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Hailey Jackson - Gefahr von oben!

von Tatu
GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P16
Dean Winchester OC (Own Character) Sam Winchester
04.12.2018
01.01.2019
9
15.085
16
Alle Kapitel
40 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
04.12.2018 1.754
 
Hallo liebe Leser,
ich freue mich, dass ich heute das erste Kapitel von dem 2. Teil mit Hailey mit Euch teilen kann.
Ich hoffe es gefällt Euch genauso gut wie mir. ;-)
Für alle, die den ersten Teil noch nicht kennen, gibt es hier den Link: Hailey Jackson - Ein Tag im Leben einer Jägerin
Hinterlasst mir doch bitte Reviews, damit ich weiß, wie ihr die Geschichte findet.
An dieser Stelle möchte ich Wildcat fürs Betalesen danken. Du bist super!
Jetzt wünsche ich Euch allen aber viel Spaß beim Lesen.
Eure Tatu

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Kapitel 1


Unverhofft kommt oft

Ich erreiche Yaak, in den Bergen von Montana. Ein kleines Örtchen mit 248 Einwohnern. Mal ehrlich, ich bin schon auf Partys mit mehr Leuten gewesen. Aber immerhin gibt es hier eine Schule, ein Lokal, eine Bar, eine Tankstelle und einen Laden, in dem man von einer Schraube bis zum Kuchen alles bekommt. Ich steige aus meinem Wagen und sehe mich um.
Dort drüben, rechts sind die Bar und die Taverne. Da es schon dunkel ist und ich keinen Hunger verspüre, beschließe ich, in die Bar zu gehen.
Sie ist rustikal eingerichtet, was ihr eine Gemütlichkeit gibt, wie man sie nur in den Bergen vorfindet. Ich steuere die Theke an und lasse mich auf einem der Barhocker nieder. Außer mir sind noch drei andere Gäste da, die sitzen allerdings in einer der Nischen, die sich an der einen Wand befinden.

Der ältere Barkeeper schaut mich an und fragt: „Was kann ich Ihnen bringen?“
„Ich hätte gern ein Bier“, antworte ich und sehe ihm dabei zu, wie er das Glas unter den Zapfhahn hält und am Hebel zieht. Wie gebannt beobachte ich, wie die gelbe Flüssigkeit ins Glas läuft und sich dabei ein dichter weißer Schaum bildet. Als das Glas voll ist, reicht er es mir mit einem netten Lächeln.
„Gerade angekommen?“, will er wissen.
„Ja, war eine lange Fahrt. Wo bekommt man denn hier ein Zimmer?“
Er sieht mich bedauernd an. „Das ist etwas schwierig. Drüben in der Taverne sind eigentlich Zimmer zu mieten, die werden allerdings gerade renoviert. Also bleiben nur die Berghütten. Aber Sie können ja nachher mal rübergehen und fragen. Vielleicht macht Ihnen ja Jackie ein Zimmer zurecht, da Sie heute nicht mehr hoch zu den Hütten können. Das wäre zu gefährlich bei Nacht.“
„Okay, ich gehe gleich mal hinüber.“

