~Pet or wild animal~

von Lunantia
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Gellert Grindelwald OC (Own Character) Percival Graves
03.12.2018
11.12.2018
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Gedankenverloren starrte Gellert Grindelwald an die Wand seines edel eingerichteten Wohnzimmers und schwänkte dabei ruhig ein Glas Wein in seiner Hand. Still saß er in seinem Sessel und ließ seine Gedanken schweifen. Er lebte nun schon seit einer Woche in diesem Haus, dass nicht einmal ihm gehörte. Es gehörte einer französischen Muggelfamilie, die er hatte töten lassen. Er kannte noch nicht einmal ihre Namen und es interessierte ihn auch nicht. Dieses Haus war perfekt. Perfekt um sich erstmal von seiner Flucht zu erholen und perfekt um sein weiteres Vorgehen genau zu planen. Mit einem tiefen Atemzug lehnte er sich zurück und schloss für einen kurzen Moment die Augen. Es war still im Haus, niemand sonst war dort. Das einzig was man hören konnte war das Knacken des Holzes im Kamin und das Ticken der großen Standuhr in der Ecke des Raumes. Diese fast schon friedliche Stille lud Grindelwald dazu ein, einen Moment Schwäche zu zeigen und sich noch tiefer in den Sessel sinken zu lassen. Für einen kurzen Moment vergaß der Zauberer alles um sich herum und ließ sich einfach fallen.

Er wurde jedoch wieder aus seiner Trance gerissen, als er unten die Tür hörte und ein lautes gepolter die Stille brach. Grindelwald richtete sich mit einem mal auf und stellte den Wein auf einen kleinen Beistelltisch, der neben seinen Sessel stand. Das ganze Grundstück sicherte ein magischer, schwer durchdringbarer Schutzschild. Sodass niemand ohne seine Erlaubnis zutritt hatte. Er und ein paar seiner treusten Anhänger waren die einzigen die Zugang zu dem Haus hatten. Grindelwald hob erwartungsvoll den Kopf, als er hörte wie jemand die Treppe eilig hinauf stolperte und dann die Tür zum Wohnzimmer öffnete. Es war Abernathy der keuchend den Raum betrat zusammen mit einem jungen Mann, der offensichtlich gefesselt war. Er wurde von Abernathy am Nacken festgehalten, da er wohl geflohen wäre. Der Junge sah Abernathy höchst verärgert an und ließ sich nur widerwillig in den Raum schleifen. "Mister Grindelwald, verzeien Sie die Störung zu so später Stunde, aber ich habe wie immer sehen wollen ob alles in Ordnung bei Ihnen ist", erklärte er sein erscheinen und fuhr dann fort, während Grindelwald die Augenbrauen etwas zusammenzog und den Jungen Mann begutachtete. Wie er bemerkte sah dieser junge Mann gar nicht mal so schlecht aus. Er war sogar richtig hübsch, musste sich Grindelwald eingestehen. Er hatte eine schlanke Gestalt. Ja, er war fast schon viel zu zierlich für einen Mann. Er wirkte aber keines Falls abgemagert oder in irgendeiner weise kränklich, im Gegenteil. Seine Augen waren klar und Haselnussbraun. Auch erkannte Grindelwald ein leicht rebellisches Funkel in seinen Augen, das ihm ein leichtes Schmunzeln ins Gesicht zauberte. Seine ashblonden Haare waren hinten etwas kürzer und wurden nach vorn hin immer länger und waren zu einem Mittelscheitel gekämmt. Die vorderen Strähnen hingen ihm in sein schmales feminines Gesicht, während er sich vor unterdrückter Wut auf die Unterlippe biss. Wäre Abernathy nicht mit im Raum, hätte sich Grindelwald bei dem Anblick des jüngeren genüsslich über die Lippen geleckt. So jemanden bekam man selten vorgesetzt.

