~Pet or wild animal~

von Lunantia
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Gellert Grindelwald OC (Own Character) Percival Graves
03.12.2018
11.12.2018
5
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Schwer keuchend zog der junge Mann, an der schweren Kette. Die seine Hände auf den Rücken fixierten und an einer Säule befestigt wurde. Vor einer halben Stunde wurde er hier her gebracht. Normalerweise war er sehr darauf bedacht keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Heute schien das nicht so recht geklappt zu haben. Man wurde auf ihn aufmerksam und hat ihn obendrein auch noch entführt. So hatte er sich seinen Trip nach Frankreich nicht vorgestellt. Er hatte sich erhofft hier ein neues Leben beginnen zu können. Er wollte doch nur seinen Frieden, mehr nicht. Jetzt hockte er hier, in einem modrigen Keller und wusste nicht was als nächstes passiert. Unter anderen Umständen hätte er sich schon längst aus dieser höchst unangenehmen Situation befreit, doch anscheint waren diese Fessel, die in an Ort und Stelle hielten besonders. Sie waren anscheint mit einem Zauber belegt und dagegen hatte er keine Chance. Ihm war die Zaubererwelt durchaus bekannt und er wusste auch mit wem er es hier zu tun hatte. Schlechter hätte es ihn nun wirklich nicht treffen können. Grindelwald war ihm bekannt und auch wie hochgradig gefährlich er war. Und so wie es aussah hatte dieser gefährliche Zauberer interesse an ihm gefunden. Was nicht gerade die Situation verbesserte in der er sich befand. Seufzend ließ sich Luciel gegen die Säule gleiten und schloss für einen Moment die Augen. Das darf einfach nicht wahr sen, dachte sich der blondhaarige. Für ihn war das ganze eine Katastrophe. Durch seinen kleinen Ausraster von vorhin, ist es nur eine Frage der Zeit, wann Grindelwald herausfand was er war. Aber was hätte er tun sollen? Grindelwald hätte ihn mit großer sicherheit getötet und das wollte er auf keinen Fall zulassen. Dennoch hatte er Gewissensbisse deswegen. Nur um seine eigene Haut zu tretten, was ja im Endeffekt nicht so gut funktioniert hat, drohte er seine eigene Art zu hintergehen. Es hatte so lange gedauert bis seine Art ins Vergessen geriet und jetzt sowas? Grindelwald hatte recht, der Junge war kein Werwolf. Das was er ist konnte man nicht mit einem Werwolf vergleichen.

Seine Art nannte sich selbst Wolfsblut. Menschen die in der Lage waren zu einem Wolf zu werden. Der Wolf ist ein Teil von ihnen und keine Krankheit, so wie es bei Werwölfen der Fall war. Wolfsblüter konnten sich nach ihrer ersten Verwandlung auch in Abwesenheit des Vollmonds verwandeln. Sie konnten ihre Verwandlung kontrollieren, mehr oder weniger. Bei starken Emotionen, wie Angst oder Wut, konnte es schon passieren, dass der Wolf in ihnen zum vorschein kam. Auch außerhalb ihrer Verwandlung haben Wolfsblüter Fähigkeiten eines Wolfes, was sie von anderen Menschen erheblich unterschied. Sie waren in der Lage große Entfernungen binnen Minuten zu überwinden, was sie zu Leistungssportler in ihrer eigenen Welt macht. Sie besaßen einen unglaublich guten Geruchs- und Hörsinn, was sie natürlich gern mal zu ihrem Vorteil nutzen. Aber durch die Verfolgung seitens der Menschen und auch der Zauberer, die sie für Werwölfe hielten, hat sich ihre Zahl auf der Welt stark verringert. Die die sich entschieden hatten verdeckt unter den Menschen zu leben, führten ein halbwegs ruhiges Leben. Doch die die sich für die Wildnis entschieden haben, müssen ständig umherziehen, da ihre Reviere durch die Menschen immer kleiner wurden. Das einzige, was sie mit Werwölfen gemeinsam haben und dass ihnen oft zum Verhängnis wird, war der Vollmond. Jedes Wolfblut, zahm oder wild, verwandelt sich, wenn der Vollmond hoch am Himmel stand. Und genauso wird es auch Luciel in zwei Tagen tun. Es wird seine erste Verwandlung sein und eigentlich hatte er gehofft sie in den Wäldern erleben zu können, doch nun saß er hier. Angekettet und mit der befürchtung, dass er seine erste Verwandlung nicht erleben wird. Der Jungwolf blickte umher. Der Keller war eigentlich sehr geräumig und er besaß, trotz der Kette, auch die Möglichkeit etwas umher zu laufen. Bis zur Tür reichte die Kette aber leider nicht. Es roch modrig und kalt. Nur ein kleines Fenster spendete Licht und ließ den Raum durch das Licht, des zunehmenden Mondes erleuchten. Luciel streckte seinen Kopf zu dem leicht geöffneten Fenster und hielt seine Nase in die kühle Nachtluft. Wie gern wäre er jetzt da draußen und würde durch die Nacht streifen. Das Haus befand sich nur einen Katzensprung von dem Naturpark Haute Vallée de Chevreuse entfernt. Luciel atmete tief ein, bei dem Gedanken, dass er im Moment lieber dort wäre als eingesperrt in diesem ollen Keller. Er ertrug es einfach nicht eingesperrt zu sein. Jede Faser in seinem Körper schrie nach Freiheit. Sein Instinkt sagte es ihm, dass er so schnell wie möglich hier raus musste. Er nahm noch einmal seine ganze Kraft zusammen und zog an der Kette, doch es war aussichtslos. Er saß hier fest. Er sehte sich nach Freiheit. Deshalb ist er ja erst nach Frankreich gekommen. Er wollte nicht so weiter leben, unter den Menschen. Während er seine Instinkte unterdrücken musste. Tja, und wurde ihm tatsächlich seine Freiheit geraubt. Luciel wurde plötzlich aus seinen Gedanken gerissen, als er Schritte auf der Steintreppe vernahm, die nach unten in den Keller führte.

