Die Braut, die sich was traut oder Achtung Bombe

KurzgeschichteAllgemein / P12
06.12.2018
06.12.2018
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Da bin ich wieder mit einem Oneshot^^
Und um wen geht es?  Natürlich um Jess und Becker ;)
Einige können sich bestimmt noch an die 6. Folge in Staffel 4 erinnern.
Becker observiert Ethan, Jess kommt spontan vorbei und eine Bombe spielt auch noch eine Rolle.
Ich habe mir diese Folge geschnappt und einiges aus der Originalfolge übernommen und dann meinen Senf dazu getan ;)
Vor allem die anfänglichen Gedanken von Jess und Becker stammen aus meiner Feder. Der Ablauf und das Gesprochene kommen aus dem Drehbuch. Ihr werdet den Übergang von der Folge zu meinem geistigen Eigentum merken ;)

Lg
Schwarzvogel

P.s. Bei dem Namen der FF bin ich mir noch nicht so sicher, mir ist aber auch nichts anderes eingefallen.




Die Braut, die sich was trau oder Achtung Bombe


Becker saß in seinem Auto und observierte den Eingangsbereich der zu Ethans Unterschlupf führte. Er überprüfte grade einige Einstellungen in seinem Auto als jemand an die Fensterscheibe klopfte.
Für einen kurzen Moment zuckte er zusammen. Seine EMD die er die ganze Zeit über Griffbereit hatte hob er an um gegebenenfalls schießen zu können.
Doch sein inneres Alarmsignal verstummte sofort als er Jess hinter der Scheibe erkannte. Becker entspannte sich, seufzte kurz und lehnte sich in seinen Sitz und fuhr die Fensterscheibe hinunter.
"Du bist doch bestimmt hungrig. Ich hoffe du isst gerne chinesisch?!", platze die junge Frau heraus.
"Jessica, du weißt wieso ich hier bin!"
"Nicht um zu verhungern. Ich war auf dem Heimweg und dachte ich bringe dir schnell was.", erklärte Jess ihre Anwesenheit.
"Ich weiß wo du wohnst, dass ist ein riesen Umweg."
"Ja, die Strecke ist nur sehr viel schöner.", lächelte sie.
Na gut, was soll es? Jetzt war sie nun mal hier und hatte zudem etwas zu Essen dabei.
"Sind da Krabbenchips drin?" wollte er schließlich wissen.
Jessica lächelte und nahm eine kleine weiße Box aus der braunen Papiertüte und reichte sie Becker.
Dieser nahm sie sehr gerne entgegen und konnte es kaum noch abwarten von den Krabbenchips zu kosten.
Die junge Feldkoordinatorin kam derweil um das Auto herum, öffnete die Beifahrertür und setzte sich auf den Beifahrersitz. Die braune Tüte, in der noch weiteres leckeres Zeug versteckt war, stellte sie zwischen die Sitze.
Auch sie nahm sich eine Box heraus und begann zu essen.
Es blieb sehr still im Wagen während die beiden das chinesische Essen verspeisten und so konnte Becker seinen eigenen Gedanken folgen.
Jess war eine sehr impulsive junge Frau, die immer das tat, was sie für richtig hielt. Oft machte sie sich dabei um ihre eigene Sicherheit keine Gedanken. Vielleicht war ihr das aber dann auch egal, er wusste es nicht immer. Sie war auf jeden Fall heute die letzte Person mit der er hier gerechnet hatte. Und eigentlich hatte er nur mit Ethan gerechnet. Und er hoffte dass das alles nicht nach hinten los gehen würde, Ethan war schließlich ein sehr gefährlicher Mann. Um sich selbst machte Becker sich da keine Sorgen, eher um die junge Frau die neben ihm saß und genüsslich ihre gebratenen Nudeln aß. Sich Sorgen zumachen war quasi Beckers Job. Er machte sich immer und überall Sorgen. Mal mehr mal weniger. Um Connor und Abby hatte er sich zunächst große Sorgen gemacht, doch die beiden haben gezeigt, dass sie sich nicht so schnell unterkriegen ließen. Und Matt, der hatte oft und viel im Griff. Er war derjenige um den sich Becker am wenigsten sorgte. Nicht weil es ihn nicht interessierte sondern eher weil er wusste, dass Matt sich meistens selbst beschützen konnte. Er vertraute diesem Mann auch wenn das anfangs etwas anders ausgesehen hatte. Da hatte er ihn noch nicht so gut gekannt wie jetzt. Aber Jess hatte keine Erfahrung im Außendienst, sie kannte die bisherigen Einsätze nur von ihrem roten Stuhl, wo sie alles sah und hörte, aber eben nicht alles hautnah miterlebte. Sie war für den Außendienst auch gar nicht gemacht. Sie war klein und zierlich. Trug eigentlich immer unangemessene Kleidung und vor allem nicht das richtige Schuhwerk. Wenn man sie so sah könnte man meinen sie würde in einer Modeboutique arbeiten und nicht als Feldkoordinatorin. Diese sah man ihr nämlich auch nicht an. Doch Becker hatte bisher keinen besseren in ihrem Gebiet kennen gelernt und er glaubte, dass es auch niemanden gab der ihre Arbeit besser machte wie sie.
Er hielt tatsächlich viel von ihr, aber das musste ja nicht unbedingt jeder Wissen. Er behandelte sie so wie alle anderen auch, vielleicht manchmal nicht so gut wie andere Teammitglieder, aber das tat er nur um sie zu schützen. Sie sollte seelisch nicht so viel mit Kampf, Tod und Schmerz zu tun haben. Dafür war ihre Seele viel zu rein.

