zeitlos

GeschichteRomanze / P12
05.12.2018
05.12.2018
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Der Plan: eine gute lange Fanfiktion zu diesem Plot, lange Kapitel, zehntausende Wörter.
Realität: Haufen and Wörtern, der innerhalb einer morgendlichen Bahnfahrt entstanden ist.
Yikes.

you have a timer that shows you for how long you have to live. this number changes and mostly estimates based on conscious or unconscious decisions a few minutes after making the decision: driving to visit your grandparents might make the number go to just hours but deciding on the road that no, you have enough fuel to not stop at the gas station you usually stop by makes it go to thirty years. you can’t see the number when you are within 10 metres of your soulmate, so your future is always unknown when you’re with them—and so is theirs.
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Joan Watson lernte er kennen, als er zum wiederholten Mal einen Entzug antrat und eigentlich nichts mehr zu verlieren hatte.
Das Lesen ihres Namens auf dem Brief, der wohl etliche Wochen in seinem Briefkasten geruht haben musste, ließ seinen Timer   von ‚2 Jahren‘ zu ‚12 Jahren‘ springen.

Was ihn nicht sonderlich affektierte, da sie nicht die erste war, die sich seinem Wesen bekanntmachen wollte und früher oder später durch fehlende Geduld, Intelligenz und mangelnde psychologische Kenntnisse daran verzweifeln würde.

Eigentlich, interessierte Sherlock auch der Timer herzlich wenig, nur war das eine der kleinen Pflichten der man als Süchtiger- (oder eben frisch ehemals Süchtigen-) innerhalb Entzugsprogrammen folgen musste:
Den Timer soweit möglich nicht abdecken (sowohl mit Kleidung als auch Kosmetik-), um sich der Konsequenzen der eigenen Taten bewusst zu sein.
Als ob sich jemand der Konsequenzen nicht bewusst wäre, wenn man sich eine Nadel in den Unterarm rammt, er seufzte.

Die Tür klingelte. Das musste sie sein. Wundervoll.


Sie temporär in sein Leben zu lassen, hatte er nie als ein Problem gesehen, solange sein Vater ihm nicht den Geldhahn abdrehte, sah er kein Problem darin den Großteil seines Tages mit ihr zu verbringen.

Sie als Person brachte ironischerweise dafür eine Menge Probleme mit sich.

Erstmal war sie eine irritierend charmante Frau, ohne dabei aufmüpfig zu erscheinen.
Nicht charmant, wie es seine Liebhaberinnen normalerweise zu seien pflegten, weil sie dafür bezahlt wurden, auch wenn er es ihnen Mal für Mal versuchte abzugewöhnen.
Nein, eher diese charmante Art, wie sie mit ihm argumentierte und ihn sprachlos zurückließ, ohne dabei herabschauend zu wirken.

Er mochte es normalerweise ganz und gar nicht, wenn er nicht weiter wusste, aber wenn sie dann Stunden später mit fettigem Thai-Essen eintrudelte und ihn anlächelte, konnte er ihr problemlos verzeihen.

Sie machte ihn außerdem irgendwie weich. Menschlich. Er machte sich auf einmal Gedanken um Dinge, die doch gar nicht so wichtig waren.
Wie wie es Marcus oder dem Captain ging oder wie angenehm weich ihr Haar war, wenn sie dieses eine Kokosshampoo verwendete.

Und am schlimmsten war, dass er sie nicht enttäuschen wollte.
Sherlock hatte in seinem Leben aufgegeben sich schlecht zu fühlen, wenn er etwas verbockte. Irgendwie hatte er auch nie so ganz verstanden, warum seine Artgenossen solch kontraproduktives Verhalten überhaupt an den Tag legten.

Dann aber, war sie in sein Leben geschritten.

Sein Leben voller Verfolgungsjagden, Schießereien, Morddrohungen, Morde und allerlei Gefahren, die viel zu lange dauern würde, wenn er sie alle auflisten wollte.

