Liebe ist (k)eine Schwäche

KurzgeschichteFamilie, Fantasy / P16
06.12.2018
06.12.2018
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Flashback

Der Krieg zwischen Gut und Böse, Aslan und Jadis, dauerte einen Monat an. Der Winter war fast besiegt, und Narnia war bedeckt mit Leichen, Blut und Hass...
Es war ein erbitterter Hass zwischen zwei Völkern....


„Wo ist sie? Jadis....? JADIS!!!!" panisch rannte ich über das Schlachtfeld und suchte sie.
Sie musste hier irgendwo sein.... Ein Pfeil flog knapp an meinem Gesicht vorbei und traf einen Zwerg ins Gesicht. Ich warf mein letztes Wurfmesser nach dem Bogenschützen und traf den Faun mitten ins Herz. Er fiel sofort tot um, ich zog das Schwert, welches ich auf meinem Rücken trug und rammte es einem Leoparden in das aufgerissene Maul, während er auf mich zugesprungen kam....
Dann sah ich sie. Sie kämpfte gegen Edmund und ich rannte auf sie zu. Ich sah wie Peter von hinten an sie heran trat...
„NEIN!" schrie ich. Sie hatte ihn bemert und er rammte ihr das Schwert mitten ins Herz....
Ich ließ meine Schwerter fallen, rannte schneller, und fing sie auf, und sank mit ihr zu Boden.
„Nein, nein, nein.... Jadis..." flehte ich und presste meine Hand auf die Wunde.
Es war das erste Mal, dass ich sie berührte, dass ich ihr so nah war.
„M-Muriel...."
„Nicht sprechen... bitte.... Jadis... ich bekomm das hin...." sagte ich weinend und sie nahm meine Hand, und drückte sie leicht.
„P-Prinzessin...." hauchte sie, und wurde immer schwächer.
„GINARRBRIK!!!!" brüllte ich, doch er war nirgends zu sehen, also wandte ich mich wieder zu ihr.
„Ich flehe dich an... verlass mich nicht... Jadis... Jadis, bitte..."
Ein kaltes Lächeln zuckte über ihren Mund, und sie hustete Blut. Ich berührte ihre Wange und wischte das Blut weg...
„M-Mur....iel...." flüsterte sie und ihre Hand glitt aus meiner, und ihr Blick wurde leer...
„Nein nein nein.... nein..." flehend beugte ich mich über sie, legte meine Stirn an ihre und flüsterte weinend: „Ich liebe dich...."
Ihre Hand fiel schlaff zu Boden und ich drückte ihren Körper an mich und schrie meine Wut, und meine Trauer über das Schlachtfeld....
Es durfte nicht sein... es konnte nicht sein... nicht sie...

„Jadis.... murmelte ich und vergrub mein Gesicht im Fellkragen ihrer Kettenrüstung.
Ich hatte mich noch gefragt, wie sie in einem Kleid kämpfen kann...
Sie hatte mich gelehrt zu kämpfen.
Sie hatte mich auf den Krieg vorbereitet.
Es war natürlich das letzte was ich wollte, aber nicht sie hat diesen Krieg begonnen. Nein. Es war Aslan.
Aslan hate den Krieg begonnen, kaum das wir in Narnia ankamen.
Warum erst da?
Warum waren alle so auf diese Prophezeiung fixiert?!
Nein ich glaubte nicht daran.
Ich konnte meine eigenen Entscheidungen treffen....
Und eine davon war es, mich ihr an zu schließen.
Natürlich hatte sie mir nicht getraut, wer würde auch einer Frau vertrauen, die sagt, sie würde aus einem fremden Land kommen?!

Sie gab mir Speisen, nachdem sie sagte, dass ich keinen Nutzen hätte, wenn ich verhungern würde.
Nach den ersten drei Mahlzeiten hatte ich immer weniger Hunger.
Die fünfte Mahlzeit rührte ich gar nicht mehr an, denn ich hatte keinen Hunger.
Da war kein Gefühl dafür mehr in meinem Körper....

„Ich werde vielleicht eines Tages keine Verwendung mehr für dich haben, und dich töten. Ist dir das egal?"
„Eure Majestät, ich fürchte den Tod nicht. Mir fehlt die Erklärung dazu, aber ich habe keine Angst zu sterben... vielleicht bin ichh einfach Anpassungsfähig. Narnia ist ein seltsames Land. Es gibt Magie, Tiere und Bäume können sprechen. Und wenn es zu einem Krieg kommt, dann gibt es da nicht sehr viele Möglichkeiten.... entweder man kämpft, oder man stirbt...."

Darauf hin hatte sie ein Schwert gezogen, ohne das ich wusste, woher sie das überhaupt hatte, und schwang es. Die Klinge blieb Milimeter vor meinem Hals stehen, aber ich hatte kaum mit der Wimper gezuckt.
Sie hatte die Augenbraue gehoben und senkte ihr Schwert.

