören. „Hör mal Hermione, ich weiß dass das schockierend sein muss für dich, aber du musst uns jetzt erzählen was passiert ist als du weg gewesen bist“, Harry hatte seine Hände auf ihre Schultern gelegt und sich etwas zu ihr gebeugt um ihren Blick auffangen zu können, der kurz erstarrt war, bis er sie dazu zwang ihn anzusehen.

„Ich…“ Hermiones Gedanken waren ein einziges wildes Karussell, sie hob eine Hand und legte sie kurz an ihre Stirn als würde dies helfen sich zu sortieren. Sie wollte Harry erzählen was passiert war, aber wie sollte sie ihm das nur erklären? Wie sollte sie ihm sagen dass-

Ein Knall war zu hören und alle drei sahen gleichzeitig nach draußen, wo sie nun entdeckten wie es Explosionen an der Kuppel gab. Ein Meer aus schwarz gekleideten Todessern machte sich davor breit, immer wieder beschossen sie die Kuppel, zwangen den Zauber nieder, der die Schule beschützte.

„Ich brauche einen Besen“, nun waren Harry und Ron völlig verwirrt und gerade als Harry den Mund öffnete um sie zu fragen wofür sie um Merlins Willen einen Besen brauchte, hob sie auch schon ihre Hand, brachte ihn somit zum schweigen. „Es ist keine Zeit für Erklärungen, ich brauche einen verdammten Besen Harry! Und zwar schnell“, drängte sie.

„Ich hole einen“, rief Ron und war schon los gerannt. Hermione hatte sich aus dem Griff des Schwarzhaarigen befreit und rannte auf und ab, auf und ab.

“Du verbirgst etwas“, mit eisernen Blick starrte Tom die junge Hexe an, die vor kurzem an Hogwards, der Schule für Hexerei und Zauberei gewechselt war. Hermione Granger, ein Schlammblut, wie er schnell herausgefunden hatte, es war beinahe wie ein Gestank der sie umhüllte und ihn die Nase rümpfen lies.

Natürlich lies sich das nicht wirklich riechen, er hatte es auf andere Wege herausgefunden. „Wie kommst du darauf dass ich etwas verberge?“, fragte Hermione scheinheilig, ihr Blick war nicht viel wärmer als seiner, doch sah Tom darin einen Hauch von Unsicherheit, den sie nicht verbergen konnte, egal wie viel Mühe sie sich gab.

„Weißt du noch was ich über deinen Blutstatus sagte?“ Unweigerlich zuckte Hermione kaum merkbar zusammen, doch seinem wachsamen Blick entging dies nicht. Mit langsamen Schritten näherte er sich ihr, lies sie für keine Sekunde aus den Augen. Und je näher er ihr kam, desto mehr wich sie zurück.

„Du sagtest dass mich ein widerlicher Gestank umgeben würde“, brachte Hermione schließlich fertig zu antworten. Sie reckte ihr Kinn nach oben und straffte die Schultern, die Angst machte sich in ihrem Magen breit, schnürte ihr die Luft ab und lies all ihre Sinne noch wachsamer als sonst werden. Aber das wollte sie ihm nicht zeigen.

Ihr Rücken stieß an eine kalte Wand, die Kälte fraß sich durch ihre Schuluniform wo sich das Zeichen des Hauses Ravenclaw befand, wo sie sich hatte einordnen lassen als sie in dieser Zeit gelandet war. „Genau“, bestätigte Tom ihr ohne mit der Wimper zu zucken. Dicht stand er vor ihr, sie konnte seinen Geruch vernehmen und musste zu ihrer Schande gestehen dass er nicht einmal schrecklich roch. Eher im Gegenteil.

„Und genauso widerlich riechst du nach einem Geheimnis“, er stützte seine Hände links und rechts neben ihrem Kopf ab, lehnte sich gefährlich nahe zu ihr herunter. Hermiones Handflächen fingen an zu schwitzen, sie presste sich so nah es ging an die Wand, versuchte schon beinahe dadurch zu verschwinden um dem dunklen Lord zu entkommen.