Ich spüre einen leichten Luftzug an meinen Beinen. Jemand muss wohl zur Tür hereingekommen sein. Schwere Schritte nähern sich mir und ich kann keuchenden Atem vernehmen.
„Kann ich bei Ihnen telefonieren. Ich habe hier kein Netz und es ist verdammt wichtig“, höre ich eine tiefe, verzweifelte Stimme neben mir. Irgendwas daran kommt mir bekannt vor. Ich drehe mich nach rechts und sehe den Mann neben mir, der mit dem Rücken zu mir steht, an.
„Natürlich können Sie das. Ich weiß, das Netz hier ist eine Katastrophe, genauso wie das Internet. Dort drüben steht ein Münzsprechapparat.“
Er deutet ans Ende der Bar, wo in einer abgeschiedenen Ecke ein altes Münztelefon hängt.
Der Mann dreht sich nun um und sagt: „Ich nehme ein Bier. Können Sie wechseln? Ich habe nur Scheine.“
Und nun wird mir klar, warum mir diese Stimme so bekannt vor kommt. Vor mir steht Dean Winchester. Es ist zwar schon eine Weile her, als ich ihm dass erste und zugleich das letzte Mal begegnete, doch ich bin mir sicher, dass er es ist.
„Dean?“, frage ich.
Er dreht seinen Kopf nun vollends zu mir und ich kann Erstaunen und Unsicherheit in seinem Gesicht sehen.
„Moment, ich kenn dich doch.“
Er überlegt kurz und fährt dann fort: „Hailey? Wie... was...was machst du denn hier?“, stammelt er sichtbar durcheinander.
„Ich nehme an, das Gleiche wie du.“
Ich warte ab, bis Dean sein bestelltes Bier hat und es entgegennimmt.
„Lass uns doch rüber in die Ecke da gehen“, schlage ich vor.
Er sieht mich an und meint: „Okay, aber viel Zeit habe ich nicht.“
Wir gehen an den Tisch, den ich meinte und setzen uns.
„Und? Was machst du also hier?“, wiederholt er seine Frage.
„Ich bin hier, um einen Job zu erledigen. Und ich vermute mal, dass ihr wegen der gleichen Geschichte hier seid.“
„Drei verschwundene Touristen, Riesen-Vogel nachts am Himmel?“
Er sieht mich ernst an.
„Ja, genau“, meine ich und schaue ihn zurück an. Doch, etwas in seinem Blick lässt mich kurz stutzen. Als ich Dean das erstmal traf, triefte er nur so vor Arroganz. Doch jetzt ist davon nichts zu sehen. Er wirkt eher verzweifelt. Mir schwant Böses.
„Dean? Wo ist Sam?“, frage ich vorsichtig.
„Verschwunden. Ich habe keine Ahnung, wo er ist.“
Ich kann die Angst um Sam in seinen Augen sehen.
„Erzähl mal der Reihe nach von vorne“, fordere ich ihn auf.

„Wir sind hier gestern angekommen, um uns um den Fall zu kümmern“, beginnt er.
„Zur Zeit vermieten sie hier nur die Berghütten, da die Gästezimmer in der Taverne renoviert werden. Also haben wir uns eine Hütte und ein Schneemobil gemietet. Anders kommst du im Moment nicht da hoch, es sei denn, du willst laufen. Wir sind also mit unserer Ausrüstung hochgefahren und haben uns erstmal die Hütte der drei verschwundenen Touristen angesehen. Aber wir haben nichts Auffälliges gefunden. Vor der Hütte war auch nichts zu sehen, da es erst am Morgen wieder geschneit hat. Hier unten reden die Leute von einem riesigen Vogel, den sie nachts am Himmel gesehen haben wollen. Viel größer als eine Eule. Sam hat sich ein paar Seiten über Fabelwesen mit Flügeln ausgedruckt, bevor wir hierhergefahren sind. Eine weise Entscheidung. Von Internet haben die hier wohl noch nie was gehört. Der Barkeeper sagt zwar, es wäre katastrophal, doch das ist die Untertreibung des Jahrhunderts. Es gibt hier einfach kein Internet! Wir tappten also absolut im Dunkeln, da wir mit den Ausdrucken auch nicht viel anfangen konnten. Dieses Ding könnte alles sein. Vom Drachen über einen Basilisk bis zur Harpyie.
Wir hatten vergessen Milch zu kaufen und so habe ich heute Nachmittag angeboten, nochmal hier runter zu fahren.
Ich habe auch noch einen Kanister Benzin für das Schneemobil besorgt. Für den Fall, dass uns plötzlich der Sprit ausgeht. Als ich wieder die Hütte betreten habe, ist es bereits dunkel gewesen und Sam war verschwunden. Jedoch habe ich etwa hundert Fuß entfernt von der Hütte Blut im Schnee gefunden. Keine Ahnung, ob das von Sam oder irgendeinem Tier stammt. Um Sam zu finden, brauche ich Hilfe. Da oben ist nichts als Schnee. Ich habe die letzte Stunde damit verbracht, befreundete Jäger anzurufen, um Unterstützung zu bekommen. Doch, leider ohne Erfolg. Die paar Jäger, die ich bisher trotz schlechtem Empfang erreichen konnte, sind alle selbst mit Fällen beschäftigt. Ich habe die Hoffnung, dass ich noch einige Jäger erreiche, wenn ich stabileres Netz habe, deshalb bin ich in meiner Not hierher gekommen, um das Festnetz zu nutzen.“

