Mittelerde Adventskalender 2018 – Türchen 3 – „Selbstgebackene Lebkuchenherzen  als Liebesbeweis“

von Rosalie18
OneshotRomanze / P12
03.12.2018
03.12.2018
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Willkommen zum ersten von vier Türchen zum diesjährigen Mittelerde Adventskalender.

Mein Stichwort war: Selbstgebackene Lebkuchenherzen


Disclaimer: Die Rechte liegen bei J.R.R. Tolkien und Erben. Die Charaktere  leihe ich mir nur aus und verdiene kein Geld damit. Es ist alles meiner Phantasie entsprungen. Nur die OC gehören mir.



Mittelerde Adventskalender 2018 – Türchen 3 – „Selbstgebackene Lebkuchenherzen  als Liebesbeweis“

Théodwyn begab sich in die Küche und erntete ungläubige Blicke.

„Herrin, was können wir für Euch tun?“, fragte eine ältere Bedienstete freundlich und schenkte der jungen Frau ein offenes Lächeln.

„Ich möchte Lebkuchenherzen backen“, antwortete die Schwester des Königs und die Blicke der Anwesenden wurden noch ungläubiger und skeptischer und sie rechneten mit einem Scherz seitens Théodwyn. Doch die junge Frau scherzte nicht. Sie hatte einen Plan und dieser beinhaltete nun einmal das Backen von Lebkuchenherzen.

Berdwyn, die ältere Bedienstete, die sie eben angesprochenen hatte, erkannte an ihrem Gesichtsausdruck, dass Théodwyn es sehr ernst meinte. „Habt Ihr ein Rezept?“

Die junge Frau nickte und reichte ihr das mitgebrachte Rezept. Die Ältere überflog die Zutaten.

„Wir haben alles da. Wenn Ihr wollt, könnt ihr sofort mit dem Backen beginnen“, sagte sie freundlich.

„Ja, das würde ich gerne.“ Sogleich begann Berdwyn damit die benötigten Zutaten herbei zu holen und für Théodwyn bereitzustellen.

„Wenn Ihr Hilfe benötigt, lasst es mich wissen.“

„Vielen Dank. Das werde ich, wenn es nötig ist“, lächelte die Schwester des Königs und begann das Rezept zu studieren, was sie in der Bibliothek gefunden hatte.

So schwer konnte es ja nicht sein. Eigentlich nicht, aber für eine Frau, die wie sie, die lieber mit ihrer geliebten Stute durch die Riddermark ritt und die kein großes Interesse an für die Hausarbeit hegte, war es nicht ganz so einfach. Das musste sie auch recht schnell feststellen, doch sie würde es schaffen und die Lebkuchenherzen backen und so ihre Liebe ausdrücken, die sie für ihn empfand.

Théodwyn wollte es nicht länger aufschieben ihm ihre Liebe zugestehen, aus Angst eine andere Frau könnte ihn ihr vor der Nase wegschnappen. Auch wenn sie keine Ahnung hatte, wie es um seine Gefühle ihr gegenüber bestellt war. Sie hatte mehrfach die Blicke gesehen, die er zugeworfen bekommen hatte. Daher würde sie alles auf eine Karte setzen und ihm am Wochenende auf dem Fest die Lebkuchenherzen schenken und ihm so zeigen, was sie für ihn empfand. Die junge Frau wusste, dass er schlau genug sein würde und die richtigen Schlüsse zog.

Die Backerei hatte doch länger gedauert, als es sich Théodwyn gedacht hatte. Doch die Arbeit hatte sich gelohnt. Die Lebkuchenkerzen waren ihr recht gut gelungen. Sie waren zwar keine wahren Meisterwerke, aber auch nicht misslungen, sondern waren mit viel Liebe hergestellt. Ein breites Lächeln umspielte ihren Mund. Die Schwester des Königs verpackte die Herzen in einer hübschen Box.

Bevor sie die Küche verließ, dankte sie noch einmal den Bediensteten.

Auf dem Weg in ihre Gemächer traf sie auf Éomund. „Hallo Éomund“, grüßte sie den Marschall und ihre Stimme zitterte leicht. Sie hoffte, dass es ihm nicht auffiel.

„Hallo Théodwyn. Es freut mich Euch zu sehen“, erwiderte er ihren Gruß und schenkte ihr ein Lächeln.

„Es freut mich ebenfalls Euch zu sehen“, sagte sie schüchtern, was so gar nicht ihrer Art entsprach, aber in seiner Nähe verhielt sie sich, wie ein kleines Mädchen und nicht wie eine selbstbewusste junge Frau, die sie war.

Sie redeten noch ein wenig über die bevorstehenden Geburten der Fohlen im kommenden Frühjahr, bevor er sich zu ihrem Bruder aufmachte.