Die gebratenen Nudeln mit Erdnusssauce waren echt himmlisch und sie schloss ihre Augen für einen kurzen Augenblick. Sie hatte wirklich hunger gehabt und war froh, dass Becker ihren Magen nicht hatte knurren gehört. Ihre letzte Mahlzeit lag schon etwas länger zurück und sie hatte die ganze Zeit über im ARC keine zeit noch etwas zu essen. Die Idee, dass sie zusammen mit Becker essen könnte, hatte sich erst kurz vor Feierabend in ihre Gedanken geschoben. Einer der Gründe war eigentlich nur, dass sie keine Lust hatte alleine in ihrer Wohnung zu essen. Und alleine in einem Restaurant sitzen wollte sie auch nicht. Da wurde man ja schon fast depressiv und traurig, wenn man zwischen den ganzen Pärchen alleine an einem Tisch saß. Und da kam ihr Becker in den Sinn. Er hatte auch einen langen Tag und hatte bestimmt seit längerem auch nichts mehr gegessen. Außerdem war sie gerne in seiner Nähe, er gab ihr Sicherheit, sie fühlte sich geborgen. Leider fühlte sie sich auf öfters mal peinlich berührt, denn über ihre Lippen kam nicht immer nur vernünftiges wenn sie mit ihm sprach. Vorhin erst als er ihr mitteilte, dass er das Haus observieren würde, hat sie mal wieder nur Stuss erzählt. Und zieh dich warm an? Wie blöd war sie denn? Er ging ja schließlich nicht wandern oder so. Nein, er saß in seinem Auto und dieses verfügte sogar über Standheizung etc. da brauchte er sich nicht warm anziehen. Zum Glück hatte er darauf nichts erwidert. Das wäre ja dann nur noch peinlicher geworden. Und jetzt saß sie hier, neben Becker und keiner sagte ein Ton. Was auch nicht schlimm war, denn sie waren beide mit essen beschäftigt. Sie hatte ja erst ein wenig Angst vor seiner Reaktion gehabt. Er hätte sie auch einfach wieder nach Hause schicken können. Er hätte sie zusammen stauchen können, dass das hier nichts für so eine Frau wie sie war, aber er hatte beides nicht getan. Ja, er hatte gefragt ob sie wusste was er hier tat, aber das war eher auf das Essen bezogen, schließlich war er nicht hier um ein Picknick zu machen. Wobei das Essen ihn noch mal etwas geködert hatte. Sie wusste, dass Captain Becker nicht nein zu Krabbenchips sagen konnte.

