The Day I Started Loving You

von Caria
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
06.12.2018
11.01.2019
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Dieses Kapitel
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Es wird Zeit das ihr endlich mal einen kurzen Einblick ins Nates Vergangenheit bekommt. Oder seine Familie mal kennenlernt, aber ich verspreche euch, diese Familien Mitglieder werden noch mal vorkommen. Viel Spaß :)
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Am nächsten Tag hatte Nick mich förmlich raus geworfen, ich wusste genau, dass er irgendwas für meinen Geburtstag planen würde und ich mir war noch nicht klar ob das gut oder schlecht wäre. So wie ich Nick kannte übertrieb er es mal gerne.

Ich verdrängte jedoch die Gedanken, stattdessen nutzte ich die Zeit, um mal wieder durch die Stadt zu bummeln. Ich brauchte wirklich neue Klamotten und vor allem Schuhe. Dank dem letzten Verfolgungslauf war ich mitten durch den Schlamm und übers Dach gerannt kurz um meine Schuhe waren im Arsch. Das auch alle immer weg rennen mussten, wenn sie mich sehen. Wirklich seltsam, ich bin doch so ein netter Mensch und möchte ihnen nur die Handschellen anlegen. Wie dem auch sei.

Mit Händen in den Hosentaschen und Kopfhörern in den Ohren schlenderte ich gerade durch das Stadtzentrum. San Francisco war wirklich gut zum Shoppen, hier findet man wirklich alles und meistens sogar viel zu viel.

Gedankenverloren lief ich gerade durch ein Shopping Center, ich lauschte der Musik und schaute nach einem Geschäft um was mich ansprach. Oder wo ich das finden konnte, was ich suchte.

Bis ich plötzlich in jemanden rein lief und erschrocken mein Handy fallen ließ.

„Tut mir leid ich habe Sie nicht … Fynn?! Hey Bruderherz!“

Fynn war mein kleiner Bruder, den ich wirklich vom ganzen Herzen liebte und als großer Bruder hatte ich nun mal die Angewohnheit ihn vor allem und jedem zu schützen. Alleine weil Fynn so schon ein schwaches Selbstvertrauen hatte, er ließ sich leider viel zu viel gefallen. Ich wollte mir gar nicht ausmalen wie viel er jetzt durch machen musste, wo ich nicht mehr in Reichweite war.

Erschrocken zuckte mein kleiner Bruder zusammen, bevor er sich umdrehte und mich ansah. Gerade noch hatte er mir seinen Rücken zu gedreht. Doch nun schaute er mich erschrocken an.

Leider musste ich sagen das er gar nicht gut aussah. Fynn war kreidebleich, seine schwarzen Haare waren wild zerstreut und die Augenringe sprachen für sich.

„Hey Nate. Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, hat Mom und Dad dich ohne alles raus geworfen.“

Ich seufze und fuhr mir einmal durch die Haare, bevor ich Fynn jedoch wieder anlächelte.

„Ja stimmt. Da war ich 16 Jahre alt und durfte danach in einem Jugendwohnheim leben. Zudem war meine Sorgeberechtigte ziemlich anstrengend. Naja, ich hab dich echt vermisst. Alles cool bei dir?“

In seinen Augen sah ich das es Fynn nicht wirklich gut ging, aber dennoch verschwieg er es mir und wollte kein Wort darüber verlieren.

„Ganz gut, denke ich. Du bist mit Nick zusammen, oder? Hab dich mal mit ihm gesehen. Ihr habt Händchen gehalten…“

Natürlich überraschte es mich, doch gerade war ich einfach nur froh meinen Bruder wiederzusehen.

„Ja stimmt.“, Fing ich an und verschränkte meine Arme vor der Brust.

„Wir sind seit 3 Monaten zusammen, naja wenn man die kurze Trennung weg lässt dann eigentlich 6. Aber naja. Nick hat heraus gefunden, dass er mich liebt. Endlich mal.“

Damit entlockte ich Fynn ein Lächeln, denn er war der einzige aus meiner Familie, der mich nicht für meine Sexualität verurteilte. Im Gegenteil, er akzeptierte es und freute sich für mich. Wenn unsere Eltern nicht wären, dann würde er voll und ganz hinter mir stehen. Allerdings hatte Fynn nicht den Mut sich gegen unsere Eltern zu wehren, deswegen ließ er sich einfach alles gefallen.

