Ein silbernes Vermächtnis.

von MJPucey
GeschichteRomanze, Familie / P16
06.12.2018
07.12.2018
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Liebes Logbuch,
wir schreiben den 20. Dezember 2044, den 15. Geburtstag von Mara Jade Pucey.
Es ist 15:02 und das Wetter ist eher trüb. Wir befinden uns derzeit in der Kleinstadt Tinworth. Diese liegt in der englischen Grafschaft Cornwall und ist etwas ganz besonderes. Denn in diesem kleinen Ort lebten zwei Menschen - eine Hexe und ein Zauberer - die das heutige Geburtstagskind auf diese Erde brachten. Sie lebten hier bis vor einem Dreivierteljahr in einem hübschen Haus am Rand der Stadt, die an einen großen Wald grenzt. Heute sind wir hier, um uns Erinnerungen anzusehen, aus der Sicht dieser zwei Menschen, die so viel zu erzählen hatten und deren Zeit trotzdem ablief.
Die ersten Erinnerungen sind ein Geschenk an Mara von ihren Eltern zum 15. Geburtstag, die restlichen Erinnerungen folgen Stück für Stück. Damit sie erfahren würde, was wahre Liebe und was Freundschaft waren und wie die Geschichten in Wahrheit abgelaufen sind, die ihr jeden Abend vor dem Einschlafen zugeflüstert worden waren.


1. Erinnerung, Lily Luna Potter, 26.04.2023:

 Mara blickte auf, nachdem sie sich von dem kalten Gefühl des Denkariums erholt hatte. Sie schauderte noch etwas, doch das hörte sofort auf, als sie ihre junge Mutter erblickte. Lily war schon immer faszinierend schön gewesen. Leuchtend rote Haare wie die ihrer Mutter tanzten wie Feuer auf ihren Schultern, bissen sich farblich leicht mit dem roten Stoff ihres Gryffindor Pullovers und dazu die warmen schokoladenbraunen Augen, die alles um sich herum mit besonders großer Faszination zu bewundern schienen. Sie hüpfte fröhlich mit ihrem Besen, einem Silver Arrow, über das Gelände in Richtung Quidditchfeld, scheinbar nicht ernsthaft auf ihre Umgebung achtend. Mara folgte ihrer Mutter schnellen Schrittes, um nichts zu verpassen und sah sich derweil in der Umgebung um. Hogwarts war so wundervoll wie eh und je. Statt des trüben Wetters in Tinworth schien hier die Sonne strahlend über den Dächern des Schlosses, ließ in einiger Entfernung den See funkeln und brachte Lilys rote Haare nur noch mehr zum Leuchten, sobald sie zwischen den Schatten der Türme entlang hüpfte. Dank der Erinnerung konnte Mara fühlen, was Lily fühlte und sie wusste, heute würde ein guter Tag werden. Einen Moment schloss sie die Augen und atmete tief durch, um dieses Gefühl für immer in sich zu tragen.

 Als sie die Augen wieder öffnete, hatte sie direkt den Anfang der Geschichte ihrer Eltern verpasst. Ihre Mum saß auf ihrem Hinterteil, der Besen lag ein Stück neben ihr auf dem Boden und vor ihr stand, mit ebenso verwundertem Blick, ein Slytherin in grünem Pullover mit pechschwarzen Haaren, ebenso wie Maras, und eisblauen Augen, die einem das Blut gefrieren lassen konnten und trotzdem eine gewisse Wärme enthielten. Mara kannte diese Augen nur zu gut und wäre am liebsten zu ihrem Vater gelaufen, um ihn zu umarmen, doch das war ja nicht möglich. Mara musterte ihren Vater aus der Nähe, die Zeit schien still zu stehen, doch der Wind wehte weiter durch ihre Haare. Adrian sah wirklich verdammt gut aus als junger Mann. Er hatte blasse Haut, die durch die schwarzen Haare noch blasser wirkte, und stark ausgeprägte Wangenknochen. Mara überlegte einen Moment lang, er müsste jetzt fast 16 Jahre alt sein, ihre Mutter war wohl 14. Nun folgte sie dem Blick ihres Vaters zu ihrer Mutter am Boden, die immer noch verwirrt da saß und mehr durch Adrian hindurch zu sehen schien.