Er spannte sich augenblicklich an und richtete seinen Blick auf die Tür. Mit einem lauten Knarzen öffnete sich die massive Holztür. Grindelwald der die Tür öffnete, pfiff leise ein Lied vor sich hin, während er den Raum betrat. Nebenher schwebten zwei Näpfe, die er vor Luciel auf den Boden platzierte. Sehr subtil, dachte sich Luciel, als er die Näpfe sah, die eigentlich für Hunde bestimmt waren. Wütend über diese Dreistigkeit, hob Luciel den Kopf und funkelte Grindelwald böse an. Was dachte er sich denn dabei?! Er war doch kein Tier! Grindelwald hingegen fand es anscheinent sehr amüsant, seinen Gast so zu provozieren. "Ich dachte du hast vielleicht hunger. Ich will ja nicht, dass mein Gast verhungert",durchbrach Grindelwald die herrschende Stille. In seiner Stimme schwang blanker Hohn. Natürlich, war er um den Jungen kein Stück besorgt. Misstrauisch beäugte der junge Mann das Essen, sowie das Wasser. Er sah abwechselnd von den Schüsseln zu Grindelwald. Er traute ihm kein Stück, wahrscheinlich wollte er ihn sogar vergiften und das nur zum eigenen Vergnügen. Etwas zögerlich beugte sich Luciel nach unten und beschnupperte das Essen argwöhnisch. Es roch nach einem ganz gewöhnlichen Eintopf. Nichts außergewöhnliches oder verdächtiges war zu erkennen. Jedoch war sich der Jungwolf nicht sicher ob er es anrühren sollte. Schließlich wusste er, dass man selbst mit einer guten Nase die meisten Gifte nicht erkennen konnte. Also beschloss er nichts davon zu essen und auch nicht zu trinken. Schon allein, weil er sich nicht die Blöße geben wollte, etwas von diesem schrecklichen Mann anzunehmen, der ihn vor einer weile noch töten wollte. Er richtete sich wieder auf und schob die Näpfe langsam mit einem Fuß von sich weg. Diese Reaktion hatte der Ältere schon kommen sehen, weshalb er amüsiert schmunzelt. Er hockte sich unmittelbar vor dem Jungen hin und sah ihn mit leicht schief gelegten Kopf an. "Was denn? Etwa keinen Hunger? Wie schade, dabei habe ich mir solche Mühe gegeben",sagte er gespielt enttäuscht, wobei seine Mundwinkel verräterisch zuckten. "Junge, wenn ich dich töten wollte, dann würde ich mir sicher nicht die Mühe machen dich zu vergiften. Also iss jetzt oder muss ich dich dazu zwingen?",sagte Grindelwald in einem ernsten Tonfall, wobei er aber leicht anfing zu grinsen. Ihm gefiel der Gedanke ihn füttern zu müssen, ihn abhängig von ihm zu machen. Aber alles zu seiner Zeit. Er würde dieses Spiel lange genug ausreizen. Er würde ihn schon irgendwie gefügig machen, schließlich war der Junge noch so unerfahren. Er würde also leichtes Spiel haben. "Dann...erklären Sie mir doch mal wie ich mit auf den Rücken gefesselten Händen essen soll?",meldete sich Luciel zu Wort. Er sprang leise, dennoch deutlich und sah seinen gegenüber direkt in die Augen. Er wollte auf keinen Fall Schwäche zeigen, das hatte er sich geschworen. Schon allein den Gesichtsausdruck von Grindelwald zu sehen, verschaffte ihm Genugtuung. Er war ziemlich überrascht darüber, dass der Junge ihn verstand und auch Englisch sprach, mit einem kleinen Akzent versteht sich. Grindelwald lief ein erregender Schauer über den Rücken, als er seine Stimme vernahm. Sie klang so zart und samtig. So unschuldig. "Oh, natürlich die Fesseln. Wie konnte ich das nur vergessen. Wie dumm von mir. Dann lass mich dir helfen",raunte Grindelwald dunkel. Ehe sich Luciel versah, hatte Grindelwald ihn am Kinn gepackt und neigte seinen Kopf etwas nach hinten. "Sei ein braver Junge und mach den Mund auf",grollte Grindelwalds Stimme, während er den Löffel, den er in der Hand hatte zu dem Mund des jüngeren führte. Dieser war immer noch total