Mit beschwingtem Schrittes setzte Théodwyn ebenfalls  ihren angestrebten Weg fort.



+++




Théodwyns Herz schlug ihr vor Aufregung bis zum Hals. Plötzlich überkamen sie Zweifel, ob es das Richtige war, was sie vorhatte. Nein, sie würde nicht kneifen.

Den ganzen Abend über, wartete sie auf einen geeigneten Zeitpunkt um Éomund endlich ihre Liebe zu gestehen und ihm ihre gebackenen Lebkuchenherzen zu schenken.

Als der Marschall nach draußen ging, sah die Schwester des Königs ihre Gelegenheit gekommen. Es dauerte nicht lange bis Théodwyn Éomund fand, doch zu ihrem Entsetzen war er nicht alleine, sondern in Begleitung einer Frau. Sie kannte diese Frau nicht. Die Unbekannte flirtete heftig mit dem Marschall und beugte sich in seine Richtung. Aus ihrer Sicht sah es so aus, als würden sie sich küssen. Sie hatte genug gesehen und trat unverrichteter Dinge den Rückzug an. Die Schachtel glitt ihr aus den Händen und fiel zu Boden. Es war ihr egal. Sie wollte nur noch weg.

„Hayna, bitte.“ Éomund hielt die Frau auf sanften Abstand. Seine Begleitung wirkte verwundert und hatte nicht mit dieser Reaktion gerechnet und konnte nicht glauben, dass er ihre Avancen ablehnte.

„Wieso?“

„Ihr seid eine tolle Frau, jedoch gehört mein Herz bereits einer anderen und das schon eine Zeitlang“, teilte er ihr mit.

Hayna nickte. „Die Schwester des Königs.“ Es war keine Frage, sondern eine Feststellung. Ein Strahlen erschien bei der Erwähnung Théodwyns in den Augen des Marschalls.

„Ja, mein Herz gehört nur Théodwyn alleine. Wir sollten zurückgehen.“ Éomund wollte nun Nägel mit Köpfen machen und seiner Herzensdame seine Liebe gestehen.

Auf dem Rückweg fand er die Schachtel, die er als die erkannte, die Théodwyn in der Hand hatte, als sie sich vor zwei Tagen gesehen hatten. Mit klopfenden Herzen öffnete er sie und zum Vorschein kamen selbstgebackene Lebkuchenherzen. Er verstand sofort, was sie ihm mit den Herzen sagen wollte. Gleichzeitig erschrak er, denn ihm wurde bewusst, dass sie ihn zusammen mit Hayna gesehen und die falschen Schlüsse gezogenen hatte. Er musste sofort zu ihr. Seine Begleitung hatte ebenfalls die Bedeutung des Geschenkes verstanden und begriff endgültig, dass sie keine Chance bei dem Marschall hatte.

„Kommt Ihr alleine in die große Halle zurück?“ Hayna nickte und Éomund rannte los, er wusste genau, wo sich Théodwyn befand. Zielstrebig steuerte er die Stallungen an und schon hörte er die junge Frau leise mit ihrer geliebten Stute reden. Er trat näher und erkannte, dass sie weinte. Sein Herz zog sich krampfhaft zusammen.

„Théodwyn“, sprach der Marschall sie sanft an. Sie zuckte zusammen und wand ihm ihren Blick zu. In ihren blauen Augen funkelte es zornig.

„Was wollt Ihr? Solltet ihr nicht bei der Dame eures Herzens sein?“ Die Verletzlichkeit war nicht zu überhören.

„Nein, ich will genau hier sein, denn mein Herz gehört bereits seit längerem einer bestimmten Frau“, sagte er zärtlich und stand jetzt ganz dicht vor Théodwyn. Dieser dämmerte es mit einem Mal wen er meinte und ihr Herz machte einen Freudensprung.

„Mir geht es ebenso.“ Jetzt erst sah sie, dass er die Schachtel in seinen Händen hielt. „Ich war Euch nach draußen gefolgt, um Euch mein Geschenk zu überreichen, als ich Euch mit dieser Frau sah …“

„ … und ihr habt angenommen, dass ich etwas für sie empfinden?“ vollendete er ihren angefangen Satz.

„Ja und von meiner Position sah es so aus, als ob Ihr euch küsst.“

Der Marschall wischte ihre Tränenspuren weg. „Ich will nur eine einzige Frau küssen.“ Jetzt konnte Théodwyn wieder lächeln. Éomund legte ihr seine Hände an die Wangen, streichelte mit seinem Daumen darüber und legte seine Lippen auf ihre, um sie in einen sanften Kuss zu verwickeln. Nie wieder würde er sie loslassen.



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