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GeschichteRomanze, Fantasy / P12
06.12.2018
06.12.2018
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"Hier, pass!" hörte Harry eine dumpfe Stimme. Er drehte sich auf die Seite. "George, wirf nicht so nah ans Fenster" mahnte die Stimme eines Mädchens. Harry wurde langsam wacher und versuchte die Stimmen zu zuordnen. "Ach, da passiert schon nix" Ja, das war auf jeden Fall die hämische Stimme von George, dem älteren Bruder seines besten Freundes Ron. Apropos Ron, auch ihn rissen die lauten Stimmen aus seinem Schlaf, und schon war ein langgezogenes, gequältes Stöhnen zu hören. Erst wunderte sich Harry, dass Ron da war, doch dann fiel ihm wieder ein, dass er seit dem Krieg bei den Weasleys wohnte. Harry fühlte sich dort zwar wohl, aber irgendwie fehl am Platz. Natürlich freute er sich, dass er hier so liebevoll aufgenommen wurde, aber es war einfach nicht wie eine richtige Familie. Er wollte nur so lange bleiben, bis er eine Wohnung und einen Job fand. Nachdem er seine Gedanken ein bisschen geordnet hatte, stand er auf und hockte sich hin, um Ron zu wecken; und keine Sekunde zu früh: KLIRRR. Erschrocken sprang er auf, um sich das Loch anzusehen, wo früher einmal das Fenster gewesen war. Ron war mittlerweile fähig, so etwas wie Wörter zu bilden. "wasn... hättenich... sovieltrinkn... sollen..." Auch wenn Harry Alkohol relativ gut vertragen konnte, färbte das leider nicht auf Ron ab. "Was redest du da? Und was war das überhaupt?" bevor er eine sowieso unverständliche Antwort bekam, meldete sich die Mädchenstimme von draussen, die zu Harrys Freundin und Rons Schwester Ginny gehörte. "George, hab ichs dir doch gesagt! Aber nein, mein lieber Bruder Tunichtgut hört ja mal wieder nicht." Harry musste schmunzeln. "Boah ey... Wasn gestern überhaupt noch passiert?" fragte Ron etwas deutlicher. Stimmt, daran hatte Harry gar nicht mehr gedacht. Er und Ron waren gestern feiern gewesen, mit ihrer besten Freundin Hermine. Also seiner besten und Ron`s festen Freundin. Doch bevor Harry Ron`s Gedächtnis wieder auf die Sprünge helfen konnte, kam Hermine reingeplatzt. "Also genau genommen Ron, hast du dich zugeschüttet wie ein Barbar, hast dann alles vollgekotzt und rate mal, wer das wieder wegmachen durfte." Überrascht über ihr plötzliches Auftreten richtete Ron sich schnell auf und versuchte, seine extrem miserable Frisur zu richten. Harry hasste diese gezwungene Atmosphäre zwischen ihnen, seit sie zusammen waren. Er hoffte, dass sich das mit der Zeit bessern würde, sie waren ja auch noch keine Ewigkeit ein Paar.  "Ähm, muss ich das verstehen?" fragte Hermine belustigt und deutete auf das Fenster. "Quidditchunfall" meinte Ron nur und Hermine lachte. Mit einem einfachen "Reparo!" von der talentierten Hexe ist das Glas wieder ganz.
Das Trio zog sich an und ging nach unten, wo Ron`s Mutter Molly bereits mit dem Frühstück auf sie wartete. "Hmmm! Eier mit Speck!" sagte Ron und stürtzte sich auf das noch dampfende Gericht, während Harry und Hermine sich relativ schüchtern setzten. Zwar hatten die beiden langsam angefangen, Ron`s Eltern auf deren Wunsch mit ihren Vornamen anzusprechen, aber trotzdem waren sie alle noch auf einer höflichen Basis. "Bitteschön, Ron. Du hilfst mir gleich mit dem Abwasch. " teilte sie ihrem Sohn etwas grob mit. In einem ganz anderen Ton sprach sie mit Harry und Hermine: "Guten morgen, meine Lieben! Wie geht`s euch so? Kann ich irgendetwas für euch tun?" In dem Moment platzten Ginny und George in die Küche, beide voller Schlamm vom Quidditchspielen. "Ach perfekt, da habe ich sie ja alle beisammen. Kinder," Molly wurde von einem leisen "Wir sind keine Kinder mehr..." von Ron unterbrochen. Seine Mutter fuhr unbeirrt fort: "Wir müssen über eure Zukunft sprechen. Wollt ihr das letzte Jahr in Hogwarts wiederholen, oder eine Ausbildung im Zaubereiministerium machen? Arthur könnte bestimmt ein gutes Wort für euch einlegen..." fing sie an. Ginny meldete sich als Erste. "Also ich will mich für ein Sichtungstraining bei den Holyhead Harpies anmelden und-" , "Kommt nicht in Frage Fräulein, die Diskussion hatten wir schon!" Unterbrach sie Molly forsch. "Du machst schön deinen Schulabschluss nach, und dann gucken wir nach einer hübschen Arbeit im Ministerium." "Aber das ist unfair! Wieso dürfen alle entscheiden, was sie machen wollen, außer ich?!" protestierte Harry´s Freundin laut. "Okay, das ist mir eindeutig zu viel Stress hier." Stellte George klar und verließ die Küche. "Naja, also eigentlich habt hier keiner eine Wahl. Alle werden wieder nach Hogwarts gehen." Diese Feststellung hatte auch Ron´s Aufmerksamkeit geweckt. "Hä, wiewo daf denn?" fragte er Speck mampfend. Ihren Bruder ignorierend, fauchte Ginny Molly noch ein scharfes "das kannst du dir abschminken!" zu und stolzierte aus dem Raum. "Ähm, Molly, was meinten Sie gerade damit, dass WIR ALLE wieder nach Hogwarts zurückkehrern würden?" fragte Hermine nochmal nach, sicher, dass sie sich verhört hatte. "Achso, ja genau. Das kam heute mit der Posteule." erzählte sie und hielt Harry, Ron und Hermine drei identische Briefe hin, alle mit dem Siegel von Hogwarts. Ok, sie waren fast identisch, denn Ron´s Brief wurde schon von seiner Mutter geöffnet. Vorne stand die Anschrift der Weasleys, der Umschlag war aus dickem Permanent. Harry begann zu lesen.
Sehr geehrter Mr. Potter,
wir, die Vertreter der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei, bitten Sie dringenst um Hilfe. Aufgrund des Ihnen wahrscheinlich noch bekannten Krieges im letzten Schuljahr, ist es uns nicht gelungen, ausreichend geeignetes Personal für die Ausbildung der weiterhin an unserer Schule interessierten Schüler zu finden. Dass dies ein gravierendes Problem für den Schulalltag darstellt, dürfte Ihnen vermutlich bereits aufgefallen sein. Wir bitten Sie und drei andere Ihrer damaligen Mitschüler nun, uns zu unterstützen. Nähere Informationen zu Bezahlung, Fächern etc. erhalten sie auf Nachfrage im Antwortbrief Ihrer Rückmeldung. Hoffend, dass Sie zustimmen werden,
Schulleiterin Prof. Minerva McGonagall
"Oh." Harry, Ron und Hermine sahen sich überrascht an.