„Haben wir nicht alle unsere Geheimnisse?“, konterte sie mit recht selbstsicherer Stimme wie sie selber feststellen musste und dies stimmte sie in diesem Moment recht zufrieden. Toms Lippen verzogen sich zu einem Schmunzeln, doch in seinen dunklen Augen gab es noch immer das finstere Funkeln, welches deutlich nach einer Gefahr schrie, welche er auch in diesem Alter schon ohne jeden Zweifel war.

„Da stimme ich dir zu“, er war ihr mittlerweile so nahe dass sein warmer Atem auf ihrer Haut kitzelte, flüchtig wanderte ihr Blick zu seinen Lippen, die ihren so nahe waren, ihr wurde es gleichzeitig heiß und kalt, als könnte ihr Körper sich nicht für eine Empfindung entscheiden. Obwohl es nur flüchtig war, entging Tom der Blickwechsel nicht.

Und auch wenn er sich instinktiv dagegen wehrte, fragte er sich mittlerweile ob ein Schlammblut so gut wie eine Reinblüterin küssen konnte. Sein Interesse hatte die Frau vor ihm schnell geweckt, nicht nur dass es ungewöhnlich war eine neue Schülerin auf der Schule zu haben, sie zeichnete sich auch durch ihre außergewöhnliche Intelligenz und Auffassungsgabe aus.

Dass sie ihm dann in den letzten Tagen auch mehrere Konter gegeben hatte, hatte seine Neugierde nur noch mehr verstärkt und er war sich immer sicherer geworden dass sie etwas zu verbergen versuchte. Ihm war nicht entgangen wenn sie ihn in der Großen Halle beobachtete, zufällig an den gleichen Orten wie er war, sie suchte auch immer wieder die Bibliothek auf, genau dann wenn er dort lernte.

„Und was willst du dann noch von mir?“ Hermiones Stimme hatte ihn aus seinen Gedanken gerissen, seine Augen nahmen ihre ein, es war für ihn so leicht, erschreckend leicht schon beinahe. Er bräuchte nur die letzten Millimeter -denn mehr war es wirklich nicht mehr- zu überwinden und könnte herausfinden wie dieses geheimnisvolle Mädchen schmeckte.

Doch er würde dann von einem Schlammblut kosten, wollte er dies wirklich? Könnte sie Geheimnisse für sich behalten? Aber selbst wenn sie es weitererzählen würde, wer würde ihr schon glauben? Immerhin waren diese törichten Schüler allesamt um seine Finger gewickelt, kaum ein Schüler oder eine Schülerin konnten ihm widerstehen, die Schülerinnen am allerwenigsten.

Und dann tat er es, sein Wissensdurst war größer als seine Selbstbeherrschung, er überbrückte die wenigen Millimeter und legte seine Lippen auf ihre, eroberte sie regelrecht. Doch womit er nicht rechnete war dass Hermione sich los riss, mit der Hand ausholte und ihm eine heftige Ohrfeige verpasste.

„Wie kannst du es wagen Tom Riddle“, zischte sie, ihre Stimme bebte, doch Tom hob einfach nur seine Hand und legte sie auf die Wange, wo sich ein stechender Schmerz durchzog. Er brauchte einen Moment bis er schließlich realisierte dass ein Schlammblut es gewagt hatte ihn zu schlagen.


„Hier hab ich ihn“, Hermione schreckte auf als Ron mit einem Besen vor ihr stand, wie vorhin schon blinzelte sie einige Male bis sie mit dem Kopf auch wieder in der Realität angekommen war, bemerkte nun auch den besorgten Blick von Harry wieder, der sie wohl beobachtet hatte. „Danke Ron“, sie nahm den Besen in ihre Hand.