"Was machen wir mit diesem Ethan, wenn wir ihn geschnappt haben?", fragte Jess in die Stille hinein. Beide waren bereits seit einiger Zeit mit dem essen fertig.
"Wir?", fragte Becker zurück und zog dabei eine seiner Augenbrauen hoch und sah zu der jungen Frau hinüber.
"Ich meine natürlich du.", verbesserte sich Jess.
"Ich werde ihn erst einmal in das ARC bringen, ihn einsperren und alles weitere mit Lester klären. Aber es läuft wohl darauf hinaus, dass er im Gefängnis landet.
"Ja das macht wohl Sinn.", bestätigte sie und sah weiterhin hinaus in die dunkle Tiefgarage.

Konzentriert behielt er die Umgebung im Auge und auch Jess war sich wohl sehr bewusst, dass sie nicht zum Spaß hier saßen. Sie war die ganze Zeit über sehr still, nur hin und wieder stellte sie leise eine Frage oder merkte etwas an, Sie gab sich sehr Mühe ebenfalls alles im Auge zu behalten. Doch irgendwann schien die Müdigkeit sie zu übermannen und ihr Kopf fiel gegen seine Schulter, Becker schmunzelte, sah sie für einen Augenblick an und konzentriert sich dann wieder auf seine Arbeit.
Lange tat sich rein gar nichts und irgendwann spürte er die Müdigkeit in seinen Gliedern doch eine Bewegung lies diese sofort verschwinden. Becker sah auf den kleinen Bildschirm der an der Armatur fest gemacht war. Deutlich erkannte er Ethans Gesicht. Dieser sah direkt in die angebrachte Kamera im Treppenhaus und lief dann weiter,
"Verdammt, er ist im Treppenhaus." Becker rührte sich und nahm seine EMD zur Hand. Durch seine Bewegung wurde Jess wach. "Was...was ist passiert?", fragte sie verschlafen und richtete sich auf.
"Ich gehe ihm nach. Ruf Verstärkung und bleib im Auto sitzen.", forderte Becker Jess auf und stieg aus dem Wagen. Er schloss die Tür hinter sich und lief in Richtung Treppenhaus davon. Mit angeschlagener EMD lief er die Treppe nach oben und kam schließlich an der Tür an, die er bereits vor einige Stunden geknackt hatte. Mit der Waffe im Anschlag betrat er den Raum und durchsuchte jeden Winkel nach Ethan doch er war nicht dort.

"Wir brauchen Verstärkung. Ihr müsst so schnell es geht kommen!" Jess hatte die Nummer vom ARC gewählt und hatte einen von Beckers ranghöheren Soldaten am Telefon.  
Ungeduldig wartete sie auf ein Zeichen von Becker. Normalerweise konnte sie jeden seiner Schritte verfolgen, konnte immer mit ihm in Kontakt treten. Denn normalerweise saß sie am ADD und koordinierte das das Team. Doch hier vor Ort gelang ihr das nicht. Sie hatte keinerlei Ausrüstung dabei. Außerdem hatte Becker sie in das Wageninnere verband und ihr befohlen dort zu bleiben. Aber immerhin wären sie dann zu zweit und Ethan war alleine. Kurz entschlossen schnappte sie sich also die zweite EMD von der Rückbank und verließ das Auto.
Jess war kaum ein paar Schritte gegangen als ihr jemand wie aus dem Nichts die EMD aus der Hand schlug, "Ich glaube du bist keiner von Beckers Soldaten." Ethan stand vor ihr und bedrohte nun sie mit der Waffe. "Du kommst mit und kein Wort!", herrschte er sie an, packte sie am Arm und zerrte sie in das Treppenhaus und nach oben.

Becker durchquerte derweil den großen Raum und bemerkte den dünnen gespannten Draht oberhalb des Bodens nicht. Er lief direkt hinein und löste somit eine Kettenreaktion aus. Ein Stab befestigt an einem Seil fiel von der Decke hinunter. Rechtzeitig fing er den Stab auf und hörte wie etwas zu ticken begann. Becker untersuchte seine Umgebung und stellte schnell fest, dass er Ethan in die Falle gelaufen war. Wenn er sich nur einmal falsch bewegte, dann würde alles um ihn herum in die Luft fliegen. Scheiße.