"Ich habe den Jungen im unmittelbaren umkreis Ihres Hauses entdeckt und er schien mir verdächtig",erzählte Abernathy weiter. Der Junge erwiderte darauf nichts, sondern wehrte sich vergeblich gegen die Fesseln und Abernathy's Griff in seinem Nacken. "Also haben wir hier einen unangemeldeten Gast",stellte Grindelwald ruhig fest und sah sich den Jungen genauer an. "Wie ist dein Name?",fragte er den Jungen und lief auf ihn zu. Er blieb vor ihm stehen und sah ihn auffordernd an. Dem jungen Mann schien diese Nähe nicht sonderlich zu behagen, weshalb er versuchte etwas Abstand zu Grindelwald zu bekommen. Indem er einen Schritt nach hinten machte. Dabei verlor er aber nicht seinen wütenden Gesichtsausdruck, auch wenn er nun etwas unsicherer aus vorher wirkte. Grindelwald schnaubte belustigt und wandte sich wieder an Abernathy. "Ist er Franzose?",fragte er ihn. Grindelwald kam in den Sinn, dass er vielleicht gar nicht so trotzig war, wie es zunächst schien, sondern ihn vielleicht nur nicht verstand. Abernathy schüttelte verneinend den Kopf und hob dann eine Tasche hoch, die anscheint dem Jungen gehörte. "Ich habe seine Sachen schon durchsucht. Er scheint kein Zauberer zu sein und ist aus dem Ausland. Um genau zu sein kommt er aus Deutschland",sagte der braunhaarige, ehe er mit einem Wink seines Zauberstabs die Papiere des Jungen aus der Tasche holte und sie in der Luft schwebten. Interessiert griff Grindelwald nach den Papieren und las sie sich durch. Er kam also aus Deutschland. Sein Name war Luciel Aarents und er war mitte zwanzig. Außer den Papieren schien der junge Mann nichts dabei zu haben. Ohne Geld nach Frankreich zu gelangen ist ein mühsames Unterfangen, dachte sich Grindelwald. Vielleicht war er auch ein Laddstreicher. Grindelwald ließ sich einmal seinen Blick zu dem Jungen gleiten. Nein, dafür sah er zu gepflegt aus. Der Junge hatte eine, wenn auch etwas zerissene schwarze Jeans an, dazu einen grauen Rollkragenpullover und darüber eine schwarze Lederjacke. Selbst seine Schuhe sahen ordentlich aus. Es waren auf den ersten Blick zwar keine teuren Stiefel, aber für einen Landstreicher war er eindeutig zu gut gekleidet. "Also...Luciel, was machen wir denn jetzt nur mit dir?",fragte Grindelwald schmunzelnd, während er die Papiere weglegte, wohl wissend dass der Junge sowieso kein Wort verstand und wandte sich dann wieder zu ihm um. Mit einer fließenden Handbewegung hatte er den Jungen am Kinn gepackt und sah ihm in die Augen. Der Junge, in dessen Papieren der Name Luciel stand, war von seiner plötzlich groben Behandlung so überrascht, dass er plötzlich kehlig knurrte. Auch stellte Grindelwald zufrieden fest wie der Jünger begann etwas zu zittern. Trotz seiner aufkeimenden Angst, hielt er den Blick Grindelwalds stand. Das veranlasste seinen gegenüber noch breiter zu Grinsen und seinem Gesicht noch ein stückchen näher zu kommen. Etwas ließ Grindelwald plötzlich in seiner Bewegung inne halten. Dieser betörende Duft, der von dem Jungen ausging. Es war wie eine Mischung aus Kiefernholz und nasser Erde mit einem Hauch Opium. Grindelwald sog diesen Duft in sich ein und verweilte einen Moment, bis er das Wort wieder ergriff. "Was für ein Jammer, so einen rebellischen und hübschen jungen Mann hätte ich gern in meinen Reihen. Doch leider hast du nicht...die nötigen Vorraussetzungen dafür. Es ist nicht deine Schuld und so leid es mir tut, ich muss dich leider töten. Du hast schon viel zu viel gesehen, aber ich verspreche dir es wird schnell gehen",sagte Grindelwald sanft und mit gespielten mitleid. Er ließ den Jungen wieder los und richtete stattdessen seinen Zauberstab auf ihn. Als der Junge den Zauberstab erblickte, durchfuhr ihm eine Art Schreck und er zuckte kurz nach hinten. Er wehrte sich plötzlich noch stärker als vorher und machte dann einen Satz nach vorn. Ihm entwich ein animalisches Knurren. Drohend öffnete er seinen Mund und man konnte deutlich Fangzähne erkennen, die von einem Caniden stammen könnte. Er bleckte seine Fänge und starrte Grindelwald plötzlich nicht mehr mit den sanften haselnussbraunen Augen an, die er noch vor ein paar Minuten hatte. Sondern mit stechend gold-gelben Augen, die wirkten als könnten sie sich direkt in die Seele bohren. Abernathy hätte den Jungen fast schon vor Schreck losgelassen und sogar Grindelwald sah man die Überraschung deutlich an. Er holte kurz tief Luft, als wolle er etwas sagen und hob dann den Kopf. Mit steigendem Interesse musterte er den Jungen, der vor Wut bebte. Das hatte er wirklich noch nie gesehen. Was war er? Er konnte kein normaler Mensch sein und auch ein Werwolf hatte solche Merkmale außerhalb der Verwandlung nicht. "Das ändert natürlich alles",raunte Grindelwald leise und näherte sich dem jungen Mann abermals. Dieser junge Mann hatte etwas Besonderes an sich. Etwas was Grindelwald unbedingt ergründen wollte und ihn nicht allzu schnell wieder gehen lassen wollte. Wer genau war dieser Mann? Was war er? Und noch wichtiger: Was hatte er hier zu suchen? Vielleicht....,dachte sich Grindewald mit einem amüsierten schmunzeln. War es an der Zeit sich ein neues Haustier zu zulegen.

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So, das war das erste Kapitel zu meiner aller ersten Geschichte. Ich hoffe die kleine Einführung gefällt euch und ich verspreche, dass die nächsten Kapitel länger werden. Ich habe leider noch keinen Beta-Leser, deshalb werden sich wahrscheinlich kleine Fehler eingeschlichen haben. Deshalb seid etwas nachsichtig mit mir. Es ist ja immerhin meine erste Geschichte.
LG Lunantia