„Aber wie willst du das machen, du kannst doch gar nicht fliegen“, warf Ron nun berechtigter Weise ein, wo Harry zustimmend zu nickte. „Ich… Ich hatte einen passablen Lehrer als ich weg war“, redete Hermione sich heraus, was Harry ihr aber nicht ganz abzunehmen schien und sogar Ron kam das doch etwas seltsam vor.

Aber ehe die beiden ihr genauere Fragen darüber stellen konnten, war Hermione auf den Fenstersims gesprungen und klemmte sich den Besen zwischen die Beine. Ihre Augen schlossen sich und sie atmete einmal tief durch. „Was hast du überhaupt vor?“, fragte Harry nun, aber genau in diesem Moment sprang Hermione von dem Fenstersims.

Die beiden Jungs staunten gewiss nicht schlecht als ihre braunhaarige Freundin sich scheinbar mit Leichtigkeit in die Luft erhob auf dem Besen und diesen ohne große Probleme lenkte. „Sie hatte doch immer Angst vor dem fliegen“, murmelte Ron und Harry konnte nur stumm dazu nicken.

"Du bist ein Feigling“, sagte Tom trocken und sah Hermione vor sich an, die ein paar Schritte vor ihm weggegangen war. „Nur weil ich nicht gerne fliege, bin ich ein Feigling?“ Hermione hob eine Augenbraue und verschränkte die Arme vor der Brust. Um ihren Hals hing noch immer ein dunkelblauer Schal, die Farbe ihres derzeitigen Hauses und ein Zeichen dass sie das Quidditch-Team von Ravenclaw eben noch unterstützt hatte.

„Du hast offenbar Höhenangst, deshalb willst du nicht fliegen“, erwiderte Tom mit einer Leichtigkeit als würde er über das Wetter sprechen und doch schaffte er es einen kaum hörbaren provokanten Unterton hineinzulegen, ein Unterton der Hermione gewiss nicht entging.

„Das ist nicht wahr“, stritt Hermione ab und reckte ihr Kinn wieder etwas nach oben, versuchte sich groß zu machen, was Tom nicht entging und ihn amüsiert schmunzeln lies. Die beiden waren die einzigen auf dem Quidditchfeld, alle anderen -sowohl Schüler, Lehrer als auch Spieler- hatten sich wieder ins Schloss verzogen, wo der Sieg von Slytherin gefeiert wurde.

„Dann beweise es mir“, forderte Tom, sein Schmunzeln war wieder verschwunden und Hermione musste sich zusammenreißen dass ihr nicht sämtliche Gesichtszüge entglitten. „Wie denn?“ Doch sie wusste wie. „Flieg mit mir“, forderte Tom und in Hermiones Kopf begann sich eine Liste zu bilden mit Gründen wieso sie auf jeden Fall ablehnen sollte.

Er könnte sie vom Besen stoßen und ihr den Zauberstab klauen, damit sie sich auch nicht helfen konnte, er könnte sie gewiss auf einige verschiedene Arten töten oder foltern in der enormen Höhe, aber die Braunhaarige hatte auch einen großen Stolz und dieser schrie regelrecht danach es Tom zu beweisen.

„Wie du willst“, meinte sie etwas schnippisch und überwand den Abstand um zu ihm zu gehen. Obwohl Tom es sich nicht anmerken lies, war er doch etwas überrascht, hätte er nicht gedacht dass sie sich darauf einlassen würde. Aber scheinbar war ihr Stolz größer als ihr Verstand, er selber hätte auf jeden Fall abgelehnt.

„Dann steig auf“, forderte er sie auf und rutschte etwas weiter nach hinten. Hermione schien noch zu zögern, schluckte einmal kräftig, aber gab sich dann den letzten Ruck. Einen Rückzieher konnte sie nicht mehr machen, das Gespött könnte sie sich vermutlich ewig anhören und wann sie wieder zurückkehren würde, wusste sie selber nicht einmal.