Unsere Eltern waren nicht gerade die besten, sie waren schlimmer als Rabeneltern denn ihre Bestrafungen hatten es in sich. Umso mehr tat es mir in der Seele weh zu wissen das Fynn noch in ihren Fängen war.

„Cool. Das freut mich für dich. Wo du doch so lange gewartet hast. Und…“

„Fynn! Meine Fresse beweg dich endlich, wir sind nicht hier, um zu quatschen!“

Plötzlich packte jemand Fynn am Arm und riss ihn nach hinten, woraufhin ich erkennen konnte wer es war und da musste ich kurz schlucken.

„Du… was willst du hier?!“

Natürlich war es mein Vater, wer war es sonst? Musste es wirklich mein Vater sein?

„Ich shoppe. Das ist ein Einkaufs Center, willst du mir verbieten einzukaufen oder was?“, Erwiderte Ich und versuchte Cool zu bleiben, auch wenn es mir gerade nicht sonderlich gut ging.

Dad zog Fynn hinter sich und verschränkte seine Arme vor der Brust. Das tat er immer, wenn er ernst und wütend war.

„Halt dich von meinem Sohn fern, steck ihn ja nicht mit deiner Pest an!“

Wow, er sah mich nicht mal mehr als seinen Sohn an. Tat das weh? Ja und wie.

„Dominik Herzblatt was ist hier … oh wer hat die Mistgeburt ins Einkaufs Center gelassen…“

Meine Mutter, eine sehr … charmante Frau. Mit ihren super hohen Highheels blieb sie neben Dad stehen. Wie immer trug sie ein Figur betontes Kleid, was nur bis zur Mitte der Oberschenkel ging und dazu einen sehr tiefen Ausschnitt.

Zwar war sie verheiratet, aber dennoch flirtete sie mit jedem Mann. Ihr Motto war: Ich bin verheiratet und nicht Tod. Unmöglich sowas.

„Wir sollten die Security rufen, ob sie wissen das die Mistgeburt mit einer Pest hier frei rum läuft. Er steckt doch alle nur an.“

Mein Herz schmerzte mehr und mehr. Auch wenn sie Scheiß Eltern waren, liebte ich sie etwas und deswegen tat es nur umso mehr weh.

„Eine gute Idee meine Liebste. Man sollte ihn einsperren und am besten … töten. Damit diese Pest sich nicht weiter ausbreiten kann. Schlimm genug das diese Monster nun auch noch heiraten und Kinder bekommen dürfen. Schrecklich das so etwas zu unserer Familie gehört hat.“

Aus Trauer wurde Wut, meine Hände ballten sich zur Fäusten denn jetzt hatte ich wirklich genug gehört.

„HEY! Ihr redet über mich als wäre ich nur ein Objekt, eine Fehlproduktion, die hätte nie existieren dürfen! Doch das bin ich nicht. Ich bin noch immer euer Sohn und ich bin keine Pest! Nur weil ich Schwul bin, bin ich nicht krank. Ich bin noch immer derselbe Mensch, den ihr auf die Welt gebracht habt! Behandelt mich nicht wie ein Monster, denn das bin ich nicht. Ihr seid nur zu arrogant, um zu checken das ich euer Sohn bin! Hört auf so altmodisch zu Leben. Denn ihr verletzt damit die Menschen in eurem Umfeld. Ihre seid die beschissensten Eltern, die es gibt! Fahrt doch zur Hölle ihr… Gott mein Leben ist so viel besser ohne euch. Ich… verreckt doch!“, Schrie Ich Wütend, drehte mich um und rannte schnell weg denn sonst hätte ich völlig meine Kontrolle verloren.

Entweder ich wäre auf meine Eltern los gegangen, oder ich wäre einfach nur in Tränen ausgebrochen, weil es verdammt weh tat. Es tut weh, wenn die eigenen Eltern dich als Mistgeburt, Monster oder die Pest bezeichneten. Ich brauchte jetzt nur eins und das saß bei mir in der Wohnung und plante meine Geburtstagsparty. Sein Lächeln gab mir immer kraft. Genau das war jetzt das richtige. Das Lächeln von dem wichtigsten Menschen in meinem Leben. Nick.