geschockt und wusste nicht,was er tun sollte. Die Worte des Zauberers und seine tiefe Stimme, bescherten dem Jungwolf eine wohlige Gänsehaut. Aber im selben Moment war es ihm auch unendlich peinlich, dass er mit ihm sprach, wie mit einem Kind. Im Moment konnte er sich schlecht wehren, also blieb ihm keine andere Wahl als zögerlich den Mund zu öffnen. Grindelwald schmunzelte triumphierend und schob ihm den Löffel in den Mund. Vielleicht hatte er ihn falsch eingeschätzt. Vielleicht war er ja doch einfacher zu beherrschen, als er annahm, dachte sich Grindelwald. "Braver Junge",lobte ihn Grindelwald.

Doch bevor er ihm die Reste aus dem Mundwinkel wischen konnte, riss der Junge seinen Kopf nach hinten und rutschte schnell von Grindelwald weg. "Das reicht! Ich kann auch allein essen! Danke für Ihre Hilfe!",sagte er bitter und warf dem Älteren wieder einen verhassten Blick zu. Grindelwald ließ den Löffel wieder in den Napf fallen und stand auf. Er hat natürlich bemerkt, was seine Behandlung in den Jungen ausgelöst hatte. Seine Gänsehaut und die Tatsache, dass er rot angelaufen war wie eine Tomate, sprachen Bände. Das alles zusammen war der Beweis, dass es ihm nicht nur peinlich war, sondern ihn auch erregte. Nur schien ihm das nicht so bewusst zu sein. Grindelwald schmunzelte bei seinen Gedanken in sich hinein und zückte dann seinen Zauberstab. "Ich hatte angenommen, dass du dich von mir füttern lassen wolltest. Schließlich hast du keine Anstalten gemacht selbst zu essen oder mich gebeten deine Fesseln zu lösen",sagte er amüsiert, während er per unausgesprochenen Zauber die Fesseln des Jungen löste. Man konnte deutlich sehen wie erleichtert er war, dass er seine Hände wieder bewegen konnte und dass seine Arme nicht mehr in seiner unnatürlichen Position gefangen waren. Er hielt kurz inne und sah prüfend Grindelwald an. Ob er es wagen sollte? Die Tür war nur zwei Meter von ihm entfernt. Er schluckte angespannt und wollte gerade zu einem Sprung ansetzen, da hob Grindelwald seinen Zauberstab, was Luciel dazu veranlasste in seiner Bewegung inne zu halten. "Ah,ah, denk nicht mal dran! Ich habe dir nicht erlaub rauszugehen soweit ich mich erinnere",sagte Grindelwald in einem ernsten Tonfall, der den Jungwolf kurz zusammenzucken ließ. Zufrieden über diesen Gehorsam, schwang Grindelwald seinen Zauberstab und ließ ein Halsband um den Hals des Jungen erscheinen. Es war ein schlichtes schwarzes Lederhalsband, dass mit goldenen Runen verziert war und eine Hundemarke an einem goldenen Ring zierte. Etwas verwundert tastete der junge Mann seinen Hals ab und stockte, Er hatte ihm wirklich ein Halsband verpasst. Und auch die Kette, die er vorher an den Handgelenken hatte, war nun an seinem Halsband befestigt. "Was-....Das kann doch nicht Ihr ernst sein?!",hauchte Luciel entrüstet und sah zu Grindelwald auf. Dieser schien eine freude daran zu haben den Jungen auf eine bizarre Weise zu demütigen. "Reg dich doch nicht so auf, schließlich kannst du ja jetzt deine Hände bewegen. Sieh es doch als Belohnung an, dass du dich so brav hast füttern lassen und das Halsband ist ein kleiner Bonus. Ich finde es steht dir wirklich ausgezeichnet",sagte der Ältere grinsend. Luciel empfand dies als alles nur nicht als Belohnung. Es war einfach demütigend! Er war doch kein Hund! Er riss verzweifelt an dem Lederband um seinen Hals und versuchte irgendwie die Schnalle zu lösen. Doch irgendwie klemmte es und ließ sich nicht öffnen. Natürlich. Wie hätte es auch anders sein können? Grindelwald hatte es natürlich mit einem Zauber belegt. In Gedanken gab sich der Jungwolf selbst eine Ohrfeige. Als ob sich Grindelwald ihn