Mit etwas zittrigen Knien schwang sie ein Bein über den Besenstiel und ihre kalten Hände umfassten das obere Ende des dunklen Holzes. „Bereit?“ Ihr Körper zuckte als sie ganz nahe an ihrem Ohr die dunkle Stimme vernahm, Toms Augen funkelten amüsiert als er ihre Reaktion bemerkte. Stumm nickte Hermione und so stieß Tom Hermione und sich vom Boden ab.

Schneller als nötig stiegen sie immer mehr in die Höhe und Hermione bereute es jetzt schon, wie konnte ihr Stolz nur so groß sein?? Sie hätte unten am sicheren Boden bleiben sollen! Fast hätte sie geschrien als Tom sich mit seinem Körper an ihren drückte von hinten und er somit seine Hände auf ihre legte, je höher sie kamen.

Deutlich spürte sie seine stählerne Brust durch die Kleidung, war recht überrascht die Körperwärme zu spüren die er ausstrahlte, hätte sie eher angenommen dass er eiskalt wie eine Leiche war. „Du zitterst am ganzen Körper“, stellte Tom nüchtern fest, dessen Kopf fast auf Hermiones Schulter lag, aber eben auch nur fast.

Auf einmal verharrten sie in der Luft und Hermione bot sich ein atemberaubender Blick über ganz Hogwards. „Ich mag es eben nicht wenn mir jemand so nahe kommt“, log sie, eine Eigenschaft die sie wirklich nicht sehr gut beherrschte. „Du bist eine miserable Lügnerin Hermione.“


Die Kuppel war von den Todessern zerstört worden, weshalb Hermione ohne große Probleme dadurch fliegen konnte, hektisch suchten ihre braunen Augen nach der weißen gruseligen Gestalt die er jetzt angenommen haben musste und schließlich fand sie ihn auch. Neben ihm ein kränklich wirkender Lucius Malfoy und anschließend die gewalttätigste Hexe von ihnen: Bellatrix Lestrange.

Spürbar brannten die Narben auf ihrem Arm: Schlammblut. „Bitte lass mich nicht zu spät sein“, flehte Hermione leise und beugte sich nach vorne, schoss mit atemberaubender Geschwindigkeit zu den dunklen Gestalten, bis sie schließlich einige Meter von den Klippen entfernt landete und nur mit Müh und Not ihr Gleichgewicht halten konnte.

„Ich sehe wir bekommen Besuch“, hörte sie das hässliche Lachen von Lord Voldemort, wobei ihr beinahe Tränen in die Augen stiegen, die sie aber unterdrücken konnte. Ihr Herz schlug so schnell es nur konnte gegen ihre Brust, welche dadurch schon beinahe schmerzte. Vielleicht hatte sie eben Selbstmord durch ihre Tat begangen, aber ein Rückzieher war undenkbar.

Schritte waren hinter ihr zu hören, so wie das schrille Lachen von Lestrange, was sie vermutlich noch in weiteren Alpträume verfolgen würde. „Wer ehrt uns denn mit seiner Anwesenheit?“ Hermione schloss wie auch vorhin die Augen und atmete tief durch, versuchte sich zu sammeln, aber gab sie diesen Versuch in der nächsten Sekunde direkt wieder auf.

Er hatte ihr was versprochen, sie musste so viel Vertrauen aufbringen wie sie nur konnte. Langsam, beinahe in Zeitlupe, drehte sie sich herum, als ihr Blick auf rote glühende Augen traf, nicht mehr die dunklen die sie vor wenigen Stunden noch angesehen hatten, amüsiert gefunkelt hatten.

„Das ist absolut unmöglich“, Bellatrix und Lucius schienen beide mehr als verwirrt zu sein, sahen zwischen dem dunklen Lord und Hermione hin und her. Hermione lies den Besen fallen, welcher von dem hohen Gras begrüßt und umschlungen wurde. Nur in sehr weiter Ferne vernahm sie die Geräusche des Krieges, hörte die triumphierenden Schreie als die Todesser Hogwards stürmten.

