Der, der ich eigentlich sein sollte

von meloo
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
06.12.2018
10.12.2018
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5412
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3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
Hallo zusammen, hier ist meine neue Geschichte!
Die handelnden Personen gehören natürlich nur sich selbst.
Falls so eine ähnliche Geschichte schon existiert weiß ich nichts davon :-) Ich hoffe es gefällt euch und über ein Review würde ich mich auch freuen!

LG, eure meloo

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Prolog

Riku POV

Tosender Applaus,  kreischende Fans und das blendende Licht der Scheinwerfer. Wie immer war es ein atemberaubendes Gefühl auf der Bühne zu stehen und zu hören, wie tausende Menschen unsere Texte mitsingen. Die letzten Töne von Hollywood Hills klangen aus, unserer letzten Zugabe. Kaum zu glauben, dass das letzte Konzert der Tour schon wieder vorbei war. Wir haben so ewig auf die Tour hingearbeitet und jetzt war sie wie im Sturm vergangen. Als wir fünf uns in der Mitte der Bühne trafen um uns ein letztes Mal zu verbeugen musste ich zugeben, ein wenig melancholisch zu werden. Ich hatte nach jeder Tour immer ein lachendes und ein weinendes Auge. Klar war es schade nicht mehr auf der Bühne zu sein, immerhin war das für uns Musiker der größte Lohn überhaupt. Andererseits freute ich mich auch immer wieder darauf nach Helsinki, nach Hause, zurück zukehren.  

Nachdem wir das Tourende nochmal gebührend gefeiert hatten, waren wir schließlich wieder im Tourbus zurück. „ Ok Jungs, ich lege mich hin“, gab Raul den Anstieß. Ohne uns groß umzuziehen fielen wir alle einfach in unsere Schlafkojen und waren innerhalb von Sekunden eingeschlafen. Plötzlich fuhr ein Ruck durch den ganzen Bus. Wir waren alle sofort wach, sahen uns verwirrt an und fragten uns, was das denn war. Samu entschloss sich, einfach mal bei Leo, unserem Busfahrer, nachzufragen. Er war schon fast an der Tür angekommen, als es zu einem weiteren Knall kam. Gleichzeitig machte der Bus eine Vollbremsung, wodurch Samu das Gleichgewicht nicht mehr halten konnte und rückwärts auf den Boden fiel. Erschrocken liefen wir auf ihn zu, aber Samu war nicht bei Bewusstsein.  Er blutete am Kopf und wollte einfach nicht aufwachen. „Hey Jungs, geht’s euch allen gut?“, kam Leo in den Bus. Als er Samu sah wurde er total blass. „Scheiße, das tut mir voll leid! Es lagen plötzlich Metallteile auf der Straße und den bin ich ausgewichen. Ich dachte ihr schlaft. Ein paar Meter weiter stand dann ein Auto mitten auf der Straße rum, wenn ich nicht gebremst hätte, wären wir voll darein geknallt. Habt ihr für Samu schon einen Notarzt gerufen?“. „ Nein, wir wissen ja gar nicht, wo wir grade sind“, antwortete Raul. Daraufhin riefen die Anderen mit der Hilfe von Leo den Notarzt. Wirklich viel mitbekommen habe ich davon aber nicht. Vorsichtig habe ich Samus Kopf in meinen Schoß gelegt und ihm durch die Haare gestrichen. Er war so blass. Erst als der Krankenwagen endlich kam und Samu versorgt wurde konnte ich ihn los lassen. Da wir nicht mitfahren durften, entschlossen wir uns dem Krankenwagen hinterher zu fahren. Wir konnten Samu immerhin nicht alleine lassen, zudem hasste Samu Krankenhäuser.

