Spiel der Flammen

von Aleyna301
GeschichteDrama, Mystery / P16
Bloom Trix Valtor Winx Club
03.12.2018
24.08.2019
36
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„Bloom, es ist Zeit aufzustehen.“
„Eine Minute, Flora...“
Sie schrak im Halbschlaf auf, als sie feststellte, dass es nicht Floras sanfte Stimme war, sondern die tiefe von Valtor und schaute ihn noch etwas schlaftrunken an.
„Du hast um die sechs Stunden geschlafen, das sollte reichen.“, meinte er.
„Sind wir nach diesem einen Zauber, oder was auch immer wir tun, fertig?“, fragte sie, sorgend um ihre Freunde. Als ob er ihre Gedanken gelesen hatte, antwortete er: „Ich hab ihnen gestern einen Brief geschickt, keine Sorge.“
Sie beäugte ihn skeptisch. Warum sollte er ihr einen Gefallen machen und überhaupt, was hätte er denn sagen sollen? Hallo, ich mach übrigens mit Bloom diese eine krumme Sache da und sie kommt in ein paar Tagen unversehrt wieder. Er wechselte jedoch das Thema. Wie immer, wenn er etwas nicht beantworten wollte, stellte sie fest.
„Nein wir sind dann noch nicht fertig. Es ist ein uralter, aufwendiger Zauber. Zauber trifft es schon fast nicht mehr. Wie auch immer, er braucht Zeit.“
Die Fee nickte und blickte auf sich hinab. Es war nicht das unbequemste, aber ihre Haare endlich mal aufmachen zu können und neue Kleidung zu haben wäre angenehmer, statt sich in diesem Aufzug zu befinden.
„Nachdem wir den ersten Teil fertig haben, kannst du dir Zeit für dich nehmen.“, sagte er und lief eilig voraus. Sie verdrehte die Augen. Wie gütig.