„Du bist tot, ich habe dich sterben sehen“, knurrte Voldemort. Langsam schüttelte Hermione den Kopf. „Nein, ich bin nicht tot“, flüsterte sie, doch Voldemort verstand es sehr gut. „Euer Lordschaft das ist das Schlammblut, welches mit Potter unterwegs war“, informierte Lestrange ihn und ein Lachen folgte ihren Worten.

„Und das sagst du mir erst jetzt?!“ Hermione riss der Geduldsfaden, entweder würde sie jetzt auf der Stelle sterben oder ihr Vertrauen würde sich bewähren. Mit mehr Selbstsicherheit als sie sich selber zugetraut hätte, schritt sie über das dunkle Gras, den Blick des dunklen Lord konnte sie nicht deuten, aber das hatte sie auch schon vorher nicht gekonnt.

„Was hast du vor Schlammblut?!“, schrie Lestrange, die gerade ihren Zauberstab erheben wollte, dann aber erstarrte. Hermione war bei Voldemort angekommen, hatte sich etwas nach oben gestreckt, sein Gesicht umfasst und ihre Lippen auf die des eiskalten Mannes gelegt.

Lucius entglitten sämtliche Gesichtszüge, konnte er nicht glauben was für eine Szene sich da vor seinen Augen abspielte. Was war nur in Granger gefahren?? Er würde es gewiss nicht zugeben, aber wusste er natürlich von ihrer hohen Intelligenz und umso überraschter und fassungsloser war er nun als er dies sah.

„Wie kannst du es wagen du wertloses kleines Stück-“ Wieder erstarrte Bellatrix bei ihren Worten und ihrer Bewegung, denn auf einmal streckte der dunkle Lord seinen bleichen Arm nach vorne und legte ihn um die Hüfte der braunhaarigen Frau, zog sie noch näher an sich heran, dass ihre Körper sich aneinander pressten.

Hermione konnte ihre Tränen nicht zurückhalten, unaufhörlich liefen sie ihr über die Wangen als sie spürte wie er den Kuss erwiderte. Er hatte also doch noch nicht alles in sich zerstört durch die Horkruxe. Lucius und Bellatrix beobachteten wie die bleiche Haut wich und eine dunklere hervortrat.

Auf seiner Glatze bildete sich ein dunkler Pflaum Haare und sogar seine Kleidung schien sich mit einem Mal zu wechseln. Als Hermione spürte wie ihre Lunge nach Luft schrie, war sie gezwungen den Kuss zu lösen, aber hielt sie ihre Augen geschlossen. Erst als sie eine Hand auf ihrer Wange spürte, wo die Finger über ihre Haut strichen, die getrockneten Tränenspuren wegwischten, öffnete sie ihre Augen.

Und sie blickte nicht mehr in ein rotes glühendes Feuer, sondern sah sie in den dunklen Seelenspiegel. Deutlich älter wirkte er nun, aber hatte er an Attraktivität gewiss nichts eingebüßt. „Merlin sei Dank“, schluchzte Hermione und ihre Arme schlangen sich um seinen Hals.

“Glaubst du an das Gute in den Menschen?“ Hermione hob ihren Kopf von seiner nackten Brust, hatte sie bis gerade noch seinem Herzschlag zugehört, war erleichtert gewesen dass er eines hatte und es im ruhigen Rhythmus schlug. Sie war sichtbar überrascht über seine Frage, doch nahm sie sich dann einen kurzen Moment Zeit um darüber nachzudenken.

Normalerweise hätte sie wohl Nein gesagt, immerhin war dies Tom Riddle, welcher später Lord Voldemort sein würde, ein unbarmherziges Monster. Doch konnte sie noch immer behaupten dass er die Boshaftigkeit in Person war? „Ja, ich glaube dass es in jedem Lebewesen etwas gutes gibt, auch wenn es manchmal schwer zu finden ist“, antwortete sie schließlich.

