Vielleicht

von Kianna
KurzgeschichteAllgemein / P12
06.12.2018
06.12.2018
1
280
1
Alle
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
 
Die Zeit vergeht hier anders...langsamer. Beinahe, als würde sie nicht existieren. Als gäbe es sie nicht.
Und vielleicht ist das auch so.
Diesem Ort scheint die Vergangenheit egal zu sein, die Zukunft egal zu sein.
Es spielt keine Rolle, was noch passieren wird und welche Schrecken auf die Welt warten.
Es ist ein Ort fernab von Veränderung. Einer, der noch nicht von den Menschen belagert, ausgebeutet und zerstört wurde.
Ein Ort des Friedens.
Zumindest jetzt noch.
Der Wind streicht um mich, fährt mir durch das Haar und lässt das Grasmeer rascheln.
Er weckt mich aus meinen Gedanken, holt mich zurück in die Wirklichkeit.
In die verdammte Realität.
Unter mir höre ich das Klatschen der rauen Wellen auf glatten Stein, höre die vereinzelten Schreie der Möwen.
Doch ansonsten...stille.
Es ist beinahe unheimlich, wie unendlich dieser Ozean sich vor mir entfaltet. Wie die Grassteppe sich immer weiter ausdehnt, über die Kontinente, ja die Welt selbst hinweg, um schließlich das Meer auf der anderen Seite wieder zu begrüßen. Um ihm das Ende seiner Reise zu zeigen.
Es ist tröstlich...irgendwie.
Zu wissen, dass es ein Ende gibt.
Das da draußen mehr als die Unendlichkeit auf mich wartet. Irgendeinen Ort.
Vielleicht ist es so einer, genau so einer.
Vielleicht werde ich ihn aber auch auf hohen Klippen finden, in einem Wald oder einer Wüste.
An Land, auf einer Insel, im Meer oder der Luft.
Vielleicht in der Fremde.
Aber vielleicht habe ich ihn auch schon entdeckt und weiß es nur noch nicht.
Einen Ort der Stille, des Friedens.
Einen Ort, an dem ich keine Angst haben muss, mich nicht verstecken muss.
Einen Ort, der mir gehört.
Mir allein.
 
 
'