 Nach einem weiteren kurzen Moment räusperte sich dieser, um Lily auf sich aufmerksam zu machen, deren Blick hochschnellte und ihn traf.
 „Oh“, entfuhr es ihr bloß und Adrian schmunzelte.
 „Sitzt du gern dort unten, kleine Gryffindor?“, neckte er sie und hielt ihr seine Hand hin, um ihr aufzuhelfen. Sie nahm die Hand und zog sich hoch.
 „Ich bin nicht klein“, schmollte sie mit vorgeschobener Unterlippe.
 „Jedenfalls kleiner als ich“, meinte Adrian nur, der knapp einen Kopf größer war als sie. Er bückte sich und hob ihren Besen hoch, musterte diesen kurz und reichte ihn dann Lily, welche sich gerade das Gras von der Kleidung klopfte.
 „Danke“, sie musterte ihn einen kurzen Moment lang. „Kennen wir uns?“
 „Also ich kenne dich aber ich weiß nicht, ob du mich kennst.“ Adrian sah sie an. „Wer nach Hogwarts geht und Lily Luna Potter nicht kennt, muss ganz schön aus der Welt gefallen sein.“ Lily schmunzelte, Mara tat es ihr gleich. Obwohl Adrian eigentlich einen eher kühlen Ruf hatte, ging er mit Lily sanft um.
 „Und wer genau bist du dann…großer Slytherin?“ Er musste leicht lachen und reichte ihr dann die Hand
 „Adrian Pucey jr., ich glaube wir haben schonmal Quidditch gegeneinander gespielt.“
 „Ach wirklich?“ Lily sah ihn verwundert an. „Du spielst Quidditch?“
 Er nickte. „So richtig aufmerksam bist du nicht wirklich, oder?“
 „Das ist nur weil…“, ihr fiel keine Begründung ein, „weil ich…ich bin halt so.“ Sie klang leicht beleidigt, was Adrian noch mehr zum Schmunzeln brachte. „Ich muss jetzt auch trainieren“, nickte sie bestimmt und ging an ihm vorbei, um weiter gedankenverloren in Richtung des Quidditchfeldes zu hüpfen.
 Mara sah zu ihrem Vater, dessen Blick Lily folgte. Am liebsten hätte sie ihm einen Schubs in die richtige Richtung gegeben, da setzte er sich schon von allein in Bewegung.
 „Wie kann man nur so in Gedanken versunken sein?“, murmelte er leise zu sich selbst bevor er etwas Tempo zulegte, um Lily einzuholen. Er ging einfach schweigend neben ihr her, während sie ihn garnicht war nahm, sondern fröhlich auf den Weg vor sich schaute, um nicht wieder gegen jemanden zu hüpfen. Adrian ging kurz in die Umkleide, wo sein Besen noch vom Vortag auf ihn wartete und lief dann schnell raus zum Feld.
 