Seufzend stellte sie fest, dass er schon fast wieder aus ihrem Sichtfeld verschwunden war und entschloss sich für die Treppen die Pumps auszuziehen. Fast sprintend schritt sie die Treppen herunter, während Valtor in die nächste Ecke verschwand. Dort angekommen sah sie ihn in einem riesigen Saal. Es war eine Bibliothek, doch nicht die Größe des Raumes war so überwältigend, sondern die Höhe. Sie war so hoch wie eine Kirche. Deshalb hatte der Palast wohl so vereinzelte Türme. Doch bevor sie alles erkundigen konnte, klopfte Valtor neben sich auf die Sitzecke. Auf dem kleinen Tisch davor sah sie mehrere dicke Wälzer liegen. Das würde wohl eine längere Sitzung werden. Mit Abstand nahm sie Platz. Wenigstens war das Sofa bequem.
„Du musst diesen Satz sauber und flüssig aussprechen können, sonst funktioniert es nicht. Ich habe es unten noch mal in Lautschrift hingeschrieben.“
Stirnrunzelnd las sie die fremden Wörter mehrmals durch.
„Quoott-“
„Das o wird schnell ausgesprochen und nach dem d folgt sofort das se. Du musst es so lesen, als ob alles vor dem Komma ein Wort wäre.“
Bloom nickte bereits leicht frustriert, dieser Spruch war wirklich schwieriger als das letzte Mal. Nach etwa zehn Minuten konnte sie schon fast alle Wörter vor dem Komma flüssig lesen. Sie las ihn nun laut vor. Nichts geschah, da es sowieso nur die Hälfte war.
„Das war schon... sehr gut. Wenn du das nach dem Komma kannst, bist du schon fertig.“, gab er von sich und klang sogar ein wenig beeindruckt, wenn sie das so sagen durfte. Sie übte weiter und weiter, bis sie sich einen neuen Versuch wagte. Sie räusperte sich und erinnerte sich an den Italienisch Kurs von damals, da Latein in der Aussprache ja ähnlich war.
Also setzte sie ihren besten italienischen Akzent auf und sprach: „Quod se pertinebant ad erit, erunt iterum!“
Eine gewaltige Macht ging vom Buch aus und übertrug sich in ihren Körper, sie unterdrückte ein erschrockenes Aufschreien und atmete hastig. Ihr Herz raste regelrecht und zwar so sehr, dass es sich so anfühlte, als ob es jede Sekunde aus der Brust springen konnte. Valtor neben ihr schien das gelassen zu nehmen und übte mit seinen starken Händen Halt auf ihre Schultern auf, da sie anfing zu zittern. Es war eher ein Reflex, dass er einen milden beruhigenden Zauber ausgesprochen hatte, was auch immer der Grund hierfür war. Kurz danach war es schon vorbei. Sie hatte keine Schmerzen, nein, es war ja auch keine dunkle Energie, es war nur so unglaublich stark, wie nach einer Achterbahn mit vielen Loopings erging es ihr. Valtor reichte ihr etwas entgegen und sie trank es benebelt ohne Blick nach unten aus. Nach dem ersten Schluck verzog sie ihr Gesicht ein wenig, da sie nicht mit diesem Geschmack gerechnet hatte. Sie blickte aufs Glas runter.
Wein? War das sein Ernst?
„Ein wenig davon beruhigt dich. Soweit ich mich erinnern kann, warst du das letzte Mal nach dem einem Glas auch nicht angetrunken.“
Sie errötete ein wenig, während sie über die erste Mission in Hiems nachdachte. Es war ein wenig Zeit seitdem vergangen und irgendwie machte sie mit Valtor immer Schritte nach vorwärts und dann irgendwie nach rückwärts. Es war mehr als verwirrend. Bloom trank noch das Glas aus, ehe sie langsam aufstand.
„Wie gesagt, hast du jetzt Freizeit. Ich bereite währenddessen den nächsten Schritt vor.“, sagte er und schenkte sich ebenfalls Rotwein ein.
Sie schmunzelte kopfschüttelnd und machte sich auf den Weg ins Zimmer, wo sie zuvor geschlafen hatte. Sie würde echt zu gerne eine Dusche nehmen. Ihr fiel die Tür im Raum auf und stellte erfreut fest, dass es sich um ein kleines Bad handelte. Doch woher sollte sie Kleidung herkriegen? Auf Dauer wurde ihr Ballkleid ziemlich unpraktisch. Ihr Blick wanderte zu einem kleinen Schrank. In Schlössern hatten die doch immer mehr als genug für alle Fälle, oder? Hinter den Schranktüren befand sich glücklicherweise ein Nachtgewand. Sie betrachtete das Kleid. Es war perlweiß und bestand aus feinem, leichten Stoff und hatte zwei Schnüre am Ausschnitt zum Schnüren, wie an den Handgelenken. Es war bodenlang, doch es sollte ihr passen. Also duschte sie sich, schminkte sich endlich ab und zog das Kleid an. Zum Glück hatte sie unter dem Seidenkleid von gestern noch einen BH an, sonst hätte sie eine andere Lösung suchen müssen. Im Bad befand sich auch ein Fön, doch sie beschloss, hierfür ihre Magie zu benutzen. Außerdem funktionierte Elektrizität hier nicht mehr. Wenn schon Feuer ihr Element war, dann konnte sie es ja auch mal für diese Dinge nutzen.
Die Fee hatte echt das Zeitgefühl vergessen, doch nach einem Blick nach draußen urteilend, wurde es anscheinend gerade etwas heller. Also war es gegen Sonnenaufgang. Bloom war nach dem Zauber und der warmen Dusche jedoch etwas müde, weshalb sie die Vorhänge schloss und entschied, sich einfach nochmal hinzulegen. Ein Nickerchen hatte ja noch niemanden geschadet.

„Schlafmütze.“, hörte sie eine tiefe Stimme murmeln. Es war plötzlich hell, weshalb sie endgültig aus ihrem Schlaf gerissen wurde und ihr Gesicht wieder im Kissen vergrub. Die Rothaarige spannte sich unmittelbar an, als sie eine Hand auf ihrem Arm spürte, welche sie leicht rüttelte. „Komm runter. Es ist elf Uhr und du willst doch fertig werden.“
Sofort dachte sie an ihre Freunde und Sky und musste ihm Recht geben. Sie sollte wirklich aufstehen.