Die Fahrt dauerte knapp 30 Minuten, aber als wir angekommen sind, wollte man uns nicht zu ihm lassen. Nur die engsten Familienangehörigen, hieß es. Das konnte doch nicht sein! Wir standen schon eine gefühlte Ewigkeit auf dem Flur rum und wollten grade Samus Mutter anrufen, als eine Krankenschwester uns schüchtern ansprach. Sie sei ein riesen Fan und wollte uns schon immer mal treffen, nur waren die Umstände jetzt ja nicht so toll. Sami setzte daraufhin sein Charme-Lächeln auf und fing an mit ihr zu flirten. Dreht der jetzt ganz durch? Hallo? Das passt ja grade gar nicht. „Ok, aber nur einer“. Durch einen Ellenbogen der sich plötzlich in meine Rippe bohrte wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. „Was sollte das denn?“. „Alter, du kannst rein gehen. Sami hat die Krankenschwester so lange bequatscht, bis sie nachgegeben hat. Für mehr als einen hat es aber nicht gereicht. Und da du sein bester Freund bist, lassen wir dir den Vortritt.“, klärte mich Osmo auf. Sami, du Pfundskerl. Das hast du  aber super hingekriegt. Ich durfte rein. „Wie geht es ihm denn?“, wollte ich nun endlich wissen. „Er ist stabil. Außer der Platzwunde am Kopf hat er noch zwei geprellte Rippen, aber sonst fehlt ihm nichts. Ob von der Kopfverletzung Folgeschäden bleiben, können wir erst sagen, wenn der Patient aufwacht“, teilte man mir mit. Das klang ja erst mal gut. Nachdem die Schwester nochmal Samus Werte gecheckt hat ließ sie mich mit ihm alleine. „ Hey Samu, du musst ganz schnell wieder aufwachen. Wir machen uns alle Sorgen um dich. Außerdem hasst du Krankenhäuser.“, redete ich mit ihm. Irgendwo hab ich mal gehört, das soll helfen. Wie er so da lag sah er ein wenig schutzlos aus. Kaum vorstellbar, dass der selbstbewusste starke Samu, der immer alles im Griff hatte, so verletzlich hier lag. Irgendwann bin ich dann wohl eingeschlafen. Aufgewacht bin ich durch Sonnenlicht, das aufdringlich in mein Gesicht schien. Erst wusste ich gar nicht, wo ich war, aber dann viel mir alles wieder ein. Samu! Als ich meinen Blick anhob sah er mir mitten ins Gesicht. „O Gott sei Dank, du bist wieder wach!“, fiel ich ihm um den Hals. „Ich hab mir solche Sorgen gemacht, wir alle haben das.“ Er sah mich jedoch nur total verwirrt an. „Samu, ist alles in Ordnung“, fragte ich ihn. „Ich denke schon, aber wer bist du?“. Wer ich war, machte der Witze? Wenn ja war das nicht lustig. Er würde ja wohl seinen besten Freund erkennen. „Du machst Witze oder?“. „Nein, tut mir leid. Ich kenne dich nicht. Wenn ich so drüber nachdenke, kenne ich mich auch nicht“, gab er wieder. Ach du scheiße, dass konnte doch nicht wahr sein. „Ok, kein Grund zur Sorge. Wir rufen die Schwester und sehen dann weiter“, versuchte ich ihn zu beruhigen. Die Schwester kam sehr schnell und sogar ein Doktor kam ins Zimmer. Nachdem sie Samu untersucht hatten, stellten sie fest, dass ihm nichts fehlte. Eine vorrübergehende Amnesie war die Diagnose. Sowas sei nicht unnormal und gehe im Normalfall recht schnell wieder weg.  Na toll, im Normalfall. Aber jetzt mussten wir positiv denken. „ Kann mich jetzt irgendwer aufklären. Wer bin ich und was ist passiert?“. Mist, das hatte ich vergessen. „Du heißt Samu Haber und bist Musiker. Wir sind in  einer Band, Sunrise Avenue und zurzeit recht erfolgreich. Wir waren grade auf dem Weg nach Hause, als wir beinahe einen Autounfall gehabt hätten. Wir konnten grade noch bremsen aber dabei bist du auf den Kopf gefallen. Wir haben uns riesen Sorgen um dich gemacht!“. „Musiker? Cool! Und ähm, du bist ein Kollege von mir, ein Freund? Wie heißt du denn?“.„Ich bin Riku. Dein bester Freund, und unser Gitarrist.“, stellte ich mich meinem besten Freund vor. Scheiße, klang das  bizarr.  In den nächsten Stunden fragte Samu mich über alles aus, was ihm grade einfiel, unter anderem seine Familie, sein zu Hause und unsere Musik. Dabei sah er aus wie ein Kind, das das erste Mal Geschichten vom Weihnachtsmann hört, so wissbegierig. Naja war ja verständlich, er wollte wissen, wer er war. Doch wenn man es nicht wusste fiel es gar nicht besonders auf, das er sich nicht erinnerte. Wie immer war er selbstbewusst, man konnte sich super mit ihm unterhalten und er schien sogar noch zu allem dieselbe Meinung zu haben, wie vor dem Unfall.  Durch das Gespräch wurde mir bewusst, wie gut ich Samu kannte. Jede Kleinigkeit konnte ich ihm erzählen, von der Art wie er seinen Kaffee trank bis zur Musik, die er in der Dusche hörte. Und ja, er hört dort Musik. Entspannt ihn, hat er mal gesagt. Aber jeder hat doch so seine Macken. Dann riss uns ein Klingeln aus der Unterhaltung. Samus Handy. Zuerst wunderte ich mich noch, dass er sich nicht die Mühe machte nachzusehen, wer dran war, aber dann viel mir auf das er mit dem Namen eh nichts anfangen kann. „Hallo…Ja hier ist Samu… Eher nicht, wir verspäten uns was, der Bus ist liegen geblieben…Ähm sorry das klingt jetzt doof, aber wer bist du eigentlich?... Hahahahaha guter Witz…. Ne ernsthaft?... Ja ne verarschen kann ich mich selber, Wiedersehen!“, bekam ich nur seinen Teil des Gesprächs mit.  „Was war das denn grade?“, fragte ich. „Irgend  so ein Mädel das behauptet hat, sie wäre meine Freundin. Vivi glaub ich. Als ob ich sowas glauben würde, wo hat die überhaupt meine Nummer her?“. So ganz konnte ich Samu nicht glauben. Natürlich kannte er Vivi nicht mehr, aber wieso glaubte er ihr denn aus Prinzip nicht und was war daran so lustig. Genau das fragte ich ihn auch.  „ Ganz einfach, ich bin schwul!“.