„Ich war Eure Gefangene, und Ihr habt einen Fuchs ohne weiteres getötet. Ich habe Geschichten über Euch gehört, und ehrlich gesagt, habe nur zwei Möglichkeiten gesehen: an Eurer Seite stehen, und vielleicht auf dem Schlachtfeld sterben, oder nichts tun und erfrieren.... In meiner Welt, habe ich eine Familie, die mich Jahrelang belogen hat. Mein Vater ist mein Adoptivvater, dass heißt er hat mich nicht gezeugt, sondern mich nur bei sich aufgezogen.... und ich weis, dass er mich anlügt. Vielleicht hab ich keine Angst, weil ich viele Dinge anders betrachte...."


Ich brach über ihr zusammen, als die Erinnerungen in mir hochkamen, und weinte bis ich keine Tränen mehr hatte, und einschlief...


„Prinzessin....?" ich wachte auf, meine Glieder waren steif vor Kälte, meine Augen brannten und ich sah neben mich.
„Ginarrbrik..." flüsterte ich, denn mehr als ein Flüstern bekam ich nicht zu stande. Er hielt mir einen blauen Kristall entgegen. „Er wird Eich beschützen."
„Er gehört ihr..." sagte ich, denn ich kannte dieses Stein. Er steckte im Zepter meiner Königin.
„Sie ernannte Euch zur Prinzessin, dass heißt er-" bevor er den Satz beenden konnte, fiel er vorn über. Ein Pfeil steckte in seinem Rücken...

Hinter ihm kamen Susan und Peter auf mich zu, ich legte Jadis' Körper behutsam auf den Boden und stand auf.
Ich zog zwei Schwerter aus dem Boden, und stellte mich vor Jadis.
„Denkt nicht mal daran, mich an zu sprechen, oder ich schwöre bei ihr, dass ich euch töten werde! Euch alle vier."
„Muriel, bitte..." Lucy's Stimme zitterte und ich hob eines der Schwerter, doch Susan war es, die Lucy hinter sich schob.
Ein Zwerg flüsterte mir etwas zu, ich beugte mich hinunter, um ihn besser zu hören, stand auf, und sagte: „Fünf Tage.... Ihr habt fünf Tage um die zu betrauern, die auf der falschen Seite gekämpft habt. Wenn ich auch nur einen von euch in ihrer Nähe finde, werde ich diese Waffenruhe, die während der Trauerzeit herrscht brechen."

Zwerge, die Jadis gedient hatten, hoben ihren Körper hoch, trugen sie weg, und ich folgte ihnen...


————————————————————————



„Setzen Sie sich." sagte unsere Lehrerin und wir setzten uns.
„Ich habe die Klausuren der letzten Woche mit, und bin mit 80% von euch sehr zufrieden."
„Na immerhin..." flüsterte Rachel hinter mir, und ich nahm meine Klausur entgegen.
„Wie schaffst du das? Du hast überall Bestnoten...." flüsterte Rachel, und ich sagte: „Mir ist die Schule völlig egal, Rachel. Ich habe im Hinterkopf, dass da draussen etwas besseres auf mich wartet, als das hier..."
„Du hast bereits eine Arbeitsstelle?" fragte sie mich, und ich nickte, obwohl es gelogen war...

Ich mochte Rachel, sehr, aber es gab einfach Dinge, die sich nicht wissen durfte. Die sie nichts angingen...
Zum Beispiel, dass ich vor 2 Jahren aus Narnia zurück kehrte, nachdem wir den Krieg verloren hatten. Jeden Tag erinnerte ich mich an diesen Moment.... Sie lag in meinen Armen.... Sie starb in meinen Armen, und das einzige was ich noch von ihr hatte, waren der blaue Kristall, den sie in ihrem Zepter hatte, sowie eine Zeichnung von ihr, die mir Rinarrbrik, Ginarrbriks Bruder, am Tag meiner Abreise gegeben hatte.
Jeden Tag machte ich mir Vorwürfe. Ich hätte dort bleiben sollen...

„Es gibt Völker, die nur darauf gewartet haben, dass sie vernichtet wird. Ihr müsst gehen, Eure Majestät.... Ihr seid hier nicht sicher... geht in Eure Welt zurück...."


Rinarrbriks Worte hallten mir jeden Tag im Kopf, und ich wusste ganz genau, dass er mich nur los werden wollte. Er hatte mich gehasst, weil ich nicht dort hin gehörte.... Er hatte mich gehasst, weil seine Königin mich.... eine Gefangene, eine Verräterin.... zu ihrer persönlichen Beraterin gemacht hatte.... Sie hatte ihm verboten, mir die Kehle auf zu schlitzen, und ich habe sie geliebt... und liebte sie immer noch...