„Ich verstehe es nicht. Was braucht da denn so lange?“, beschwerte sich die Fee, während der Magier angestrengt im Buch nachguckte. Er hatte soeben mit ihrer Hilfe einen Zauber angewendet um irgendwie den Zauber von dem Stein aus Hiems mit dem neuen zu verbinden. Doch warum auch immer scheiterte die Verbindung.
„Ah, hier.“, flüsterte er und sie gesellte sich neben ihm, um endlich lesen zu können, was nötig war. Aber natürlich. Latein, was sonst. Abwartend begutachtete sie die Weinflasche vor ihnen. Sie war ja immer noch der Überzeugung, dass Valtor ein Alkoholproblem hatte. Abwartend schaute sie ihn an, jedoch verlieb er stumm und seine Augenbrauen waren zusammengezogen. Sie blickte wieder aufs Buch, so als ob sie irgendwas verstehen konnte.
„Was ist denn das Problem?“
Er drehte sich ein wenig zu ihr und faltete seine Hände in seinem Schoß. Der Schwarzmagier wirkte ziemlich nervös. Dies war definitiv ein ungewohnter Anblick.
„So wie die Zauber verbunden werden müssen... müssen wir das irgendwie auch.“
Die Fee blickte ihn unverändert an.
„Dann verbinden wir unsere Magie?“, fragte sie und legte das Kinn in die Hand.
„Nein. Das Buch ist ziemlich alt, der Zauber wurde vor Ewigkeiten nicht durchgeführt.“, begann er. So langsam kamen ihr Zweifel auf. Was machten sie hier? Ja, sie glaubte ihm, dass die Bücher in Domino antik und so waren, aber für was? Soweit sie wusste, standen die Adeligen Schwarzmagie negativ gegenüber und ihre Eltern waren ja auch in der Verbindung des Lichts. Also konnte es sich nicht um dunkle Magie handeln. Aber von was hatte sie schon eine Ahnung? Vielleicht konnte man ja weiße Magie in schwarze umwandeln, oder wer wusste, was es noch alles gab. Nach der kurzen Pause räusperte er sich und saß aufrecht auf.
„Es ist weder weiße noch schwarze Magie, es ist ein Ritual.“
Bloom zog verwirrt ihre Augenbrauen zusammen. In was hatte sie sich denn hineingeritten? Sie wusste was magische Rituale waren und in den Filmen endeten die nie gut. Zumindest auf der Erde. Wozu sie jedoch zu ihrer Verteidigung sagen musste, dass die Menschen nicht alles falsch vermutet hatten. Die Trix waren schließlich das Exemplarbeispiel für böse Hexen.
„Was meinst du mit Ritual? Warum muss ich teilnehmen?“
Er biss seine Zähne aufeinander und verspannte seinen Kiefer, was sie jedoch nicht sah, da ihr Blick auf seine grauen, starren Augen gerichtet war. Natürlich würde sie nachfragen und nicht alles gedankenlos mitmachen. Ihr Verdacht, dass er ihr etwas verheimlichte, verstärkte sich, als er fortfuhr: „Um es auf den Punkt zu bringen, es ist ein Blutritual.“

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Da-da-da-dammm
Es wird dark ;) Habt ihr erwartet, dass er sowas... bizarres vorhat? Man darf nun mal nicht vergessen, dass Bloom nicht nur ein wenig naiv sondern einfach unerfahren ist. Sie weiß nicht, was es alles gibt und findet sich eigentlich noch in dieser magischen Welt zurecht. Aber, wie ihr sieht, macht sie nicht einfach so alles! Unsere liebe hat noch ihren eigenen Willen ;)
Im nächsten Kapitel werde ich mehr auf die Emotionen von beideneingehen :)
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