Dank des Timers, konnte er solche Gefahren ja aber auch immer ziemlich gut einschätzen.

Als sie dann aber an dem Frühlingstag in einem ärmellosen Kleid in seiner Tür stand und seine Hand schüttelte und der Timer auf seinem Handgelenk verschwand, merkte er, dass er sie nicht einfach als temporären Eingriff in seine Arbeitsweise betrachten konnte.



Nur irgendwann, war das Problem nicht, dass er noch taktischer Denken musste, um sein eigenes Leben zu retten.

Irgendwann, entwickelte sich diese stetig andauernde Sorge um sie, wenn sie gemeinsam einen Tatort betraten, obwohl er ganz genau wusste, dass sie genauso fähig war sich zu verteidigen wie er.

Er wusste aber auch, dass sie emphatischer handelte als er und wenn er sich schon so fühlte, er sich absolut nicht ausmalen konnte wie es in ihrem Kopf aussah.

Am schlausten wäre es, wenn er an seinem alten Standpunkt festhalten würde und er auch diese zwischenmenschliche Bindung als komplett sinnlos abtun konnte.
Klappte bei einer so verdammt unglaublichen Seelenverwandten nur nicht so, wie er es sich ausgemalt hatte.

Wenn sie dann aber neben ihm schlief, war er meistens froh keine Zeit zu sehen. Ungewiss, wie lange sie miteinander hätten, hielt in davon ab sich irgendwelche Szenarien auszumalen, wie er sie früher oder später verlieren würde.

Er war so daran gewöhnt in einer Welt zu leben, die komplett abhängig war von Zeit und all den temporären Menschen denen er sein eigenes Bisschen Zeit schenkte.

„Sherlock!“

Sein Kaffee dampfte nicht mehr, das Keramik unter seinen Fingern war abgekühlt und er blickte in ein Paar dunkler Augen, die angestrengt in seine guckten,

„Du hast mir gerade absolut nicht zugehört oder?“

Es ist nicht kritisierend, die Art und Weise wie sie es sagt, auch nicht bemutternd und gestresst, sondern einfach..einfach Watson, die sich so nicht mit Adjektiven beschreiben lässt.

Sie wartet auch gar nicht seine Antwort ab, sondern steht einfach auf, nimmt ihm seinen kalten Kaffee aus den Händen und seufzt, „Ich habe gesagt es gibt Neuigkeiten zu dem Fall“, sie läuft herüber zur Küchenzeile und er beobachtet ire schmale Gestalt, „Scheinbar konnte man den Vater des Opfers ausfindig machen. Kommst du mit zur Befragung oder soll ich Marcus schreiben?“

„Ach..“
Routine. Beim Haus eines potentiellen Zeugen vorbei fahren, ein paar Fragen stellen.
Von hier aus könnte er sicher gehen, dass alles richtig läuft, aber als sie sich dann umdreht und ihn mit einem herausfordernden Blick anschaut, und er genau weiß wie ihre Lippen nach dem Blaubeerjoghurt schmecken werden, wenn er besagten Gesichtsausdruck gleich wegküsst, klingt mit kommen perfekt.

„Lassen wir Agent Bell mal seine Ruhe, Watson, Darling“, er steht vom Tisch auf um zu ihr zu gelangen, beobachtete wie sie spielerisch die Hände vor der Brust verschränkt.

„Ist das ein Ja?“ Sie sieht zu ihm, gelehnt gegen die Küchenzeile und kennt die Antwort eigentlich schon, aber er antwortet trotzdem indem er sich herunter lehnt und ihr einen Kuss gibt, der so viel sanfter ist als er es sich selbst je zugetraut hätte.
Sie muss noch mehr lächeln.

Ein zurückhaltendes ‚Ja‘ seinerseits.

Er wusste nicht genau, welches Übel schlimmer war, aber lieber begab er sich gemeinsam mit ihr tagtäglich in Gefahr, als sie auch nur kurze Zeit zu missen.
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