Spiel der Flammen

von Aleyna301
GeschichteDrama, Mystery / P16
Bloom Trix Valtor Winx Club
03.12.2018
24.08.2019
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Nachdem sie sicher gegangen war, dass sie auch ja kein Detail verfehlte, setzte sie das Stück ab und stellte resigniert fest, dass sich natürlich nichts geändert hatte.
„Domino war immer sonnig und sehr lebendig. An jeder Ecke geschah etwas, ob Bewohner, das Folk oder auch die Noblen, es herrschte überall lebhaftes Treiben.“
Warum hatte er das dann zerstört? Sie fragte ihn natürlich sowas nicht, weil es selbsterklärend war. Er wurde von den Bösen geschaffen und erfüllt diesen Zweck. Doch hatte er nicht auch ein Herz? Einen eigenen Willen? Etwas in ihr sagte, dass er nicht so war, wie er es immer schienen ließ. Seine Stimme riss sie aus ihren Gedanken.
„Um zu deiner eigentlichen Frage zurückzukommen; du bist hier, weil die Missionen davor nur die Vorbereitung für das eigentliche waren. Und hier wirst du mehr tun müssen als mich nur zu assistieren, ich weiß ehrlich gesagt selber nicht, wie lange es dauern wird, weil so ein Zauber noch nie ausgeführt wurde. Kurz gefasst: stelle dich auf ein paar Tage ein.“

Die Rothaarige fuhr sich überfordert durch ihr Haar, welches immer noch gut saß, außer dass der Wind sie etwas verworren hatte. Moment, sie hatte doch gar nichts mitgebracht. Was erwartete er, wie sie die Tage hier verbrachten? In diesem Kleid würde es unbequem werden. Und überhaupt, die Winx müssten fertig mit kämpfen sein, sie begann sich zu fragen, was wohl gerade auf Eraklyon passierte...
Schuldgefühle machten sich in ihr breit und sie lehnte sich an die kühle Wand hinter ihr, während Valtor noch durch sein Glas blickte. Erinnerungen bahnten sich zu ihr durch. Das konnte sie ihnen nicht antun. Nicht nach letztem Jahr, als alle vor Sorge gestorben waren, weil sie dem verdammten Ende nah waren. Und wieder musste sie an Sky denken. Bloom schloss ihre Augen, die Tränen verdrückend. Warum musste es so kompliziert sein? Es tat ihr alles so leid. Es war ihre Schuld, warum sich alle immer Sorgen machen mussten. Als sie ein Geräusch vernahm, öffnete sie wieder ihre Augen und blickte in seine graue, undurchschaubare Augen und wich diesen aus, aus Angst, dass er erkennen könnte, was sie gerade dachte und fühlte. Er räusperte sich und sie traute sich wieder in seine Richtung zu blicken.
„Du hast wahrscheinlich Hunger, oder?“
Und in diesem Moment ergriff sie das Verlangen, etwas zu essen. Es müsste immerhin vor ungefähr zehn Stunden gewesen sein, als sie wortwörtlich ihr Frühstück auf dem Silbertablett serviert bekommen hatte. Also nickte sie leicht, sie wollte nicht gierig wirken. Der Magier bewegte sich Richtung eines Flügels, also folgte sie ihm. Nach ein paar schweigsamen Abbiegungen traten sie in einen Raum ein und sie beherrschte sich, nicht zu starren. Er war etwas niedriger als die Eingangshalle, dennoch war die Decke hoch. Die Wände waren fantasievoll bemalt, mit detailreichen Schnörkeleien, dennoch stilvoll. Ein goldener Kronleuchter hing hinab, passend zu der majestätischen Umgebung. Der Tisch war schmal und ziemlich lang, kein Wunder, denn am Tisch standen zehn gelbe, verzierte Stühle. Eine Stimme unterbrach sie aus dem Betrachten.
„Ich habe im Vorhinein Essen besorgt. Leider steht uns keine Elektrizität zur Verfügung, daher müssen wir uns mit Brot, Gemüse und Obst begnügen.“
Sie nicke verstehend. So, als ob es ihr wichtig wäre, sich gerade jetzt um Essen zu sorgen, dies schien ihr gerade als mehr als banal. Also aßen sie schweigend am großen Esstisch, beide in ihren Gedanken versunken.