"Na sie mal einer an, du bist da, wo ich dich haben wollte." Eine ihm unbekannte Stimme drang von der Tür aus zu ihm hinüber. Becker erkannte Ethan dort. Er stand in der Tür, die eine Hand konnte Becker nicht erkennen, es sah so aus als würde er sich am Türrahmen festhalten. In der anderen Hand hielt er eine EMD. Wo hatte er eine her?
Und in diesem Augenblick fiel ihm Jess wieder ein. Verdammt, was hatte Ethan getan? Diese EMD stammte definitiv aus seinem Auto und in seinem Auto hatte auch Jess gesessen. Wie konnte er ihn nur so hinter das Licht führen? Becker hatte deutlich gesehen, dass er die Treppe hochgegangen ist.
"Ich habe dir eine kleine Überraschung mitgebracht." Mit einem Ruck hatte Ethan Jess in den Raum gezogen und sie etwas in seine Richtung gestoßen.
"Jess.", stöhnte Becker und erkannte deutlich die Veränderung an ihr. Sie trug ihren Mantel nicht mehr, aber dafür eine Weste die mit Sprengstoff behangen war.
"Ich musste meine Pläne etwas umstrukturieren. Aber deine Kleine hier kommt mir sogar ganz gelegen. Ich dachte ich lass dir noch die Möglichkeit dich zu verabschieden."
"Becker.", schluchzte Jess und erfasste sofort die Situation in der er sich befand. Er würde sie nicht retten können. Er war selbst in einer ausweglosen Lage.
"Was hast du vor Ethan?", knurrte Becker mit zusammengepressten Zähnen. Wenn er nur konnte wie er wollte, dann würde er ihm den Kopf abreißen.
"Das erzähle ich dir doch gerne. Zumal du keine Möglichkeit hast irgendetwas zu ändern." er lachte. "Ich habe deiner kleinen Freundin nicht umsonst diese hübsche Weste angelegt. Sie wird mich zu Emily und diesem Matt fahren und wenn wir dort sind bekommt sie ihren großen Auftritt indem sie mir dazu Dient all das wofür ihr steht in die Luft zu jagen. Von eurem ARC wird nur noch Schutt und Asche übrig bleiben. Und er einzige der das überleben wird bin ich."

"Das ganze bringt doch alles nichts." Jess erhob ihre Stimme und es wunderte sie selbst wie stark und fest sich diese anhörte, "Was bezweckst du damit? Du willst Emily töten und nimmst dafür zahlreiche Kollateralschäden in kauf."
"Emily muss sterben, denn sie ist an allem Schuld. Wegen ihr habe ich die Frau verloren dich liebe. Und dieser Kollateralschaden nehme ich auch gerne in kauf. Und jetzt sag deinem Freund Lebe wohl, es ist soweit."
Jess konnte sich noch einmal zu Becker umdrehen, sie sah ihm direkt in die Augen und flüsterte seinen Namen, ehe Ethan sie erneut am Arm packte und sie aus dem Raum zerrte, den Gang entlang und die Treppe hinunter. Doch das einzige was Jess vernahm war Becker Ruf. Ihren Namen.

"Jessica!", rief er der Feldkoordinatorin hinter her als Ethan sie fort zerrte. Und das schlimmste war, dass er wusste was geschah, wusste, dass er es nicht verhindern konnte, dass er ihr nicht helfen konnte, keinem seiner Freunde. Verzweifelt sah er sich im Raum um. Er musste irgendetwas tun. Irgendetwas musste ihm einfallen. Aber was?

Ethan verfrachtete sie auf dem Beifahrersitz von Beckers Auto. Er selbst stieg nur ein paar Sekunden später auf der Fahrerseite ein. Ohne sich anzuschnallen startete er den Wagen und fuhr hinaus auf die Straße. Sicher lenkte er den Wagen so als ob er schon seit Jahren Auto fahren würde. Er kannte sogar den Weg zum ARC. Wie konnte sie ihn nur stoppen? Er konnte sie ruhig umbringen, aber allen anderen durfte nichts passieren.

