Spiel der Flammen

von Aleyna301
GeschichteDrama, Mystery / P16
Bloom Trix Valtor Winx Club
03.12.2018
24.08.2019
36
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Einen Moment schien es so, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Bloom konnte nicht glauben, was er gerade von sich gegeben hatte. Ein Blutritual? Sie hatten auch in Alfea mal kurz darüber geredet. Und zwar darüber, dass es so verboten war, dass es nicht mal im Wolkenturm beigebracht wurde. Ihm fiel ihre Stimmungsschwankung auf.
„Es gibt verschiedene Arten und Gründe für ein Blutritual. Das was du dir vielleicht vorstellst, ist eins der brutalen Methoden, wo Leute oder Tiere geopfert oder beschädigt werden. Ich praktiziere nur die, wo beide Teilnehmer mit Einwilligung mitmachen.“
Das beruhigte sie aber nicht.
„Zauber mit Blut sind nicht ohne Grund ein Tabu. Sie sind nicht nur mächtig, sondern extrem gefährlich.“
Er seufzte fast schon resigniert. Bei ihr ging alles irgendwie nicht so schnell. Er musste noch die richtigen Knöpfe betätigen und selbst dann konnte sie seltenst locker lassen.
„Wir bringen kein Opfer, außerdem sind wir beide mächtig genug dafür.“
Sie schüttelte ihren Kopf, während sie das dicke Buch mit dem dunkelroten Einband beäugte.
„Du hast mir ja noch nicht mal gesagt, wofür das alles ist.“
Als nach mehreren Sekunden keine Antwort von ihrem Gegenüber kam, machte sie auf dem Absatz kehrt und verließ die Bibliothek. Valtor fluchte unter beschleunigtem Atem. Das lief nicht wie geplant. Er verstand es nicht. Sie nicht. Er hatte doch gesagt, dass keine Opfer dafür erbracht worden würden. Und illegales hatte sie schon längst getan. Was war also daran do schlimm? Gut, es war ein Tabu in der modernen Welt, dennoch. Vielleicht wurden ihr auch falsche Dinge eingeredet. Andererseits waren ihre Argumente nicht falsch. Blutzauber waren eine der mächtigsten und konnten vieles anrichten. Was auch immer der Grund war, er musste sie umstimmen. Er könnte dies nicht alleine machen, so sehr wie es auch an seinem Ego ankratzte, das zugeben zu müssen. Jedoch musste das Mädchen es mit Einwilligung machen. Frustriert lief der Magier auf und ab. Irgendetwas müsste ihm doch einfallen.