einfach so fesseln würde. Trotzig ließ er von dem Halsband ab und seufzte schwer. "Was wollen Sie eigentlich von mir? Bitte...lassen Sie mich gehen....Ich...ich werde niemanden verraten wo Sie sich aufhalten",murmelte der Junge und starrte vor sich auf den Boden. Er wagte es nicht Grindelwald anzusehen. Ihm fiel im Moment einfach nichts anderes ein was er hätte tun oder sagen können. Er wollte unbedingt von hier weg. Weg von diesem Mann, der nur mit ihm spielte. Er fühlte sich in seiner Nähe mehr als unwohl. Für ihn war er einfach schwer einzuschätzen und das machte ihn gefährlich. Außerdem verspürte er jedes mal, wenn er mit ihm Sprach oder ihn berührte, ein nicht einzuschätzendes Gefühl. Ein Gefühl was er noch nie zuvor verspürt hatte. Grindelwald sah ihn nun direkt an. Sein Blick war sanft, fast schon bemitleidend. "Du wirst hier unten schlafen. Je nachdem wie du dich benimmst, werde ich dich morgen mit nach oben nehmen. Solltest du auch nur den geringsten Versuch wagen zu fliehen, wird das konsequenzen nach sich ziehen. Hast du verstanden?",raunte er sanft, doch mit nachdruck in der Stimme. Auf die Bitte des Jungen ging er gar nicht erst ein. Er hatte noch so viel vor mit dem Jungen, das hier war erst der Anfang. Er würde noch darum betteln in seiner Nähe sein zu dürfen, da war sich Grindelwald sicher. Mit einem weiteren Wink seiner Zauberstabs ließ Grindelwald ein paar Decken heranschweben und verteilte sie auf den Boden. Er wollte ja nicht, dass sich sein Spielzeug erkältet. Ohne ihm auch nochmal eines Blickes zu würdigen trat er aus dem Raum heraus und ließ den Jungen wieder allein. Dieser sah ihm mit einer Mischung aus verzweiflung und wut hinterher. Verärgert warf er die Schüssel mit dem Essen gegen die Wand gefolgt von der Schüssel mit Wasser. Schmollend legte er sich auf die Decken und rollte sich zusammen. Er würde sicher nicht einschlafen können, das stand fest. Wer weiß was dieser Irre noch mit ihm vor hatte. Hingegen seiner erwartung, schlief Luciel schon nach fünf Minuten ein. Der Tag heute, hatte reichlich an seinem Kräften gezährt und sein Körper konnte einfach nicht anders, als ihn ins Reich der Träume zu schicken.

Während der Junge mehr oder weniger traumlos schlief, hatte sich Grindelwald ebenfalls in sein Schlafgemach verzogen. Heute würde er ihm den Jungen noch etwas Freiraum gewähren und ihn in Ruhe schlafen lassen. Für morgen hatte sich Grindelwald vorgenommen den Jungen etwas auszuquetschen. Schließlich wollte er ja wissen wer und vorallem was sein Gast genau war. Bevor er schlafen ging, hatte sich Grindelwald noch ein Buch zu gemüte gezogen. Es war perfekt für seine jetzige Situation. Auch wenn es sich bei der Lektüre, um ein Muggelbuch handelte, war dieses Buch ein guter Leitfaden für sein weiteres Vorgehen mit dem Jungen. Er klappte das Buch zu mit der Aufschrift "Jeder Hund kann gehorchen lernen" und legte es auf seinen Nachttisch, neben einem weiteren Buch mit der Aufschrift "Grunderziehung für Welpen". Mit einem Wink seines Zauberstabs, löschte er das Licht und legte sich schlafen. Morgen würde die Arbeit mit seinem neuen Spielzeug beginnen.

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Hier wie versprochen das zweite Kapitel. Die Idee mit dem Wolfsblut stammt nicht wirklich von mir sondern von einer (recht unbekannten) Serie namens Wolfblood. Ich liebe diese Serie einfach und musste es mit in die Geschichte nehmen. Und bevor Fragen aufkommen: Ja, die Bücher gibt es wirklich. Sie sind zwar recht neu und nicht wirklich aus der Zeit, aber ich fand das ganz passen und offen gesagt, musste ich bei der Idee anfangen zu grinsen. ^-^