"Scheiße scheiße scheiße.", fluchte er laut und verzweifelt. Was sollte er nur tun? Doch all zu lange konnte er sich darüber keine Gedanken machen. Das Gebäude wurde gestürmt und die Verstärkung die Jess gerufen hatte, strömte in den Raum.
"Captain?", rief einer seiner Männer und er erkannte die Stimme sofort. "Jenson!", meldete sich Becker zu Wort. "Seid vorsichtig, hier sind überall Fallen."
Jenson näherte sich seinem Captain langsam und achtsam. Nach einer knappen Erklärung von Becker setzte sich Jenson wieder in Bewegung und besah sich die einzelnen Körperschaften der Bombe. "Sei bloß vorsichtig, Das Ding kann das ganze Gebäude in die Luft sprengen.", informierte Becker angestrengt. Dieser Stab wurde immer schwerer, lange konnte er das nicht mehr halten.
"Jenson!", drängte Becker seinen Soldaten.
"Gleich,", erwiderte dieser nur und schnitt ein Kabel an der Bombe durch. Diese gab ein qualmendes Geräusch von sich, ehe das Metronom aufhörte zu ticken und Becker erleichtert den Stab niederlegen konnte.
"Wir müssen zum ARC!", rief Becker seinem Kollegen zu und verschwand schon Richtung Treppenhaus. Seine Soldaten folgten ihm.


"Wer kann schon von sich behaupten er hätte einen Anomaliealarm mit einer Trauung beendet." , jubelte Connor als er und die anderen drei zurück im Hauptquartier waren. "Wer kann schon von sich behaupten einen Anomaliealarm miterlebt zu haben?" stellte Matt die Gegenfrage.
"Ah Matt, gut dass sie wieder da sind! Wo sind Becker und Parka?" Lester verließ sein Büro und trat auf den Teamleiter zu. "So weit ich weiß observiert Becker Ethan. Wo Jess ist, kann ich ihnen leider auch nicht."
"Warten Sie, ich werde sie mal anrufen." Abby kramte ihr Handy aus der Hosentasche und wählte die Nummer von Jess. Es begann zu tuten und gleichzeitig hallte Jess Klingelton durch den großen Raum. Alle Anwesenden drehten sich zu der Geräuschquelle um und jeder erblickte das selbe.
Dort stand Jess. Das Gesicht überseht mit Tränen. Hinter ihr stand ein Mann, den Emily sofort erkannte. Doch was alle mehr erschreckte war die Weste die Jess trug.
"Hallo Emily.",grüßte Ethan.
"Was hast du getan?", fragte Angesprochene erschrocken. Wieso hatte er Jess in seiner Gewalt und warum trug sie diese Sprengstoffweste.
"Das ist alles deine Schuld Emily! Wenn du nicht gewesen wärst, dann wäre Charlotte noch am Leben und all das hier würde nicht passieren. Du und deine neuen Freunde haben nichts anderes verdient."
"Bitte Ethan! Jess und die anderen haben gar nichts damit zu tun. Du musst ihnen nichts tun. Töte mich und lass die anderen in Ruhe!" Langsam ging Emily auf Ethan zu, hoffte sie konnte ihn irgendwie umstimmen.
"Vergiss es Emily! Du bist selbst Schuld!"

Emily war fast auf ihrer Höhe und all ihre Versuche ihn umzustimmen, ihn zu besänftigen schlugen nicht an. Ethan hatte einen Plan und den würde er bis zum bitteren Ende durchziehen. Sie musste etwas tun, musste wenigstens ihre Freunde und alle anderen im ARC retten. Sie konnte Becker schon nicht retten. Aus einem Impuls heraus drehte sie sich auf ihrem Absatz um und rannte in die entgegengesetzte Richtung, weg von ihren Freunden.
Sie hörte die Schreie ihrer Freunde, hörte das Lachen von Ethan. Er musste nur den Knopf drücken und der Sprengstoff würde sie mit in den Tod ziehen. Erneut brannten die Tränen in ihren Augen und liefen ihr unaufhaltsam über die Wangen. Warum drückte er nicht endlich?