Mara setzte sich auf die Tribüne und sah dabei zu, wie ihre Mutter Pirouetten in der Luft drehte, wie ihr Vater auf seinen Besen stieg und sich in die Luft erhob, wie er mit seinem Zauberstab ein paar Tennisbälle fliegen ließ, die er der Reihe nach wieder einsammelte. So trainierten sie eine Weile schweigend nebeneinander bis Lily auf einmal eine Pirouette zu viel machte und ihr etwas in die Jahre gekommener Besen einfach den Geist aufgab. Er fiel mitsamt seiner Besitzerin in Richtung Boden. Mara hörte sich schon laut „Hilfe!“ schreien, da landete der Besen mit einem leisen Plonk auf dem Boden. Doch seine Besitzerin nicht. Diese lag ein paar Meter über dem Boden in den Armen von Adrian, der sie blitzschnell aufgefangen hatte, denn er hatte nie damit aufgehört, sie zu beobachten.
 „Hast du immer so viele Unfälle oder ist heute ein besonderer Tag?“, sagte Adrian zu Lily, die mit großen Augen erst zu ihrem Besen am Boden und dann zu ihrem Retter sah.
 „Ehhh…“, gab sie nur intelligent von sich. „Könntest du mich vielleicht absetzen?“ Adrian nickte leicht und flog mit ihr die paar Meter in Richtung Boden, wo sie von seinem Besen absprang. Er stieg ebenfalls ab und musterte sie.
 „Ist alles okay?“
 „Ja klar“, Lily lächelte fröhlich, als sei nichts gewesen. Adrian runzelte darauf nur die Stirn.
 „Ich denke du brauchst einen neuen Besen.“
 „Aber der ist ein Sammlerstück!“, beschwerte sich Lily, lief zu dem Besen am Boden und hob ihn hoch.
 „Dann stell ihn doch aus, anstatt mit ihm zu fliegen…“
 „Dafür ist er doch viel zu schade!“ Der Slytherin merkte schon, dass er hier mit einem ziemlichen Dickkopf diskutierte und gab schließlich auf
 „Okay aber lass ihn wenigstens mal überprüfen, damit sowas nicht passiert wenn du allein übst. Nachher verletzt du dich noch.“

 „Hey! Püppi!“, kam da ein Ruf vom Eingang des Quidditchfelds. Mara erkannte einen jungen Mimi, den besten Freund von Adrian und Duffy, mit einem schwarzhaarigen Mädchen an ihrer Seite. Adrian drehte sich zu den Rufenden um.
 „Verrätst du jetzt unsere Taktiken an den Feind?“, rief Mimi als Adrian nicht antwortete. Lily sah nur verwirrt aus.
 „Wer ist Püppi?“
 „Ach, das ist nur ein dummer Spitzname… ist ja auch egal, ich muss los… bis dann und… lass bitte diesen Besen überprüfen!“
 „Jaja“, murrte Lily und verdrehte leicht die Augen. Adrian lief zu seinen Freunden und ging mit ihnen zurück zum Schloss. Lily stand da und sah einer Eule zu, die auf sie zu flog. Den kleinen Zettel erkannte sie sofort, denn niemand schickte solche Nachrichten außer der einzigartigen Lys. Sie nahm den Zettel von der Eule entgegen und entfaltete das Papier.

‚Yo, Lils,
Hab ’n Trank gebraut und brauch ’n Tester, ob er funktioniert.
Haste Zeit? Bin im Klo der Maulenden Myrte.
Wenn ja, komm sofort. Wenn nicht, komm trotzdem.
xoxo’

Lily grinste breit und Mara sah ihr hinterher wie sie schnell zum Schloss rannte, um sich dem Wahnsinn der wunderbaren Lysandra Malfoy hinzugeben. Die Erinnerung verschwamm und Mara erschien wieder in dem Arbeitszimmer ihrer Eltern mit einem Lächeln im Gesicht. Sie verstaute die erste Erinnerung in dem Glasschrank an der Wand und setzte sich dann an den Schreibtisch, um das eben Gesehene niederzuschreiben. Sie würde die Geschichte ihrer Eltern veröffentlichen, das nahm sie sich vor. Jeder würde wissen, wie wundervoll sie waren.

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So, das war dann auch schon das erste Kapitel, ich hoffe es hat euch gefallen.
Wenn ja, lasst mir ein Review da, wenn nein... lasst trotzdem eins da?

Wenn ihr Fragen habt, fragt und so weiter...

Noch so nebenbei:
Die Charaktere gehören zum Großteil J.K.Rowling, ebenso wie die Handlungsorte und die ganze Zaubererwelt. (ich leihe sie mir nur :3)

Vielen Dank!
Eure MJ.:3
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