Ein dumpfes Klopfen ertönte auf der hölzernen Tür und Bloom verdrehte ihre Augen.
„Herein.“, antwortete sie, immer noch genervt davon, dass er ihr nicht einfach erzählte was Sache war. Entweder hatte er ihr was zu verbergen, oder wollte nicht, dass sie etwas erfuhr. Moment. Das war doch das selbe. Was könnte denn so groß sein? Ein Räuspern wenige Schritte entfernt von ihr unterbrach ihren Gedankenfluss.
„So war das nicht geplant. Verzeihe mir, ich hätte wissen sollen, dass du natürlich wissen möchtest, was du da tust. Deshalb werde ich dir ein wenig mehr darüber erzählen.“
Überrascht musterte sie ihn. Er war nicht der Typ, der sich entschuldigen würde. Bloom hatte erwartet, dass er ebenso genervt war und ihr drohen würde, dass sie sonst nicht zurückkehren konnte. Er war ihr schließlich überlegen. Er hatte jegliche Macht um sie sowas tun zu lassen. Valtor holte ein Buch hinter seinem Rücken hervor und sie machte automatisch Platz auf dem kleinen Sofa im Zimmer. Als er direkt neben ihr Platz nahm und das Buch aufschlug, konzentrierte sie sich regelrecht auf ihren Atem. Er war ihr nun so nah, wenige Millimeter entfernt. Sie konnte die Energie, die von ihm ausging, deutlich spüren. Nicht nur die schwarze, viel mehr die Drachenflamme. Außerdem roch er nach verbranntem Holz und-
„Blutrituale waren eines der ersten aufgeführten Zauber auf Domino. Das ist tausende Jahre her und seitdem wurden diese Art von Zauber noch manchmal ausgeführt. Wie ich bereits gesagt habe, sind sie meist weder gut noch schlecht, so rein wie Blut ist, so rein ist auch diese Magie. Hier steht noch was. Alle Ritter der königlichen Familie mussten als Teil ihrer Ritterschlagung zuvor ein paar Tropfen Blut in einen Feuerkelch tropfen lassen. Auf diese Art war der Ritter so wie der Feuerkelch an das Schloss und somit an die königliche Familie verbunden.“
Nach der Verarbeitung dieser Informationen war Bloom noch mehr überrascht. Sie wusste ja nicht viel über ihre Herkunft, aber sie hätte nie gedacht, dass Traditionen so eine riesige Rolle spielten. Aber nun ergab Valtor‘s Zauber etwas mehr Sinn. Sie befanden sich gerade in dem Königsschloss, wo solche Zauber im Brauch waren. Doch eigentlich beantwortete es immer noch nicht was er mit dem Ritual anstellen wollte, stellte sie fest. Was hatte sein Ziel, was es auch immer war, mit Domino zutun? Diesen Planeten hatte er schon vor fast 18 Jahren zerstört und daher war er vollkommen verlassen. Außer den Schätzen gab es hier nichts.
„Okay... aber das beantwortet noch nicht meine Frage.“, sagte sie.
Er drehte sich seitlich zu ihr um und bedeutete ihr weiterzureden.
„Ich weiß jetzt zwar was der Hintergrund beziehungsweise Anlass ist, aber... ich weiß doch immer noch nicht was zur Hölle du damit anstellen willst.“
Er lachte ein wenig.
„Na, na, na. Gehört sich so eine Wortwahl für eine kleine Fee?“
Sie verdrehte die Augen und drehte ihren Kopf leicht zur Seite, ihr Schmunzeln versteckend.
„Lenk nicht vom Thema ab!“, ermahnte sie ihn mit verschränkten Armen, worauf er abwehrend seine Hände hoch hob.
„Also gut. Ich will Domino wiederbeleben.“



Alle Luft entglitt ihr. Mit einem Mal wurde ihr etwas schwammig und sie stand in Trance auf, begab sich auf den Balkon.
Schneeflocken bahnten sich ihren Weg auf sie zu. Sie sah ihre eigenen Atemstöße, so kalt war es. Sie blickte auf die tote Eislandschaft. Diese Eiseskälte war mitunter dem Mann zu verschulden, welcher ihr nun weismachen wollte, dass er das Gegenteil schaffen wollte. Sie betrachtete das prunkvolle goldene Gelände. Hier sollte Leben werden? Das Mädchen atmete langsam die kühle Luft ein. Sie blickte noch ein letztes Mal auf die Eislandschaft hinaus und begab sich wieder zur Tür, aus der sie hinausgeschritten war um sich zu sammeln. Kurz darauf erfasste sie ein Déjà-vu und ihr fiel er wieder ein. Der Traum. Hatte sie damals eine Art Prophezeiung gesehen? Das müsste besagen, dass dieser Moment bedeutend war. Mit erhobenen Rücken stellte sie sich dem Magier gegenüber, der schon erwartend aufstand.

Ein paar weitere stille Momente vergingen, in denen sie sich gegenseitig studierten. Sie schluckte und schloss für eine Sekunde ihre Augen.

