Senator

von SophieW
GeschichteDrama, Sci-Fi / P18
05.12.2018
31.07.2019
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Man sah der jungen Frau ihre Nervosität deutlich an, als sie das Shuttle verließ und in die kühle Abendluft von Kaas City trat.
Ihr Blick schweifte über den gewaltigen Gebäudekomplex, welcher den Raumhafen der imperialen Hauptstadt bildete. Eine republikanische Senatorin in einem imperialen Raumhafen.
Noch vor wenigen Monaten, ja Wochen, wäre dies unvorstellbar gewesen. Doch dann erreichte das Imperium die Grenzen der Republik, vernichtete einfach alles und jeden, der sich ihm in den Weg stellte. Das Schicksal eines gesamten Volkes lag auf Messers Schneide. Ihre Loyalität gegenüber der Republik, der Demokratie stand im Zwiespalt mit der Verpflichtung, ja dem Bedürfnis, ihr Volk zu schützen.  
Das Imperium hatte Bedingungen gestellt und die Senatorin verstand grade so viel vom Krieg um zu wissen, dass der instabile Frieden, der mit der geforderten Kapitulation kommen würde, mehr geheuchelt war als alles andere.
Dennoch schwör sie sich, keine Möglichkeit unversucht zu lassen.

Also war sie hier.
Einer Einladung gefolgt, von einer der höchsten Militärgewalten dieses Imperiums. Großmoff Cain Gheist.
Ja, der Geist von Zakuul, wie ihn viele nannten. Hinter seinem Rücken natürlich. Niemand hätte die Anmaßung besessen, ihm das ins Gesicht zu sagen. Es wären auch vermutlich seine letzten Worte geworden. Viel hatte sie von diesem Mann gehört, über seinen skrupellosen Aufstieg innerhalb der strengen imperialen Hierarchie. Über die Macht die er besaß und sein Geschickt, seinen Gegenüber einzuschätzen und zu manipulieren. Er sprach im Namen des Imperators.
Sie nahm sich fest vor, nicht zu einem seiner Ziele zu werden. Und trotzdem wusste etwas, tief in ihr, dass diese Audienz, die viele als hohe Ehre gesehen hätten, einem Gang zum Henker glich.
Er hatte alle Fäden in der Hand.
Sollte er entscheiden, dass die Anhörung nicht nach seinem Geschmack verlief, könnte er sie verschwinden lassen, ohne dafür mit Konsequenzen zu rechnen.
Wer sollte ihn auch zur Verantwortung ziehen, ihn, der Lobbisten und kleine Politiker zum Frühstück verspeist?
Sie war eine republikanische Senatorin auf imperialem Boden. Selbst ein einfacher Bürger, hätte mehr Chancen auf eine faire Anhörung als sie. Sie war eine Demokratin, ein Pazifist, die pure Veranschaulichung des Feindes.
Und seine Armeen standen vor ihren Toren.

In der Ferne kam ihr eine Gruppe von Menschen entgegen.
Natürlich.
Die rassistische Einstellung gegenüber anderen Rassen war im Imperium deutlich spürbar. Aufstieg gab es für Fremdweltler selten.
Ein breitschultriger Mann in der typischen grauen Uniform eines Flottenoffiziers löste sich aus der Gruppe. Sein Blick brannte sich in ihr Gesicht, ein Blick der den Tod wünschte. Fünf Meter vor ihr hielt er an und verschränkte die Arme hinter dem Rücken.
„Willkommen auf Dromund Kaas, Senatorin.“ Begann er und ein falsches Lächeln zuckte an seinen Mundwinkeln. „Wenn Ihr mir bitte folgen mögt. Seine Exzellenz wartet.“
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