Was wohl gerade die anderen machten? Sie müssten sich große Sorgen machen und das auch noch für nichts. Nein, sie konnte ihre Freunde nicht so zurücklassen. Irgendwie müsste sie ihnen Bescheid geben, dass es ihr in Ordnung ging. Doch wie wollte sie das anstellen? Sie hatte nicht mal ihr Handy dabei. Sie müsste auf traditionellem Wege einen Brief schreiben und diesen müsste aber jemand abschicken. Bloom war noch nicht so fortgeschritten, dass sie Objekte teleportieren konnte. Aber dieser Planet war vollkommen ausgestorben, kein einziger Mensch lebte hier, außer Valtor und sie. Moment. Könnte sie ihn nicht um einen Gefallen bitten? Sie platzierte ihr Besteck auf den Teller und griff zur Serviette, während sie sich einen kleinen Blick auf ihn erhaschte. Man konnte ihn nicht durchblicken. Seine Augen erlaubten es nicht, etwas aus ihnen herauszulesen. Wenn sie ihn fragte, würde er vielleicht lachen und verneinen, oder er würde es ihr zwar erlauben aber mit Folgen. So wie sie ihn kannte, vergaß er nichts. Eine kleine Bitte und er würde sie ewig damit aufziehen. Wie vorhin, als er darauf angedeutet hatte, dass sie vor Wochen vor ihm geheult hatte. Es war peinlich, daran zurückzudenken. Natürlich war er ihr in jeder Hinsicht überlegen. Und sie hatte immer noch nicht die geringste Ahnung, was nun sein Plan war. Dass sie ausgerechnet im Königspalast von Domino waren, verwirrte sie nur mehr. Ihre Freunde und die Lehrer würden niemals auf die Idee kommen, dass sie sich dort aufhalten würde.
„Ist etwas?“, ertönte eine tiefe Stimme und sie blickte abrupt auf. Ihr war nicht aufgefallen, dass sie ganze Zeit schräg gegenüber die Wand angestarrt hatte.
„Nein.“, war ihre knappe Antwort, worauf er ihren Blick suchte.
„Sag schon.“
Sie seufzte und gab auf. Er wusste immer, wenn sie etwas bedrückte oder sie etwas unterdrückte. „Meine Freunde machen sich gerade bestimmt zu große Sorgen.“, antwortete sie leise.
„Na, so dramatisch ist es doch auch nicht. Du bist nur für ein paar Stunden weggegangen.“
Sie schüttelte schnell den Kopf.
„Du hast gesagt wir bleiben Tage hier. Natürlich denken sie, dass du mich gefangen hälst und folterst, so wie...“
Sie verstummte noch rechtzeitig. Sie konnte seinen stechenden Blick auf ihr spüren.
„So wie?“, hakte er nach. Sie winkte ab.
„Unwichtig.“
Er behaarte jedoch, selbstverständlich.
„Erzähle es mir, ist ja nicht so, dass ich jemanden hätte, dem ich es erzählen könnte.“
Das stimmte, die Trix wussten alles, dennoch wollte sie nicht mehr als nötig von ihr preisgeben. „Na schön. Ich muss jetzt in die Bibliothek, je schneller, desto besser.“
Die Fee blickte auf.
„Und was soll ich machen?“
„Im Moment gar nichts. Es kann ein paar Stündchen dauern, bis du mir behilflich sein kannst. Aber dann musst du einsatzbereit sein, deshalb würde ich dir raten, die Zeit jetzt zum Schlafen zu verwenden.“
Sie nickte genervt, warum sollte sie dann jetzt schon da sein, wenn sie eh nicht zu Nütze war? Ah, stimmt, sie würde ihm ja sonst ständig weglaufen. Bloom stand auf und wollte aus dem prächtigen Esszimmer gehen, als ihr einfiel, dass sie nicht wusste, wo die Schlafzimmer waren. Ihr Heim und Geburtsort und sie wusste nicht, wo sie schlafen sollte. Sie blickte ihn fragend an.
„Die Gemächer sind oben, hast freie Auswahl.“

Die Treppen waren reichlich mit purpurrotem Teppich ausgerollt. Anders als in Eraklyon hatten sie jedoch goldene Verzierungen an den Seiten, es schien ihr so, als ob ihre Eltern Gold mochten. Oder vielleicht war es so eine Traditionssache? Konnte sie ja nicht wissen. Nach den vielen Treppen stand sie vor einem neuen Dilemma: wohin sollte sie gehen? Valtor war jetzt nicht hier, also könnte sie sich die Zeit nehmen und den Palast erkunden. Oder wenigstens einen Teil davon. Bloom startete mit der Tür links. Jedoch befand sich dort nur ein gewöhnliches Klo. Natürlich, irgendwo musste es ja sowas geben. Wenigstens wusste sie jetzt, wo eins war. Hinter der Tür parallel davon befand sich ein kleines Kunststudio. Schulterzuckend fuhr sie mit ihren Entdeckungen fort. Nach ungefähr zehn Räumen war sie dann auch nun müde und entschied sich, ins nächste Schlafzimmer zu legen. Also öffnete sie noch eine Tür und stockte. War das etwa ihre Krippe? Sie schluckte schwer. Alles war so verlassen. Natürlich, seit fast 18 Jahren war keine Menschenseele mehr hier. Dieser Fakt trübte sie und sie wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Einerseits wollte sie alles durchsuchen und möglichst viel entdecken, (es war ja ihr Zuhause) andererseits wusste sie nicht, ob sie das jetzt verkraften konnte. Also trat sie schweren Schrittes aus dem Raum. Bloom hatte nicht gemerkt, dass sie so viel Luft inhaliert hatte und stoß diese nun geschafft aus. Damals als sie vor zwei Jahren das Schloss zum ersten Mal betreten hatte, hatte sie gar keine Zeit für all das. Sie waren eigentlich nur in der Eintrittshalle, in den Fluren und im Schatzraum, wohin Daphne sie geführt hatte. Sie stellte fest, dass die Zimmer auf der rechten Seite eher für die Königsfamilie und Gäste gedacht waren und stieß irgendein Zimmer auf, um endlich ein Bett zu finden. Erfreut stellte sie fest, dass sie wohl in einem Gästezimmer gelandet war. Sie könnte niemals im ehemaligen Zimmer ihrer Eltern oder Schwester schlafen, nein das wäre unmöglich. Also ließ sie sich auf ein Doppelbett nieder, welches am Rücken mit rosa Stoff gepolstert war. Der dünne Rahmen war natürlich, wie sonst auch alles hier, vergoldet. Mehr beschäftigte sie sich nicht damit, da sie nach dem sie ihre schmerzenden Schuhe ausgezogen hatte, dem Schlaf verfiel.

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Dieses Kapitel hat mich tatsächlich etwas länger als sonst gebraucht! Ich steckte an ein paar Stellen ziemlich fest, weil ich natürlich die Umgebung etwas beschreiben wollte, es aber nicht für euch zu langweilig sein soll. Hoffentlich war der Lesefluss für euch angenehm. Wenn nicht -> bin immer für Ratschläge offen!
Nächstes Kapitel kommt wie immer am Freitag und dann wieder am Montag :)
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