„Muriel." grüßte sie mich, und ich beendete mein Training mit den Zwergen, kniete nieder und senkte den Kopf „Eure Majestät..."
„Komm." befahl sie mir und ich folgte ihr die geschwungene Treppe aus poliertem Eis hinunter in die Kerker.
„Rinarrbrik hat mir berichtet, dass du im Schwertkampf schneller wirst. Ab morgen wirst du mit zwei Schwertern trainieren."
Sie erwartete keine Antwort von mir, aber ich grinste hinter ihrem Rücken.
Sie blieb so abrubt stehen, dass ich fast in sie hinein lief, aber nach einigen Wochen, die ich schon hier war, hatte ich gelernt, rechtzeitig stehen zu bleiben, aber heute berührte ich kurz ihren Rücken und trat schnell zwei Schritte zurück.
Sie sah mich an, und musterte mich für einen Moment. „Er wird sich freuen, dich zu sehen." sagte sie kurz, und lief weiter.
Sie nickte einem Troll zu, der vor uns stand und er öffnete eine Zellentür.

„Meine Wölfe hatten leider kein Glück bei deiner Familie. Wo sind sie?" fragte Jadis mit eiskalter Stimme und sah auf Edmund hinunter. Er war vor drei Tagen hier her gekommen, und hat ihr gesagt, wo sie die anderen finden würde. Allerdings hatte er sie angelogen, weil er nur Süßigkeiten wollte.
Er sah sie nur finster an, schwieg, und ein Blick von ihr zur Seite, reichte mir aus, um an ihr vorbei zu laufen.
Seine Augen weiteten sich vor Schock, ich packte ihn am Kragen, hob ihn hoch, und drückte ihn unsanft an die Wand hinter ihm.
„Meine Königin hat dir eine Frage gestellt, Edmund."
„Ich weis nicht wo sie sind." er sah dabei links an mir vorbei, und ich schlug mit meiner freien Faust zu, und hielt ihn oben, damit er dem Schmerz in seiner Magengrube nicht nachgeben konnte.
„Wo sind Peter, Susi und Lucy?!"
„Weis ich nicht!"
Ich zog einen Dolch aus einer Lederschlinge, die um mein Bein befestigt war und rammte den Dolch nur Millimeter, neben seinem Kopf, in die Wand aus Eis.
„Wo?!" fragte ich und wurde lauter.
Er war kreidebleich angelaufen, weinte und stotterte: „S-S-Sie sagten etwas... v-v-von A-A-Aslan.... u-u-und-"
„Er ist neu, Eure Majestät! Er weis nichts..." unterbrach mich ein Faun, und Jadis schlug ihm mit dem Ende ihres Zepters ins Gesicht....


„Muriel...." Rachel riss mich erneut aus meinen Gedanken und ich sah zu meiner Lehrerin, die mir offensichtlich eine Frage gestellt hatte.
„Verzeihung, ich habe die Frage nicht verstanden." entschuldigte ich mich, und sie fragte, wo ich mit meinen Gedanken sei, und Rachel platzte es heraus: „Sie hat eine Arbeitsstelle!"
Sofort starrten mich alle an. Wir lebten alle zusammen in einer Kleinstadt, und wenn eine 19jährige Schülerin, aus der Mittelschicht eine Arbeitsstelle bekam, dann war das etwas seltenes. Auch wenn ich nicht wirklich aus der Mittelschicht kam. Definitiv nicht. Aber ich wollte nicht auf ein privates Gymnasium gehen. Ich war eine Pevensie, wenn auch nicht von Geburt an, aber ich hatte Geld. Jedoch weigerte ich mich die private Mädchenschule zu besuchen. Warum? Weil ich Lucy und Susan am ersten Tag die Kehlen aufschlitzen würde. Und ich wollte keinen von den vieren jemals wieder sehen...
Also hatte ich angegeben, dass ich mich fürchterlich mit meiner Familie zerstritten hatte, und allein wohnte. Und somit gehörte ich zur Mittelschicht. Was mich nicht einmal störte...

'Hier gehöre ich zur Mittelschicht... aber in Narnia bin ich eine Prinzessin....' dachte ich bei mir, und erzählte meiner Klasse, dass mich ein Bäcker anlernen würde....
Ab diesem Moment war ich Gesprächsthema Nummer eins....

An diesem Tag durften wir früher nach Hause gehen, und ich lief durch mehrere Seitenstraßen, um meine Klassenkameraden ab zu hängen. Es war unüblich für eine Frau in meinem Alter, eine Arbeit zu haben, die eine Männerdomäne war. Mehrer Straßen weiter, öffnete ich die Tür zu einem Bäcker, lief eine schmale Treppe hinauf, bis ich zu einer Tür gelangte. Aus meiner Tasche holte ich einen Schlüssel, betrat mein Zimmer, und blieb geschockt in der Tür stehen.
„Was machst du hier?"



tbc.....
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