Ich höre ihm aufmerksam zu und bemerke, wie er immer verzweifelter wird. Sam ist verschwunden und was er mir da erzählt hört sich alles andere als gut an. Mit Sam habe ich mich von der ersten Sekunde an gut verstanden. Er ist ein netter Kerl. Mit Dean hatte ich so meine Schwierigkeiten. Einerseits kann er nett und hilfsbereit sein und zugegeben, er sieht fantastisch aus, andererseits kann er aber auch ein richtig arrogantes Arschloch sein.
„Hailey, bitte hilf mir meinen Bruder zu finden, ich schaffe das nicht alleine.“
Dean reißt mich aus meinen Gedanken. Okay, so kenne ich ihn noch nicht. Er tut mir leid und da ich Sam mag, tue ich das, was Sie wahrscheinlich auch in dieser Situation tun würden. Ich nicke und sage: „Ja, okay, ich helfe Dir.“

Eigentlich jage ich nicht mehr gerne mit anderen Jägern, seitdem meine beste Freundin bei unserer letzten gemeinsamen Jagd umkam. Aber hier werde ich eine Ausnahme machen, nicht zuletzt, weil die Winchesters noch was gut bei mir haben. Schließlich sind sie es gewesen, die mich das letzte Mal aus einer sehr gefährlichen Lage befreit haben.
Dean sieht mich erleichtert an.
„Danke, ich bin dir was schuldig.“
„Nein, bist du nicht. Dann kann ich mich jetzt wenigstens revanchieren“, winke ich ab.
Wir stehen auf und treten in die kalte Nacht hinaus. Es müssen mindestens minus zehn Grad sein. Gott sei Dank habe ich meine Daunenjacke an und den Skianzug und Winterboots mitgebracht.

„Ich werde erstmal meine Sachen aus dem Auto holen“, sage ich und stapfe durch den Schnee zu meinem Wagen, den ich auf dem einzigen Parkplatz, den es hier im Ort gibt, abgestellt habe. Dean folgt mir, geht dann aber an meinem blauen 1970er Dodge Charger vorbei und bleibt an einem zugeschneiten Auto stehen.
„Ich muss auch noch ein paar Dinge mitnehmen“, meint er, wischt den Schnee vom Heck  und öffnet den Kofferraum. Jetzt ist mir auch klar, warum ich seinen auffälligen Wagen nicht gesehen hatte. Der war nämlich auch vorhin schon komplett zugeschneit.

Während ich meine Tasche mit Klamotten und meine Jagdausrüstung aus meinem Wagen hole, stellt sich Dean hinter mich und sagt: „Deine Stöckelschuhe wirst du dort oben nicht brauchen, also pack nur das Nötigste ein.“
Ich erstarre noch in der Bewegung. Habe ich mich etwa verhört? Das meint er ja wohl nicht ernst. Kennen Sie das auch, wenn Sie so wütend sind, dass Sie gar nicht wissen, was Sie sagen sollen? So fühle ich mich gerade.
Wutentbrannt drehe ich mich um und gehe auf ihn zu. Ich kneife meine Augen zu Schlitzen zusammen, baue mich vor ihm auf und tippe ihm energisch auf die Brust. Das gibt mir genug Zeit, mich etwas zu sammeln.
„Was erlaubst du dir eigentlich! Wenn du meine Hilfe brauchst, solltest du mich auch als Jägerin sehen und nicht als Barbiepuppe! Ansonsten kannst du deinen Bruder alleine suchen. Dann bin ich nämlich hier fertig mit dir!“
„Ist ja schon gut“, rudert er zurück. „War ja gar nicht böse gemeint.“
Er hebt besänftigend die Hände, um mir zu zeigen, dass er verstanden hat. Geht doch. Da habe ich seine Selbstgefälligkeit gleich wieder im Keim erstickt.

Ich knalle die Hintertür meines Wagens zu, nehme meine Taschen und während ich an ihm vorbeigehe, sage ich: „Und damit das klar ist, ich besitze überhaupt keine Stöckelschuhe! Jetzt fahr mich zur Tankstelle, damit ich mir ein eigenes Schneemobil mieten kann. Ich denke, es ist besser, wenn wir zwei haben.“

Ich besitze übrigens wirklich keine Highheels. Irgendwie fühle ich mich damit nicht wohl. Am liebsten bin ich sportlich unterwegs mit Boots oder Turnschuhen.
Natürlich habe ich ein Paar Pumps. Die brauche ich, wenn ich mich als FBI Agentin ausgebe. Aber das sind die einzigen schickeren Schuhe in meinem Schuhschrank.
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