Gedankenverloren strich er ihr durch das Haar, spielte mit ihren verwuschelten Locken und sah sich selber dabei zu. „Siehst du sogar in mir etwas gutes?“ Tom steckte heute scheinbar voller Überraschungen. „Ja“, sagte sie ohne zu zögern, „ich sehe auch in dir das Gute.“

„Ich glaube nicht dass du dies für immer so sehen wirst“, seine Stimme war kälter und härter geworden. „Das werde ich immer tun Tom. Und selbst wenn du eine andere Seite erwählt hast, werde ich versuchen das Gute in dir zum Vorschein zu bringen“, ohne dass sie wirklich darüber nachdenken konnte, waren die Worte aus ihr gesprudelt.

Nachdenklich sah er sie nun direkt an, ehe er sich seufzend von dem großen Himmelbett mit grüner Bettwäsche erhob. Hermione versuchte zu deuten was er vor hatte, doch sie wurde einfach nicht schlau aus ihm. Kaum hörbar seufzte sie und schwang sich ebenfalls aus dem Bett, hielt die Bettdecke aber gut vor sich um ihren nackten Körper zu bedecken.

Sie beugte sich herunter, sammelte ihre Kleidung wieder auf um sich anzuziehen, was sie auch schnell geschafft hatte und schmiss die Decke wieder auf das Bett, welches mitten im Raum der Wünsche stand. „Wenn du willst, können wir-“ Hermione stockte und legte eine Hand auf ihren Bauch.

Dies lies Tom aufmerksam werden und er sah fragend zu ihr herüber. „Hermione? Was ist los?“, fragte er, seine Stimme forderte eindeutig nach einer schnellen Antwort. Hermione wollte sie ihm auch geben, aber die Übelkeit die sie gerade im Magen verspürt hatte, wurde stärker, ihre Sicht verschwamm langsam und auf einmal knickten ihre Beine ein, sie fiel zu Boden.

„Hermione!“ Tom rannte sofort zu ihr herüber, bettete ihren Kopf auf seinen Schoss und die Braunhaarige war sich nicht sicher, aber wirkte er nicht verzweifelt? „Tom…“, stöhnte sie, blinzelte mehrfach um ein klares Bild zu bekommen, aber sie schaffte es einfach nicht ihre Sicht zu normalisieren. „Was ist los? Rede mit mir!“ Sie machte den Mund auf, aber kein Ton kam aus ihr heraus.

Tom war wirklich verzweifelt, er war komplett machtlos in diesem Augenblick, es fiel ihm auch kein Zauberspruch auf die Schnelle ein, da er immerhin nicht wusste was mit Hermione passierte. War das Angst die er spürte und die seinen Körper zu lähmen schien? Er war sich nicht sicher, konnte er gerade auch nicht wirklich darüber nachdenken.

„Tom… Ich…“ Und dann war sie weg. Der junge Zauberer hatte seine Augen weit aufgerissen, noch immer verharrten seine Hände an Ort und Stelle wo er eben noch Hermione festgehalten hatte.


„Du hast nie aufgehört zu glauben“, murmelte Tom und Hermione nickte eifrig, hob ihren Kopf von seiner Brust und legte eine Hand an seine Wange. „Ich habe dir doch gesagt dass ich das Gute in dir zum Vorschein bringe“, lächelte sie, noch nie war sie so erleichtert und glücklich gewesen, ihr fiel kein Gefühl ein an dass dieses gerade herankam.

„Ich dachte damals du wärst gestorben, ich hätte niemals geglaubt dass du die Freundin an Potters Seite bist“, Hermione lehnte ihre Stirn an seine, ihre Finger fuhren zu seinem Nacken, wo sie sich in seine weichen dunklen Haare gruben. „Als ich damals verschwunden bin, wollte ich dir übrigens noch etwas sagen.“

Sie hob ihren Kopf wieder etwas um in seine Augen zu schauen, welche sie nun fragend ansahen. Ihre Lippen hatten sich zu einem sanften Lächeln verzogen. „Ich liebe dich, Tom Riddle.“
 
 
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