Becker hatte endlich das ARC erreicht und stürmte aus dem Auto sobald es stand. Es viel ihm zusehends schwerer rational zu handeln. Er rannte, bewaffnet mit eine EMD, los. Normalerweise würde er sich zunächst mit seinen Männer absprechen und einen groben Plan besprechen, aber jetzt ging es um Leben und Tod, es blieb keine Zeit irgendetwas zu besprechen. Außerdem besaß er jetzt in diesem Moment keinen Nerv dazu.
Schon von weitem hörte er Emilys aufgebrachte Stimme. Er wusste also wo sie sich aufhielten. Er verlangsamte seine Schritte und bog langsam und leise um die Ecke. Er sah Ethan, in einer Hand hielt er den Auslöser. Jess stand weiter vor ihm. Sie zitterte am ganzen Körper und deutlich erkannte er ihre Angst.
"Vergiss es Emily! Du bist selbst Schuld!", rief Ethan während Emily nahe bei Jess zum Stehen kam. Diese hatte ihren Blick auf die Frau aus der Zukunft gerichtet. Und auf einmal drehte Jess sich in eine andere Richtung und lief davon. Becker vermutete was sie vor hatte. Sie wollte wenigstens ihre Freunde retten also brachte sie so viel Abstand zwischen sie wie sie nur konnte.
Ethan lachte laut und Becker beobachtete wie er den Arm hob und kurz davor war den Knopf des Auslösers zu drücken.
Instinktiv handelte Becker. Er legte die EMD an, zielte und schoss. All das passierte in einem Bruchteil einer Sekunde doch der Schuss verfehlte sein Ziel nicht. Mit einem Schmerzensschrei auf den Lippen ließ Ethan den Auslöser fallen und sackte in sich zusammen.

Jess hatte Ethans Schrei vernommen und drehte sich während sie lief überrascht um. War dort hinten Becker? Wie hatte er es geschafft lebend aus der ganzen Sache raus zukommen? Ihre Füße trugen sie immer noch davon und als ihr Name an ihre Ohren drang stolperte sie und fiel über ihre eigenen Füße. Hart landete sie auf dem Boden und der Sprengstoff an der Weste bohrte sich schmerzlich in ihren Torso.
Sie keuchte erschrocken auf, wusste aber das alles gut werden würde. Becker war da und er hatte Ethan außer Gefecht gesetzt.

"Jessica!" Becker rief ihren Namen. Sie sollte wissen, dass er dort war und das sie nicht mehr wegrennen brauchte. Sie rannte immer noch, drehte sich aber zu ihm um und fiel schließlich.
Matt und Connor kümmerten sich schließlich um Ethan während Becker zu Jess rüber lief.
Bei ihr angekommen ging er neben ihr in die Knie und hielt ihr seine Hand hin. Diese wurde sofort ergriffen und mit Beckers Hilfe richtete sie sich auf und stand schließlich wieder auf ihren Füßen. Doch bevor sie ihm um den Hals fallen konnte musste erst einmal diese Weste weg. Vorsichtig löste Becker einige Kabel bevor er Jess helfen konnte sie abzulegen.
"Oh Gott sei Dank.", hauchte sie und schlang die Arme um den Sicherheitschef. Dieser erwiderte die Umarmung und zog ihren zitternden und zierlichen Körper fest an sich. Er hatte sie nicht verloren, sie war noch bei ihm.

Tief atmete sie seinen Geruch ein und spürte seine staken Arme um ihren immer noch zitternden Körper. "Es ist alles in Ordnung Jess, ich bin da. Jetzt ist alles gut.", beruhigte er sie. Jess spürte die wohltuende Ruhe die sein Körper ausstrahlte und sich auf ihren legte. Von mal zu mal schien sie selbst ruhiger zu werden. Ihr Puls normalisierte sich, das Zittern lies nach und ihr wurde bewusst, dass jetzt wirklich alles gut war, dass sie nicht mehr in Gefahr war. Das keiner ihrer Freunde in Gefahr war. Doch sie wunderte sich trotzdem, wie hatte Becker es geschafft lebend aus diesem Gebäude zu verschwinden. Sie löste sich etwas von ihm und sah ihm in die Augen. "Wie...wie bist du da raus gekommen?", fragte sie ihn und Becker nickte verstehend.
"Die angeforderte Verstärkung kam rechtzeitig. Jenson konnte die Bombe in letzter Sekunde entschärfen.", erklärte er ihr ruhig und Jess überbrückte den zuvor entstandenen Abstand und schmiegte sich an seine Brust.


Währenddessen stand das Team abseits von ihnen und sahen sich das ganze Schauspiel an. "Kann mir irgendjemand erklären was hier eigentlich läuft?", fragte Lester in die Runde, erwartete allerdings keine Antwort, da alle anderen genauso verwirrt schienen wie er.
"Jess und Becker haben uns auf jeden Fall eine Menge zu erklären." stellte Abby fest und sah den beiden lächelnd zu wie sie sich in den Armen hielten.
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