„Warum?“
Er bewegte sich kein bisschen und blieb versteinert stehen, während er bedächtig seine Worte abwog.
„Findest du es nicht auch eine Schande, so einen schönen und geschichtsreichen Planeten so zu sehen? Es wäre pure Verschwendung ihn so verweilen zu lassen.“
Sie legte ihren Kopf schief. Seit wann kümmerte ihn sowas wie Potential und Verschwendung? Es sei denn, es käme ihn zu Nutzen. Doch in ihrem Kopf herrschte Leere, wie ein weißes Blatt. Außerdem, warum hatte er dann dazu herbeigeführt, nur um dann nach vielen Jahren das Gegenteil zu machen? Ein Licht ging in ihr auf.
„Du willst etwas von hier.“, stellte sie fest und legte die Hand ins Kinn. Er nickte bestätigend.
„Es sind nicht die Güter, wie Bücher; die könntest du dir auch so nehmen. Es ist etwas viel komplizierteres. Etwas mächtigeres.“
Sie überlegte und überlegte. Das Schloss konnte er so wie gerade eben einfach so bewohnen. Die Bibliothek benutzte er schon. Was gab es hier, was man nicht direkt stehlen, sondern erlangen musste? Plötzlich bewegte er sich Richtung Tür.
„Wohin gehst du?“, fragte sie verwirrt.
„Ich werde dir zeigen, was ich will.“
Sie folgte ihm dicht hinterher den langen Flur entlang. Der Magier schritt zügig die Treppen runter. Danach lief er in den hinteren Teil des damaligen Thronsaals, einen dunklen Flur entlang. Angekommen erblickte sie eine steinerne Tür, die ziemlich robust aussah. Er hob seine Hände und nach ein paar Sekunden war die Tür geöffnet. Stirnrunzelnd folgte sie ihm schnell. Was sie unten sah ließ sie staunen. Sie vergaß wo sie war und bewegte sich automatisch zu einem bestimmten Porträt. Ihre Augen wurden beinahe wässrig. Auf dem Gemälde war ihre Familie und sie abgebildet. Nach dem Anschein wurde es kurz nach ihrer Geburt gemalt, sie hatte kurze rote Haare und war in ein weißes Tuch gewickelt, im Arm ihrer Schwester, welche damals ein Teenager sein musste. Wehmütig prägte sie sich das Gemälde ein, bis sie sich schließlich umdrehte. Graue Augen blickten ihr unentwegt entgegen und versuchten ihre zu durchbrechen. Sie drehte verunsichert den Blick weg und blickte zu einer Art Schüssel, welche er in den Händen hielt. Die Fee wollte fragen, wofür das denn war, als es ihr wieder einfiel. Verwirrt blickte sie wieder zu ihm hoch, hatte er denn etwa ihre Worte vergessen? Sie vertraute ihm doch nicht blind und das wusste er. Langsam wich er zur Seite und ließ in einer anderen Ecke Licht erscheinen. Ein paar Meter von der Wand entfernt befand sich ein goldenes Podest, mit verschnörkelten Verzierungen. Irgendwie konnte sie eine Energie von der Plattform ausmachen. Langsam näherte sie sich ihm und schaute abwartend zu Valtor hoch.

„Das ist das antike, königliche Podest für Gesetze und alles rechtliches.“
Sie verstand immer noch nicht auf was er hinauf wollte. Vielleicht war das sein Plan; ihr eine Rundführung in ihrer eigenen Heimat machen um sich daran zu vergnügen. So gerne wie sie sich das auch einreden wollte, wusste sie, dass er für etwas viel größeres gekommen war. Außerdem kannte sie ihn nun schon eine Weile und nun ja, selbst wenn, wollte sie es auch nicht glauben. All die Missionen zuvor waren nur die Vorbereitung für das eigentliche. Und als sie feststellte, dass sie nun aus nichts mehr rauskommen konnte, lief ihr ein eisiger Schauer den Rücken entgegen und ein brennendes Gefühl äußerte sich in ihrer Magengrube. Sie schluckte. Worauf hatte sie sich eigentlich eingelassen?

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Cliffhanger! Nein aber wirklich, ich hoffe, dass euch die letzten Abschnitte gespannt auf mehr gemacht haben. Ich hatte die vergangenen Wochen Prüfungsstress und jetzt steht ein Praktikum in Vollzeit an :/
Daher korrigiere ich diese Kapitel echt schnell, falls also Fehler vorkommen, entschuldige ich mich  an dieser Stelle ^^

PS: habt ihr die kursiven Zeilen (auf dem Balkon) wiedererkannt? Zwar in etwas abgeändeter Form, aber so in etwa kamen sie ja in ihrem Traum bzw. Vision ein paar Kapitel zuvor vor.
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